Landesverband Bayern

Dokumentation

Hier können Sie die Dokumentation zum Wertedialog 2015 des Paritätischen in Bayern als PDF-Datei herunterladen.

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Pressemitteilung

Hier können Sie die Pressemitteilung des Paritätischen in Bayern zum Wertedialog 2015 als PDF-Datei herunterladen.

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Wertedialog 2015 im Paritätischen Gesamtverband

Am 26. März 2015 fand in Potsdam die Auftaktkonferenz des Paritätischen Gesamtverbands zum Wertedialog 2015 statt. Die Dokumentation zur Veranstaltung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

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Auf der Homepage des Paritätischen Gesamtverbands finden Sie weitere Informationen zum Wertedialog 2015.

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Themenworkshops zur Wertedebatte

Auf der Landesmitgliederversammlung des Paritätischen in Bayern wurde gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen über die ethischen Grundlagen paritätischer Sozialer Arbeit diskutiert. Aus dem Plenum wurden dazu konkrete Themenvorschläge gesammelt und anschließend diskutiert.

Mut aufbringen, für unsere Sache zu kämpfen - und auch mal Nein zu sagen

Wichtige Thesen und Gegenthesen zum Thema

  • Für die Leistungen der sozialen Arbeit ist Respekt (Anerkennung) notwendig.
  • Die Leistungen müssen mit entsprechendem Selbstbewusstsein vertreten werden.
  • Es ist Spitzenverbandsaufgabe, in die „offene Konfrontation“ zu gehen, um diese auf Einrichtungsebene zu verhindern, da dies erschwerend für die Arbeit vor Ort ist.
  • Eigene Erfahrungen müssen transportiert werden können und eine Begegnung auf Augenhöhe mit Verhandlern / Kostenträgern/..der „Gegenseite“ möglich sein.
  • Ökonomische Zwänge verhindern oftmals „Nein“ zu sagen.
  • Betriebswirtschaftliches Vokabular ist unreflektiert in den Sozialbereich übernommen worden und oftmals missverständlich / nicht klar, bzw. einseitig / eindimensional konnotiert.
  • Der Begriff „Wirtschaftlichkeit“ ist negativ besetzt.
  • Eine Totalverweigerung / persönliche Verweigerung ist nicht zielführend.


Was wird gebraucht?

  • Ein starker Spitzenverband
  • klare(re) Definitionen/gemeinsames Grundverständnis von betriebswirtschaftlichen Begrifflichkeiten für die Sozialbranche
  • Großzügigkeit
  • Respekt und Wertschätzung für die Leistung sozialer Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • Mehr Selbstbewusstsein der Sozialen Arbeit


Was ist zu tun?

  • Definitionshoheit über Begrifflichkeit muss zurückerobert bzw. auch wahrgenommen werden.
  • Das „WIR“ ist neu zu definieren.
Personal und Entgelt - Anspruch und Wirklichkeit

Wichtige Thesen und Gegenthesen zum Thema:

  • Aspekte des Wettbewerbs müssen beleuchtet werden.
  • Pflege verdient bessere Bezahlung.
  • Qualifikation wird immer weiter nach unten verschoben (450-Euro-Jobs). Wir stecken damit in der Lohnspirale nach unten.
  • Pflege muss mit besseren Entgelten versehen werden - aber im Rahmen des Wettbewerbs.
  • Die Ansprüche der Bewohner (und ihrer Angehörigen) steigen auch … „Wir zahlen so viel Geld“.
  • Gesetze sind einzuhalten - aber sind diese Gesetze wirklich erforderlich?
  • Pflegewohnqualitätsgesetz (Ansprüche sind damit gesetzlich verankert)
  • Übel unserer Zeit: DIN-Normen, ISO -> aber Dokumentation ist wichtig
  • Warum ist es ein Tabu, die immer steigenden Ansprüche zu hinterfragen?
  • Die Anerkennung ist auch jenseits des Gehalts wichtig in der Personalentwicklung. Weiche Faktoren zählen immer mehr!

Was wird gebraucht?

  • Ehrlichkeit. Gespräche mit Angehörigen von zu Pflegenden im Pflegeheim, dafür gilt es Gelegenheiten zu finden
  • Leitbildentwicklung. Gemeinsam mit Angehörigen; auch die Mitarbeiter/innen mitnehmen, die nicht immer alles leisten können
  • Fehlerfreundlichkeit. „Keine Fehler zu machen ist auch nicht typisch menschlich.“ Und bei uns zählt der Mensch.

Was ist zu tun?

  • All-inclusive-Haltung durchbrechen. Dialog suchen (Angehörige, Öffentlichkeitsarbeit)
  • Dokumentation ist wichtig. Es geht um das WIE!
  • Arbeit am Menschen im Mittelpunkt.
  • Wir definieren nicht mehr, was „Normalität“ ist. Nur „Extreme“ werden kommuniziert. Skandale im Pflegeheim, aber nie „Anerkennung der Leistung“ und evtl. ein Bericht über „gutes Klima vor Ort“.
  • Anerkennungskultur stärken (sowohl nach innen als auch nach außen), auch loben, nicht nur reklamieren
  • Tipps und Tricks: gemeinsames Kartoffelschälen mit den Bewohnern - das machen wir weiter. Und zwar im Aufenthaltsraum, nicht mehr in der Küche.
  • Zum Umgang mit neuen gesetzlichen Regelungen vor Ort: Es gibt auch für die Prüfer einen Ermessensspielraum, den gilt es auszuloten.
  • Es braucht auch Mut und Kreativität, sich auf Menschlichkeit einzulassen.
Soziale Teilhabe: Bedürftige werden im Status der Abhängigkeit gehalten

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

  • Wichtig ist, sich erstmal klar zu machen, was „soziale Teilhabe“ bedeutet: Sie umfasst alle Lebensbereiche, Teilhabe am gesamten gesellschaftlichen Leben, insbesondere auch am Arbeitsleben.
  • Menschen, die Gefahr laufen, aus der Gesellschaft rauszufallen, sind oft nicht sichtbar.
  • Der Almosengedanken muss verschwinden. Neben den Fokus auf Hilfebedarf muss in gleicher Intensität auch der Fokus auf die Potentiale und Kompetenzen von allen Menschen mit ihren individuellen Besonderheiten gelegt werden.
  • Es muss ein Erkennen des Wertes und des Nutzens aller Menschen für die Gesellschaft geben. Dabei sind ausdrücklich auch die positiven ökonomischen Aspekte für die Gesellschaft zu berücksichtigen.

Was ist zu tun? Was brauchen wir?

  • Die individuelle Entwicklung auf dem Weg zur Selbstständigkeit/Selbstwirksamkeit muss gestützt werden. Dabei muss die Unterstützung prozessbezogen sein, das heißt, sie muss auf die individuelle Situation abgestellt werden, sie muss flexibel und auf die Person bezogen sein. Dabei entsteht immer ein Spannungsfeld zwischen „selber machen“ oder assistieren - Ziel muss sein, die Selbstvertretung zu stützen.
  • Wir müssen unsere Werthaltung an Politik und Kostenträger herantragen - und zwar mit Entschiedenheit!
  • Notwendig ist eine Loslösung aus dem momentanen gesetzlichen Rahmen des Sozialgesetzbuchs und eine Erweiterung der Kriterien von Teilhabe.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Versorgen wir nur oder integrieren wir auch?

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

  • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind ein Teil der Gesellschaft von morgen - wir müssen jetzt für sie Perspektiven schaffen (z.B. in Richtung Bildung und Ausbildung), damit die Chancen, die sie der Gesellschaft eröffnen (neue Perspektiven, Vielfalt, Fachkräfte) zur Entfaltung kommen können.
  • Wird es versäumt, sie zu integrieren/inkludieren/ihnen Teilhabechancen zu eröffnen, können sie auch zum Sprengstoff für die Gesellschaft werden (Perspektivlosigkeit, Segregation, Subkultur, Radikalisierung).
  • Alle Beteiligten werden gerade von der realen Migrationssituation überrollt, wir müssen schnell eine gute Willkommenskultur schaffen und inklusive Wege in die Gesellschaft öffnen.

Was wird gebraucht?

  • Inklusion, Ausbildungsmöglichkeiten, regelhafte Zugänge ins Bildungssystem für alle, Deutschkurse, Wohnraum
  • Politik muss Sicherheit geben und Konzepte erarbeiten
  • Es müssen Perspektiven eröffnet werden, statt die Jugendlichen mit der Angst alleine zu lassen, mit 18 zurück in die EAE gehen zu müssen.
  • Weiterbildung von Fachpersonal z.B. im schulischen Bereich.

Was ist zu tun?

  • Bereitstellung von selbstverwalteten Angeboten
  • Möglichkeiten zur Begegnung schaffen
  • Konzepte erarbeiten, wie die Begegnung mit den Menschen aus der neuen Lebenswelt unterstützt/organisiert werden kann
  • Es braucht mehr Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, soweit wie möglich selbstständig in Wohngemeinschaften zu leben
  • Selbstwert spendende Maßnahmen etablieren
  • Der Paritätische muss seine Stimme erheben und klar machen, was die jungen Menschen für ein Gewinn für die Gesellschaft sind
  • Es braucht Steuerung von Seiten der Politik, die schaut, was der Einzelne mitbringt und wie man ihn in seiner Entwicklung unterstützen kann
  • Interkulturelle Sensibilität ist auch bei der Zusammensatzung der umF-Gruppen gefragt
  • Es gibt nicht die Lösung und den richtigen Weg, vielmehr muss alles ausprobiert werden. Konzepte müssen individueller umgesetzt werden, von allem das Beste ist teilweise zu viel. Viele der umF brauchen und möchten auch nicht den vollen Jugendhilfeanspruch geltend machen, sie kommen mit Freiheit ganz gut zurecht.
Gleichbehandlung: Eingliederungshilfe braucht gleiche Standards

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

  • Eine gute Betreuung hängt in Bayern vom Wohnort ab
  • Die Regierungsbezirke müssen sich nicht an Mindeststandards halten
  • Die Unterschiedlichkeit der Träger wird nicht berücksichtigt
  • Genehmigte Leistungen orientieren sich nicht am tatsächlichen Bedarf.

Was ist zu tun? Was brauchen wir?

  • Genehmigte Leistungen müssen sich am Bedarf orientieren
  • Bei Leistungsverhandlungen braucht es gleiche Augenhöhe
  • Bezirke gleich ganz auflösen/ oder: Bezirketag muss zentrale Steuerung übernehmen und Mindeststandards festlegen, die für alle gelten
  • Bedarfsanalysen durchführen
  • Bessere Vernetzung der Anbieter untereinander
  • Starke Lobbyarbeit des Paritätischen, Kooperation mit anderen Wohlfahrtsverbänden
  • Bessere finanzielle Unterstützung des Ehrenamts.
Wertschätzung der Selbsthilfe

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

  • Selbsthilfe ist ausdifferenziert und heterogen bezogen auf die Themenbereiche (z.B. Gesundheit oder Gemeinwesen/Nachbarschaft) und bezogen auf ihre Organisation (von spontaner lokaler Initiative bis hin zu bundesweit agierenden traditionellen Institutionen).
  • Selbsthilfeorganisationen leiden unter Mitgliederschwund v.a. im Gesundheitsbereich.
  • Selbsthilfe hat unabhängig von Themenbereichen einen eigenen Wert, der sie abhebt von professionellen und durch andere erbrachte Hilfen. Dieser Wert ist immer wieder gefährdet durch:

    • Anwachsen der Dienstleistungsfunktion in Selbsthilfeorganisationen und damit Förderung von Konsumverhalten
    • Professionalisierung von Teilen der Selbsthilfeorganisationen (Verwaltung, Vermittlung…)
    • neue sogenannte Selbsthilfe, die von Profis (z.B. Ärzten) als integraler Bestandteil von Versorgungsketten gegründet wird
    • Abwertung der Erfahrungs-Kompetenz der Selbsthilfe
    • fehlende Wertschätzung durch Profis und Politik.

Was ist zu tun? Was brauchen wir?

  • Selbsthilfeorganisationen müssen (neue) Wege finden, Betroffene zur Teilnahme zu motivieren.
  • Die interne Wertschätzungskultur muss gestärkt und ggf. modernisiert werden (für jungen Nachwuchs)
  • Politik und Gesellschaft muss vom Wert der Selbsthilfe (immer wieder neu) überzeugt werden
  • Heruntergebrochen auf Themenbereiche muss sich Politik, Selbsthilfe und das professionelle System gemeinsam auf Abgrenzungen und Wertigkeiten verständigen und diese offensiv vertreten.
Selbstverständnis als Interessensvertretung unserer Klientinnen und Klienten

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

  • Interessensvertretung findet auf zwei Ebenen statt: Man braucht Interessensvertretung auf struktureller Ebene und praktischer Ebene.
  • Glaubwürdigkeit des Verbands steigt mit dem Bekanntheitsgrad aber auch mit der Professionalisierung
  • Interessensvertretung wird generell immer breiter, da es immer mehr Schnittstellen gibt
  • Teile der Selbsthilfe wurden institutionalisiert, dadurch auch viel erreicht (Absicherung)
  • Stimme der Betroffenen fehlt in der Gesellschaft
  • Geschwächte Interessensvertretung durch gesetzliche Regelungen

Was ist zu tun? Was brauchen wir?

  • Verband als starker Partner nach außen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung in der Gesellschaft
  • Anwaltschaft für Menschen, die sich nicht selbst äußern können, d.h. wir brauchen eine Stärkung der politischen Vertretung z.B. durch Bündnisse. Bezirksebene dabei zentral
  • Möglichkeit der Delegation von Themen an den Verband, um eigene Ressourcen z.B. als Interessensvertretung zu ergänzen
Sinnfindung von Pflegekräften: Können wir Plattform dafür sein?

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

Pflegekräfte haben viele Anliegen

  • Betreute Menschen müssen wieder in den Mittelpunkt der Arbeit
  • Abbau von Bürokratie und Rechtfertigungsdruck gegenüber Prüforgane
  • Pflegekräfte als Expert/innen ihrer Arbeit anerkennen
  • Gesellschaftliche Anerkennung auch in der Bezahlung ausdrücken
  • Gesellschaft muss einen größeren Beitrag bei der Finanzierung leisten/ Pflegebeitrag erhöhen
  • Die psychische Belastung hat zugenommen (unter anderem durch eine höhere Zahl von Demenzkranken)
  • Das Gesetz zur Ausbildungsänderung verschlechtert die Situation für Senior/innen.

Was wird gebraucht?

  • Reform des Pflegebeitrags
  • Stärkung des Berufsbilds
  • Verstaatlichung der Finanzierung der Ausbildung
  • Pflegende Elemente in der Arbeit ganzheitlich stärken.

Was ist zu tun?

  • Ganzheitlichkeit statt Funktionalismus
  • Reform der Ausbildung von Quereinsteigern/ gegen Akademisierung
  • Stellungnahme des Paritätischen zum Gesetz der Ausbildungsänderung
  • Selbstbewussteres Auftreten gegenüber Kritik von Prüfinstitutionen.
Bindungssicherheit: Kindeswohl nicht nur materiell verstehen

Wichtige Thesen und Gegenthesen:

  • Bindung bedeutet: eine tragfähige verlässliche Beziehung, erstens in der Familie, zweitens im Unterstützungssystem, drittens in der Gesellschaft (Solidarität). Und: Eine sichere Bindung stärkt die Resilienz
  • Es geht grundsätzlich um unsere Vorstellung von Familie und Partnerschaft
  • Die materielle Sicherheit von Trennungs- und Scheidungskindern steht meist im Mittelpunkt - aber ist das genug für das Kindeswohl?
  • Kindeswohl heißt, die Präsenz beider Elternteile sicherzustellen
  • Das Wissen über die Bedeutung von Bindung geht verloren.

Was wird gebraucht?

  • Alle, die an der familiären Beziehung beteiligt sind, müssen einbezogen werden
  • Es braucht Bindungsarbeit, das heißt, die Vergewisserung über eine positive Entwicklung, gemeinsame Erfolge, Durchleben schwieriger Zeiten
  • Interessenskoalition von Diensten, die Bindung zum Thema haben (Pflegekinder, Straffällige).

Was ist zu tun?

  • Getrennt lebende Partner in soziale Arbeit einbinden, neue Strukturen etablieren (zum Beispiel Sprechzeiten am Wochenende, wenn Brüche stattfinden)
  • Beziehungskontinuitäten auch in betreuten Unterstützungsformen sichern, zum Beispiel bei der finanziellen Ausstattung, zeitliche Vorgaben von Fördereinheiten überdenken
  • Diskussion über Beziehungsqualität führen - und damit auch über die Standards personeller Ausstattung sozialer Einrichtungen
  • „Kindeswohlorientierte Ökonomie
  • Analyse, welche Gremien/Vernetzungen für das Thema „Bindungssicherheit“ wichtig sind:

    • innerhalb des Paritätischen: regionale Fachtage, Arbeitsgruppen (Selbsthilfe und professionelle Gruppen). Ziel: Entwicklung von Forderungen
    • außerhalb: Sozialkonferenzen, Runde Tische mit Politikerin und Kostenträgern, Aufklärungsarbeit.

Ökonomisierung: Machen wir alles mit?

Thesen und Gegenthesen:

  • „Jeder weiß, dass wir oft etwas versprechen, was wir nicht leisten können. Manchmal bauen wir Potemkinsche Dörfer auf.“
  • „Man sagt immer Ja zu allem, was man hingeworfen kriegt. Die Flüchtlingsarbeit ist exemplarisch dafür. Wer nicht bereit ist, die staatlich vorgegebenen Bedingungen zu akzeptieren, ist raus.“
  • „Es gibt große Differenzen zwischen Ankündigung und Realität. Beispielsweise das Pflegestärkungsgesetz II, das als Verbesserung wenigstens in Teilbereichen dargestellt wurde und doch nur aus neuen Kürzungen besteht.“
  • „Die verfügbaren Finanzmittel für den sozialen Sektor werden immer weniger. Die Arbeitsverdichtung ist immer stärker ausgeprägt, wir haben keine Kapazitäten mehr. Das geht uns so wie bei Hedgefonds.“
  • „Es geht nur noch um Gewinn. Da werden Geschäfte gemacht mit dem Leid von Menschen.“
  • „Wir machen nicht nur Arbeit am Individuum, sondern Arbeit für die Gesellschaft und ihren Zusammenhalt. Es geht uns nicht um Gewinn, sondern um den Erhalt des Sozialwesens. Das wird in der Entlohnung viel zu wenig berücksichtigt. Die Preisgestaltung ist unehrlich, weil anders als überall sonst nicht alles mit eingepreist werden darf. So wird nur das direkte Fachpersonal entlohnt, aber beispielsweise nicht die Konzeptionierung.“
  • „Der Mensch wird völlig ausgeblendet.“
  • „Die Ökonomisierung ist an ihre Grenzen gestoßen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen immer weiter auseinander. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es so nicht mehr weitergeht.“
  • „Wir stecken in einem Dilemma: Wir wollen ja keine Klient/innen wegschicken."

Was ist zu tun? Was brauchen wir?

  • „Gerade als Verband können sich die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen mal zusammentun und gemeinsam Nein sagen.“
  • Verhandeln auf Augenhöhe, nicht klein machen (lassen)
  • Als kleiner Träger hat man ohnehin keine Chance, sich den Vorgaben zu widersetzen oder auf Augenhöhe zu verhandeln - aber als starker Verband schon viel mehr
  • Als Paritätischer dagegenstellen, Widerstand leisten
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit über die Bedingungen, unter denen heutzutage Soziale Arbeit geleistet wird. „Wenn ich das Bekannten erzähle, sind die oft fassungslos.“
  • Stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit untereinander, innerhalb des Paritätischen, aber auch mit Kollegialverbänden. „Oft wird uns von Kostenträgerseite signalisiert: Solange ihr euch gegenseitig bekämpft…“
  • Den Paritätischen zur Plattform machen, um zu verhindern, dass man gegeneinander ausgespielt wird. Segmentierung aufbrechen.

Impressionen aus den Workshops

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