Landesverband Bayern

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Referat Behindertenhilfe

undefinedKlaus Ederle-Lerch

Tel.: 089 | 30611 - 210
Fax: 089 | 30611 - 175

Zehn Forderungen zur Inklusion

Mit dem Begriff "Inklusion" wird ein Perspektivwechsel im Zusammenleben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen beschrieben, der über Integration hinaus geht. Im Fokus stand bislang die individuelle Teilhabefähigkeit von Menschen mit Beeinträchtigungen. Dabei ging es in erster Linie um die Integration in bestehende Strukturen und den Ausgleich von Nachteilen. In der Inklusionsdebatte tritt der Blick auf die Möglichkeiten zur Teilhabe neu hinzu: Wie müssen die Strukturen in unserer Gesellschaft umgestaltet werden, damit sich Menschen mit Beeinträchtigungen am Alltagsleben beteiligen können, ohne auf Hindernisse zu stoßen? Im Unterschied zu Integration bedeutet Inklusion, die Teilhabefähigkeit der/des Einzelnen und die Teilhabemöglichkeiten der Gesellschaft in Einklang zu bringen.

 

1. Inklusion braucht Menschen mit Beeinträchtigungen als Experten
2. Inklusion braucht eine Gesellschaft, die sich ihrer Exklusion
    bewusst ist

3. Inklusion braucht neue strukturelle Rahmenbedingungen in der
    Gesellschaft

4. Inklusion muss eine Verpflichtung für den Sozialstaat sein

5. Inklusion braucht zur Verwirklichung den Sozialraum

6. Inklusion braucht Partnerschaft

7. Inklusion braucht selbstkritische Leistungsanbieter

8. Inklusion braucht konkrete Praxis und Modelle

9. Inklusion betrifft alle, nicht nur Menschen mit Beeinträchtigung

10. Inklusion braucht Augenhöhe und Selbstbestimmung

 

undefinedHier können Sie die vollständigen zehn Forderungen herunterladen.

   

Wege in eine inklusive Gesellschaft

Jeder kleine Schritt ist wertvoll

Inklusion ist derzeit in aller Munde. Die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung haben Aktionspläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) vorgelegt. Der Bayerische Landtag hat ein Gesetz zur inklusiven Schule verabschiedet. Die Medien berichten über inklusive Projekte und Beispiele. Schaut man genauer hin, wird deutlich, dass alle etwas anderes unter Inklusion verstehen.

 

Der Begriff Inklusion ist keine Erfindung der UN-BRK, wie häufig vermutet wird. Bereits 1946 tauchte der Begriff im Yearbook of the National Socity for the Study of Education wie folgt auf: "It is clear that the judicial trend ist toward supporting the inclusion of children with handicaps in the school." Bereits Ende der 1960er Jahre diskutierte Amerika über eine gemeinsame Schule für alle Kinder. Heute ist dort längst Praxis, worüber wir in Bayern erst beginnen zu reden. In Deutschland hat der Begriff in unserem Sprachgebrauch erst zu Beginn der 1990er Jahren mit der Salamanca-Erklärung Einzug gehalten. Auf der UNESCO-Weltkonferenz "Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität", die 1994 in Salamanca in Spanien stattfand, wurde Inklusion als wichtiges Ziel in der internationalen Bildungspolitik verankert. In der deutschen Übersetzung der Salamanca-Erklärung sowie der UN-BRK wurde das Wort "inclusion" bewusst falsch mit Integration übersetzt, wahrscheinlich weil Integration kostengünstiger und einfacher umgesetzt werden kann als Inklusion. Immerhin bezeichnete Ursula von der Leyen in der Pressekonferenz zur Veröffentlichung des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-BRK Inklusion als Leitgedanken und zentrales Handlungsprinzip. "Das Schlüsselwort heißt 'Inklusion'. Das bedeutet, nicht die Menschen mit Behinderung passen sich an die Gesellschaft an, sondern wir organisieren den Alltag so, dass die 9,6 Millionen Menschen mit Behinderung selbstverständlich mittendrin und dabei sind."

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Was kostet uns die Inklusion?

Nicht nur ökonomische Überlegungen
zu einem gesellschaftlichen Projekt

Wer nicht aus dem weiteren Umfeld der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen kommt, dem ist eine Debatte um "Inklusion" wahrscheinlich noch fremd. Doch was so speziell als UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderungen (KRMB) daher kommt, sollte unsere Vorstellungen von Drinnen und Draußen in der gesamten Gesellschaft und von Behinderern und Behinderten im Besonderen gründlich in Frage stellen.

Der vorliegende Themenschwerpunkt soll zunächst über den formalen Anlass der Inklusions-Debatte informieren. Davon ausgehend, soll ein begriffliches Verständnis entwickelt werden, welches die Schwierigkeiten von "Inklusion" im Alltag umreist. Auf dieser Basis wird in pointiert ökonomischer Perspektive die Titelfrage aufgegriffen, was der Preis eines solchen Projektes sein könnte, und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sein können.

Schließlich sollen die wirtschaftlichen Argumente mit jenen der gesellschaftspolitischen Diskussion um die Zivilgesellschaft verbunden und in Bezug zur Inklusion gesetzt werden. Der Ausblick beschäftigt sich mit den Anforderungen an den Paritätischen, die aus den Überlegungen des Themenschwerpunktes ableitbar sind und die kommende Rolle des Verbandes und seiner Mitglieder bei der Verwirklichung von Inklusion.

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Reform der Eingliederungshilfe - Quo vadis?

Wer gedacht hat, mit der Ratifizierung der UN-Konvention Inklusion sei eine klare Richtungsentscheidung zur Zukunft der Eingliederungshilfe getroffen worden, der irrt. Zur gleichen Zeit hat die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) Vorschläge zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe gebilligt, die sich so deutlich von den Prinzipien der UN-Konvention unterscheiden, dass von einem beabsichtigten Paradigmenwechsel gesprochen werden kann ...
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Weiteres Informationsmaterial zum Thema Inklusion

undefinedKonkrete Projekte und Aktionen der UN-Behindertenkonvention

undefinedStellungnahme des Paritätischen zur UN-Behindertenkonvention

undefinedForderungen der Wohlfahrtspflege zur Reform der Eingliederungshilfe

undefinedProtokoll der Anhörung zur UN-Behindertenkonvention am 25.11.10 im Bayerischen Landtag

undefinedStaatenbericht zur UN-Behindertenrechtskonvention vom 03.08.2011