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Freitag, 2. Juni 2017

Paritätischer in Bayern begrüßt Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan

Kategorie: Migration, Pressemeldung

Der verheerende Anschlag in Kabul hat wieder einmal gezeigt, dass Afghanistan nicht sicher ist. „Der Paritätische in Bayern begrüßt, dass die Bundesregierung das endlich eingesehen hat und die Abschiebungen nach Afghanistan zumindest teilweise ausgesetzt hat“, so Margit Berndl, Vorstand Verbands- und Sozialpolitik des Paritätischen in Bayern.

Große Besorgnis über Eskalation in der Abschiebepraxis

„Die Eskalation in der Abschiebepraxis wie in Nürnberg hat uns sehr besorgt. Sie führte zu großer Verunsicherung und einem Gefühl der Ohnmacht – bei den betroffenen Flüchtlingen, bei den Mitschülerinnen und Mitschülern, bei den Lehrern, bei den ehrenamtlich Engagierten und den Hauptamtlichen in der Flüchtlingshilfe“, kritisiert Berndl. „Mit großer Sorge sehen wir, wie dadurch Vertrauen in die Politik und in den Staat und seine Institutionen verlorengeht. Zudem wird die Spaltung der Bevölkerung verschärft “, so Berndl weiter.

„Auch in der Abschiebepraxis müssen Kriterien der Humanität gelten“, fordert Berndl. Junge Flüchtlinge aus den Klassenzimmern zu holen oder mitten in der Nacht aus Flüchtlingsunterkünften ist inhuman und erzeugt Angst und Verunsicherung bei allen, die das mit ansehen müssen. Die Geflüchteten haben oft keinerlei Gelegenheit, sich von Freunden und Bekannten zu verabschieden. „Geschützte Orte müssen akzeptiert werden; dazu zählen auch Schule und Ausbildungsplatz.“

Dass die Mitschüler des jungen Afghanen in Nürnberg sich mit ihm solidarisiert haben, war eindrucksvoll und zeigt, dass es viele Menschen in Bayern gibt, die sich gegen diese rigide Abschiebepolitik und -praxis stellen. Das Einlenken der Bundesregierung zeigt, dass der Protest gewirkt hat.

Ansprechpartnerin:  Susann Engert | 0176/10 22 07 24 | susann.engert(at)paritaet-bayern.de


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