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Titel der Broschüre Die Arbeitsintegration von Flüchtlingen in Deutschland


Zum Herunterladen der Broschüre Die Arbeitsintegration von Flüchtlingen in Deutschland (Herausgeber: BertelsmannStiftung 2015) bitte das Bild anklicken

Keine Diskriminierung bei Bildung und Arbeit

Bis heute sind Migranten in vielen Lebensbereichen, besonders aber in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt, durch Diskriminierung benachteiligt. Neben dem Rechtsstatus von Migranten sind dafür auch Einstellungen und Haltungen der Mehrheitsgesellschaft verantwortlich.

Diskriminierung im Bildungsbereich
Diverse Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund schon in Kindergarten und Schule Diskriminierung erleben. So bekommen Schüler mit Migrationshintergrund seltener eine Gymnasialempfehlung (auch bei gleichen Leistungen) und erreichen insgesamt ein niedrigeres Bildungsniveau.

Besonders schwer haben es Kinder und Jugendliche, die als begleitete oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Regelschulen sind, je nach Standort, oft unzureichend oder gar nicht auf die Neuankömmlinge vorbereitet. Auch sind die Lernbedingungen, gerade für die in den staatlichen Unterkünften untergebrachten begleiteten Jugendlichen, alles andere als günstig.

Recht auf Bildung unabhängig vom Status
Die Bildungszugänge für erwachsene Asylsuchende und Geduldete sind erheblich eingeschränkt. Die Chance auf eine berufsbezogene Sprachförderung öffnet sich für viele erst nach einem Jahr. Der Modellversuch in Bayern mit "Sprachkursen light" im ersten Jahr kann einen gleichberechtigten Zugang von Asylsuchenden zu den Integrationskursen nicht ersetzen. Bildungsmaßnahmen sollten sich von Anfang an am individuellen Bedarf und nicht am Status der Flüchtlinge orientieren.

Schulabgänger mit Migrationshintergrund haben bei ebenso hohem Interesse und gleichen Voraussetzungen für eine Berufsausbildung schlechtere Perspektiven bei der Ausbildungsplatzsuche
Junge Zahntechnikerin mit Migrationshintergrund bei der Arbeit

Diskriminierung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz
Die Diskriminierung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund setzt sich bei der Ausbildungsplatzsuche fort, wie Wissenschaftler des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) 2014 belegten. Demnach werden Jugendliche mit türkisch klingenden Namen unter gleichen Ausgangsbedingungen schon in der Phase der schriftlichen Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gegenüber Jugendlichen mit deutsch klingenden Namen benachteiligt. Bereits der Berufsbildungsbericht 2012 hatte gezeigt, dass Schulabgänger mit Migrationshintergrund bei ebenso hohem Interesse und gleichen Voraussetzungen für eine Berufsausbildung schlechtere Perspektiven bei der Ausbildungsplatzsuche haben.

Zusätzliche Hindernisse haben auch hier junge Flüchtlinge zu überwinden. Oft ist es der unsichere Aufenthaltsstatus, der einer Einstellung im Weg steht.

Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt
Obwohl zwei Drittel der Asylbewerber im erwerbsfähigen Alter sind und Qualifikationen mitbringen, haben sie oft monatelang keine Möglichkeit, ihre Fähigkeiten auf dem hiesigen Arbeitsmarkt einzubringen. Zwar ist mit vielen rechtlichen und politischen Neuerungen in den letzten Monaten in Deutschland eine prinzipielle Abkehr vom Arbeitsverbot vollzogen worden. So hat die Bundesregierung das Arbeitsverbot für Asylbewerber seit November 2014 auf drei Monate reduziert. Nach wie vor unterliegen sie aber 15 Monate lang einem nachrangigen Zugang auf dem Arbeitsmarkt. Außerdem haben geflüchtete Menschen weiterhin keinen Zugang zu Integrationskursen, solange kein gesicherter Aufenthaltsstatus gewährt wird. Ohne entsprechende Deutschkenntnisse bleibt der "erleichterte" Arbeitsmarktzugang jedoch nur Theorie.