Landesverband Bayern

KochKulturen - ein Projekt der

Logo der FreiwilligenAgentur Regensburg

Mehr Informationen

Auf der Homepage der FreiwilligenAgentur Regensburg finden Sie weitere Informationen zum Projekt KochKulturen im Dialog. undefinedmehr über das Projekt erfahren

Bildbasierte Kommunikationshilfe

Der Paritätische Gesamtverband hat für die Arbeit mit Flüchtlingen eine bildbasierte Kommunikationshilfe für eine einfache Kommunikation "per Fingerzeig" entwickelt. undefinedzur Kommunikationshilfe

Titel der Broschüre Willkommenskultur in Deutschland

Zum Herunterladen der Broschüre Willkommenskultur in Deutschland: Entwicklungen und Herausforderungen (BertelsmannStiftung 2015) bitte Bild anklicken

Bürgerschaftliches Engagement

Ohne sie wäre in den letzten Wochen nichts gegangen: Wie unverzichtbar Bürgerschaftliches Engagement für unsere Gesellschaft ist, haben die vielen Freiwilligen, die sich spontan für Flüchtlinge engagiert haben, eindrucksvoll demonstriert. Und ohne sie wird auch in Zukunft nichts gehen. Denn auch Integration braucht eine engagierte Bürgergesellschaft. 

"Wo sind tiefe Teller?", fragt Ghina al Akkad. "Hier oben", ruft Hildegard Hallwig. Die aus Damaskus geflüchtete Französisch-Lehrerin und die Rentnerin aus Regensburg sind seit Februar 2014 ein sogenanntes "Sprachtandem". Die Bindung zwischen den beiden Frauen geht aber längst über das reine Sprachtraining hinaus. Hallwig hilft beim Schriftverkehr und dem Ankommen in Deutschland überhaupt. Letztes Jahr im Sommer haben die beiden Frauen mit ihren Familien mal einen gemeinsamen Ausflug nach München gemacht. Hildegard Hallwig: "Da hat sie mich zum Beispiel im Englischen Garten gefragt, ob das eigentlich normal ist in Deutschland, dass Frauen und Männer öffentlich nackt herumlaufen. Da geht es ganz viel um Alltagskultur, wie Deutschland so ist, da hat sie eben mich, die sie fragen kann. Es ist einfach wichtig, dass die Flüchtlinge hier jemanden haben."

"KochKulturen im Dialog" ist ein Projekt der FreiwilligenAgentur Regensburg, ein Dienst des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Bayern. Außerdem sind amnesty international und die Stadt Regensburg, die ihr Mehrgenerationenhaus als Treffpunkt zur Verfügung stellt, mit im Boot. Die Idee dahinter: Freiwillige und Flüchtlinge treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Kochen, oft syrisch, mal deutsch, mal aserbaidschanisch. In dieser zwanglosen Atmosphäre auf Augenhöhe entstehen unkomplizierte Kontakte - und die münden dann oft in Sprachpatenschaften. So wie eben Ghina al Akkad und Hildegard Hallwig.


Sozialministerin Emilia Müller im Gespräch mit Flüchtlingen und ehrenamtlich Engagierten

"Dieses Projekt ist etwas Besonderes - in mehrfacher Hinsicht", sagt Margit Berndl, Vorstand des Trägers, also des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Bayern, in Regensburg. Schon deswegen, weil es kein isoliertes Projekt sei, sondern weil viele an einem Strang ziehen.

Aber, so Berndl weiter, das Projekt ist noch in vielen anderen Punkten vorbildlich. "Das ist eine beispielhafte Form der Willkommenskultur. Die Asyl-Suchenden sind hier nicht wie so oft nur Hilfe-Empfänger, sondern auch Gebende, die ihre Kultur einbringen." Und: Die Initiative sei auch beispielhaft, weil sie für viele andere in Bayern steht. "Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist beeindruckend."

Das Engagement müsse nun aber vernetzt und unterstützt werden, damit es wie hier in Regensburg in eine sinnvolle Arbeit umgesetzt wird. Berndl: "Die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger, die Flüchtlinge zu integrieren, muss auch gehalten und, wie wir auch sehen, teilweise erst geschaffen werden." Projekte wie die KochKulturen seien da beispielgebend, gerade auch weil es um Sprachförderung geht: der Schlüssel für die Integration.

Ghina al Akkad hört zu und nickt wieder: "Sprache ist so wichtig. Sprache ist die Tür."