Landesverband Bayern

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Was machen der Paritätische in Bayern und seine Mitgliedsorganisationen für Flüchtlinge und das Thema Migration? Hier finden Sie Projekte und Aktionen, die Sie unterstützen können. undefinedmehr erfahren

Migrationsberatung

In Unterfranken bietet der Paritätische in Bayern Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und junge Migrantinnen und Migranten zwischen 12 und 27 Jahren an. undefinedmehr erfahren

Links

Der Verein Gesellschaftspolitische Projekte bietet pädagogisch betreute Wohnformen für junge Menschen an. undefinedmehr erfahren

Von Afghanistan nach München

Vor acht Jahren war J. in der gleichen Situation wie die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die heute nach Deutschland kommen: Mit 16 in einer fremden Umgebung ganz auf sich gestellt und der Sprache des neuen Landes nicht mächtig. Heute ist J. aus Afghanistan in München zuhause.

J. ist Einzelhandelskaufmann. Er arbeitet in einem Bio-Supermarkt, macht parallel noch den Handels-Fachwirt, zahlt Steuern und Sozialabgaben. J. ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau in einer kleinen Wohnung. Wie anders war die Situation vor nur acht Jahren, als J. als unbegleiteter Flüchtling nach München kam - noch nicht mal erwachsen, mit 16 Jahren ganz auf sich gestellt, unsicher, kein Wort Deutsch sprechend ...

Von Afghanistan nach München
J. ist Angehöriger der afghanischen Volksgruppe der Hazara, eine verfolgte Minderheit. Ein Jahr dauerte seine Flucht nach Deutschland auf dem Landweg. Nach seiner Ankunft kam der 16-Jährige zunächst in die Erstaufnahmeeinrichtung in der Baierbrunnerstraße, dann wohnte er ein Jahr in einer vollbetreuten Jugendhilfeeinrichtung. Danach wechselte er in ein Einzelbetreutes Wohnprojekt der gpp, Gesellschaftspolitische Projekte e.V., eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen in Bayern. Mit 20 Jahren ist er in seine eigene Wohnung gezogen.

In Wohnprojekten wie dem des Vereins Gesellschaftspolitische Projekte lernen junge Menschen, Verantwortung für sich zu übernehmen
Junge Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern sitzen um einen Tisch

Vom Flüchtling zum Rentenzahler
Die ersten Jahre war J. sehr unsicher, schüchtern und fühlte sich sehr leicht überfordert, so seine Begleiter von der gpp. Doch dann fasste er Fuß: Nachdem er ein Jahr einen Deutschkurs besucht hatte, schloss er im Jahr darauf seinen Hauptschulabschluss mit guten Noten ab. Im Anschluss folgten: Lehre zum Verkäufer, Einzelhandelskaufmann und Mittlerer Schulabschluss. Sein Arbeitgeber, die Bio-Kette Vollcorner, nimmt und unterstützt sehr gerne junge Flüchtlinge, weil sie "so gute, freundliche, fleißige und zuverlässige Auszubildende" sind.

Nach der Lehre wurde J. von seinem Betrieb übernommen und stieg dort innerhalb kürzester Zeit zum Abteilungsleiter auf. Seit einem Jahr zahlt ihm der Arbeitgeber die Ausbildung zum Handelsfachwirt. Diese Doppelbelastung fällt J. nicht leicht, aber er möchte es unbedingt schaffen: Nach dem Abschluss als Handelsfachwirt will er vielleicht noch studieren oder einen eigenen Laden aufmachen.

Echtes Ankommen braucht Perspektiven
J. hat seinen Platz gefunden. Er hat sich zu einem ehrgeizigen, selbstbewussten, lebendigen und zufriedenen Mann entwickelt. Und das alternde Deutschland hat - nicht nur, aber auch - einen Rentenzahler mehr. Es kann und es muss viele von diesen Erfolgsgeschichten geben. Das wird nur gelingen, wenn die vielen Menschen, die jetzt neu zu uns kommen, beim echten Ankommen unterstützt werden.

 

Eine Geschichte aus dem Netzwerk "Paritätische Perspektive Flüchtlinge" des Bezirksverbands Oberbayern