Landesverband Bayern

Große Lösung in der Kinder- und Jugendhilfe

Mit in Kraft treten der UN Behindertenrechtskonvention wurde - mal wieder - die Debatte um eine "große Lösung" losgetreten. War es in den vergangenen Jahrzehnten eher aussichtslos, alle Kinder und Jugendlichen unter dem Dach des Sozialgesetzbuches (SGB) VIII zu vereinen, so scheint sich die politische Stimmung jetzt ins Gegenteil zu verkehren.

Der Paritätische in Bayern unterstützt vorbehaltlos diese geplante Veränderung für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und deren Familien. Kinder und Jugendliche sind erst einmal Kinder und Jugendliche und nicht - wie derzeit - Kinder mit Behinderung - Kinder mit Beeinträchtigungen - Kinder mit Lernschwierigkeiten - "normale" Kinder und so weiter, die fein säuberlich getrennt erzogen und gebildet werden.

Das klare Bekenntnis des Präsidenten des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV) zu einer konsequenten inklusiven Beschulung ist sehr eindeutig und freut uns. 

Dass ein Umdenken, ein Umbau nicht in wenigen Jahren zu bewältigen ist, ist allen Beteiligten klar. Dass aber dies das Ziel sein muss, ist ebenso klar.

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist aber auch bei den Jugendhilfeträgern ein konsequentes Umdenken und Handeln erforderlich. Viele Kindertageseinrichtungen haben sich schon vor Jahren auf den Weg gemacht. Hier muss gewährleistet sein, dass der Anschluss in die "Regelschule" zur Selbstverständlichkeit wird, dass Kinder, die einen individuellen Förderbedarf haben, diesen dort bekommen, wo sie leben: in der Schule, im Wohnviertel und in ihren Familien. Dieser Leitsatz gilt für alle Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten, die Kinder und Familien benötigen.

Der nachfolgende Artikel von Norbert Struck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) und Fachreferent für Jugendhilfe des Paritätischen Gesamtverbandes, zeigt klar und deutlich auf, wie sich die rechtliche Einbettung gestaltet und welche Konsequenzen ein rechtlicher Umbau hat.

undefinedNorbert Struck: Zur "Großen Lösung" in der Kinder- und Jugendhilfe

Im Oktober 2010 fand eine Expertenanhörung des Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt, deren Wortprotokoll (49 Seiten) Sie hier herunterladen können.

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestags hat sich im Rahmen ihrer Arbeit auch mit den Anliegen von Kindern mit Behinderungen und der Inklusionsdebatte auseinandergesetzt. In ihrer Stellungnahme führt die Kommission u. a. aus, dass der Inklusion unser hochgegliedertes Sozialleistungssystem und dessen Schnittstellenprobleme im Wege stehen.