André Baier

Goldene Ehrennadel

Fast sein halbes Leben lang schon engagiert sich André Baier ehrenamtlich in der AIDSHilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.: Seit 26 Jahren betreut und begleitet er Menschen mit HIV und psychischen Erkrankungen. Betreuungsarbeit ist ein „Geben und Nehmen für beide Seiten“, sagt André Baier. Und aus den anderen Freiwilligen bei der AIDS-Hilfe sind in den vielen Jahren Freunde geworden.

„In der Anfangszeit starben noch viele HIV-Infizierte an AIDS und so war eine ehrenamtliche Betreuung gleichzeitig oft auch eine Sterbebegleitung. Diese Sterbebegleitung war die größte Herausforderung“, sagt André Baier. „Wenn es bergab geht und man nicht das machen kann, was man möchte, nämlich die Menschen unterstützen, damits besser wird. Das war schon kräftezehrend.“

Dass die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth ihre Freiwilligen durch regelmäßige Gruppentreffen und hauptamtliche Ansprechpartner unterstützt, schätzt André Baier deshalb sehr. „Die Gruppe ist ein wichtiger Rückhalt, da dort alle wissen, wovon man spricht und man sich immer an die anderen wenden kann, wenn Fragen auftauchen.“ Aus den anderen Freiwilligen in der Gruppe sind mittlerweile gute Freunde geworden.

In den letzten Jahren hat sich die Betreuungsarbeit stark verändert: Dank der besseren medizinischen Versorgung erkranken viele HIV-infizierte Menschen nicht mehr so massiv. Deshalb braucht es auch in der Betreuungsarbeit in den nächsten Jahren mehr Menschen, die sich langfristig engagieren wollen. Hilfreich sind Probephasen, ob das gewünschte Engagement auch wirklich passt. Denn gerade der Beginn einer Betreuung ist nicht immer leicht: Zum Beispiel leben Menschen mit psychischen Erkrankungen manchmal wie in einem Versteck. Durch Spaziergänge, lange Gespräche oder Ausflüge hilft André Baier den Menschen dabei, ihr Versteck zu verlassen. „Dranbleiben lohnt sich“, sagt er.