Bellevue di Monaco

Ehrenplakette

So geht Netzwerkarbeit: Mehrere Organisationen – darunter viele paritätische Mitgliedsorganisationen – schließen sich zusammen und entwickeln gemeinsam für leerstehenden Wohnraum in zentraler Lage Münchens ein Nutzungskonzept mit politischer Botschaft. Mit dem Bellevue di Monaco ist ein Ort des Ankommens, der Begegnung, des Lernens und der Willkommenskultur für geflüchtete Menschen in München entstanden.

Los ging alles mit „Goldgrund“, einer Initiative von Münchner Kunstschaffenden gegen die Gentrifizierung in München. Nach der „Rettung“ leer stehender und verfallender Häuser in zentraler Lage in städtischem Besitz schloss sich dann die wichtigste Frage an: Wie kann eine sinnvolle Raumnutzung gelingen, die dem Zusammenhalt in der Stadt dient? Mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen und die Flüchtlingsbewegungen wurde eine Idee schnell konkret:  Es sollte ein Ort werden, an dem geflüchtete Menschen ankommen, sich entwickeln und bilden und den Münchnerinnen und Münchnern begegnen können.

Inzwischen steht das erfolgreiche Projekt auf den soliden Beinen einer Sozialgenossenschaft und erfährt große Unterstützung in der Stadt. Am Gebäude wird geplant, gebaut und renoviert. Und der eingeschlagene Weg wird, trotz der veränderten gesellschaftlichen Stimmung, selbstbewusst weiterverfolgt. Wie enthysterisiert man den Umgang mit geflüchteten Menschen? Wie gelingt es, dass Menschen sich nicht von irrationalen Ängsten treiben lassen? Wie wollen wir zusammenleben? Mit ihrer Arbeit und gemeinsam mit der Münchner Stadtgesellschaft und den geflüchteten Menschen will die Sozialgenossenschaft diese Fragen beantworten.

Zentrales Element des Gesamtkonzepts ist das gemeinsame ehrenamtliche Engagement von Einheimischen und geflüchteten Menschen. Denn hier entsteht Begegnung einfach so. „Engagiert Euch: Es tut nicht weh und schadet nicht“, lautet deshalb auch die einfache Empfehlung der Sozialgenossenschaft.