Gemeinsam „Danke!“ sagen

Es sind Menschen wie die Armenpflegerin, Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin Luise Kiesselbach, die mit enormer Energie und viel Mut unsere Gemeinschaft wesentlich gestalten und zum Besseren bewegen. Bis heute, 88 Jahre nach ihrem Tod, ist Luise Kiesselbach mit ihrem Willen, ihren Ideen und ihrer Durchsetzungsfähigkeit ein Vorbild für andere Engagierte in Bayern und anderswo in Deutschland.

Fast 31 Millionen Menschen in Deutschland sind freiwillig engagiert. Bayern ist traditionell ein besonders stark engagiertes Bundesland: Fast jeder Zweite in Bayern engagiert sich für das Gemeinwesen, Tendenz bisher weiterhin steigend.

Für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements ist eine umfassende Anerkennungskultur unabdingbar.  Die Anerkennung für Engagement zeigt sich darin, ob und welche Ressourcen für die Förderung freiwilligen Engagements bereitgestellt werden, welche Möglichkeiten der Beteiligung Freiwillige erhalten und wie sich die Beziehung zwischen Haupt- und Ehrenamt gestaltet. Auch Fortbildungsangebote und die Anerkennung der Qualifikationen, die durch das Engagement erworben werden, gehören zu einer positiven Anerkennungskultur. Letztlich kommt es auf eine gute Mischung unterschiedlicher Formen der Anerkennung an. Ihre Grundlage ist die ehrlich wertschätzende Haltung gegenüber den Engagierten. Es bleibt bis heute der Ausspruch des römischen Staatsmannes Cicero gültig: „Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“ Manchmal zeigt er sich in einem Lächeln, manchmal in einem umfangreichen Zeremoniell.

Ein beliebtes und weit verbreitetes Instrument der öffentlichen Anerkennung sind Wettbewerbe und Preise, denn sie sind auf verschiedenen Ebenen wirksam. Zuvorderst sind sie eine große Wertschätzung für die Engagierten, die sie in ihrer Zielsetzung bestärken und zum Weitermachen motivieren. Oft erhalten die Gewinnerinnen und Gewinner auch ein Preisgeld, das viele dringend für ihr Engagement benötigen. Eine Auszeichnung erhöht darüber hinaus die Chance auf neue Kooperations- und Förderpartner, da er von vielen als Qualitätsmerkmal gesehen wird.

Für die Förderer von freiwilligem Engagement, wie Stiftungen oder staatliche Organisationen, ist die Auslobung eines Preises eine hervorragende Möglichkeit, um gute Ideen und Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden und bekannter zu machen. Das ist die Grundvoraussetzung, um ein erprobtes Konzept für unser Gemeinwohl weiter zu verbreiten.

Wichtig ist nicht zuletzt die mediale Aufmerksamkeit, die mit einem Engagementpreis verbunden sein kann. Der Preisträger und auch der Preisausrichter können die Auszeichnung als Kommunikationsanlass nutzen, um die Öffentlichkeit über ihre Anliegen zu informieren – sei es, um neue Freiwillige für die eigene Organisation zu gewinnen oder, um über gesellschaftliche Missstände zu informieren. Zudem können positive Beispiele für freiwilliges Engagement andere Menschen in ihrem Engagement bestärken oder zum Engagement motivieren.

Vergeben werden die Preise für bürgerschaftliches Engagement von unterschiedlichen Akteuren. Darunter sind viele gemeinnützige Organisationen wie Stiftungen und Vereine sowie Unternehmen, Kommunen oder Landesregierungen. Das Spektrum ist groß: Es gibt den lokalen Preis für die Engagierten der Kommune und es gibt Preise für bestimmte Themenbereiche, wie den Naturschutz, Engagement im ländlichen Raum oder in der Katastrophenhilfe. Andere Wettbewerbe richten sich an bestimmte Zielgruppen, wie engagierte Jugendliche oder bürgerschaftlich engagierte Unternehmen.

Insgesamt setzen bundesweit mehr als 650 Wettbewerbe und Preise in Deutschland ein Zeichen für die hohe Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für unsere Gesellschaft. In Bayern gibt es nach Kenntnis des Deutschen Engagementpreises derzeit rund 50 Preise für Engagement. Unter www.deutscher-engagementpreis.de/preiselandschaft finden Engagierte aktuelle Informationen zu den vom Deutschen Engagementpreis geprüften Auszeichnungen und Preisen für freiwilliges Engagement.

Der Luise Kiesselbach Preis ist Partner des Deutschen Engagementpreises

Fast alle Wettbewerbe setzen thematische oder regionale Schwerpunkte. So auch der Luise Kiesselbach Preis des Paritätischen in Bayern. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Verband seine Mitglieder und die 28.000 Menschen, die sich in den rund 800 Mitgliedsorganisationen engagieren.

Seit 2015 ist der Luise Kiesselbach Preis für Bürgerschaftliches Engagement des Paritätischen in Bayern einer von acht strategischen Partnern des Deutschen Engagementpreises. Gemeinsam mit den strategischen Partnern stärkt der Deutsche Engagementpreis langfristig die Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements.

Initiatoren und Förderer des Deutschen Engagementpreises sind das Bündnis für Gemeinnützigkeit – ein Zusammenschluss der großen gemeinnützigen Verbände Deutschlands –, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Generali Deutschland AG und die Deutsche Fernsehlotterie. Er hat seinen Sitz in Berlin beim Bundesverband Deutscher Stiftungen, einem Mitglied im Bündnis für Gemeinnützigkeit.

Ziel des Deutschen Engagementpreises ist die Stärkung der öffentlichen Wertschätzung und Wahrnehmung von bürgerschaftlichem Engagement. Für den Dachpreis können nur Preisträgerinnen und Preisträger anderer regionaler und überregionaler Engagementpreise nominiert werden. Der Deutsche Engagementpreis versteht sich dabei auch als eine Servicestelle für die Preisausrichter.

Luise Kiesselbach-Preisträger für Deutschen Engagementpreis 2018 nominiert

Die 15 Preisträgerinnen und Preisträger des Luise Kiesselbach Preises 2017 werden vom Paritätischen in Bayern ins Rennen um den Deutschen Engagementpreis 2018 geschickt. Sie alle haben Herausragendes für ihr Gemeinwesen geleistet und erfahren durch die Nominierung zum bundesweiten Preis eine weitere Wertschätzung.

Im September 2018 wählt die Fachjury des Deutschen Engagementpreises dann die Preisträgerinnen und Preisträger in fünf Kategorien aus, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind. Alle anderen Nominierten nehmen im Herbst 2018 an der Online-Abstimmung über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis teil. Die ersten 50 Plätze der Online-Abstimmung gewinnen zudem eine Fortbildung für Engagierte im Frühjahr 2019.

Bei der festlichen Preisverleihung im Dezember in Berlin werden die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Engagementpreises öffentlich bekannt gegeben. Eine festliche Bühne für bürgerschaftliches Engagement schaffen hochwertige künstlerische Beiträge und prominente, engagierte Laudatoren. Denn auch im kommenden Jahr möchten wir gemeinsam mit starken Partnern der Vielfalt des Engagements ein Gesicht gegeben.

Nina Leseberg
Leiterin Deutscher Engagementpreis

https://www.deutscher-engagementpreis.de/