Fachklinik Schlehreut

Alle im Blick

Ehrenplakette

Die Fachklinik Schlehreut arbeitet nach einem bundesweit einzigartigen Konzept. Denn sie hat nicht nur ihre suchtkranken Patientinnen im Blick, sondern deren gesamte Lebenssituation. So kommen plötzlich auch Kinder und andere Angehörige ins Sichtfeld. Menschen, die sonst häufig vergessen werden. 

Informations- und Lobbyarbeit für suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen zu machen, das sei wichtig, sagt Dr. Volker Barth, Leiter der Fachklinik Schlehreut. Denn ohne Akzeptanz ginge es nicht. Und ohne eine gute Nachbarschaft könnte die Fachklinik Schlehreut ihre Arbeit nicht so machen, wie sie sie seit 50 Jahren macht. Deshalb sei die enge Zusammenarbeit mit den Behörden, dem Jugendamt, den Bürger*innen, den Unternehmen und Handwerkern, den Vereinen, den Schulen oder Kitas vor Ort einfach wichtig.

Zusammenarbeit und Vertrauen sind wichtig

Wenn man Dr. Volker Barth zuhört, wird eines schnell klar: Die Klinik und ihre Patientinnen gehören in der Region ganz selbstverständlich dazu. Die Frauen nehmen am sozialen Leben in ihrem Umfeld teil, engagieren sich in der Kirche und in Vereinen. Die Klinik selbst arbeitet seit vielen Jahren mit Partnern im Sozialraum zusammen. So entstehen Räume für Begegnungen und Berührungsängste werden abgebaut. Und es entstehen ganz neue Chancen für Prävention: Regelmäßig gehen Klinikmitarbeiter*innen kostenlos in Schulen, in Vereine oder zur Feuerwehr und klären über Sucht auf. Bürgerinitiativen, die Einrichtungen wie seine Fachklinik verhindern wollen, gäbe es im Landkreis nicht, freut sich Dr. Volker Barth. Die jahrelange Vertrauensarbeit hat sich also gelohnt.

Ein Ort für Frauen und ihre Kinder

Die Patientinnen der Klinik kommen aus ganz Deutschland, aus Österreich, aus Luxemburg und aus Südtirol. Die Frauen sind im Durchschnitt circa zehn Jahre jünger als im Bundesdurchschnitt. Grund dafür ist, dass es sich häufi ger um junge Mütter handelt. 50 Prozent der Frauen konsumieren legale Drogen, 50 Prozent illegale Drogen. Bei den illegalen Drogen liegt der Schwerpunkt seit einigen Jahren auf Crystal. Immer mehr Patientinnen konsumieren zwei oder mehr Drogen, sind also mehrfach abhängig. Auch Alkohol spiele vermehrt eine Rolle.

Viele der mitgebrachten Kinder sind früh geschädigt worden und haben Anspruch auf entsprechende Förderung. Eine reguläre Kinderbetreuung reiche deshalb in keiner Weise aus, sagt Dr. Volker Barth. Zum Angebot der Klinik gehört deshalb auch eine Heilpädagogische Tagesstätte, in der die Kinder individuell gefördert werden können.

Fachklinik Schlehreut

Die Fachklinik Schlehreut bietet im Schwerpunkt stationäre Langzeittherapien (Entwöhnung) für suchtmittelabhängige Frauen an. Mütter können ihre Kinder mit in die Maßnahme nehmen. Zusätzlich werden auch schwangere und substituierte Suchtkranke aufgenommen. Die Arbeit der Klinik erfolgt auf der medizinisch-physiologischen, pädagogischen, psychotherapeutischen und sozialtherapeutische Ebene. Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft der Patientinnen zur aktiven Mitarbeit. Ziel der Klinik ist es, den Patientinnen ein abstinentes Leben zu ermöglichen. Mittlerweile arbeiten in der Klinik circa 100 Menschen. Es gibt Platz für 42 stationäre Patientinnen und für 26 Begleitkinder.