Hildegard Katzenberger

Goldene Ehrennadel

„Allein gelassen mit der Krankheit sein – das darf nicht passieren“, sagt Hildegard Katzenberger. Vor über 30 Jahren hat sie gleich zwei Selbsthilfegruppen für die Rheuma-Liga gegründet. Wie steht es da mit der Vereinbarkeit von Familie und Ehrenamt?  „Früher war mein Mann beruflich oft verreist. Den wahren Umfang meines Engagements hat er deshalb erst im Ruhestand mitbekommen“, schmunzelt Hildegard Katzenberger.

Die Zahlen kennt Hildegard Katzenberger aus dem Effeff, wahrscheinlich auch, wenn man sie mitten in der Nacht weckt: 1984 hat sie mit 35 Mitgliedern zwei Gruppen für die Rheuma-Liga gegründet. Inzwischen sind es 465 Mitglieder in 18 Gruppen. Genau genommen seien es ja 36 Gruppen – wenn man noch zwischen Trocken- und Wassergymnastik unterscheidet.

In ihr Engagement sei sie langsam hineingewachsen. Bis ein Einschnitt kam, als die ehemalige Vorsitzende an Krebs verstarb: Das viele Jahre lang erprobte Tandem gab es da plötzlich nicht mehr. Da hieß es ad hoc einspringen, was Hildegard Katzenberger nach anfänglichen Bauchschmerzen auch tat. „Dann kämpft man weiter. Man will das ja nicht sausen lassen“, sagt sie. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftführerin wurde sie zusätzlich noch im Vorstand auf Landesebene als Beisitzerin aktiv.

So umsichtig, gewissenhaft und verantwortungsvoll, wie sich Hildegard Katzenberger ihrem Engagement widmet, plant sie auch ihre Nachfolge: Es gibt eine junge Betroffene, die ältere Mitglieder bereits mit Fahrdiensten unterstützt und die gleichzeitig viele junge Menschen neu als Mitglieder gewonnen hat. Die Vorstandschaft steht also bereits auf „jüngeren Beinen“, aber man halte sich noch im Hintergrund und stehe für Fragen zur Verfügung. Das ist für beide Seiten eine positive Sache. Denn auch die junge Nachfolgerin nutzt die Zeit, um die „alten Hasen“ nach ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zu fragen.