Das eigene Leben ist ein Geschenk

Goldene Ehrennadel

Stefan Endrich ist Ausdauersportler. Im Sport und im Leben. 1988 ist das Jahr, in dem er erkrankt: Die Niere versagt. Eine Transplantation rettet ihm ein Jahr später das Leben. Für sein Ehrenamt hat sich Stefan Endrich ganz bewusst entschieden: Er engagiert sich für nierenkranke und transplantierte Menschen.

„Man rettet nicht nur ein Leben, man rettet das ganze Umfeld“, sagt Stefan Endrich nachdenklich. Er weiß, wovon er spricht:  „Meine Enkel hätten keinen Opa, meine Frau keinen Mann ohne die Nierentransplantationen.“ Dass andere nierenkranke Menschen dasselbe Glück erfahren, dass sie nicht den Mut verlieren, dafür engagiert er sich. Gleichzeitig ist sein Engagement seine Art, „Danke“ zu sagen für sein eigenes neu geschenktes Leben.

Immer ein Stapel Organspendeausweise dabei

Persönlich hält es Stefan Endrich für wichtig, dass jeder Mensch einmal in seinem Leben über eine Organspende nachdenkt. Eine Widerspruchslösung wäre für ihn deshalb eine gute Idee.  „Sie wäre ein Rädchen in die richtige Richtung“, sagt er.  „Zwar nicht das alleinig helfende, aber eben ein wichtiger Baustein – den andere Länder in Europa längst haben.“ Dazu müssen bessere gesetzliche Rahmenbedingungen und mehr Wissen über die Organspende kommen. Das Engagement von Prominenten schätzt er, weil es dem Thema mehr Aufmerksamkeit verschafft.

Stefan Endrich selbst hat natürlich immer einen Stapel Organspendeausweise dabei. Und er spricht mit vielen Menschen. Mit nierenkranken Menschen, die dringend auf ein Organ warten, mit Pfleger*innen und Ärzt*innen an Kliniken, mit Sozialdiensten. Aber auch mit Jugendlichen an Schulen. Stefan Endrich erzählt, dass er gerade junge Menschen beim Thema Organspende sehr aufgeschlossen erlebt. Auch viele Lehrkräfte fangen dann an, über das Thema nachzudenken und es in den Religions- und Ethikunterricht aufzunehmen. Wenn mehr Menschen das eigene Leben, die eigene Gesundheit durch diese Gespräche als Geschenk begreifen, dann sei schon viel gewonnen.

Bewusst leben und nie die Hoffnung verlieren

Stefan Endrich ist sich dieses Geschenks selbst sehr bewusst: Sport und ein gesundheitsbewusster Umgang mit dem eigenen Körper sind ihm deshalb wichtig. Auch das gibt er als Botschaft an andere nierenkranke Menschen weiter. Er engagiert sich als Volleyballtrainer und schafft es sportlich selbst bis an die Weltspitze bei den Weltspielen der Organtransplantierten im Transdia Sport Deutschland e.V.

Große Hoffnungen setzt Stefan Endrich in die Forschung. Er ist Ingenieur und weiß deshalb, was Forschung alles kann. Wer weiß, welche Möglichkeiten es für die Organspende in der Zukunft geben wird? Was die Gentechnik noch alles leisten kann? Wichtig ist nur eines: Nie die Hoffnung verlieren, mutig sein und das Leben in die eigene Hand nehmen. Durchhalten. Das Leben ist ein Dauerlauf.

Landesverband Niere Bayern e.V., Regionalgruppe Würzburg

Der Landesverband Niere Bayern e.V. ist das Sprachrohr chronisch nierenkranker Menschen in Bayern. Der Verband setzt sich für die optimale Versorgung von Dialysepatient*innen sowie die Förderung der Organspende und Transplantation ein. Dafür spricht er mit Dialysezentren und Kliniken, verhandelt mit Behörden und Ministerien und informiert und berät nierenkranke Menschen und ihre Angehörigen in allen Fragen, die ihre Krankheit betreffen. Der Verband wurde in den 1970er Jahren von nierenkranken Menschen gegründet. Bis heute ist die Selbsthilfe, die Hilfe von Mensch zu Mensch, die Grundlage der Verbandsarbeit. Derzeit arbeiten unter dem Dach des Verbands 15 Regionalgruppen mit rund 2000 Mitgliedern.