Ursula Barrois

Goldene Ehrennadel

Angefangen hat alles mit 800 DM, die Ursula Barrois in den 1970er Jahren als Spende der Weidener Notunterkunft für Obdachlose zukommen lassen wollte. Doch der Besuch in der Notunterkunft war ein so eindrückliches und prägendes Erlebnis, dass Ursula Barrois beschloss, das Geld als Grundstock für ein längerfristiges Engagement vor Ort zu nutzen. Der Verein Die Initiative war geboren.

„Man muss immer den Menschen sehen, dem Würde gebührt“, sagt Ursula Barrois. Obdachlosen oder von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen ein Stück dieser Würde zurückzugegen und Vorurteile zu bekämpfen, war immer Ziel ihres Engagements und des Vereins Die Initiative.

Konkret waren es die Lebensbedingungen in der damaligen Weidener Notunterkunft Schustermooslohe, die sie insbesondere für Kinder verbessern wollte. Ein Konzept der gezielten Obdachlosen- und Präventionsarbeit wurde entwickelt, um den Zuzug von Familien in die Notunterkunft zu vermeiden. Aus der Initiative wurde die Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. Zum Konzept gehören die aufsuchende Sozialarbeit und enge Kooperation mit den zuständigen Behörden, Wohnungsbaugesellschaften und Gerichtsvollziehern.

Seitdem ist der Verein kontinuierlich gewachsen – auch weil Ursula Barrois immer wieder „Lücken“ im Gemeinwesen entdeckt und schließen will. Der Verein ist anerkannter Träger der Jugendhilfe und Betreuungsverein und wurde mit Bundesmitteln gefördert im Projekt „Soziale Stadt“.

Wie sie das alles geschafft hat mit fünf eigenen Kindern zu Hause? „Ich war nie allein mit meinen Anliegen“, sagt Ursula Barrois. „Ich bin ein Mensch der Vernetzung, des Miteinanders.“ Auch in ihrem Verein sieht Ursula Barrois eine Brückenfunktion zwischen verschiedenen Akteuren und einen Begegnungsort, um Vorurteile abzubauen.