Fit für Inklusion
01.08.2016 Regelmäßig spenden, Spenden, Region Mittelfranken, Inklusion, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Der Paritätische

Fit für Inklusion

Der Paritätische in Mittelfranken

Menschen mit Behinderung sind Kunden
Menschen mit Behinderungen treffen im Alltag auf unterschiedliche Hürden: beim Bäcker, in der U-Bahn, wenn sie eine neue Küche bestellen, im Supermarkt einkaufen oder am Abend zu einer Lesung oder ins Restaurant gehen möchten.

Umgekehrt ist es für den Bäcker, die Verkehrsbetriebe, den Schreiner, den Supermarkt, den Kulturbetrieb oder das Restaurant nicht einfach, sich auf Menschen mit Behinderungen einzustellen. Denn das Geländer, das Sehbehinderten nützt, ist für Rollstuhlfahrer eine Barriere.

„DIE eine Checkliste für Betriebe, Handel und Handwerk, wie sie Zugänge zu ihrem Warenangebot und ihren Dienstleistungen für alle Menschen schaffen, gibt es nicht“, sagt Christiane Paulus, Geschäftsführerin des Paritätischen im Bezirk Mittelfranken. Deshalb startet der Paritätische in Nürnberg in diesem Jahr sein Projekt „Fit für Inklusion“.

Ziel ist, Angebote von Unternehmen kundenorientiert weiterzuentwickeln, damit alle Menschen Zugang finden und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Eine barrierefreie Gestaltung dient aber nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Senioren, Familien mit Kinderwagen oder Menschen, die nur wenig Deutsch sprechen.

 

Inklusion heißt: Alle sind dabei, alle gehören dazu.

 


Unternehmen und Menschen mit Beeinträchtigungen entwickeln gemeinsam
Partner im Projekt sind einerseits Unternehmen aus den Bereichen Handel, Handwerk und Dienstleistungen, andererseits Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Sie sind Experten in eigener Sache, die Unternehmen entscheidende Hinweise geben können, wie Angebote und Dienstleistungen für alle Menschen zugänglich und nutzbar werden.

Als Referenzunternehmen dienen der Nürnberger Tiergarten, die VAG Verkehrsbetriebe und das Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ), die in den letzten Jahren Hilfestellungen z.B. für Menschen mit Sehbehinderung, eingeführt haben.

„Aktuell gehen wir auf verschiedene Firmen zu, die ihr Angebot analysieren und konkrete Maßnahmen umsetzen möchten, erläutert Ilona Busch-Heuer, Mitarbeiterin im Projekt „Fit für Inklusion“.

Barrieren gemeinsam überwinden
Konkret analysieren Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen und Unternehmen gemeinsam Räumlichkeiten, Warenpräsentation, die Darstellung der Angebote in der Werbung oder auf der Internetseite und die Kommunikation der Mitarbeiter mit den unterschiedlichen Kundengruppen.

Daraus entwickeln sie Empfehlungen zur Barrierefreiheit und unterstützen bei der Umsetzung. Dazu gehört auch, Mitarbeitende zu schulen und so die Ängste und Unsicherheiten im Umgang miteinander abzubauen. Daneben wird es Fachtagungen für eine breitere Öffentlichkeit geben.

Inklusion in Nürnberg – jetzt handeln
Das Projekt „Fit für Inklusion“ wird realisiert mit Mitteln der Aktion Mensch. Dennoch braucht der Paritätische Mittelfranken weitere finanzielle Unterstützung für das Projekt, insgesamt 15.000 Euro, u.a. für Fachtage, Qualifizierungen und Öffentlichkeitsarbeit, für die dreijährige Projektlaufzeit. Ilona Busch-Heuer: „Mit „Fit für Inklusion“ treiben wir gesellschaftliche Veränderungen in der Stadt Nürnberg voran. Die Rechte von Menschen mit Behinderung setzen wir nur durch solche Praxisprojekte im Alltag um. Bitte helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende“.