Mobiler Hörkoffer
01.06.2016 Regelmäßig spenden, Spenden, Region Oberfranken, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Der Paritätische

Mobiler Hörkoffer

Der Paritätische in Oberfranken

Reinhard Schneider geht gerne ins Museum. Begeistert war er letzthin von der Führung im Kunstmuseum Bayreuth in der Ausstellung „Guido Reni trifft Andy Warhol“. Normalerweise ist eine Führung für Reinhard Schneider kein Genuss, denn er hört nicht gut. Er hört verzerrt, zersplittert, bruchstückhaft.

Reinhard Schneider ist kein Einzelfall. Nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes sind 19 Prozent der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre hörbeeinträchtigt. Das sind über 13 Millionen Menschen, die schlecht hören und dadurch oft von Gesprächen ausgeschlossen sind.

Kunst und Kultur – auch für Hörgeschädigte
Das Kunstmuseum Bayreuth hat in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst für Hörgeschädigte beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, seine Führungen an die besonderen Bedürfnisse von Hörgeschädigten angepasst.

Irene von der Weth, Geschäftsführerin des Paritätischen in Bayreuth, erklärt: „Wir haben die Inhalte so strukturiert, dass Gehörlose und Hörbehinderte die Information besser verarbeiten können. Und dann achten wir darauf, dass die Gruppen klein und die Störgeräusche gering sind. Und dass die Gäste, die Gebärdensprache nutzen, eine gute Sicht auf den Dolmetscher haben.“

 

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FM-Anlage hilft verstehen
Zentraler Punkt für Menschen mit Schwerhörigkeit, Tinnitus oder anderen Wahrnehmungsstörungen ist aber, dass das, was der Ausstellungsführer erzählt, auch bei Ihnen ankommt. Dazu dient eine mobile Anlage, die Sprache mit frequenzmodulierten Funksignalen überträgt – eine sogenannte FM-Anlage. Der Museumsführer spricht in ein Mikrofon. Die Gäste mit Hörbehinderung werden mit einem Empfangsgerät ausgestattet, das den Schall direkt ins Hörgerät leitet. So konnte auch Reinhard Schneider jedes Wort verstehen.

Irene von der Weth denkt weiter: „Nicht nur im Museum, sondern auch bei Bildungsangeboten in der Volkshochschule, bei Informationsveranstaltungen in der Stadt oder ganz aktuell bei Führungen im Rahmen der Landesgartenschau in Bayreuth 2016 wäre eine FM-Anlage gut einsetzbar.“

Spenden Sie – damit Hörgeschädigte ganz dabei sein können
Die Anschaffung der mobilen FM-Anlage kostet 4.000 Euro, die der Paritätische nicht aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Deshalb bittet Irene von der Weth: „Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir bald den Hörgeschädigten hier in der Region bei kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Veranstaltungen mit dem mobilen Hörkoffer einen ganz neuen Zugang verschaffen können.“