Wohnungen für Flüchtlinge
01.07.2016 Regelmäßig spenden, Spenden, Region Unterfranken, Migration und Flucht, Der Paritätische

Wohnungen für Flüchtlinge

Der Paritätische in Unterfranken

Eine eigene Wohnung finden – das ist für viele Flüchtlinge ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Integration. Aber die Unsicherheit ist auf beiden Seiten groß, bei Vermietern und Flüchtlingsfamilien.

In Schweinfurt und Poppenhausen im Landkreis Schweinfurt unterstützt der Paritätische syrische Kontingentflüchtlinge dabei, eine Wohnung zu finden. Die Kontingentflüchtlinge sind in diesem Fall Familien mit Kindern, die besonders schutzbedürftig sind. Eine Familie hat beispielsweise ein Kind mit einer Behinderung, eine andere ein schwer herzkrankes Kind.

Susanne Scheuplein, Sozialpädagogin in der Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten des Paritätischen, baut im Projekt Brücken zwischen allen Beteiligten: Wohnungsbaugesellschaften, privaten Vermietern, Flüchtlingen, ehrenamtlichen Helfern und dem Jobcenter.

Unsicherheit bei Vermietern und Flüchtlingen

„Wie sollen wir uns verständigen, wenn es Probleme gibt?“ das ist eigentlich die wichtigste Frage, die Vermieter und Flüchtlinge umtreibt, erzählt Susanne Scheuplein.
Scheuplein, freiwillige Dolmetscher und andere ehrenamtliche Helfer nehmen deshalb Kontakt auf zu Vermietern. Sie begleiten Flüchtlinge bei der Wohnungsbesichtigung, helfen beim Ausfüllen von Formularen.

„Viele Vermieter haben Sorge, dass die Flüchtlingsfamilien nur kurz bleiben und dass die Miete nicht zuverlässig gezahlt wird“, so Scheuplein. Doch da kann sie schnell überzeugen. Denn die syrischen Kontingentflüchtlinge sind im Rahmen eines Humanitären Aufnahmeprogramms eingereist. Sie bekommen sofort eine Aufenthaltserlaubnis, dürfen arbeiten und bleiben, bis sich die Situation in ihrem Heimatland grundlegend bessert. Bis sie selbst für ihre Wohnung aufkommen können, überweist das Jobcenter die Miete, bis zu einer festgelegten Obergrenze, direkt an den Vermieter.

Aber auch die Flüchtlinge haben viele Fragen: Wie sucht man hier eine Wohnung? Wie setzen sich Miete und Nebenkosten zusammen? Welche Heizmöglichkeiten gibt es? Wie müssen wir und die Kinder uns verhalten, damit wir die Nachbarn nicht stören? Wie funktioniert Mülltrennung und was bedeutet Hausordnung?
All diese Fragen beantwortet Susanne Scheuplein, in Einzelgesprächen oder bei Schulungen.

Günstiger Wohnraum fehlt
In den letzten Monaten konnten Scheuplein und ihre ehrenamtlichen Helfer drei Familien in Wohnungen vermitteln. Die Helferkreise in Poppenhausen und Schweinfurt haben beim Umzug kräftig mit angepackt und dabei geholfen, Möbel für die Familien zu organisieren. Auch Syrer, die schon lange in Deutschland leben, unterstützen das Projekt.

Wie in anderen Städten auch, gibt es in Schweinfurt allerdings nicht genug günstige Wohnungen. Gerade für größere Familien fehlt das passende Angebot.

Erfolg: Integration
Dennoch ist Susanne Scheuplein überzeugt: „Wir werden auch für die Familien, die jetzt noch in der Übergangsunterkunft leben, eine Wohnung finden. Aber es wird wohl etwas länger dauern.“

Die Familien, die schon in einer eigenen Wohnung leben, kommen zur Ruhe. So zum Beispiel die Familie A. Die Eltern mit ihren drei Kindern haben jetzt einen Rückzugsort, um sich auf den Integrationskurs und das Deutschlernen zu konzentrieren. Der Vater absolviert gerade ein Praktikum, hat eine berufliche Perspektive bekommen. Und mit Ihren Kindern haben sie in der Nachbarschaft schnell Kontakte geknüpft und neue Freundschaften geschlossen. Die eigene Wohnung war der Schlüssel zum Ankommen.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende
Projektmitarbeiterin Scheuplein möchte ihre Vermittlung in der zweiten Jahreshälfte noch einmal intensivieren und braucht dazu Ihre Hilfe.

Mit 100 Spenden à 20 Euro oder 50 Spenden à 40 Euro möchte sie

  •     ehrenamtlichen Dolmetschern ihre Auslagen für Fahrten ersetzen
  •     weitere freiwillige Helferinnen und Helfer in Mietfragen schulen und
  •     Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge anbieten.

Bitte leisten Sie einen Beitrag zur Integration von syrischen Kontingentflüchtlingen mit Ihrer Spende.