"Die Nerven liegen blank.": Paritätischer in Bayern fordert prioritäre Hilfe für Einrichtungen mit konkreten Verdachtsfällen

08.04.2020 Presse, Fachbereich Ältere Menschen, Fachbereich Frauen / Familie, Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Fachbereich Migration, Fachbereich Psychiatrie, Sucht- und Gefährdetenhilfe, Ältere Menschen, Familie, Frauen und Mädchen

"Die Nerven liegen blank.": Paritätischer in Bayern fordert prioritäre Hilfe für Einrichtungen mit konkreten Verdachtsfällen

Während gestern Ministerpräsident Markus Söder öffentlichkeitswirksam eine Ladung Schutzmittel am Flughafen in Empfang genommen hat, sind in einer bayerischen Einrichtung für schwerstmehrfach behinderte Kinder zwei Verdachtsfälle aufgetreten. Obwohl die Einrichtung Priorität 1 hat, ist bisher keinerlei Schutzausrüstung eingetroffen. Auch in der akuten Notlage war es nicht möglich, bei der zuständigen Behörde jemanden zu erreichen. Nur weil die Einrichtungen sich gegenseitig helfen, die selbst dringend auf das Material angewiesen sind, konnte gestern die akute Not gelindert werden.

„Mit den Bildern von Markus Söder am Flughafen verbindet sich für viele soziale Einrichtungen die Hoffnung, dass auch sie nun endlich bei der Verteilung der Schutzmittel berücksichtigt werden,“ sagt Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Bayern.

„In vielen Einrichtungen liegen die Nerven blank. Sie tun alles, um den Schutz ihrer Bewohner*innen und des Personals zu gewährleisten. Aber selbst bei akuten Verdachtsfällen kommt es immer wieder vor, dass sie keine Schutzausrüstung bekommen und die notwendigen Testungen zu lange dauern“, beschreibt Berndl die aktuelle Notlage.

„Uns ist bewusst, dass es um die Verwaltung eines akuten Mangels geht. Dabei muss aber wenigstens sichergestellt werden, dass Einrichtungen mit Verdachtsfällen prioritär versorgt werden – mit Schutzausrüstung und Testungen,“ fordert Margit Berndl. Auch drei Wochen nach dem Shutdown sei das noch nicht durchgehend in Bayern sichergestellt.

Soziale Einrichtungen müssen mit ausreichend Schutzmaterial ausgestattet werden!

„In allen Einrichtungen, wo Menschen zusammenleben, braucht es dringend Schutzausrüstung um den Infektionsschutz zu sichern“, ergänzt Berndl. Das betreffe stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Denn auch bei jüngeren Menschen kann es einen schweren Krankheitsverlauf geben. So werden ein Jugendlicher und ein Mitarbeiter aus einer Einrichtung einer paritätischen Mitgliedsorganisation auf der Intensivstation betreut. Genauso betrifft das Frauenhäuser, Einrichtungen für psychisch erkrankte oder suchtkranke Menschen, Flüchtlingsunterkünfte oder Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

Die räumliche Enge, die gemeinsame Nutzung von Bädern, Küchen und Aufenthaltsräumen erschweren es, soziale Distanz zu wahren und erhöhen das Infektionsrisiko deutlich. „Diese Einrichtungen fallen aufgrund des Mangels bei der Verteilung nahezu komplett hinten runter,“ so Berndl.

Jugendhilfeeinrichtungen werden in der Handlungsempfehlung des Sozialministeriums vom 2. April im Verdachtsfall an den Hausarzt oder die 116117 verwiesen. Bis der Verdacht geklärt ist, sollen die Kinder und Jugendlichen in ihren Zimmern isoliert werden. „Einrichtungen mit konkreten Verdachtsfällen müssen bei der Verteilung von Schutzmitteln und bei den Testungen Vorrang haben! Es kann nicht sein, dass es erst mehrere Tage dauert bis zum Test und dann noch einmal mehrere Tage, bis die Ergebnisse vorliegen, und die Bewohner*innen in dieser Zeit in ihrem Zimmer eingesperrt sind!“

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