Internationaler Frauentag: Paritätischer in Bayern warnt vor Rolle rückwärts
06.03.2020 Presse, Fachbereich Frauen / Familie, Frauen und Mädchen

Internationaler Frauentag: Paritätischer in Bayern warnt vor Rolle rückwärts

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, heißt es im Artikel 3 des Grundgesetzes. Von der faktischen Gleichstellung sind wir heute – mehr als 70 Jahre seit der Formulierung dieses Anspruchs – noch weit entfernt.

„Mit dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien sind gleichstellungsfeindliche Positionen wieder salonfähig geworden. Denn Rassismus und Homophobie sind eng mit Antifeminismus verbunden und damit Teil rechter Ideologien. Sie gefährden, was inzwischen für die Mehrheit der Menschen selbstverständlich geworden ist“, warnt Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Bayern, anlässlich des Frauentags am 8. März. Deshalb ruft der Paritätische in Bayern dazu auf, sich dem Rückfall in alte Denkmuster und Rollenzuschreibungen für Frauen und Männer, Mütter und Väter entgegenzustellen.  

Wir brauchen mehr Wachsamkeit

„Wir brauchen mehr Wachsamkeit gegenüber subtilen Botschaften. Rechtspopulisten diffamieren unter dem Deckmantel, das Kindeswohl oder traditionelle Familienmodelle schützen zu wollen, Emanzipation und Bewegungen für mehr Gleichberechtigung. Sie wollen das Rad wieder zurückdrehen und alte Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern wiederherstellen“, mahnt Berndl. Solche Botschaften müssten laut und deutlich entlarvt werden.

„Und wir müssen die Strukturen verändern, die Frauen nach wie vor benachteiligen!“, ergänzt Berndl. Um Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern zu erreichen, fordert der Paritätische in Bayern eine verbindliche Quotenregelung, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, eine angemessene Bezahlung in den Sozial- und Gesundheitsberufen, flexible Arbeitszeitmodelle sowie familienfreundliche Unternehmens- und Führungskultur.

In welcher Gesellschaft möchten wir leben?

„Letztlich geht es um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben möchten“, so Berndl abschließend. „Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der Kinder nicht durch Medien, Produkte und Werbung auf bestimmte Rollenmuster festgelegt und beschränkt werden, in der sich Frauen und Männer gleichberechtigt um die Familie kümmern, in der die Arbeit von Frauen und Männern gleich viel wert ist, in der Frauen ein Dirndl oder einen kurzen Rock anziehen können ohne die Sorge angegrapscht zu werden, in der sich alle in den sozialen Medien äußern können ohne Angst vor Bedrohung oder Beleidigung, in der sich Frauen für oder gegen Kinder entscheiden können, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen, in der jede*r lieben kann, wen er oder sie möchte – kurz in einer Gesellschaft, die vielfältige Lebensentwürfe und Kulturen will und stärkt.“

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