Paritätische Forderungen zum Weltflüchtlingstag

19.06.2020 Fachbereich Migration, Corona, Migration und Flucht

Paritätische Forderungen zum Weltflüchtlingstag

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2020 sind laut UNHCR weltweit mehr als 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht – und somit fast 9 Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Von den 29,6 Millionen Flüchtlingen, die gezwungen waren, ihr Land zu verlassen, leben nicht einmal 10 Prozent in Europa, während 85 Prozent aller Flüchtlinge (einschließlich Binnenflüchtlinge) in ärmeren Ländern Schutz gefunden haben. Der Paritätische Gesamtverband appelliert anlässlich des Weltflüchtlingstags an die politischen Entscheidungsträger*innen, die nötigen Konsequenzen aus den bisherigen Erfahrungen mit der Corona-Krise zu ziehen. Die aktuelle Situation zeigt noch einmal sehr deutlich, wie wichtig u.a. insbesondere der Zugang zur Gesundheitsversorgung und eine dezentrale Unterbringung für geflüchtete Menschen sind.

Viele der bislang ohnehin bestehenden Rechtsverletzungen und Schutzlücken aufgrund der restriktiven Flüchtlingspolitik der letzten Jahre verschärfen sich derzeit dramatisch. Nicht alle Menschen sind in der Lage, sich vor COVID-19 zu schützen. Dazu zählen insbesondere die Menschen, die in den Lagern auf den griechischen Inseln in unmenschlichen und beengten Verhältnissen leben. Dazu zählen aber auch Geflüchtete hierzulande, die hohen Infektionsrisiken in den Massenunterkünften ausgesetzt sind und teilweise nur einen beschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Auch das Kindeswohl ist unter Corona-Bedingungen in den Aufnahmeeinrichtungen mehr denn je gefährdet. Aus diesem Grund macht der Paritätische im Rahmen einer Zoom-Infoveranstaltung zum Weltflüchtlingstag besonders auf die Situation geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Sammelunterkünften in Deutschland aufmerksam und stellt die aktuelle Studie "Living in a box - psychosoziale Folgen des Lebens in Sammelunterkünften für geflüchtete Kinder" der BAfF e.V. vor.

In dem aktuellen Papier leitet der Verband folgende Forderungen ab:

  • Eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten in Wohnungen und wohnungsähnlicher Form gewährleisten, um Massenunterkünfte zu vermeiden
  • Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Deutschland unabhängig vom Aufenthaltsstatus sicherstellen
  • Rechte und Schutz von geflüchteten Kindern in Aufnahmeeinrichtungen garantieren
  • Flüchtlingsschutz jetzt – Europäische Seenotrettung und Solidarität bei der Flüchtlingsaufnahme endlich umsetzen!
Fachbereich Migration, Corona, Migration und Flucht
Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V.

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