Presseinfo: Stand der Aufarbeitung

18.12.2020 Presse, Aufarbeitung, Aus dem Landesverband

Presseinfo: Stand der Aufarbeitung

Stand der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in einer ehemaligen Einrichtung des Verbands in den 1960er-Jahren

Der Paritätische in Bayern hat vier unabhängige Expert*innen gewonnen, die ihn bei der Aufarbeitung von Fällen schwerer sexualisierter Gewalt in einem ehemaligen Kinderheim in damaliger Trägerschaft des Paritätischen in Bayern in Feldafing beraten. Sie werden zugleich dem noch zu gründenden Beirat angehören, der den Verband während des gesamten Aufarbeitungsprozesses begleiten soll. Diese Expert*innen sind:

  • Dr. Barbara Horten, Internationale Kriminologie (M.A.), Soziologie/Erziehungs-wissenschaft (B.Sc.), Institut für Kriminologie, Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Heinz Kindler, Dipl. Psychologe, Deutsches Jugendinstitut München, Leiter der Fachgruppe 3 "Familienhilfe und Kinderschutz"
  • Ulrike Leimig, Dipl. Soz.-Päd. (FH), Mediatorin (DGM), Fachstelle für Täter-Opfer-Ausgleich der Nothilfe Birgitta Wolf e.V. Murnau
  • Prof. Dr. jur. Susanne Nothhafft, Professorin für Recht in der Sozialen Arbeit, Katholische Stiftungshochschule München

Der Verband folgt den Empfehlungen der Expert*innen, eine unabhängige Archivrecherche in Auftrag zu geben. Diese hat das Ziel, bereits vorhandene Dokumente im Hinblick auf Fälle von sexualisierter Gewalt im ehemaligen Kinderheim in Feldafing zu sichten. U.a. auf der Basis dieser Rechercheergebnisse wird der Beirat dann einen umfassenden Aufarbeitungsauftrag formulieren und Empfehlungen für das geplante unabhängige, externe Aufarbeitungsteam abgeben. Der Verband bemüht sich auch intensiv um die wichtige direkte Beteiligung Betroffener in einer für sie passenden Form, um ihre Expertise als Betroffene des erlittenen Unrechts und ihre Interessen bei der Gestaltung des Aufarbeitungsprozesses einzubeziehen.

Parallel zu den nächsten Schritten im Aufarbeitungsprozess bietet der Paritätische in Bayern den Betroffenen finanzielle Unterstützung an, z.B. für die Übernahme von Therapiekosten. Auf Basis der Aufarbeitungsergebnisse werden dann weitere Schritte zur Anerkennung und Entschädigung der erlittenen sexualisierten Gewalt getroffen. Finanzielle Leistungen sind dabei ausdrücklich eingeschlossen.

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