Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

04.05.2022 Presse, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Inklusion, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen

Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Der Paritätische fordert mehr Tempo bei der Einführung eines Gehörlosengeldes in Bayern

Circa 85 Euro pro Stunde – so viel zahlen viele hörbehinderte Menschen in Bayern, um einfach am Leben teilhaben zu können. Um sich beim Kauf einer Waschmaschine beraten zu lassen, sich im Verein vor Ort zu engagieren oder Behördengänge zu erledigen. Denn in Bayern müssen Menschen mit Hörbehinderungen in vielen Lebensbereichen die Kosten für Schrift- und Gebärdensprachdolmetschung aus der eigenen Tasche zahlen. Hinzukommen Zuzahlungen für Hörgeräte, Batterien, Therapien und vieles mehr.

Einmalzahlung reicht nicht aus

„Eine Einmalzahlung in geringer Höhe, wie von der Bayrischen Landesregierung vorgesehen, wird den Bedarfen von Menschen mit Hörbehinderung nicht gerecht! Wir brauchen endlich ein monatliches Gehörlosengeld in Bayern, um Menschen mit einer Hörbehinderung die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“, fordert Margit Berndl, Vorständin des Paritätischen in Bayern, anlässlich des Europäischen Protestages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Denn im Gegensatz zu den hochgradig sehbehinderten Menschen, für die es das Blindengeld gibt, werden die behinderungsbedingten Mehrkosten bei Menschen mit Hörbehinderung nicht ausgeglichen. In Bayern leben rund 15.000 Menschen mit einem Hörverlust von mindestens 80 Prozent.

Inklusion ist ein Menschenrecht

Der diesjährige Protesttag steht unter dem Motto „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!“ Bei Barrierefreiheit denken viele an Treppen oder Bordsteinkanten, die für Rollstuhlfahrer*innen oft unüberwindliche Barrieren sind. Die Barrieren für Menschen mit Hörbehinderung sind nicht sichtbar. Sie werden durch Barrieren in der Kommunikation an der gleichberechtigten Teilhabe gehindert. „Der Zugang zu allen Lebensbereichen ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht. Menschen mit Hörbehinderung haben ein Recht auf Unterstützung, um mit anderen Menschen kommunizieren zu können. Deshalb heißt es auch hier: Tempo machen für Inklusion mit einem Bayerischen Gehörlosengeld!“ so Berndl abschließend.

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