System der Kindertagesbetreuung gefährdet - im Familienland Bayern
07.04.2020 Presse, Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung, Bildung, Corona, Kinder und Jugend

System der Kindertagesbetreuung gefährdet - im Familienland Bayern

Der Paritätische in Bayern fordert Erstattung der Kita-Elternbeiträge

„In vielen anderen Bundesländern gibt es Vereinbarungen zwischen Land und Kommunen zur Beitragsentlastung der Eltern. Es ist völlig unverständlich warum das ausgerechnet im ‚Familienland Bayern‘ nicht möglich sein soll“, kritisiert Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen in Bayern.

Der Verband fordert eine bayernweit einheitliche Regelung, die Eltern von den Beiträgen zu entlasten und die ausfallenden Kosten für die Träger für die Zeit der Corona Krise zu ersetzen. Die Förderung vom Freistaat deckt nicht die laufenden Kosten der Einrichtungen. Je nach Kommune und Art der Einrichtung umfassen die Elternbeiträge zwischen 20 und 30 Prozent der laufenden Kosten. „Die Kindertageseinrichtungen geraten in wirtschaftliche Schieflage, wenn die Elternbeiträge wegfallen“, warnt Berndl.

Durch die Corona-Krise müssen Eltern ihre Kinder seit Mitte März zu Hause betreuen. Viele Eltern zahlen aber nach wie vor die Beiträge. Die Stadt München stellt nun für alle städtischen Einrichtungen rückwirkend zum 16. März 2020 die Eltern von den Besuchsgebühren frei. Weitere Kommunen könnten diesem Schritt folgen oder haben es bereits.

Enorme Schieflage

„Damit entsteht nicht nur ein regionaler Flickenteppich, sondern auch eine enorme Schieflage zwischen kommunalen Einrichtungen und denen in freier Trägerschaft“, äußert sich Berndl besorgt. Da Kindertagesstätten gemeinnützig betrieben werden, haben die Träger keine Rücklagen um diese Ausfälle zu kompensieren. Die Einrichtungen in freier Trägerschaft machen mehr als 60 Prozent der Einrichtungen in Bayern aus.

Auch für die Eltern, die aufgrund der Corona-Krise immer mehr in Finanznot geraten, ist völlig unverständlich, warum in städtischen Einrichtungen die Gebühren rückwirkend erstattet werden, in anderen aber nicht.

„Wenn hier keine Lösung gefunden wird, gerät das gesamte System der Kindertagesbetreuung in Gefahr“, warnt Berndl.

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