Tag der Menschen mit Behinderung: Wir brauchen einen Booster für mehr Inklusion!

02.12.2022 Presse, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Fachbereich Psychiatrie, Sucht- und Gefährdetenhilfe, Inklusion, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Soziale Teilhabe und Armut

Tag der Menschen mit Behinderung: Wir brauchen einen Booster für mehr Inklusion!

Wohnen, wie man möchte, den eigenen Lebensunterhalt verdienen, die nächstgelegene Schule besuchen oder einfach mal spontan ins Kino gehen: Was für viele Menschen selbstverständlich ist, davon sind Menschen mit Behinderung immer noch allzu oft ausgeschlossen.

„Die Situation für Menschen mit Behinderung hat sich mit der Corona-Pandemie noch weiter verschärft. Nachdem Inklusion in den vergangenen Jahren kein Thema war, brauchen wir jetzt einen Booster für mehr Inklusion!“, fordert Margit Berndl, anlässlich des Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember.

Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren im Jahr 2021 mit 270.000 schwerbehinderten Menschen zwei Prozent mehr arbeitslos als im Jahr zuvor. Menschen mit Schwerbehinderung sind im Berufsleben überdurchschnittlich benachteiligt und häufiger von Armut betroffen. Jeder fünfte Mensch mit Behinderung ist in Deutschland arm.

Den Arbeitsmarkt inklusiv gestalten

„Wir müssen unser Bild von Menschen mit Behinderung ändern: nicht die Defizite sehen, sondern ihre Potentiale fördern,“ fordert Berndl. Arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung sind oft gut qualifiziert: Anteilig finden sich bei schwerbehinderten Arbeitslosen etwas mehr Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung als bei nicht-schwerbehinderten Arbeitslosen. Darauf weist die Agentur für Arbeit hin.

„Es darf nicht sein, dass sich Unternehmen lieber freikaufen, anstatt Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Unser Arbeitsmarkt muss konsequent inklusiv ausgestaltet werden, denn es muss allen Menschen – egal ob mit oder ohne Behinderung – möglich sein, im allgemeinen Arbeitsmarkt erwerbstätig zu sein und ihren Beruf entsprechend ihren Wünschen und Neigungen wählen zu können,“ fordert Berndl.

Barrieren am Wohnungsmarkt abbauen

Auch auf dem Wohnungsmarkt ist die Lage für Menschen mit Behinderung sehr angespannt, wie der heute vom Paritätischen Gesamtverband veröffentlichte Teilhabebericht verdeutlicht. Rund 20 Prozent der Menschen mit Behinderung geben an, mehr als 50 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aufwenden zu müssen. Die größte Hürde besteht darin, überhaupt geeigneten barrierefreien Wohnraum zu finden. Menschen mit großem Unterstützungsbedarf bleibt meist nur die Option in einer Gemeinschaftseinrichtung zu leben. Der Paritätische Gesamtverband fordert, dass jede dritte Wohnung, die jetzt neu gebaut wird, barrierefrei sein muss. Ebenso braucht es ausreichend bezahlbarem Wohnraum - sowohl für Menschen mit als auch ohne Behinderung.

Inklusion ist ein Menschenrecht

„Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention zu umfassender Teilhabe für Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen verpflichtet. Das dürfen wir auch in Krisenzeiten nicht vergessen“, mahnt Margit Berndl abschließend. „Denn: Inklusion ist ein Menschenrecht! Bis unsere Gesellschaft inklusiv ist, müssen noch viele Barrieren abgebaut werden – nicht nur auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, besonders auch in der Bildung, bei Mobilität oder bei kultureller Teilhabe.“

Den Teilhabebericht finden Sie hier: https://www.der-paritaetische.de/teilhabebericht

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