Weltfrauentag: Wir brauchen einen Booster für die Gleichstellung!

07.03.2022 Presse, Fachbereich Frauen / Geschlechterpolitik / LGBTIQ, Frauen und Mädchen, Soziale Teilhabe und Armut

Weltfrauentag: Wir brauchen einen Booster für die Gleichstellung!

„Damit Frauen durch die Pandemie nicht dauerhaft abgehängt werden, brauchen wir einen Booster für mehr Gleichstellung“, fordert Margit Berndl, Vorständin des Paritätischen in Bayern anlässlich des morgigen Weltfrauentages. „Denn Corona hat gezeigt, dass wir mit der Gleichstellung in Deutschland noch längst nicht so weit sind, wie wir vielleicht dachten.“

Haushalt, Kinder, Pflege von Angehörigen und Berufstätigkeit: Der Spagat zwischen unbezahlter Sorgearbeit und bezahlter Erwerbsarbeit war auch schon vor Corona eine Herausforderung. Vor der Pandemie teilten sich ein Drittel der Paare die Kinderbetreuung gleichberechtigt auf. Der Anteil ist bis Juni 2021 noch weiter gesunken auf 21 Prozent. Im Januar mit Beginn der Omikron-Welle reduzierte jede fünfte Mutter ihre Arbeitszeit, um Kinder zu betreuen. Das ist der höchste Wert in der Pandemie seit dem ersten Lockdown.

Lohnlücke schließt sich nur langsam

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen liegt bei 18 Prozent. Das ist nur ein geringfügiger Unterschied gegenüber 2019, als sie bei 19 Prozent lag, und einer der höchsten Werte innerhalb Europas. Die Rentenlücke liegt bei fast 50 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig: Nach wie vor arbeiten viele Frauen in Teilzeitjobs. Sie arbeiten zwar häufig in „systemrelevanten“, aber in der Regel schlechter bezahlten Berufen. 60 Prozent der ausschließlich geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Frauen leisten den größeren Anteil an unbezahlter Sorgearbeit auf Kosten der eigenen Erwerbstätigkeit. Geringere Einkünfte im Berufsleben führen zu niedrigen Renten. Und noch immer sind Frauen in der Politik, in Vorständen, in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert.

Der Paritätische fordert: Aufwertung von Sorgeberufen

„Die Pandemie hat gezeigt, welche Bedeutung die private und berufliche Sorgearbeit für die Gesellschaft und für das Funktionieren der Wirtschaft hat. Diese Arbeit muss gesellschaftlich endlich die Wertschätzung erfahren, die sie verdient!“, fordert Margit Berndl. Wir brauchen eine angemessene Bezahlung in den frauendominierten Sozial- und Gesundheitsberufen. Außerdem regt der Paritätische in Bayern eine gesellschaftliche Diskussion über die Verteilung von Arbeitszeit an mit dem Ziel, bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Sorgearbeit gerechter zu verteilen.

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