Wichtiger Meilenstein: Krisendienste gehen in ganz Bayern an den Start

01.03.2021 Presse, Fachbereich Psychiatrie, Sucht- und Gefährdetenhilfe, Gesundheit, Menschen mit psychischen Erkrankungen

Wichtiger Meilenstein: Krisendienste gehen in ganz Bayern an den Start

Die Dienste der Wohlfahrtsverbände bilden das Rückgrat

Jeder dritte Mensch in Deutschland leidet einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. In eine psychische Krise kann jeder Mensch geraten. Unterstützung finden sie bei den Krisendiensten. Ab kommenden Montag sind diese unter der einheitlichen kostenlosen Telefonnummer 0800 655 3000 in ganz Bayern erreichbar. „Das ist ein wichtiger Meilenstein beim Aufbau einer flächendeckenden Krisenversorgung in Bayern. Dieses Angebot ist einmalig in ganz Deutschland“, freut sich Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern.

Den Startschuss dafür bildete das Bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz im Jahr 2018. Das verpflichtet die Bezirke zum Aufbau der Krisendienste. In jedem Bezirk gibt es eine Leitstelle und daran angegliederte mobile Fachkräfte. Diese unterstützen die Menschen in psychischen Krisen vor Ort, sobald sie von der Leitstelle angefordert werden. Die Krisendienste vermitteln je nach Bedarf weitere Unterstützungsangebote. Ziel ist eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Von diesem Ziel sind die Bezirke noch unterschiedlich weit entfernt. Bisher gibt es eine 24-Stundenerreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche nur in Oberbayern.

„Die mobilen Dienste müssen in allen Bayerischen Bezirken zügig aufgebaut und die Erreichbarkeit der Leitstellen ausgebaut werden“, so Berndl. Angesichts der Zunahme psychischer Belastungen durch Corona sei das umso dringlicher. Der Erfolg der Krisenversorgung hängt ab von der gelungenen Kombination aus Leitstellen und mobilen Diensten, sowie der Kooperation mit den vorhandenen Versorgungsstrukturen. „Dabei bilden die Dienste der Wohlfahrtsverbände und ihre Mitarbeitenden das Rückgrat“, betont Margit Berndl abschließend.

Hintergrundinformationen

Seit 40 Jahren bieten die Sozialpsychiatrischen Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege Hilfen an für Menschen in psychischen Belastungssituationen, ebenso für ihre Angehörigen und deren soziales Umfeld.

Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern, der Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen und der Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker sowie der Bayerische Bezirketag schlossen sich 2014 zu einem Bündnis zusammen und forderten eine gesetzliche Grundlage zur Prävention und Ausgestaltung einer flächendeckenden psychiatrischen Versorgung in Bayern. Ein wesentliches Ziel dabei war es, die in Bayern hohe Zahl von Zwangsunterbringungen und Krankenhausaufenthalten zu senken. In beispielhafter Kooperation haben o.g. Partner zusammengearbeitet und die Politik überzeugt: 2018 wurde das Bayerische PsychKHG verabschiedet, dessen Kern der Aufbau der flächendeckenden Krisendienste ist.

Bestrebungen zu so einem Krisen-Angebot reichen zurück bis in die Neunzigerjahre. Die von Vereinen und Trägern der Freien Wohlfahrtspflege in München und Nürnberg (mit)gegründeten Vorläufer der heutigen Krisendienste haben die konzeptionellen Grundlagen geschaffen.

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