Fachinformation
05.03.2020 Fachbereich Ältere Menschen, Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Fachbereich Psychiatrie, Sucht- und Gefährdetenhilfe, Ältere Menschen, Gesundheit, Corona, Kinder und Jugend, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Pflege

Coronavirus - Weitere Hinweise

Auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fand am 04.03.2020 eine zweite Besprechung mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, der Apotheken und der Pflegeverbände statt. Anbei finden Sie die wichtigsten Informationen zur derzeitigen Situation.

Desinfektionsmittel: Es gibt eine Ausnahmegenehmigung für die Apotheken zur Eigenherstellung von Desinfektionsmitteln. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat diese Ausnahmeregelung gemäß § 55 EU-Biozidverordnung am 04.03.2020 spätnachmittags publiziert. Danach dürfen die Apotheken und die pharmazeutische Industrie Händedesinfektionsmittel nach einer spezifischen Stoffzusammensetzung selbst herstellen und in Verkehr bringen – sowohl für Einrichtungen des Gesundheitswesens als auch für die Bürgerinnen und Bürger. Das Vorgehen wird dazu führen, dass Engpässe schnell überwunden werden können.

Schutzausrüstung (Atemschutzmasken, Schutzkittel) dürfen seit dem 04.03.2020 nicht mehr ins Ausland exportiert werden. Ausnahmen davon sind nur unter strengen Voraussetzungen, z.B. Katastrophen im Ausland, möglich. Aus dem Haushalt werden 200 Mio Euro zur Verfügung gestellt, mit dem das BMG Schutzausrüstung beschafft. Es gibt noch keine Übersicht, wie viel Material tatsächlich aufgekauft werden kann. Die Bundesländer sind teilweise ebenfalls aktiv. Die durch das BMG beschafften Materialien werden nach einem noch durch zu erstellenden Verteilschlüssel in die Distribution gehen. Dies wird Aufgabe der neuen Abteilung 6 des BMG (Gesundheitsschutz, Gesundheitssicherung, Nachhaltigkeit) sein, in der auch das Corona-"Lagezentrum" eingerichtet wird. Die Pflegeverbände haben in diesem Zusammenhang ausdrücklich klargestellt, dass dabei nicht nur die Ärzte und Apotheken, sondern auch die Pflegeeinrichtungen in gleicher Weise Berücksichtigung finden müssen. Die mediale Berichterstattung hatte in diesem Zusammenhang Pflegeeinrichtungen nicht erwähnt, was zu Irritationen geführt hat.

Weiterhin hat das RKI eine Empfehlung zum ressourcenschonenden Einsatz und zur Wiederverwendung von Atemschutzmasken herausgegeben. Die Empfehlung liegt hier bei. In der Uniklinik in Dresden wird derzeit geprüft, ob für Corona der Einsatz einfacher Mund- und Nasenschutzmasken ohne spezieller Filtertechnik ausreichend ist. Es gibt Hinweise, aber die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen.

Ausfall von Pflegepersonal: Die Pflegepersonaluntergrenzen in Krankenhäusern können vorübergehend im Einzelfall unterschritten werden, wenn krankheits- oder quarantänebedingt ein Ausfall von Pflegepersonal zu verzeichnen ist. Die Pflegeverbände haben die Bundesregierung aufgefordert, zusammen mit den Bundesländern auch Vorkehrungen für Personalausfälle in Bezug auf die Einhaltung von Personalschlüsseln in der Altenpflege zu treffen.

Pandemieplan: Die Bundesregierung passt ihren Nationalen Pandemieplan auf COVID-19 an. Das RKI berücksichtigt darin wohl ebenfalls, wie mit den zur Verfügung stehenden Personalressourcen umgegangen werden sollte. Die Länder sind ebenfalls dabei, ihre Pandemiepläne anzupassen. Hierzu wird es also noch eine ganze Reihe an zusätzlichen Materialien in der nächsten Zeit geben. Uns liegt derzeit ein Pandemieplan für vollstationäre Pflegeeinrichtungen vor, der zu Zeiten des Influenzavirus A/H1N1 erstellt wurde. Sollte noch kein Plan vorliegen, liefert dieser eine sehr gute Orientierung. Ohnehin müssten bestehende Pandemiepläne nach Veröffentlichung des überarbeiteten Nationalen Pandemieplans überarbeitet werden. Die BZgA arbeitet derzeit auch an Informationsmaterialien speziell für Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Auch in dieser Hinsicht wird es zeitnah weiteres Material geben, was wir umverteilen.

Weiteres:
Mit Fachinformation vom 03.03.2020 haben wir auf die Checkliste der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Vorbereitung der Krankenhäuser auf die Versorgung von Patienten mit COVID-19 sowie eine Anleitung zum Tragen und Entfernen persönlicher Schutzausrüstung im Gesundheitswesen und zur Versorgung von Patienten mit Verdacht auf oder Bestätigung von COVID-19 hingewiesen. Diese Empfehlungen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control – ECDC) steht nun auch in benannter Fachinfo in deutscher Sprache zur Verfügung.

Das Land Niedersachsen hat die ebenfalls hier unterstehnde Handreichung mit Hinweisen für die Einrichtungsleitung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege zum Umgang mit der Infektionskrankheit COVID-19 /Coronavirus veröffentlicht.

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Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V.

Verantwortlich:
Antje Muhl, Referentin Altenhilfe
Klaus Lerch, Referent Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

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