Fachinformation

04.11.2021 Mitgliederangelegenheiten, Arbeit und Beschäftigung, Soziale Teilhabe und Armut

Kritische Befunde aus der Arbeitsmarktforschung zu den Minijobs in Kleinbetrieben

Aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

Einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge setzen vor allem kleine Betriebe häufiger Minijobber*innen ein. In den kleinen Betrieben tritt zugleich der negative Effekt auf, dass Minijobs sozialversicherungspflichtige Stellen verdrängen. Nach Hochrechnungen des Instituts sind dies bis zu 500.000 Stellen. Anders als erhofft, bilden sie zudem nur selten eine Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Den Analysen zufolge ersetzt ein zusätzlicher Minijob in einem Kleinbetrieb im Mittel etwa eine halbe durchschnittliche sozialversicherungspflichtige Stelle. Zudem weist das IAB an anderer Stelle darauf hin, dass der intendierte Effekt von Minijobs – nämlich eine Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bauen – kleiner ist als erhofft.  Minijobs bringen laut IAB zugleich für die Beschäftigten zahlreiche Nachteile mit sich. Diese verbleiben oft im Niedriglohnsegment und arbeiten unterhalb ihres Qualifikationsniveaus. Ihnen werden zudem häufig Arbeitnehmerrechte vorenthalten, zum Beispiel bezahlter Urlaub. Sie sind außerdem nur dann rentenversichert, wenn sie freiwillig zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung entrichten. Schließlich verursachen Minijobs Ausfälle bei den Sozialversicherungsbeiträgen; der Einnahmeausfall belief sich im Jahr 2014 auf rund 3 Mrd. Euro, so das Institut.

Paritätische Position ist diese: Minijobs müssen in stärkerem Maße als bisher in die Sozialversicherung einbezogen werden, die die  Anreize für Arbeitgeber erhöhen, die Arbeitszeit auszuweiten und mehr reguläre Arbeitsstellen in Teilzeit anzubieten.

Frauen, die gerne länger arbeiten möchten, dies jedoch bislang im Minijob nicht tun können, würden hiervon besonders profitieren. Für Rentner*innen soll es bei den Regelungen eines steuer- und abgabenfreien Zuverdienstes bleiben. Auch für Schüler*innen und Studierende soll es weiterhin Ausnahmen geben.

Information von Tina Hofmann, Paritätischer Gesamtverband, Berlin 

Mitgliederangelegenheiten, Arbeit und Beschäftigung, Soziale Teilhabe und Armut
Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V.

Verantwortlich:
Gertrud Wimmer, Referentin Mitgliederverwaltung / -service

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