Engagement für Gesundheit am Arbeitsplatz fördern – nicht nur am Welttag für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz

28.04.2022 Presse, Mitgliederangelegenheiten, Arbeit und Beschäftigung, Gesundheit

Engagement für Gesundheit am Arbeitsplatz fördern – nicht nur am Welttag für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz

Gemeinsame Pressemeldung des Paritätischen in Bayern und der BWG zum Welttag für Sicherheit und Gesundheit

Laut dem BKK Gesundheitsreport 2021 des Dachverbands der Betriebskrankenkassen ist der Krankenstand trotz Pandemie im Jahr 2020 insgesamt leicht gesunken. Im Schnitt waren die Arbeitnehmer*innen in Deutschland 18,2 Tage krankgeschrieben. Für die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und den Paritätischen in Bayern ist das kein Grund für Entwarnung, denn die Zahlen gelten nicht für alle Branchen. So liege die Zahl der Krankentage im Gesundheits- und Sozialwesen mit 21,2 Tagen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Es bedarf deshalb mehr Anstrengungen im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Vor allem die Branche des Gesundheits- und Sozialwesen sei in der Pandemie stark unter Druck geraten und hohen Risiken ausgesetzt gewesen, heißt es bei der Berufsgenossenschaft. Hinzu kämen die sowieso schon hohe Arbeitsbelastung und die dauerhaften personellen Schwierigkeiten der Branche, so die Aussage des Paritätischen in Bayern. Zahlen der internationalen Arbeiterorganisation (ILO) scheinen den Eindruck zu bestätigen. Nach Angaben des ILO berichtet jeder fünfte Beschäftigte im Gesundheitswesen weltweit über Depressionen und Angstsymptome.

"Die letzten zwei Jahre haben deutlich gezeigt, wie wichtig ein starkes, belastbares Umfeld für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist“, sagt Klaus Schreiber, Präventionsberater Verbändekooperationen (Region Süd) von der BGW. Dabei gehe es vor allem um Prävention, institutionelle und regulatorische Rahmenbedingungen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen haben Schwierigkeiten, noch mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz umzusetzen, weil Ressourcen fehlen, ergänzt der Paritätische in Bayern: „Hier brauchen wir deutliche Signale und bessere Rahmenbedingungen von Politik, Verwaltung und auch Kostenträgern, wie beispielsweise der Kranken- und Pflegekassen. Und das nicht nur am Welttag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.“, fordert Margit Berndl, Vorständin des Paritätischen in Bayern.

Seit 2019 besteht eine enge Kooperation des Paritätischen in Bayern mit der BGW zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Im Rahmen der Kooperation können Mitgliedsorganisationen des Paritätischen in Bayern eine Vielzahl von Angeboten und Veranstaltungen für mehr Sicherheit und Gesundheit in den Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesen nutzen. Für beide Organisationen liegt in der Förderung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten ein wesentlicher Schlüssel für das Thema Fachkräftesicherung und Personalgewinnung. Auf eine einfache Formel gebracht bedeute das: „Wer sicher und gesund arbeiten kann, der ist lieber und bleibt länger im Beruf.“

Zum Hintergrund: Am 28. April findet der Aktionstag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz statt. Dieser wurde 1984 von der internationalen Arbeiterorganisation (engl. International Labour Organisation ILO) ins Leben gerufen. Die Internationale Arbeitsorganisation ist eine Sonderorganisation der UN und zuständig für die Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards.

Schätzungen besagen, dass weltweit jährlich über zwei Millionen Menschen aufgrund von gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen den Tod finden. Insbesondere in Schwellenländern kommt es sehr häufig zu Unfällen mit hochgiftigen Chemikalien. Die daraus resultierenden Verletzungen, die Gesundheitsbeschwerden und die daraus folgenden Kosten für die Behandlung von chronischen Erkrankungen sind oft schwerwiegend. Deshalb hat es sich die ILO zur Aufgabe gemacht, für mehr soziale Gerechtigkeit und die Schaffung und Einhaltung von Menschen- sowie Arbeitsrechten einzutreten.

Neben Aktionen auf nationaler Ebene wird der 28. April auch dazu genutzt, mit Kampagnen auf die untragbaren Zustände aufmerksam zu machen. Aber auch für die Arbeitsplatzsituation in den Industrieländern selbst ist das Thema von Bedeutung. Die Anpassungen von Sicherheitsrichtlinien, die Verbesserung von unternehmensinternen Kommunikationsstrukturen und die Schaffung eines angenehmen Arbeitsklimas sind die erklärten Ziele.

Deshalb haben wir auch in diesem Jahr im Rahmen der Verbändekooperation zwischen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und dem Paritätischen in Bayern wieder vielfältige Angebote für die Mitgliedsorganisationen zusammengestellt.

Weitere Informationen dazu: www.bgw-online.de

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit: WHO und ILO: Fast 2 Millionen Menschen sterben jährlich an arbeitsbedingten Krankheiten

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