Mitgliederversammlung des Paritätischen in Bayern
20.07.2017 Presse, Der Paritätische

Mitgliederversammlung des Paritätischen in Bayern

Auf der Landesmitgliederversammlung am 7. Juli 2017 wurde der Verbandrat des Paritätischen in Bayern neu gewählt mit erstmals zwölf statt 16 Mitgliedern.

Mitglieder des Verbandsrates sind: Norbert Blesch (Münchner Aids-Hilfe e.V. ), Günter Brandmiller (Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit e.V.), Ralph Dürr (Bayerischer Landesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e.V. ), Eva Egartner (Condrobs e.V., Condrobs Beschäftigungs GmbH ), Hilde Kugler (Treffpunkt e.V., Nürnberg), Florian Peter (MobilSpiel e.V., München ), Christian Reisenberg (pro familia Ortsverband München e.V. ), Johanna Rumschöttel, Maria Schwarzfischer (SOS-Kinderdorf e.V.), Christa Steiger (Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Kronach e.V.), Christa Weigl-Schneider (Verein für Fraueninteressen e.V., TuSch Trennung und Scheidung - Frauen für Frauen e.V., München), Peter Weiß (Sozialteam - Soziotherapeutische Einrichtungen gGmbH)

Am 20. Juli 2017 fand die konstituierende Sitzung des Verbandsrates statt. Christa Weigl-Schneider wurde als Vorsitzende wiedergewählt, ebenso ihre beiden Stellvertreter Günter Brandmiller und Hilde Kugler.

„Für eine Gesellschaft, die zusammenhält“

So lautet der Titel der Resolution, die auf der Landesmitgliederversammlung des Paritätischen in Bayern einstimmig verabschiedet wurde. Darin fordert der Paritätische in Bayern die politischen Parteien auf, sich im Wahlkampf für eine offene, tolerante und plurale Gesellschaft stark zu machen. Denn obwohl der Wohlstand in Deutschland und in Bayern wächst, sind Einkommen, Vermögen und Teilhabechancen immer ungleicher verteilt. Das Wohlfahrtsversprechen unserer sozialen Marktwirtschaft gilt für eine wachsende Anzahl von Menschen nicht mehr. Viele haben Angst, abgehängt zu werden. Pauschale Vorurteile und Feindseligkeiten gegen Andere – zum Beispiel „die Flüchtlinge“ oder „die Arbeitslosen“ – finden hier ihren Nährboden. Als Akteur der Sozial- und Gesellschaftspolitik sehen wir uns in der Verantwortung, den Ursachen dieser Verunsicherung entgegenzutreten.

Der Paritätische in Bayern tritt in Politik und Gesellschaft für Vielfalt, Toleranz und Offenheit ein. Selbstbestimmung und Mitbestimmung aller sozialen Gruppen sind wesentliche Bestandteile unseres Verständnisses einer Zivilgesellschaft, in der jeder Mensch gleichberechtigt und gleich wertvoll ist.

Die Gleichwertigkeit aller Menschen sei Kern unserer demokratischen Gesellschaft, betonte die Bayerische Sozialministerin Emilia Müller in ihrem Grußwort bei der Mitgliederversammlung. Darin würdigte sie die Arbeit des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und hob insbesondere die gute Zusammenarbeit hervor. Gesellschaftlicher Zusammenhalt sei keine Selbstverständlichkeit sondern eine Aufgabe aller. Insbesondere die Integration der vielen Flüchtlinge brauche einen langen Atem und Geduld.

Kommunen brauchen mehr Unterstützung

Der erste Bürgermeister Unterföhrings Andreas Kemmelmeyer appellierte in seinem Grußwort an die Ministerin, die Kommunen bei der Aufgabe der Integration nicht allein zu lassen: „Verstehen Sie mich nicht falsch: Wir machen die Arbeit gern. Aber die Kommunen brauchen mehr Anerkennung und mehr Unterstützung“, forderte er.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands Dr. Ulrich Schneider wies in seinem Grußwort darauf hin, dass es die im Grundgesetz als Ziel formulierten „gleichwertigen Lebensverhältnisse“ in Deutschland schon längst nicht mehr gebe. Für ihn sei das Leitthema des Paritätischen in Bayern „Alle gehören dazu“ eine Kampfansage, denn Teilen sei eine wesentliche Voraussetzung, damit alle dazugehören können. Deshalb fordere der Paritätische Gesamtverband seit langem eine gerechte Steuerpolitik, die Reichtum umverteilt.

Integration ist eine doppelte Aufgabe

Besonders bewegend und sehr zum Nachdenken anregend war der Vortrag des früheren Bundestagspräsidenten Dr. h.c. Wolfgang Thierse, in dem es um die Herausforderungen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die Einwanderung ging. Integration sei eine doppelte Aufgabe ist. Sie werde nur gelingen, wenn sowohl die zu uns Kommenden wie auch die Aufnahmegesellschaft Integration wollen und das Notwendige dafür tun. Die Erfüllung dieser doppelten Aufgabe brauche viel Zeit und Kraft. Ein Interview mit ihm dazu finden Sie auf unserer Homepage.

Auf unserer Homepage finden Sie Bilder von der Mitgliederversammlung 2017.

Kontakt: 0176/10 22 07 24 | susann.engert(at)paritaet-bayern.de

Presse, Der Paritätische