Equal Pay Day 2020

#EqualPayDay

Seit 2013 engagiert sich der Paritätische in Bayern als Aktionspartner im Münchner Aktionsbündnis Equal Pay Day, dem größten in Deutschland. Der diesjährige Aktionstag findet am 17. März statt. In München plant das Aktionsbündnis Aktionen vom 3. bis 31. März.

Equal Pay Day 2020

Mädchen und Frauen sind Bildungsgewinnerinnen - aber Verliererinnen, wenn es um Lohngerechtigkeit und die berufliche Karriere geht. Durchschnittlich 21 Prozent beträgt der aktuelle Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland.

Die Gründe dafür sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig: typische Frauenberufe werden geringer geschätzt und entlohnt, Frauen unterbrechen und reduzieren ihre Erwerbstätigkeit für die Familie häufiger und länger als Männer, in Führungspositionen und besser bezahlten Berufen und Branchen sind Frauen selten zu finden. Selbst bei vergleichbaren Qualifikationen und Tätigkeiten verdienen Frauen durchschnittlich sieben Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Nächster Halt: Equal Pay

Erziehung, Pflege, Engagement für andere - unsere Gesellschaft ist abhängig von Sorge-Tätigkeiten. Doch sie schätzt sie nicht: Immer noch werden typische Frauenberufe schlechter bezahlt. Das hat Konsequenzen für die Frauen selbst und für uns als Gesellschaft. Denn wir alle sind im Laufe unseres Lebens auf Sorge und Fürsorge durch andere angewiesen.

Die Bezahlung von Frauen ist deshalb kein Frauenthema. Was wir brauchen, ist eine neue Bewertung von frauentypischen Berufen. Unter dem Motto Lohngerechtigkeit für Frauen steht deshalb der diesjährige Equal Pay Day.

Mit der Equal Pay Day Tram durch München

Vom 3. bis 31. März fährt die Tramlinie 19 mit den Forderungen des Aktionsbündnisses durch München. Fahren Sie mit, treffen Sie Mitstreiterinnen, posten Sie Fotos aus oder vor der Equal Pay Day Tram und machen Sie mit bei der Instagram Aktion Lohngerechtigkeit für Frauen!

Mehr Informationen zur Equal Pay Day Tram gibt es auf der Facebook-Seite des Aktionsbündnisses Equal Pay Day München.


Fragen und Antworten rund um den Equal Pay Day

Warum gibt es den Equal Pay Day

Equal Pay Day heißt „Tag für gleiche Bezahlung“.

Ziel des Aktionstages ist es, auf die Ursachen von Entgeltunterschieden zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen und diese langfristig zu beseitigen. Der Equal Pay Day bezieht sich auf den unbereinigten Gender Pay Gap (siehe Wie groß ist derzeit die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen?).

Seit wann gibt es den Equal Pay Day?

Der Equal Pay Day kommt aus den USA: 1966 vom National Committee on Pay Equity dort ins Leben gerufen, finden seither jährlich Aktionen statt.

2008 wurde der Equal Pay Day erstmalig in Deutschland als „Initiative Rote Tasche“ durchgeführt. Initiiert wurde der Aktionstag vom Business and Professional Women Germany e.V. (BPW). Der BPW ist eines der größten Netzwerke für Unternehmerinnen und berufstätige Frauen weltweit (mehr unter www.bpw-germany.de).

Der Equal Pay Day findet derzeit in über 20 europäischen Ländern statt.

Wie errechnet sich das Datum des Aktionstags?

In Deutschland markiert der Aktionstag die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern symbolisch in Arbeitszeit: Wenn Frauen und Männer den gleichen Stundenlohn bekämen, dann würden Männer ab dem 1. Tag des Jahres bezahlt, während Frauen bis zum Equal Pay Day umsonst gearbeitet hätten.

Der Tag wird jedes Jahr anhand der aktuell vorliegenden Zahlen zum Entgeltunterschied von Frauen und Männern errechnet. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts verdienten Frauen im Jahr 2018 durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. In Bayern liegt der Unterschied sogar bei 24 Prozent.

2019 findet der Equal Pay Day am 18. März statt.

Was bedeuten die roten Taschen beim Equal Pay Day?

Die roten Taschen stehen symbolisch für die „roten Zahlen“ in den Geldbeuteln von Frauen. Damit soll verdeutlicht werden, dass Frauen weniger Geld in der Tasche haben, als Männer.

Wie groß ist derzeit die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern?

Der Gender Pay Gap – also die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern – wird auf zwei verschiedene Weisen berechnet: als unbereinigter und bereinigter Gender Pay Gap.

Im Jahr 2018 lag der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland bei 21 Prozent (Statistisches Bundesamt, März 2019). Das heißt, der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen liegt 21 Prozent unter dem von Männern. Dieser Prozentsatz hat sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verringert (22 Prozent in den Jahren 2010 bis 2015, 21 Prozent in den Jahren 2016 und 2017). Damit liegt Deutschland auf einem der hinteren Plätze im europäischen Vergleich. 

Mit dem Alter wächst der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern an: Nach einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wächst die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr von 9 Prozent auf 27 Prozent an. Mit verheerenden Auswirkungen auf die Rente: Hier liegt die Lücke zwischen Männern und Frauen bei 59,6 Prozent (Fraunhofer-Institut, 2011 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Beim bereinigten Gender Pay Gap werden strukturelle und arbeitsmarktrelevante Merkmale, wie z.B. schlechtere Zugangschancen von Frauen zu bestimmten Berufen und Karrierestufen, herausgerechnet (siehe Warum verdienen Frauen weniger als Männer?). Der Unterschied zwischen Frauen- und Männergehältern wird unter Berücksichtigung vergleichbarer Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien ermittelt. Auch hier verdienen Frauen weniger, nämlich durchschnittlich 7 Prozent.

Warum verdienen Frauen weniger als Männer?

Für den unbereinigten Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männern gibt es verschiedene Gründe:

  • Der Frauenanteil ist in Branchen mit schlechteren Bruttostundenverdiensten überdurchschnittlich hoch. Tätigkeiten und Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden oder als „Frauenberufe“ gelten, werden weiterhin schlechter bewertet oder prekär bezahlt. In bestimmten besser bezahlten Berufen oder Branchen ist der Frauenanteil dagegen gering.
  • Frauen sind seltener in Führungspositionen oder auf höheren Stufen der Karriereleiter zu finden.
  • Frauen unterbrechen und/oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer für die Familie, z.B. für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen. Frauen arbeiten häufiger Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt. Laut einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeiten nur 39 Prozent der Frauen zwischen 30 und 50 Jahren Vollzeit.

Die Entgeltlücke selber ist Wirkung und Ursache zugleich: Durch die Ungleichheit in der Bezahlung ist die Erwerbsneigung von Frauen geringer, da sich aufgrund der Entgeltlücke eine Erwerbsarbeit nicht lohnt oder nur als „Zuverdienst“ zum Familieneinkommen fungieren kann. Damit festigt die Entgeltlücke tradierte Rollenbilder und die geschlechterspezifische Aufteilung von Verantwortung in Partnerschaften.

Aktionen

3. bis 31. März 2020

Tramlinie 19

Informationen zu Abfahrtzeiten und Haltestellen gibt es auf der Facebook-Seite des Aktionsbündnisses

Instagram Aktion Lohngerechtigkeit für Frauen

Informationen gibt es auf dem Instagram-Account des Aktionsbündnisses

#EqualPayDay

Kontakt

Initiatorin für den Equal Pay Day 2019 in München ist die Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen zusammen mit dem Business and Professional Women Germany Club München und dem Stadtbund Münchner Frauenverbände.

Der Paritätische in Bayern ist Aktionspartner.

Zur Homepage des Equal Pay Day München

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