Tag der älteren Generation
30.09.2020 Themen Ältere Menschen Familie

Tag der älteren Generation

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, sang einst Udo Jürgens. Und die meisten von uns wünschen sich natürlich, dass mit 66 Jahren noch lange nicht Schluss ist und man noch Spaß am Leben hat. Doch wie bleibt man im Alter agil? Wie gelingt es, dass das soziale Leben nicht wegbricht, wenn man plötzlich in Rente ist? Und wie kann man sich gut und aktiv auf ein höheres Alter vorbereiten? In München helfen hier die Alten- und Service-Zentren weiter: Sie beraten zu allen Fragen rund um das Älterwerden, helfen dabei, neue Kontakte zu knüpfen oder informieren zu Wohnformen oder zur häuslichen Versorgung.

Foto: Rawpixel.com Adobe Stock

Seit über 40 Jahren gibt es das Alten- und Service-Zentrum (ASZ) Allach-Untermenzing. Es ist eines von insgesamt 32 Zentren in München. „Wir sind Anlaufstelle für die älteren Menschen in unserem Stadtteil“, sagt Manuela Arnsperger. „Zu uns kommen Menschen ab 60 plus und deren Angehörige, aber auch jüngere Menschen.“

Ziel der Beratung und der Angebote im ASZ ist, dass ältere Menschen solange wie möglich bzw. solange sie es selbst möchten zu Hause und in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Im ASZ entstehen außerdem wichtige Netzwerke, private Kontakte und Freundschaften. „Wie gut diese Netzwerke funktionieren, haben wir gerade in der Corona-Pandemie gesehen: Die älteren Menschen haben sich gegenseitig versorgt und sich umeinander gekümmert“, berichtet Manuela Arnsperger. Viele bringen sich auch selbst ehrenamtlich in das ASZ ein, zum Beispiel, indem sie selbst Gruppenangebote durchführen.

„Wenn die Menschen das erste Mal zu uns kommen, scheint bei manchen das Leben sehr schwierig. Dann machen wir Angebote, zeigen Wege auf – und plötzlich öffnen sich ganz neue Türen“, erzählt Manuela Arnsperger.

„Die Alten- und Service-Zentren sind ein tolles Angebot der Stadt München für ältere Menschen“, sagt Manuela Arnsperger. „Wir hoffen natürlich, dass es sie noch lange gibt! Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig diese Struktur in den Stadteilen und die Arbeit der Zentren ist.“

Das Alten- und Service-Zentrum Allach-Untermenzing hat zahlreiche und vielfältige Angebote. Fünf stellen wir hier vor.

  • Präventive Hausbesuche
    Schon immer berät das ASZ Allach-Untermenzing ältere Menschen und ihre Angehörigen auch zu Hause. Seit 2015 aber verstärkt im Rahmen der Präventiven Hausbesuche. Bei diesen Beratungen besteht noch kein akuter Hilfebedarf. Ziel des Angebots ist, älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, zum Beispiel durch Beratung zum Wohnen und zu Pflegegraden und Informationen zu Hilfe- und Unterstützungsangeboten. Im letzten Jahr hat das ASZ 80 Beratungen durchgeführt.
  • Mobiler Helferkreis
    Seit 2004 gibt es den Mobilen Helferkreis. Hier engagieren sich circa 15 Helfer*innen - jüngere, aber auch ältere Menschen, die bereits selbst in Rente sind – ehrenamtlich. Der Helferkreis besucht ältere Menschen zu Hause zur Unterhaltung, zum Spielen oder Vorlesen, geht mit ihnen spazieren, hilft zu Hause bei leichten Hausarbeiten und unterstützt und begleitet bei kleineren Erledigungen wie dem Besuch beim Arzt oder Friseur.
  • Gruppen und Kurse
    In den zahlreichen und vielfältigen Gruppen und Kursen des ASZ können ältere Menschen gemeinsam mit anderen ihren Hobbys nachgehen oder neue Hobbys entdecken. Angeboten werden zum Beispiel Kreativkurse wie Töpfern, Nähen, Malen, Schreiben, aber auch eine Holzwerkstatt, Sprachkurse, Yoga und Qigong oder Bewegung an der frischen Luft wie Wandern und Radeln.
  • Projekt Jung und Alt
    Ein besonderes Projekt gibt es mit dem Waldkindergarten im Park hinterm Haus, dem Waldwichtel e.V.: Senior*innen und Kindergartenkinder besuchen sich gegenseitig zum Backen, Singen und Spielen oder machen zusammen Projekte, wie zum Beispiel das Anlegen eines Herbariums. Wenn es draußen besonders stürmt finden die Kinder auch schon mal Unterschlupf bei den Senior*innen im ASZ.
  • Beratung zum Thema Alter und Armut
    Viele ältere Menschen haben finanzielle Schwierigkeiten oder Sorgen. Auch hier hilft das ASZ weiter. Es berät zum Beispiel zu Ansprüchen auf Grundsicherung, informiert zu Stiftungsmitteln, hilft bei der Beantragung eines Pflegegrads oder stellt den Kontakt zum Sozialbürgerhaus her. Im ASZ gibt es auch den Sozialen Mittagstisch der Stadt München, ein an drei Wochentagen angebotenes kostenfreies Mittagessen für Menschen mit geringem Einkommen.
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