Aktuelles Themenheft
Wege aus der Sorgekrise

Who cares?!: Aktuelles Themenheft zur Care-Krise

Erziehung, Pflege, Hausarbeit, Unterstützung und Engagement für andere – all das gehört zur Care-Arbeit. Diese Sorge-Tätigkeiten – privat wie beruflich erbracht – sind anspruchsvoll und gesellschaftlich unverzichtbar. Heute ist die Sorge-Arbeit in vielen Lebensbereichen nicht mehr sichergestellt. Die Krise zeigt sich in fehlenden Fachkräften, in der enormen Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen und Diensten, und in den Familien, die Erwerbs- und Sorge-Arbeit in Einklang bringen müssen, was nicht selten zu privater Überforderung führt.

Wege aus der Sorgekrise

An manchen relevanten Stellschrauben wird seit einiger Zeit politisch gedreht, umfassende Lösungen sind nicht in Sicht. Eine differenzierte Analyse der Krise und ein gesellschaftlicher Konsens sind notwendig, die in wirkungsvollen Maßnahmen münden. Dabei müssen die gesellschaftliche Aufwertung von sogenannten reproduktiven Tätigkeiten, die Organisation von Erwerbstätigkeit, Chancengleichheit von Frauen und Männern und die Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme zusammengedacht werden.

 

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Inhalte des Themenhefts:

  • Was sind die Ursachen der Sorge-Krise?
  • Wie können Sorge-Arbeit und Sorge-Berufe aufgewertet werden?
  • Was muss getan werden, um die Versorgung überall sicherzustellen?

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Care-Arbeit ein Frauenthema?

Nach wie vor wird Frauen die primäre Zuständigkeit für Sorgearbeiten und Haushalt zugewiesen. Folge davon sind beispielsweise die hohe Teilzeitquote von Frauen und ungleiche Chancen am Arbeitsmarkt – mit den bekannten negativen Effekten für die wirtschaftliche Absicherung von Frauen auch im Alter.

Die Care-Krise ist aber mitnichten ein Frauenthema. Sie betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Es stellt sich die Frage, wie wir leben wollen? Und welchen Wert die reproduktiven Tätigkeiten – also die Sorge für andere und das Engagement für andere im Gemeinwesen – in unserer Gesellschaft haben und welchen Raum und welche Absicherung wir für sie als Gesellschaft vorsehen?

Who cares?: Alle sind gefragt!

Eines steht fest: Wir alle sind auf Sorge und Fürsorge durch andere angewiesen, mal mehr, mal weniger im Laufe unseres Lebens. Unsere Gesellschaft und die Wirtschaft können ohne Sorge-Arbeit nicht existieren. Und obwohl das so ist, erfahren diese Tätigkeiten nicht die Wertschätzung, die sie verdienen.