Resolution gegen Altersarmut
04.07.2017 Themen Soziale Teilhabe und Armut Frauen und Mädchen Arbeit und Beschäftigung

Resolution gegen Altersarmut

Resolution gegen Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen: Der Paritätische in Bayern ist Mitunterzeichner der Resolution, die am 4. Juli von ver.di Bayern zusammen mit dem DGB, Einzelgewerkschaften sowie Verbänden und Organisationen verabschiedet wurde.

Die Rente ist das Spiegelbild des Erwerbslebens: Frauen haben noch immer nicht die gleichen Einkommenschancen wie Männer. Die Folge ist, dass ihr Alterseinkommen häufig geringer ist und sie auch im reichen Bayern besonders von Altersarmut bedroht sind. Ver.di Bayern hat deshalb am 4. Juli in Ingolstadt zusammen mit dem DGB, Einzelgewerkschaften sowie Verbänden und Organisationen eine „Resolution gegen Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen“ verabschiedet.

Der Paritätische in Bayern unterstützt Resolution

„Bei der eigenständigen wirtschaftlichen und sozialen Absicherung von Frauen sind wir noch weit von der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern entfernt“, sagt Margit Berndl, Vorstand Verbands- und Sozialpolitik des Paritätischen in Bayern. „Im Gegenteil: Frauen sind überdurchschnittlich in prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnissen tätig. Zugleich sind die Erwerbseinkommen von Frauen im Vergleich zu denen von Männern immer noch geringer. Das sogenannte Normalarbeitsverhältnis – die durchgängige Vollzeitbeschäftigung mit einem durchschnittlichen Erwerbseinkommen – als Voraussetzung für eine auskömmliche Rente im Alter hat für Frauen aufgrund ihrer Zuständigkeit für private Familienaufgaben außerdem noch nie gegolten.

Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Männern in das Rententalter kommt, die ebenfalls brüchige und prekäre Berufsbiografien mitbringen. In Verbindung mit der kontinuierlichen Absenkung des Rentenniveaus hat das zur Folge, dass die Rente für eine Person allein schon nicht mehr ausreicht. Für die Frauen bedeutet das, dass das Modell der Versorgerehe für sie in Zukunft noch weniger tragen wird. Armut im Alter ist so programmiert. Der Paritätische in Bayern sieht dringenden Handlungsbedarf und unterstützt deshalb die Resolution gegen Altersarmut.“

Forderungen der Resolution

  • Wir brauchen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik: Die Talfahrt des Rentenniveaus muss gestoppt werden. Nach Jahrzehnte langer Arbeit muss die Rente reichen um ein anständiges Leben zu führen und mit Würde alt werden zu können. Wir fordern, dass das gesetzliche Rentenniveau stabilisiert und dann wieder angehoben werden muss.
  • Wer lange Zeit nur ein geringes Arbeitsentgelt erhält, dessen Verdienste müssen in der Rente aufgewertet werden. Das nützt vor allem Frauen. Wir fordern deshalb die Fortsetzung der Rente nach Mindestentgeltpunkten.
  • Wer aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist erwerbstätig zu sein, darf im Alter nicht arm sein. Wir fordern, dass die Leistungen der Erwerbsminderungsrenten deutlich verbessert werden.
  • Wer längere Zeit arbeitslos ist und Arbeitslosengeld II (Alg II) bezieht, bekommt keine Rentenzeiten angerechnet. Wir fordern, dass auch für Zeiten des Bezugs von Alg II wieder Rentenbeiträge von der Bundesagentur für Arbeit entrichtet werden.

 

Folgende Unterstützerinnen und Unterstützer haben die Resolution unterzeichnet:

Luise Klemens | Landesbezirksleiterin ver.di Bayern

Dr. Verena Di Pasquale | stv. Vorsitzende DGB Bayern

Elke Beck-Flachsenberg | 1. Vorsitzende Evangelische Frauen in Bayern

Peter Schall | Vorsitzender Gewerkschaft der Polizei Bayern

Freddy Adjan | Landesbezirksvorsitzender NGG Bayern

Hildegund Rüger | Präsidentin Bayerischer Landesfrauenrat

Dr. Elfriede Schießleder | Landesvorsitzende Katholischer Deutscher Frauenbund

Ulrike Mascher | Präsidentin Sozialverband VdK Bayern

Helene Heine | Vorsitzende Verband alleinerzieh. Mütter und Väter

Margit Berndl | Vorstand Verbands- und Sozialpolitik Der Paritätische in Bayern

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