Recht auf Teilhabe
04.04.2018 Themen Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Ältere Menschen Arbeit und Beschäftigung Bildung Familie Frauen und Mädchen Inklusion Kinder und Jugend Migration und Flucht

Recht auf Teilhabe

Armut, psychische Erkrankungen, Alter, Herkunft oder eine Behinderung: Weltweit und in Deutschland wird ein wachsender Teil der Bevölkerung von einer aktiven Teilhabe am politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen.

„Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied.", beginnt Artikel 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Allen Menschen sind gleiche Möglichkeiten zur Teilhabe in Bildung und Wissenschaft, in Wirtschaft und Arbeit, sowie an der Kultur gleichermaßen zu ermöglichen.

Vom politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen zu sein, gefährdet die Verwirklichung von Demokratie und unterminiert das Vertrauen in ihre Institutionen. Es beeinträchtigt die physische und psychische Gesundheit von Menschen, fördert Isolation und gefährdet mithin den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Menschen werden ausgeschlossen

Doch weltweit und in Deutschland wird ein wachsender Teil der Bevölkerung von einer aktiven Teilhabe in einem oder mehreren dieser Bereiche der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ursachen dafür sind häufig Armut, psychische Erkrankungen, Alter, vermeintliche Herkunft oder eine Behinderung. Um Teilhabe zu verwirklichen, müssen wir den Blick auf die ausgrenzenden Strukturen und Mechanismen richten. Aber ebenso nötig ist der feste Wille und die gemeinsame Anstrengung, diese Grenzen abzubauen und Menschen aktiv zu inkludieren. Denn jeder Mensch hat das Recht darauf, nicht nur dabei zu sein, sondern mitzumachen.

Alle gehören dazu

In der UN-Kinderrechtskonvention aus dem Jahr 1998 und in der UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2008 wurden das Recht auf Inklusion festgeschrieben und konkrete Ziele und Maßnahmen formuliert. Inklusion betrifft jedoch nicht nur Kinder und Menschen mit Behinderung. Es geht darum, Teilhabe für alle Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen.

Es ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn Menschen mit einer Behinderung bewusst aus politischen Entscheidungsprozessen herausgehalten werden. Es ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn arme Menschen nicht am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können, da die Kinokarte oder der Cafébesuch finanziell nicht zu stemmen sind. Es ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn Kinder aus armen Familien nicht an der Klassenfahrt teilnehmen können.

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