Alter und Pflege
10.07.2018 Themen Ältere Menschen Arbeit und Beschäftigung Familie Pflege Soziale Teilhabe und Armut

Alter und Pflege

Forderungen an die bayerische Politik: Unser Bayern ist für ältere und pflegebedürftige Menschen lebenswert.

©Ingo Bartussek_Fotolia.com

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung werden im Jahr 2050 älter als 60 Jahre sein. Das aktive Älterwerden bei steigender Lebenserwartung ist erfreulich. Die Potentiale und das Wissen der älteren Generation werden bisher zu wenig gesellschaftlich anerkannt. Die Politik einer älter werdenden Gesellschaft muss darauf ausgerichtet werden, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen sowie soziale Teilhabe zu sichern.

Mit der steigenden Zahl älterer und hochbetagter Menschen wächst auch der Pflegebedarf. Drei Viertel der Pflege wird privat erbracht. Der Pflegenotstand ist schon jetzt zur Dauerkrise geworden. Darunter leiden alle Beteiligten. Um eine menschenwürdige Pflege für alle sicherzustellen, braucht es mehr Zeit, mehr Personal und vor allem mehr Geld im System! Es braucht einen Richtungswechsel: Die Pflege muss so reformiert werden, dass die institutionelle Pflege ausgebaut und die private Pflege entlastet wird.

Damit Bayern für ältere und pflegebedürftige Menschen lebenswert ist, fordern wir:

  • gute Arbeitsbedingungen für mehr und besser bezahltes Pflegepersonal,
  • Schaffung und Förderung von präventiven Beratungsangeboten für den Erhalt der Selbständigkeit und Lebensqualität,
  • Refinanzierung aller Aufwendungen insbesondere der Tarifsteigerungen durch die Kostenträger, um die Rahmenbedingungen für eine gute Pflege gewährleisten zu können,
  • Förderung einer barrierefreien wohnortnahen Daseinsvorsorge sowie sozialer Angebote zur Stärkung gegenseitiger nachbarschaftlicher Hilfe,
  • infrastruktureller Ausbau und Förderung bedarfsgerechter, wohnortnaher und bezahlbarer pflegerischer Versorgungsangebote,
  • langfristige Förderprogramme zur Stärkung der Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum, um gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu schaffen,
  • eine freie Wahl der passenden Versorgungsform – ambulant, teilstationär oder stationär,
  • Stärkung der Kommunen für einen bedarfsgerechten Ausbau der Versorgungsangebote und deren Vernetzung sowie die Weiterentwicklung alternativer Wohn- und Versorgungsformen.
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