Bündnis gegen Altersarmut
19.02.2020 Themen Ältere Menschen Frauen und Mädchen Soziale Teilhabe und Armut

Bündnis gegen Altersarmut

Das Bündnis "Gegen Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen" fordert die Kommunen in Bayern dazu auf, Angebote und Strukturen zu schaffen, die Altersarmut verhindern und älteren Menschen ein würdiges Leben ermöglichen. Der Paritätische in Bayern ist Mitglied im Bündnis.

©AdobeStock photocrew

Kommunen in der Verantwortung

In Bayern sind aktuell 21,5 Prozent (Frauen 24,2 Prozent, Männer 18,3 Prozent, Armutsgefährdungsquote in Bayern gemessen am Landesmedian im Jahr 2018, Statistische Ämter des Bundes und der Länder) der Über-65-Jährigen armutsgefährdet. Armut führt nicht nur zur Unterversorgung im alltäglichen Leben, sondern schränkt auch die Handlungs- und Entscheidungsspielräume ein, behindert den Zugang zu sozialen und kulturellen Ressourcen und stellt ein Gesundheitsrisiko dar.

Betroffen sind vor allem Frauen: als Alleinerziehende, in der Familie mit drei oder mehr Kindern, als Erwerbslose und als Rentnerin. Gründe sind unter anderem die Teilzeitfalle, die Rentenlücke durch Carearbeit und die Lohnungleichheit. Kommunalpolitiker*innen dürfen hier nicht wegschauen!

Das Bündnis gegen Altersarmut fordert deshalb die bayerischen Kommunen dazu auf:

Kommunale Strukturen schaffen, um Altersarmut zu verhindern

  • Aufbau eines kostenlosen, ausreichenden, wohnortnahen und qualitativen Angebots an Krippen, Kindergärten und Horten
  • Ausbau von Unterstützungs- und Entlastungsangeboten für ambulante und stationäre Pflege sowie Tages- und Kurzzeitpflege
  • Umsetzung von „Guter Arbeit“ und Chancengleichheit für Frauen bei der Kommune und ihren Beteiligungsgesellschaften z. B. durch Arbeitsmarkt- und Ballungsraumzulagen
  • Förderung von Angeboten, die Frauen beim qualifikationsadäquaten Wiedereinstieg nach Kindererziehungs- bzw. Pflegephasen unterstützen
  • Einführung einer Tariftreueregelung bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen
  • Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Förderung alternativer Wohnformen durch die Vergabe von Grundstücken an Genossenschaften und Quoten für Sozialwohnungen

Kommunale Strukturen schaffen, um älteren Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen

  • Erstellung eines Armutsberichtes, der Transparenz schafft über das Ausmaß von Armut in der Kommune und ihren Quartieren
  • Gesellschaftliche Teilhabe durch bezahlbare Angebote für Bildung, Gesundheit, Kultur, Sport oder Freizeit ermöglichen
  • Isolation älterer Menschen verhindern durch aufsuchende Hilfen, Unterstützung von Selbsthilfestrukturen und Einrichten von Alten- und Servivecentren
  • Beratung und Informationen dort anbieten, wo ältere Menschen einfach und gut erreicht werden
  • Mobilität durch kostenlosen ÖPNV und kommunale Fahr- und Begleitdienste unterstützen
  • Sicherstellung der digitalen Teilhabe für Seniorinnen und Senioren

Das Bündnis besteht aus folgenden bayerischen Organisationen:

Bayerischer Landesfrauenrat (BayLFR), Deutscher Gewerkschaftsbund Bayern (DGB), Evangelische Frauen in Bayern (EFB), Evangelische Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in Bayern (afa), Katholischer Deutscher Frauenbund in Bayern (KDFB), Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Ev. Luth. Kirche in Bayern (kda), Katholische Arbeitnehmerbewegung in Bayern (KAB), Paritätischer Wohlfahrtsverband in Bayern, Sozialverband VdK in Bayern, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft in Bayern (ver.di)

Themen Ältere Menschen Frauen und Mädchen Soziale Teilhabe und Armut