Migration
10.07.2018 Themen Migration und Flucht

Migration

Forderungen an die bayerische Politik: Unser Bayern begegnet allen Menschen mit Respekt und fördert die Integration.

©Daniel Ernst Fotolia.com

Ohne Zweifel: Die Integration der vielen geflüchteten Menschen ist eine gewaltige Aufgabe, die wir schaffen müssen. Dazu gibt es keine Alternative, wenn der soziale Frieden in Deutschland erhalten bleiben soll. Die Integrationsaufgabe wird allerdings nicht leichter, wenn die öffentliche Debatte derart aufgeheizt ist und allein auf Ausgrenzung setzt. Das nutzt niemandem. Im Gegenteil: Sie vermittelt nicht nur den Geflüchteten „Wir wollen euch hier nicht“, sondern sie zeigt auch den vielen gut integrierten Menschen mit Migrationshintergrund, dass sie nicht dazu gehören. Das ist fatal und spaltet unsere Gesellschaft.

Der größte Teil der Geflüchteten ist jünger als 30 Jahre. Viele von ihnen sind zum Nichtstun und Abwarten verurteilt, weil die Asylverfahren noch immer zu lange dauern. Diese Perspektivlosigkeit in Kombination mit der Unterbringung in Massenunterkünften fördert Konflikte und auch Aggressivität. Stattdessen brauchen sie Perspektiven – durch Bildung, Qualifizierung und Beschäftigung.

Um die gewaltige Aufgabe der Integration zu meistern, fordern wir:

  • Unterbringung in kleineren dezentralen Aufnahmeeinrichtungen sowie eine möglichst frühzeitige Unterbringung in Wohnungen; die Selbstbestimmung muss gewährleistet sein,
  • Bedarfen von Geflüchteten mit besonderem Schutzbedarf, z.B. für alleinstehende Frauen und Kinder oder LGBTIQ-Geflüchtete, muss Rechnung getragen werden,
  • umfassende gesundheitliche und psychosoziale Versorgung und Beratung,
  • eine Integrationspolitik, die von Anfang an Zugang zu Sprachkursen, Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt unabhängig von der Bleibeperspektive sicherstellt und Integration auf Augenhöhe ermöglicht,
  • auskömmliche Finanzierung der Flüchtlings- und Integrationsberatung, die unabhängig von staatlichen Interessen ist,
  • die geplanten Ankerzentren lehnen wir ab, denn die Betroffenen werden hier gezielt von sozialen Kontakten, Beratungs-, Integrations- und Partizipationsmöglichkeiten ausgeschlossen; Ängste bei den Geflüchteten und bei der Bevölkerung sind vorprogrammiert,
  • eine Asylpolitik, die das Recht auf Schutz und die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellt.
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