Fachinformation
13.03.2020 Aus dem Landesverband, Fachbereich Ältere Menschen, Fachbereich Menschen mit Behinderung, Ältere Menschen, Gesundheit, Corona, Schutz- und Hygienemaßnahmen, Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Pflege

Coronavirus - Weitere Hinweise und Informationsmaterial in pflegerelevanten Bereichen

Hinsichtlich des Umgangs mit dem COVID-19/Coronavirus reagieren immer mehr Landesministerien mit entsprechenden Schreiben an Pflegeeinrichtungen. Derweil werden auch Nutzer*innen von Pflegeangeboten mit Informationsmaterial direkt angesprochen. Die Situation hinsichtlich der Verfügbarkeit von Schutzausstattung spitzt sich zu.

 

So haben die BZgA und das BMG allgemeinverständliche Informationsmaterialien in Form von Postern für Bewohner*innen von stationären Pflegeeinrichtungen bzw. Klienten von Pflegediensten entwickelt. Diese liegen hier bei.

Es setzt sich endlich auch zusehends ein von politischer Seite ausgesprochener restriktiver Umgang mit dem Besuchsthema durch. So gibt es Anweisungen bzgl. Kontakteinschränkungen in Baden-Württemberg. Dort liegt im Hinblick auf den Schutz besonders vulnerabler Gruppen in Einrichtungen eine Weisung des Sozialministeriums zum Umgang mit Personen vor, die sich in Risikogebieten und besonders betroffenen Gebieten aufgehalten haben. Aus Bayern ist eine Allgemeinverfügung zur Regelung des Betretungsverbots von Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen, die dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz unterfallen sowie akut-stationären Einrichtungen bekannt. Als Beispiel liegt die Verfügung des Landratsamt Oberallgäu mit der Stadt Kempten vor, die den betroffenen Trägern direkt zugestellt wurde.

Aus Mecklenburg-Vorpommern ist ein Schreiben des zuständigen Landsministeriums bekannt, in dem angekündigt wird, dass Corona-bedingte Ausfälle beim Personal zu keinen ordnungsrechtlichen Folgen hinsichtlich der Fachkraftquote führen.

Wir nutzen nochmals die Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass die Bundesländer eigentlich beauftragt sind, den Bedarf der relevanten Einrichtungen an Schutzausstattung abzufragen und sodann die Verteilung des zur Verfügung stehenden Materials vorzunehmen. Leider scheint es weiterhin so zu sein, dass in einigen Ländern diese Abfragen nicht in den außerklinischen pflegerelevanten Bereichen durchgeführt wurden. Auch ist von einer absoluten Knappheit des von Bund und ggf. durch die Länder beschafften und noch zu beschaffenden Materials an Schutzausstattung auszugehen. Den Mitgliedseinrichtungen geht das vorhandene Material für die ohnehin mit Schutzkleidung zu versorgenden Pflegebedürftigen aus und auf dem Markt ist kein Material verfügbar (s. Bsp. WiBU im Anhang). Hinzu kommt, dass lt. RKI-Empfehlungen z.B. in der Pflege von Erkrankten mit Fieber oder Atemwegserkrankungen auch ohne abgeklärte SARS-CoV-2 eine den Empfehlungen entsprechende Schutzausrüstung Anwendung finden soll. Dann kann es sein, dass Pflegekräfte der Kontaktpersonenkategorie II weiterhin mit angezogener Schutzausstattung ihren Dienst verrichten und für etwaige Corona-Fälle muss ein entsprechender Vorrat an geeignetem Material angelegt werden.

Daher möchten wir erneut auf Folgendes hinweisen:

  • Sämtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zum ressourcenschonenden Einsatz des vorhandenen Materials lt. RKI (Wiederverwendung, wiederaufbereitbares Material, Kontaktreduktion, usw.) müssen ausdrücklich genutzt werden. In Absprache mit den Gesundheitsämtern können weitere Regelungen getroffen werden.
  • Es muss in den Ländern über alle Kanäle sichergestellt werden, dass die Länder bei Bedarfsabfrage und Verteilung die außerklinischen pflegerelevanten Bereiche berücksichtigen.
  • Zwischenzeitlich kann die bereits umverteilte Beispielliste zur Bedarfserhebung an die Mitgliedseinrichtungen gegeben werden, damit schon mal eine Auseinandersetzung damit erfolgen kann (liegt hier nochmal bei).
  • Wenn absehbar ist, dass kein Material mehr eingesetzt werden kann, sind Lösungen mit dem zuständigen Gesundheitsamt und ggf. unter Beteiligung der Heimaufsicht zu finden. Auch der Einbezug der Pflegekassen oder des MDK ist eine Option. Es ist möglich, dass dort, im Gesundheitsdienst oder in Absprache dieser mit der Bundeswehr div. Restbestände ausfindig gemacht werden, die aber nur im äußersten Notfall herausgegeben werden.
  • Sofern noch nicht vorhanden, sollte durch das Land allen Beteiligten eine Liste mit der Erreichbarkeit aller Gesundheitsämter (auch Email) sowie der Leitstellen und der Erreichbarkeit außerhalb der regulären Dienstzeiten zur Verfügung gestellt werden.
  • Es sollte an die Solidarität der Träger untereinander appelliert werden und zwar in jeglicher Hinsicht - zum Schutze der Mitarbeitenden und im Sinne der Versorgung der Pflegebedürftigen.

 Weitere Informationen können Sie untenstehend herunterladen.

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Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V.

Verantwortlich:
Lydia Ahlig, Referentin Altenhilfe
Klaus Lerch, Referent Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

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