www.paritaet-bayern.de: Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V. https://www.paritaet-bayern.de/ Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V. Aktuelle Meldungen de www.paritaet-bayern.de: Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V. https://www.paritaet-bayern.de/fileadmin/verband/bund_2015/theme/img/icon_newsfeed.gif https://www.paritaet-bayern.de/ 16 16 Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V. Aktuelle Meldungen TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Mon, 22 Nov 2021 14:13:16 +0100 Motivational Interviewing Grundkurs https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=22&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23482&cHash=845a2171e643ee8ff9e0a9b2b11316c3

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Pädagogische Fachkräfte

INHALTE

Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing,

kurz MI) ist ein klient*innenzentrierter Ansatz der

Gesprächsführung mit dem Ziel, die Eigenmotivation

zur Änderung problematischen Verhaltens zu steigern.

Ausgangspunkt des MI bildet die Annahme, dass Menschen

ambivalent sind. Das heißt: Es gibt gute Gründe für, aber

auch gegen die Änderung eines Verhaltens. Wenn man dies

zulässt und bestimmte Gesprächsprinzipien (z. B. beim

Auftauchen von Widerstand) beherzigt, wird der Patient

„automatisch“ zum Fürsprecher der eigenen Veränderung.

Die Seminarteilnehmer*innen erhalten einen Überblick über

den Ansatz des MI und eignen sich praktisches

Handwerkszeug in MI-Basismethoden an:

■ Bewusstmachen der eigenen Grundhaltung

■ den eigenen Handlungsspielraum im Hinblick auf

motivierende Gesprächsführung erkennen und

ausfüllen können

■ die Werkzeuge kennen, beherrschen und zum geeigneten

Zeitpunkt anwenden können

■ die erlernten MI-Kompetenzen zur Burnout-Prävention

einsetzen können

REFERENTIN

Gela Böhrkircher,

Dipl.-Sozialpädagogin,

GK Quest Akademie GmbH

TEILNEHMER*INNENZAHL

Online: 14 Plätze

Präsenz: 16 Plätze

KOSTEN

520,- € Teilnahmegebühr

16,- € pro Tag Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

VERANTALTUNGSTAGE

22.11.2021

23.11.2021

30.11.2021

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 22 Nov 2021 14:13:16 +0100
Vertiefungsseminar Traumatisierungen, Traumafolgestörungen und Sucht https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23319&cHash=2fef743b8b2a81923fe0c8d927debb78

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen im Suchtbereich, die sich

für ihre tägliche Arbeit mit traumatisierten

Suchtmittelabhängigen fortgeschrittenes Knowhow aneignen möchten.

INHALTE

Die Fortbildung ist ein Kompaktseminar für Fortgeschrittene

mit praktischer Fallarbeit.

■ Aspekte der Entwicklungspsychologie, Traumatisierungen

und die Entstehung von Traumafolgestörungen, Umgang

und Behandlung von Menschen mit Traumafolgestörungen,

Zusammenhang zwischen Traumatisierungen,

Traumafolgestörungen und Sucht

■ Praxis psychosozialer Arbeit: Die Rolle des*der Berater*in,

Therapeut*in, Betreuer*in und sein*ihr Umgang mit

traumatisierten Suchtmittelabhängigen: Bearbeitung von

Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmer*innen

REFERENT

Jürgen Glatting,

Dipl.-Psychologe, Psychologischer

Psychotherapeut, Einrichtungsleitung

ÜWG, Condrobs e. V., Lehrbeauftragter

an der Katholischen Stiftungshochschule

München im Masterstudiengang Suchttherapie,

Weiterbildung am Münchner

Institut für Traumatherapie

TEILNEHMER*INNENZAHL

15 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

]]>
Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Wed, 10 Nov 2021 11:34:17 +0100
Tanz mit dem Wiederstand: Motivierende Gesprächsführung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=08&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23317&cHash=8e45d035198a9c1c4c16b65868eec242

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Fortbildung für alle Akteur*innen im Bereich der Suchttherapie

für Neueinsteiger*innen und zur Vertiefung

INHALTE

Für alle Neueinsteiger*innen im Bereich der Suchtthematik

stellt es eine große Herausforderung dar, mit Betroffenen

und Angehörigen gelungene Gespräche zu führen.

Motivierende Gesprächsführung ist die Brücke für

konstruktive Kommunikation.

■ Einblick in die Methode der Motivierenden Gesprächsführung

und einzelne Module des NLP

(Neuro Linguistisches Programm)

■ Erarbeiten gezielter Kommunikationsstrategien und

-kompetenzen anhand praktischer Fallbeispiele aus Ihrem

Arbeitsalltag und Situationssequenzen: Gelegenheit, Ihre

individuellen Anliegen aus dem jeweiligen Arbeitsfeld

einzubringen und Gesprächssituationen zu erproben.

REFERENTIN

Dr. Carolin Zeller,

Psychologin, Abteilungsleitung Landkreis

Garmisch-Partenkirchen, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

12 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

]]>
Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 08 Nov 2021 11:26:56 +0100
Sucht im Alter - (K)ein Tabu https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=26&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23459&cHash=108b0ba624c45a6eed015689837e61c8

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Alle Fachkräfte, die sich für dieses Thema interessieren

INHALTE

Das Älterwerden ist mit großen Herausforderungen

verbunden: der Wegfall gewohnter Strukturen, körperliche

Einschränkungen, Krankheits- und Todesfälle im

Bekanntenkreis oder des Partners. Potenzielle Suchtmittel

können zu schnell verfügbaren, vermeintlichen Abhilfen

werden, die mit erheblichen Risiken und Folgeschäden

einhergehen. Schädlicher Konsum oder eine Abhängigkeit

werden bei älteren Menschen oft nicht oder erst spät

erkannt, da die Folgeschäden meist fälschlicherweise dem

Alter angelastet werden.

Die Schulung gibt Mitarbeiter*innen der offenen und

ambulanten Seniorenarbeit Methoden an die Hand,

■ die eigene Haltung zu reflektieren

■ gesundheitlich riskanten Konsum oder süchtiges

Verhalten bei Senior*innen feinfühlig anzusprechen

■ Ressourcen zu stärken und Hilfe anzubieten

■ und dabei die eigenen Grenzen und Handlungsmöglichkeiten

gut im Blick zu behalten.

REFERENTINNEN

Dr. Carolin Zeller,

Psychologin, Abteilungsleitung Landkreis

Garmisch-Partenkirchen, Condrobs e. V.

Philine Altebäumer

MPH, Sozialpädagogin B.A.,

Suchtberatungsstelle Starnberg,

Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

12 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

]]>
Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Tue, 26 Oct 2021 13:49:15 +0200
Gesundheitsstrategien in Digitalen Zeiten https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=20&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23321&cHash=b891cb691fd1091175d66ea4940c38c3

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen aus allen sozialen Arbeitskontexten

INHALTE

Neu- und Umstrukturierungen am Arbeitsplatz, Schritt

halten mit der Digitalisierung, aber auch emotionale

Herausforderungen, die die Corona-Zeit mit sich bringt,

beschäftigen jede*n – für sich persönlich und im Team.

Gesund bleiben oder wieder werden – was bedeutet

es heute?

Das Seminar greift Kernaspekte von Gesundheitsstärkung

und -förderung auf und beleuchtet diese unter den

aktuellen Rahmenbedingungen im Arbeitskontext – mit

dem Ziel handlungsfähig zu bleiben und bestmögliche

Entlastungsmomente zu finden.

■ Bedeutung von transparenter Kommunikation

als Gesundheitsfaktor

■ Hybrid und agil arbeiten – Stressfaktoren und

Chancen zugleich

■ Selbstsorge unter neuen Vorzeichen – was bleibt

bewährt und wirksam und wo brauchen wir neue

Zugänge?

■ Mitgestaltung und Selbstorganisation in Zeiten

vermehrter Vorgaben

■ Resilienz und Entlastung im Team – war wichtig

und bleibt wichtig. Was konkret können wir tun?

Konkrete Beispiele skizzieren die strukturelle Verankerung

von betrieblichem Gesundheitsmanagement bei Condrobs.

REFERENT*INNEN

Anne Lubinski, Dipl.-Pädagogin, Fachreferentin für Prävention und Gesundheitsmanagement, Condrobs e. V.

Andreas Schwabeneder, Dipl.-Pädagoge Univ., Sozialtherapeut Sucht (VDR), Abteilungsleitung Sozialtherapie und Männerspezifische Hilfen, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

15 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Wed, 20 Oct 2021 11:44:43 +0200
#Digital Natives: Jugend im Digitalen zeitalter https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=14&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23316&cHash=8b74fd6417adb5cd4fba2e174ca8c955

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Fortbildung für Fachkräfte der Jugendhilfe

INHALTE

■ Welche digitalen Medien gibt es überhaupt?

■ Welche Bedeutung haben die verschiedenen Medien in

der Lebenswelt von Mädchen* und Jungen*?

■ Welche Risiken gibt es?

■ Wie gehe ich als pädagogische Fachkraft damit um?

■ Wie werden die Themen besprechbar?

■ Machen Verbote Sinn?

■ Wie erkenne ich erste Anzeichen

von Abhängigkeit?

In der Fortbildung geht es um die digitale Lebenswelt von

Kindern und Jugendlichen und deren Auswirkung auf die

pädagogische Arbeit. Insbesondere steht die Vermittlung

eines mündigen und selbstbestimmten Umgangs mit

digitalen Medien im Vordergrund.

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. Online stattfindet.

REFERENT*INNEN

Anna Henning, Sozialpädagogin M.A., Inside, Condrobs e. V.

Mel-David Tersteegen, Sozialpädagoge M.A., Inside, Condrobs e. V.

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Thu, 14 Oct 2021 11:21:52 +0200
Basiswissen Sucht https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23305&cHash=b449a10535591f55dabdff4720167628

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Alle (neuen) Mitarbeiter*innen in der Prävention, Suchthilfe,

Justiz und (Sozial-)Verwaltung, die bereit sind, sich

selbst zu reflektieren, Konsummuster zu erkennen und

ein echtes Verständnis für Suchtkrankheit zu entwickeln.

INHALTE

Wissen über Abhängigkeitserkrankungen erwerben,

eigene Konsummuster erkennen, Verständnis für

Suchtkranke entwickeln, Hilfe für Suchtgefährdete

und Suchtkranke anbieten können, das Suchthilfesystem

durchschauen.

In Vorträgen, Kleingruppenarbeiten und Diskussionen

werden folgende Themen erarbeitet:

■ Welche Gefühle sind mit dem Thema Sucht verbunden?

■ Wie entsteht eine Abhängigkeitserkrankung?

■ Wie funktioniert Suchtprävention?

■ „Hitliste“ der Süchte seit 1992

■ Wege aus der Sucht

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. verschoben.

REFERENT

Josef Strohbach,

Dipl.-Psychologe, stellv. Bereichs-

Geschäftsführer Angebote

für Frauen* und Männer* in München,

Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

19 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Tue, 05 Oct 2021 09:41:36 +0200
Genderheterogene Beratung: Benefits und Schwierigkeiten des „CROSSWORK“ https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=23&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23313&cHash=31d18c9b00d7820ff85173058222f465

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Pädagogisches Fachpersonal

INHALTE

In diesem Workshop geht es nach einem kurzen

theoretischen Input um die eigenen Erfahrungen mit

Dynamiken von Doing Gender in der Beratung, Betreuung

und Sozialpädagogik mit anderen als dem eigenen Gender.

Ausgehend von Anforderungen in Ihrer Praxis wollen wir

die relevanten Themen identifizieren, Erfahrungen

austauschen und Handlungsoptionen entwickeln. Dabei

reflektieren wir Grenzen, Vorteile und Chancen einer solch

genderübergreifenden Arbeit.

■ Theoretischer Input zu Doing Gender

■ Dynamiken in Dyaden und Gruppen

■ Hotspots von Gender Troubles

■ Handlungsmöglichkeiten und Grenzen

ZIELE

■ Vertiefung von Gendersensibilität

■ Austausch von Erfahrungen

■ Anreicherung von Handlungsoptionen

■ Theoretisches Verständnis für Gender-Dynamiken

REFERENTIN

Prof.in, Dr.in Brigitte Schigl (Österreich),

MSc. Klinische Psychologin, Psychotherapeutin

(Integrative Gestalttherapie, Integrative

Therapie) und Supervisorin in freier

Praxis. Professorin an der Donau Universität

Krems (Psychotherapie-, Supervisionsausbildung).

Studiengangsleitung Psychotherapieund

Beratungswissenschaften an der Karl

Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften.

Forschung und Publikationen

zu Psychotherapie und Gender

TEILNEHMER*INNENZAHL

15 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

]]>
Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Thu, 23 Sep 2021 10:56:31 +0200
RückfallPräventions-Program S.T.A.R. https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=21&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23334&cHash=649cca7aec10643e21387158159f4071

]]> ]]> VORAUSSETZUNG

Besuch eines MI-Grundkurses

ZIELGRUPPE

Fachkräfte in der Suchthilfe, die mit Alkohol- und

Drogenkranken arbeiten

INHALTE

Da der Rückfall heute als Bestandteil des Ausstiegs aus der

Sucht verstanden wird, mit dem konstruktiv-therapeutisch

umgegangen wird, benötigen Fachkräfte gezielte Maßnahmen

der Rückfallprävention: Grundlage und Bestandteil

der Fortbildung ist ein detailliertes Manual mit Modulabläufen,

Arbeits- und Informationsblättern, Notfallpass u.a.m.

nach der S.T.A.R.-Methodik sowie weitere Materialien

aus Rückfallpräventionstrainings für den Bereich illegaler

Substanzen.

S.T.A.R. vermittelt den Teilnehmer*innen Kompetenzen

zur Vermeidung von Rückfällen und zum Umgang mit

„Ausrutschern“. Die Programme eignen sich für den

Einsatz in der ambulanten, stationären und teilstationären

Suchthilfe (v.a. Beratung, Entgiftung, Entwöhnung, Nachsorge

und Selbsthilfe) sowohl in der Gruppenbehandlung

als auch in der Einzelarbeit.

Ziel der Weiterbildung ist es, die Seminarteilnehmenden

zur eigenständigen Durchführung der Programme zu

befähigen. Einzelne Module werden trainiert, die eigene

Einstellung und das Wissen zur Rückfallthematik überprüft

und der Einsatz der Programme im Kontext der eigenen

Praxis reflektiert.

Die Rückfallpräventionstrainings basieren auf der

Motivierenden Gesprächsführung (MI).

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. verschoben.

REFERENT

Christoph Straub,

GK Quest Akademie GmbH

TEILNEHMER*INNENZAHL

16 Plätze

KOSTEN

350,- € Teilnahmegebühr

inkl. S.T.A.R.-Manual

16,- € pro Tag Verpflegungskosten

]]>
Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Tue, 21 Sep 2021 17:36:58 +0200
RückfallPräventions-Program S.T.A.R. https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=20&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23333&cHash=92066f43f1f0e20db1f2ec84c5b3e1c6

]]> ]]> VORAUSSETZUNG

Besuch eines MI-Grundkurses

ZIELGRUPPE

Fachkräfte in der Suchthilfe, die mit Alkohol- und

Drogenkranken arbeiten

INHALTE

Da der Rückfall heute als Bestandteil des Ausstiegs aus der

Sucht verstanden wird, mit dem konstruktiv-therapeutisch

umgegangen wird, benötigen Fachkräfte gezielte Maßnahmen

der Rückfallprävention: Grundlage und Bestandteil

der Fortbildung ist ein detailliertes Manual mit Modulabläufen,

Arbeits- und Informationsblättern, Notfallpass u.a.m.

nach der S.T.A.R.-Methodik sowie weitere Materialien

aus Rückfallpräventionstrainings für den Bereich illegaler

Substanzen.

S.T.A.R. vermittelt den Teilnehmer*innen Kompetenzen

zur Vermeidung von Rückfällen und zum Umgang mit

„Ausrutschern“. Die Programme eignen sich für den

Einsatz in der ambulanten, stationären und teilstationären

Suchthilfe (v.a. Beratung, Entgiftung, Entwöhnung, Nachsorge

und Selbsthilfe) sowohl in der Gruppenbehandlung

als auch in der Einzelarbeit.

Ziel der Weiterbildung ist es, die Seminarteilnehmenden

zur eigenständigen Durchführung der Programme zu

befähigen. Einzelne Module werden trainiert, die eigene

Einstellung und das Wissen zur Rückfallthematik überprüft

und der Einsatz der Programme im Kontext der eigenen

Praxis reflektiert.

Die Rückfallpräventionstrainings basieren auf der

Motivierenden Gesprächsführung (MI).

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. verschoben.

REFERENT

Christoph Straub,

GK Quest Akademie GmbH

TEILNEHMER*INNENZAHL

16 Plätze

KOSTEN

350,- € Teilnahmegebühr

inkl. S.T.A.R.-Manual

16,- € pro Tag Verpflegungskosten

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 20 Sep 2021 17:33:56 +0200
Grundlagen der ICF https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=15&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23307&cHash=fa94aca6f7eaf11e5bb8bb809591b5c7

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen aus dem sozialen und medizinischen Kontext

INHALTE

In dieser Fortbildung werden die Grundlagen der

Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit,

Behinderung und Gesundheit (ICF) vermittelt.

Die Teilnehmer*innen erhalten einen umfassenden

Einblick in

■ das integrative biopsychosoziale Modell der ICF

■ Nutzen und Ziele der ICF

■ Struktur und Kodierung der ICF

■ Beurteilungsmerkmale der ICF

■ Entwicklung von ICF Core Sets

Für diese Veranstaltung ist es von Vorteil, die ICF-Klassifikation als Buch oder PDF-Datei vorliegen zu haben.

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. Online stattfindet.

REFERENTIN

Michaela Kirschneck,

Lehrstuhl für Public Health und

Versorgungsforschung, Pettenkofer

School of Public Health (IBE), Ludwig-

Maximilians-Universität München

TEILNEHMER*INNENZAHL

19 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

]]>
Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Wed, 15 Sep 2021 10:08:02 +0200
Suchtmittelkonsum im Jugendalter erkennen und bearbeiten https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=07&tx_ttnews%5Bday%5D=13&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23312&cHash=48bf0f23e51e1af22ee283cae1760bb6

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Führungs- und Fachkräfte sowie fachfremde

Mitarbeitende, die mit der Betreuung junger Menschen

im Rahmen der Jugendhilfe betraut sind

INHALTE

Die Fortbildung ist ein Crashkurs, der Orientierung bietet

und die Handlungsfähigkeit erhöht, junge Menschen

mithilfe der Motivierenden Gesprächsführung (MI)

erfolgreich zu begleiten hin zu einem risikoarmen Konsum.

Das Seminar bietet Hintergrundwissen zu

■ Wirkungs- und Risikopotenzial klassischer Suchtmittel

und neuer psychoaktiver Substanzen, Handels- und

Konsumformen sowie ihre Einordnung nach Wirkung

■ Diagnostik konsumbezogener Störungen (ICD 10 GM)

■ 4-Felder-Matrix der Konsummotive und ihr Nutzen für

Interventionen

■ Begleitung junger Menschen mit Substanzkonsum:

Motivierende Gesprächsführungstechniken (MI) als

Grundhaltung und Methode

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. Online stattfindet.

REFERENT

Siegfried Gift,

Abteilungsleitung für Suchtspezifische

Angebote, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

19 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Tue, 13 Jul 2021 10:49:21 +0200
Vom Teammitglied zur Führungskraft https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=07&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23336&cHash=55d0a5d3e1e584ba0ec0c75140552269

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Führungskräfte mit weniger als 1 Jahr Erfahrung als

Führungskraft, Stellvertreter*innen und Kolleg*innen,

die Führungskraft werden möchten

INHALTE

Erwartungen an eine Führungskraft und Erwartungsklärung

mit dem Team

THEMENSCHWERPUNKTE

■ Systemische Betrachtung der neuen Rolle

■ gewünschte Führungskompetenzen

■ Reflexion der eigenen Handlungsfelder

für die neue Rolle

■ Arbeit an offenen Fragen der Teilnehmer*innen

■ Selbst-/Fremdbild zur neuen Rolle als Führungskraft

REFERENTIN

Astrid Görlich,

Trainerin, Burnout- und Systemischer

Coach, Profiling-Values-Partnerin

TEILNEHMER*INNENZAHL

12 Plätze

KOSTEN

350,- € Teilnahmegebühr

16,- € pro Tag Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 05 Jul 2021 17:45:31 +0200
Das kleine 1X1 der Moderation https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=07&tx_ttnews%5Bday%5D=01&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23311&cHash=d7120ef87443aa7627d150ad21fffd6a

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Alle, die Gruppen moderieren oder dies lernen wollen

INHALTE

Sowohl analog als auch digital stellt uns die

Moderator*innenrolle vor Herausforderungen. Sind es

im Analogen eher Diskussionen, die sich verzetteln,

Meetings, die zu lange dauern oder Ideen, die keine*r

nachverfolgt… sind die Fragen bei einem digitalen Meeting:

Wie beteilige ich alle Teilnehmer*innen aktiv? Wie fördere ich

Diskussionen? Welche Methoden kann ich einsetzen?

In dieser Fortbildung lernen die Teilnehmer*innen das

kleine 1x1 der Moderation:

■ Rolle des*der Moderators*in

■ Vorbereitung und Ablauf

■ Tipps für eine erfolgreiche Moderation

■ Moderationstechniken: Clustern, Bewerten, Entscheiden

■ Kreative und analytische Techniken

■ Ergebnissicherung

■ Visualisieren

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. Online stattfindet.

REFERENTINNEN

Anne Lubinski, Dipl.-Pädagogin, Fachreferentin für Prävention und Gesundheitsmanagement, Condrobs e. V.

Claudia Leidel, Dipl.-Soziologin, 2. Beauftragte für Qualitätsmanagement, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

12 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Thu, 01 Jul 2021 10:35:24 +0200
Psychische Störungen (ALS) Komorbiditäten der Sucht https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=06&tx_ttnews%5Bday%5D=23&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23309&cHash=1f3de2ea61220d51b6e1f02b15c64bed

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Berufsanfänger*innen und (Neu-)Einsteiger*innen im

Suchtbereich, die sich für ihre tägliche Arbeit mit

Suchtmittelabhängigen theoretisches und praktisches

Knowhow aneignen möchten.

INHALTE

Die Fortbildung ist ein Kompaktseminar für Einsteiger*innen

sowie zur Vertiefung im Rahmen praktischer Fallarbeit.

■ Theoretischer Hintergrund

Aspekte aus der Entwicklungspsychologie, Überblick über

die wichtigsten psychischen Störungen und ihre

Behandlungsformen, Zusammenhang zwischen psychischen

Störungen und Sucht

■ Praxis psychosozialer Arbeit

Die Rolle des*der Berater*in, Therapeut*in, Betreuer*in

Vorstellung und Bearbeitung von Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmer*innen

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. Online stattfindet.

REFERENT

Jürgen Glatting,

Dipl.-Psychologe, Psychologischer

Psychotherapeut, Einrichtungsleitung

ÜWG, Condrobs e. V., Lehrbeauftragter

an der Katholischen Stiftungshochschule

München im Masterstudiengang Suchttherapie,

Weiterbildung am Münchner

Institut für Traumatherapie

TEILNEHMER*INNENZAHL

15 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Wed, 23 Jun 2021 10:29:44 +0200
Motivational Interviewing Grundkurs https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=05&tx_ttnews%5Bday%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23481&cHash=71f9527847bb71fc126e8824d2f6b462

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Pädagogische Fachkräfte

INHALTE

Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing,

kurz MI) ist ein klient*innenzentrierter Ansatz der

Gesprächsführung mit dem Ziel, die Eigenmotivation

zur Änderung problematischen Verhaltens zu steigern.

Ausgangspunkt des MI bildet die Annahme, dass Menschen

ambivalent sind. Das heißt: Es gibt gute Gründe für, aber

auch gegen die Änderung eines Verhaltens. Wenn man dies

zulässt und bestimmte Gesprächsprinzipien (z. B. beim

Auftauchen von Widerstand) beherzigt, wird der Patient

„automatisch“ zum Fürsprecher der eigenen Veränderung.

Die Seminarteilnehmer*innen erhalten einen Überblick über

den Ansatz des MI und eignen sich praktisches

Handwerkszeug in MI-Basismethoden an:

■ Bewusstmachen der eigenen Grundhaltung

■ den eigenen Handlungsspielraum im Hinblick auf

motivierende Gesprächsführung erkennen und

ausfüllen können

■ die Werkzeuge kennen, beherrschen und zum geeigneten

Zeitpunkt anwenden können

■ die erlernten MI-Kompetenzen zur Burnout-Prävention

einsetzen können

REFERENTIN

Gela Böhrkircher,

Dipl.-Sozialpädagogin,

GK Quest Akademie GmbH

TEILNEHMER*INNENZAHL

Online: 14 Plätze

Präsenz: 16 Plätze

KOSTEN

520,- € Teilnahmegebühr

16,- € pro Tag Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

VERANTALTUNGSTAGE

10.05.2021

11.05.2021

18.05.2021

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 10 May 2021 14:06:24 +0200
Transkulturelle Ansätze in Suchthilfe und Suchtprävention https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=05&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23308&cHash=30b43e0468f44398e88e2292a80bfbb0

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen in Bereichen der Migrationsarbeit,

Prävention und Jugendhilfe

INHALTE

Schwerpunkt des Seminars ist es zu beleuchten, welche

Ansätze, Informationen und Methoden aus Suchthilfe und

-prävention in der Arbeit mit geflüchteten Menschen und

Menschen mit internationaler Geschichte hilfreich

und umsetzbar sind:

■ Entstehungszusammenhänge von Abhängigkeit,

Konsummotive, Informationen zu Substanzen,

rechtliche Grundlagen und Zugänge zum Hilfeund

Gesundheitssystem

■ Reflexion der persönlichen und professionellen

Haltung zum Thema Konsum und Abhängigkeit und

der individuellen interkulturellen Kompetenz.

■ Austausch über und Entwicklung von konkreten

Umsetzungsmöglichkeiten in der eigenen Einrichtung

Über Praxisbeispiele, interaktive Methoden und Reflexionseinheiten

sollen die eigene Sicherheit im Umgang mit

konsumierender Klientel in der Migrationsarbeit gestärkt und Möglichkeiten der Prävention ausgelotet werden.

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. Online stattfindet.

REFERENT*INNEN

Anne Lubinski, Dipl.-Pädagogin, Fachreferentin für Prävention und Gesundheitsmanagement, Condrobs e. V.

Rainer Wege, Dipl.-Psychologe, Drogenberatung München, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

16 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Wed, 05 May 2021 10:16:51 +0200
Fachtag "Sucht im Alter" https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=05&tx_ttnews%5Bday%5D=03&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23260&cHash=2d6467ddf86416abad5aa0ff2ea9bb19

]]> ]]> Das Programm des Fachtags sowie alle wichtigen Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Anhang.

Anmeldung unter:

https://eveeno.com/Fachtag_Sucht_im_Alter

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Termine Fachbereich Ältere Menschen Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Region Mittelfranken Weitere Anbieter Mon, 03 May 2021 08:48:00 +0200
Grundlagen der ICF https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=04&tx_ttnews%5Bday%5D=22&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23306&cHash=3111ede6a67d5fe4f32f2b7aac47cad5

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen aus dem sozialen und medizinischen Kontext

INHALTE

In dieser Fortbildung werden die Grundlagen der

Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit,

Behinderung und Gesundheit (ICF) vermittelt.

Die Teilnehmer*innen erhalten einen umfassenden

Einblick in

■ das integrative biopsychosoziale Modell der ICF

■ Nutzen und Ziele der ICF

■ Struktur und Kodierung der ICF

■ Beurteilungsmerkmale der ICF

■ Entwicklung von ICF Core Sets

Für diese Veranstaltung ist es von Vorteil, die

ICF-Klassifikation als Buch oder PDF-Datei vorliegen

zu haben.

REFERENTIN

Michaela Kirschneck,

Lehrstuhl für Public Health und

Versorgungsforschung, Pettenkofer

School of Public Health (IBE), Ludwig-

Maximilians-Universität München

TEILNEHMER*INNENZAHL

19 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Thu, 22 Apr 2021 09:57:00 +0200
Basiswissen Sucht https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=04&tx_ttnews%5Bday%5D=21&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23303&cHash=3c11f51172247f4551532aca319d97c5

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Alle (neuen) Mitarbeiter*innen in der Prävention, Suchthilfe,

Justiz und (Sozial-)Verwaltung, die bereit sind, sich

selbst zu reflektieren, Konsummuster zu erkennen und

ein echtes Verständnis für Suchtkrankheit zu entwickeln.

INHALTE

Wissen über Abhängigkeitserkrankungen erwerben,

eigene Konsummuster erkennen, Verständnis für

Suchtkranke entwickeln, Hilfe für Suchtgefährdete

und Suchtkranke anbieten können, das Suchthilfesystem

durchschauen.

In Vorträgen, Kleingruppenarbeiten und Diskussionen

werden folgende Themen erarbeitet:

■ Welche Gefühle sind mit dem Thema Sucht verbunden?

■ Wie entsteht eine Abhängigkeitserkrankung?

■ Wie funktioniert Suchtprävention?

■ „Hitliste“ der Süchte seit 1992

■ Wege aus der Sucht

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt und wird pandemiebedingt ggf. verschoben.

REFERENT

Josef Strohbach,

Dipl.-Psychologe, stellv. Bereichs-

Geschäftsführer Angebote

für Frauen* und Männer* in München,

Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

19 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Wed, 21 Apr 2021 09:37:00 +0200
Rechtliche Betreuung im Ehrenamt https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=04&tx_ttnews%5Bday%5D=16&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23413&cHash=36c443a5563c0de1d3d1f772421990c9

]]> ]]> Rechtliche Betreuung im Ehrenamt

Einführungsveranstaltung für ehrenamtlich rechtliche Betreuerinnen und Betreuer, die bereits als ehrenamtliche Betreuer tätig sind, sowie am Ehrenamt rechtliche Betreuung interessierte Münchner Bürgerinnen und Bürger.

Die Schulung ist als zweiteilige Veranstaltung konzipiert und baut aufeinander auf. Es können nur beide Teile gebucht werden.

Die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen werden eingehalten.

April 2021

Freitag, 16.04.2021 von 15:00-19:00 Uhr (1 Teil) und

Samstag, 17.04.2021 von 10:00-15:00 Uhr. (2 Teil).

Teilnahme nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung: 089 747362-0

Veranstaltungsort und Veranstalter:

H-TEAM e.V. Betreuungsverein

Plinganserstraße 19

81369 München

info@h-team-ev.de

www.h-team-ev.de

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Fri, 16 Apr 2021 12:41:51 +0200
Motivational Interviewing Follow-up https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=04&tx_ttnews%5Bday%5D=12&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23332&cHash=3b367838261a5d605de4e15c68894437

]]> ]]> VORAUSSETZUNG

Besuch eines MI-Grundkurses

ZIELGRUPPE

Pädagogische Fachkräfte

INHALTE

Dieses Training soll Mitarbeiter*innen, die den dreitägigen

MI-Grundkurs besucht haben, unterstützen, ihre

praktischen Fertigkeiten in Motivierender Gesprächsführung

zu vertiefen und zu erweitern. Im zweitägigen

Aufbautraining werden folgende Inhalte und Themen

bearbeitet:

■ Auffrischung und persönliche Optimierung einzelner

MI-Methoden

■ Durchführung längerer MI-Sequenzen / kombinierte

Anwendung der einzelnen Methoden

■ Umgang mit schwierigen Situationen (z. B. „geschickte“

Klient*innen, Stagnationen im Veränderungsprozess)

■ MI und „Fenster für Veränderung“ (Arbeitskontext,

Zugänglichkeit der Klient*innen, eigene Person)

Im Mittelpunkt des Seminars steht das praktische Üben

und der Austausch in der Gruppe.

REFERENTIN

Gela Böhrkircher,

Dipl.-Sozialpädagogin, GK Quest

Akademie GmbH

TEILNEHMER*INNENZAHL

14 Plätze

KOSTEN

350,- € Teilnahmegebühr

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 12 Apr 2021 17:28:11 +0200
Herausfordernde Führungssituationen erfolgreich meistern https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=15&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23335&cHash=80c5c47f3923ea6779e762a1291c8108

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Führungskräfte

INHALTE

■ ■ Die Bedeutung der Haltung und Einstellung

als Führungskraft

■ Die Rollen einer Führungskraft

■ Situatives Führen in Kombination mit dem

Reifegradmodell

■ Das Führungsleitbild von Condrobs e. V.

■ Übung zum Thema Führung

■ Motivation von Mitarbeiter*innen – geht das?

■ Die Bedeutung der individuellen Black Box

■ Schwierige Gespräche im Führungsalltag –

praktische Übungen

■ Umgang mit Konflikten

■ Konkrete herausfordernde Führungssituationen

bearbeiten

■ Übung zum Selbst-/Fremdbild: Die 5 Typen einer

Führungskraft

REFERENTIN

Astrid Görlich,

Trainerin, Burnout- und Systemischer

Coach, Profiling-Values-Partnerin

TEILNEHMER*INNENZAHL

12 Plätze

KOSTEN

350,- € Teilnahmegebühr

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Mon, 15 Mar 2021 17:41:25 +0100
Die Freie Wohlfahrt als demokratische Akteurin im ländlichen Raum - Herausforderungen und Strategien. https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=15&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23518&cHash=fd78b2c779da7fab889f0541a8a64d52

]]> Der Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, das Deutsches Rotes Kreuz Generalsekretariat, der Deutsche Caritasverband, das Kompetenzzentrum Empowerment und Prävention in Trägerschaft der ZWST, die Diakonie Deutschland und der Paritätische Wohlfahrtsverband - Gesamtverband laden gemeinsam ein.

Mit einer Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus rücken die Wohlfahrtsverbände ihre Arbeit in ländlichen Regionen in den Fokus. Mit einem digitalen Diskussionsforum sollen Fachkräfte der Sozialen Arbeit in ihrem Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gestärkt werden.

Weitere Informationen und Anmeldung unter https://eveeno.com/330417872.

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Termine Region Mittelfranken Region Niederbayern Region Oberbayern Region Oberfranken Region Oberpfalz Region Schwaben Region Unterfranken Der Paritätische Mon, 15 Mar 2021 09:14:00 +0100
Videotalk zum Thema "Einsamkeit" https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23541&cHash=f02971b89a22bafdac4a0686bc71ac0e

]]> ]]> Am Mittwoch, den 10.03. um 19 Uhr findet das nächste Online-Treffen für junge Erwachsene (18-35 Jahre) statt. Das Treffen wird noch von einer Kiss-Mitarbeiterin unterstützt.

Weitere Informationen können Sie dem Plakat im Anhang entnehmen.

]]>
Termine Region Mittelfranken Mitgliedsorganisationen Wed, 10 Mar 2021 13:17:00 +0100
Safer-Use-Beratung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=09&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23302&cHash=b1d871984ead51fdeb15f30b0921a2d5

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen, die in Einrichtungen der Suchthilfe oder

im Flüchtlingsbereich arbeiten und mit Drogenkonsum zu

tun haben.

INHALTE

Spritzen, sniefen, rauchen? Kenntnisse um diese Risiken,

den Konsumvorgang und die verwendeten Materialien

sind in der Arbeit mit der Klientel unabdingbar für eine

sinnvolle Safer-Use-Beratung.

■ Akzeptierender Ansatz und schadensminimierende

Angebote (harm reduction), Krankheiten und ihre

Übertragungswege, zentrale Safer-Use-Botschaften

■ Praktische Übung: der Konsumvorgang und

Herausforderungen eines sicheren und risikoarmen

Konsums

■ Überblick über Stabilisierungsmaßnahmen sowie

Herangehensweisen und Strategien für eine

erfolgreiche Safer-Use-Beratung

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt

und wird pandemiebedingt ggf. verschoben.

REFERENTINNEN

Vanessa Cramer, Sozialarbeiterin B.A., Kontaktladen limit, Condrobs e. V.

Andrea Kren, Drogenberaterin (ISKA), Kontaktladen limit, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

15 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Tue, 09 Mar 2021 09:11:13 +0100
Gesundheitsstrategien in Digitalen Zeiten https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=04&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23320&cHash=f522bbd2d3ceeb245db667160020ef4b

]]> ]]> ZIELGRUPPE

Mitarbeiter*innen aus allen sozialen Arbeitskontexten

INHALTE

Neu- und Umstrukturierungen am Arbeitsplatz, Schritt

halten mit der Digitalisierung, aber auch emotionale

Herausforderungen, die die Corona-Zeit mit sich bringt,

beschäftigen jede*n – für sich persönlich und im Team.

Gesund bleiben oder wieder werden – was bedeutet

es heute?

Das Seminar greift Kernaspekte von Gesundheitsstärkung

und -förderung auf und beleuchtet diese unter den

aktuellen Rahmenbedingungen im Arbeitskontext – mit

dem Ziel handlungsfähig zu bleiben und bestmögliche

Entlastungsmomente zu finden.

■ Bedeutung von transparenter Kommunikation

als Gesundheitsfaktor

■ Hybrid und agil arbeiten – Stressfaktoren und

Chancen zugleich

■ Selbstsorge unter neuen Vorzeichen – was bleibt

bewährt und wirksam und wo brauchen wir neue

Zugänge?

■ Mitgestaltung und Selbstorganisation in Zeiten

vermehrter Vorgaben

■ Resilienz und Entlastung im Team – war wichtig

und bleibt wichtig. Was konkret können wir tun?

Konkrete Beispiele skizzieren die strukturelle Verankerung

von betrieblichem Gesundheitsmanagement bei Condrobs.

REFERENT*INNEN

Anne Lubinski, Dipl.-Pädagogin, Fachreferentin für Prävention und Gesundheitsmanagement, Condrobs e. V.

Andreas Schwabeneder, Dipl.-Pädagoge Univ., Sozialtherapeut Sucht (VDR), Abteilungsleitung Sozialtherapie und Männerspezifische Hilfen, Condrobs e. V.

TEILNEHMER*INNENZAHL

15 Plätze

KOSTEN

180,- € Teilnahmegebühr

16,- € Verpflegungskosten

(nur bei Präsenzveranstaltung)

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Termine Region Oberbayern Mitgliedsorganisationen Thu, 04 Mar 2021 11:39:20 +0100
Die 9. FrauenFilmTage finden statt! https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=04&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23564&cHash=61462c98cdf531462a44586eab52c8ea

]]> ]]> Das Mädchen und Frauen FachForum in Nürnberg und das Filmhaus Kino 3 Nürnberg

laden herzlich ein, die 9. FrauenFilmTage vom 04. - 10. März 2021 zu genießen und dabei zu sein.

Um die Tradition des 2-jährigen Rhythmus beizubehalten, haben wir uns für ein digitales Festival entschieden.

Außer dem Preview sind alle Filme bis 31.03.2021 zu sehen.

Für dieses FrauenFilm-Festival gibt es eine besondere Freundinnen-Karte für 10,00 Euro (5,00 Euro ermäßigt), die bis 31.03.2021 gültig ist und auch für andere Filme im Kino 3 gilt.
Alle weiteren Infos unter www.frauen-in-nuernberg.de und über das Filmhaus unter https://filmhaus.nuernberg.cinemalovers.de/de/navigation/9-frauenfilmtage

Aufgrund der bestehenden Pandemie-Einschränkung sind die FrauenFilmTage 2021 zunächst schmal ausgerichtet. Wir freuen uns aber trotzdem, mit den vier ausgewählten Filmen die feministische Diskussion weiterzuführen und hoffen, noch in diesem Jahr weitere Filme zum Thema „Frau und Gesellschaft“ live im Filmhaus zeigen zu können.

Unterstützt werden die FrauenFilmTage 2021 von Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner, Geschäftsbereich Kultur und AGENDA 21 Nürnberg.

Nähere Informationen finden Sie im Anhang.

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Termine Region Mittelfranken Frauen und Mädchen Mitgliedsorganisationen Thu, 04 Mar 2021 08:37:00 +0100
Online-Informationsveranstaltung "Selbsthilfe informiert Profis" https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=03&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23467&cHash=01acd62b4e21eb56032ac6014759e6cc

]]> ]]> Die Informationsveranstaltung soll offene Fragen beantworten, weil Sie schon immer mal wissen wollten,was genau unter dem Prinzip der gemeinschaftlichen Selbsthilfe verstanden wird:

… zu welchen Themen es alles eine Selbsthilfegruppe gibt?

… für wen ist eine Selbsthilfegruppe geeignet?

... für wen ist das Prinzip (noch) nicht geeignet?

… können Selbsthilfegruppen überhaupt ohne Leitung funktionieren?

… wie genau berät Kiss?

… welche Bedeutung haben Selbsthilfegruppen als ergänzendes Angebot zur professionellen Versorgung?

Wir möchten Sie deswegen ganz herzlich zur ersten Online-Informationsveranstaltung „Selbsthilfe informiert Profi`s“ am Mittwoch, den 03.03.2021 einladen. Sie können entweder vormittags von 10-11 Uhr oder nachmittags von 16-17 Uhr teilnehmen.

Über unsere datenschutzsichere Plattform Kiss.On Video möchten wir Ihnen die Selbsthilfe und unsere Arbeit in Mittelfranken näherbringen. Dabei werden wir von einer Selbsthilfeaktiven unterstützt, die Ihnen den Mehrwert von Selbsthilfe aus der Betroffenensicht verdeutlichen kann.

Wir freuen uns mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und Ihnen die Selbsthilfe als Option für Ihre Klient*innen vorzustellen.

Bitte melden Sie sich bis zum 26.02. telefonisch unter 0911 234 94 49 oder per Mail unter nuernberg@kiss-mfr.de bei uns an. Nach Anmeldung erhalten Sie von uns die Zugangsdaten.

Kontakt:

Marion Krieg und Franziska Heurung

Kiss NürnbergFürthErlangen

Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen

Am Plärrer 15

90443 Nürnberg

Telefon 0911 234 94 49

Fax 0911 234 94 48

nuernberg@kiss-mfr.de


www.kiss-mfr.de

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Termine Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement Region Mittelfranken Mitgliedsorganisationen Wed, 03 Mar 2021 11:14:00 +0100
Ein Anker für Familien https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=03&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23581&cHash=1abf447ccecdf668cc35836e7555500b

]]> Camilla Engelsmann, pro familia München e.V.]]> Viel wurde bereits geschrieben über die enorme Belastung der Familien durch die Corona-Pandemie. Wie spiegelt sich das bei Ihnen in der Beratung wider?

Alle Familien waren mit dem ersten Lockdown plötzlich komplett auf sich geworfen und damit beschäftigt, sich in dieser Ausnahmesituation zurecht zu finden. Einige Familien berichteten auch von positiven Effekten, wie einer Entschleunigung im Alltag. Paare konnten sich als Krisenteam erleben. Aber die meisten Menschen gerieten dann sehr schnell in einen inneren und äußeren Krisenmodus.
Sehr viele Anmeldungen hatten wir im Herbst letztes Jahr und seit Anfang diesen Jahres. Zunehmende psychische Belastungen treten immer deutlicher hervor. Existenzielle Ängste, finanzielle Sorgen, Angst um die eigene Gesundheit und die Sorge um Angehörige sind häufige Beratungsthemen.

Haben Sie eine Zunahme an Problemen und Konflikten beobachtet?

Ja. Der Lockdown hat bereits vorhandene Probleme verstärkt, die sonst den Alltag weniger dominierten. Die Paare und Familien waren plötzlich quasi rund um die Uhr zusammen. Dauernd miteinander zu sein, wirkt wie ein Brandbeschleuniger.

Extrem belastet waren – und sind es noch – Familien mit Kindern. Arbeit im Homeoffice und die gleichzeitige Betreuung der Kinder überforderte die Eltern zunehmend. In vielen Fällen spiegelte sich der Verlauf der Corona Krise wider. Wir beobachten eine zunehmende emotionale Überreiztheit und depressive Verstimmungen. In den Beratungen zeigten sich auch eindeutigere Entscheidungen in Bezug auf Trennungen.

Wie erreichen Sie die Familien im Lockdown?

Wir sind die ganze Zeit über für die Familien da. Im ersten Lockdown haben wir vorübergehend die Präsenzberatung reduziert und die Zeit genutzt, um ein Onlineangebot in Form von Videoberatung und die telefonische Beratung auszubauen. Jetzt im zweiten Lockdown konnten wir auch weiterhin Präsenzberatung anbieten – mit Maske, Abstand und Lüften. Manche brauchen den direkten persönlichen Kontakt. Andere nutzen lieber die Möglichkeit der Video- oder Telefonberatung. Für viele Familien sind wir der Anker in dieser schwierigen Zeit.

Erreichen Sie auch die Familien, die Unterstützung am dringendsten nötig haben?

Das hoffen wir sehr. Belastet sind alle Familien, aber die Pandemie verstärkt auch Ungleichheit. Wir sehen den dringenden Bedarf bei sehr Vielen, das zeigt sich auch in den vielen Beratungsanfragen. Wir versuchen auch über unsere Homepage und Öffentlichkeitsarbeit uns sichtbar zu machen für alle Familien. Wir kooperieren mit Einrichtungen in der Stadt, zum Beispiel mit dem Jugendamt, anderen Beratungsstellen oder unserem pro familia Kooperationsprojekt, einer Flüchtlingsunterkunft für Frauen. Bei Bedarf kümmern wir uns auch um Dolmetscher*innen, die in der Beratung übersetzen.

Was raten Sie Familien in dieser Zeit?

Nicht die Zuversicht zu verlieren. Viele Familien haben Resilienz und konnten in der schweren Zeit eigene Selbstheilungskräfte entwickeln. Was allen Familien hilft ist, raus in die Natur zu kommen, sich viel zu bewegen, kreativ zu werden oder gemeinsam zu spielen.

Es gibt aber auch viele Familien, deren Belastung durch die Corona Beschränkungen im Alltag so hoch ist, dass sie das nicht allein schaffen und Unterstützung brauchen. Wir bieten einen geschützten Rahmen, hören zu, begleiten und bieten Hilfe bei der Krisenbewältigung. Manchmal auch in Form von „Alltagscoaching“, zum Beispiel beim Schaffen von klaren Tagesstrukturen und Zeiten für sich alleine schaffen.

Was brauchen Familien aus Ihrer Sicht? Was wünschen Sie sich von der Politik?

Viele Eltern äußern in der Beratung ihren Frust, dass – trotz aller Lippenbekenntnisse – Familien zu wenig gesehen werden, dass nichts getan wurde um Kitas und Schulen so auszurüsten, dass trotz der Pandemie Betreuung und Unterricht sicher möglich sind.

Ich wünsche mir, dass sich die Politik nicht nur von Virologen beraten lässt, sondern bei allen Entscheidungen auch die sozialen Folgen und die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien berücksichtigt. Viele der psychischen Folgen werden erst im Laufe der Zeit sichtbar werden. Um diese langfristigen Schäden zu reparieren, braucht es genauso einen gesellschaftlichen Kraftakt wie bei dem gemeinsamen Kampf gegen das Virus.

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Themen Familie Gesundheit Wed, 03 Mar 2021 07:00:00 +0100
Aktion „Nicht allein sein“ läuft! https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=02&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23578&cHash=144b6f5e7df31857d6d6cdaeb727588a

]]> ]]> Aktion „Nicht allein sein“.

Vom 01.03. bis zum 25.03.2021 stellen wir den Film „Nicht allein sein“ vom Medienprojekt Wuppertal zum Streamen zur Verfügung, um jungen Erwachsenen aus ganz Mittelfranken den Mehrwert von Selbsthilfe näherzubringen. In dem Film erzählen junge Erwachsene über ihre Erfahrungen in einer Selbsthilfegruppe – wie ihr Weg dorthin aussah, welche Vorurteile sie hatten und warum ihnen die Gruppe gut tut.

Am Ende der vier Wochen findet am Donnerstag, den 25.03.21 um 19 Uhr, ein Austausch-Abend über Kiss.On Video statt. Hier können Fragen gestellt werden bzw. man erfährt, welche jungen Selbsthilfegruppen es in Mittelfranken bereits gibt. Bei der Austauschrunde unterstützen uns zwei junge Selbsthilfegruppen-Mitglieder aus Mittelfranken.

Auf unserer Homepage https://kiss-mfr.de/nicht-allein-sein/ erhalten Sie weitere Informationen sowie auf unserem Instagram-Account @kissmfr oder Facebook-Account @SelbsthilfeMittelfranken.

Bitte berichten Sie interessierte Menschen davon oder bewerben Sie auf Ihren sozialen Medien unsere Aktion bzw. teilen Sie unseren Post. 

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Termine Region Mittelfranken Selbsthilfe Mitgliedsorganisationen Tue, 02 Mar 2021 11:58:07 +0100
Für Menschlichkeit und Vielfalt https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=02&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23570&cHash=d056e7fbce7ef4258e64cd6efa6f7df2

]]> ]]> Als Initiativen, Einrichtungen und Verbände, die sich für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung einsetzen, wenden wir uns gegen jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt.

Und wir sind nicht alleine: Wir stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die das Auftreten und die Ziele von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) und anderer rechter Bewegungen entschieden ablehnen. Die AfD hat vielfach gezeigt, dass sie in ihren Reihen Menschen- und Lebensfeindlichkeit duldet. Sie fördert Nationalismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus.

Diese Entwicklung macht uns große Sorgen. Denn heute ist wieder an der Tagesordnung, was in Deutschland lange als überwunden galt: Hass und Gewalt gegen Menschen aufgrund von Behinderung, psychischer und physischer Krankheit, Religion oder Weltanschauung, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität sowie nicht zuletzt gegen Personen, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft engagieren.

Das ist nicht hinnehmbar und muss aufhören! Wir sagen NEIN zu jeglicher Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen. Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass:

  • sich Hass und Gewalt nicht weiter ausbreiten können,
  • niemand das Recht auf Leben von Menschen mit Behinderungen in Frage stellen darf
  • und Menschen nicht ausgegrenzt, benachteiligt und diskriminiert werden.

Wir lassen nicht zu, dass in Deutschland eine Stimmung erzeugt wird, die unsere Gesellschaft spaltet. Wir setzen uns ein für eine menschliche und lebenswerte Zukunft für uns alle!

#wfmv2021

Untenstehend können Sie die Erklärung in Leichter Sprache als PDF-Datei herunterladen.

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Themen Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Zivilgesellschaft und Demokratie Tue, 02 Mar 2021 08:51:00 +0100
Wir für Menschlichkeit und Vielfalt https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=02&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23569&cHash=0c0e2bf36ab0bd171a18ac1a1502705c

]]> Mit der gemeinsamen Erklärung zeigen zum Auftakt des Wahljahres 435 Verbände, Initiativen und Einrichtungen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und der Sozialen Psychiatrie gemeinsam klare Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus und warnen vor Hetze und Stimmungsmache rechter Akteur*innen wie der AfD und ähnlicher Bewegungen. Mit Sorge beobachten die Verbände, wie versucht wird, eine Stimmung zu erzeugen, die Hass und Gewalt nicht nur gegen Menschen mit Behinderung, psychischer oder physischer Krankheit schürt, sondern gegen alle, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft engagieren.

„Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt. Und wir sind nicht alleine: Wir stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die das Auftreten und die Ziele von Parteien wie der Alternative für Deutschland und anderer rechter Bewegungen entschieden ablehnen“, heißt es in der Erklärung. Die AfD habe vielfach gezeigt, dass sie in ihren Reihen Menschen- und Lebensfeindlichkeit dulde, sie fördere Nationalismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Heute sei daher plötzlich „wieder an der Tagesordnung, was in Deutschland lange als überwunden galt“, warnen die Unterzeichnenden.

Die Mitzeichnenden, die von Organisationen der Selbsthilfe über Förder- und Inklusionsorganisationen bis zu Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege reichen, zeigen sich entschlossen, Hass und Hetze entgegenzutreten: „Wir lassen nicht zu, dass in Deutschland eine Stimmung erzeugt wird, die unsere Gesellschaft spaltet“, heißt es in der Erklärung.

Durch Aufklärung, Beratung und öffentlichkeitswirksame Aktionen soll durch verschiedenste Aktivitäten der Unterzeichnenden „für eine menschliche und lebenswerte Zukunft für uns alle“ geworben werden. Ziel der Mitzeichnenden ist es, im Superwahljahr ein Zeichen für Demokratie zu setzen. Sie betonen, es komme auf jede Stimme an und fordern auf, zur Wahl zu gehen.

Unterzeichnet wurde die Erklärung unter anderem vom Sozialverband VdK Deutschland, dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, den Fachverbänden für Menschen mit Behinderung, dem Paritätischen Gesamtverband und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie. Bislang wird die Erklärung bundesweit von weit mehr als 400 Verbänden, Initiativen und Einrichtungen mitgetragen.

Der gesamte Erklärungstext und die Liste der Mitzeichnungen ist online unter www.wir-fmv.org abrufbar.

Hintergrund

Bereits im April 2018 und im November 2019 haben sich zahlreiche Verbände öffentlich gegen Versuche aus den Reihen der AfD positioniert, Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen herabzuwürdigen und für rassistische Stimmungsmache zu instrumentalisieren.

Kontakt für Presseanfragen: kontakt@wir-fmv.org

Stimmen der Unterstützer*innen der Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt sind in Zitatform unter www.wir-fmv.org/Stimmen abrufbar.

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Presse Fachbereich Menschen mit Behinderung Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Zivilgesellschaft und Demokratie Tue, 02 Mar 2021 08:43:00 +0100
Wichtiger Meilenstein: Krisendienste gehen in ganz Bayern an den Start https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=03&tx_ttnews%5Bday%5D=01&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23565&cHash=805686c31aa1f34e1ea128e5fc14a0d0

]]> Jeder dritte Mensch in Deutschland leidet einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. In eine psychische Krise kann jeder Mensch geraten. Unterstützung finden sie bei den Krisendiensten. Ab kommenden Montag sind diese unter der einheitlichen kostenlosen Telefonnummer 0800 655 3000 in ganz Bayern erreichbar. „Das ist ein wichtiger Meilenstein beim Aufbau einer flächendeckenden Krisenversorgung in Bayern. Dieses Angebot ist einmalig in ganz Deutschland“, freut sich Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern.

Den Startschuss dafür bildete das Bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz im Jahr 2018. Das verpflichtet die Bezirke zum Aufbau der Krisendienste. In jedem Bezirk gibt es eine Leitstelle und daran angegliederte mobile Fachkräfte. Diese unterstützen die Menschen in psychischen Krisen vor Ort, sobald sie von der Leitstelle angefordert werden. Die Krisendienste vermitteln je nach Bedarf weitere Unterstützungsangebote. Ziel ist eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Von diesem Ziel sind die Bezirke noch unterschiedlich weit entfernt. Bisher gibt es eine 24-Stundenerreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche nur in Oberbayern.

„Die mobilen Dienste müssen in allen Bayerischen Bezirken zügig aufgebaut und die Erreichbarkeit der Leitstellen ausgebaut werden“, so Berndl. Angesichts der Zunahme psychischer Belastungen durch Corona sei das umso dringlicher. Der Erfolg der Krisenversorgung hängt ab von der gelungenen Kombination aus Leitstellen und mobilen Diensten, sowie der Kooperation mit den vorhandenen Versorgungsstrukturen. „Dabei bilden die Dienste der Wohlfahrtsverbände und ihre Mitarbeitenden das Rückgrat“, betont Margit Berndl abschließend.

Hintergrundinformationen

Seit 40 Jahren bieten die Sozialpsychiatrischen Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege Hilfen an für Menschen in psychischen Belastungssituationen, ebenso für ihre Angehörigen und deren soziales Umfeld.

Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern, der Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen und der Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker sowie der Bayerische Bezirketag schlossen sich 2014 zu einem Bündnis zusammen und forderten eine gesetzliche Grundlage zur Prävention und Ausgestaltung einer flächendeckenden psychiatrischen Versorgung in Bayern. Ein wesentliches Ziel dabei war es, die in Bayern hohe Zahl von Zwangsunterbringungen und Krankenhausaufenthalten zu senken. In beispielhafter Kooperation haben o.g. Partner zusammengearbeitet und die Politik überzeugt: 2018 wurde das Bayerische PsychKHG verabschiedet, dessen Kern der Aufbau der flächendeckenden Krisendienste ist.

Bestrebungen zu so einem Krisen-Angebot reichen zurück bis in die Neunzigerjahre. Die von Vereinen und Trägern der Freien Wohlfahrtspflege in München und Nürnberg (mit)gegründeten Vorläufer der heutigen Krisendienste haben die konzeptionellen Grundlagen geschaffen.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:  

Susann Engert | Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern
Tel: 089 30611-137 | Mail: susann.engert(at)paritaet-bayern.de

Maria Heiland | Freie Wohlfahrtspflege Bayern
Tel: 089 54497-132 | Mail: info(at)freie-wohlfahrtspflege-bayern.de

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Presse Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Gesundheit Menschen mit psychischen Erkrankungen Mon, 01 Mar 2021 14:24:36 +0100
Bezahlte Auszeit von Erwerbsarbeit für pflegende Angehörige https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=26&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23562&cHash=80029bfedeaed54628bcf98181233b12

]]> 4 von 5 pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zuhause gepflegt. Meistens sind es Frauen, die Pflege allein oder mit einem Pflegedienst übernehmen. Sie zahlen dafür einen hohen Preis: Sorgearbeit leisten und dafür bei Beruf und Karriere zurückstecken macht arm!

Wie Frauen für ihre Sorge- und Familienarbeit bestraft werden, zeigt ein Gutachten im Auftrag des @SoVD_Bund: https://sovd.de/fileadmin/downloads/pdf/sonstiges/SoVD_Gutachten_Altersarmut_Frauen2019.pdf

"Viele Menschen möchten zuhause gepflegt werden. Doch häusliche Pflege macht vorallem Frauen arm. Wie Eltern brauchen deshalb auch pflegende Angehörige analog zum Elterngeld die Möglichkeit, eine bezahlte Auszeit von der Erwerbsarbeit zu nehmen."

Margit Berndl, Vorstand Verbands- und Sozialpolitik

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Fachbereich Frauen / Familie Ältere Menschen Familie Frauen und Mädchen Pflege Soziale Teilhabe und Armut Fri, 26 Feb 2021 23:31:00 +0100
Corona: Infos für soziale Träger https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=7469

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Themen Ältere Menschen Arbeit und Beschäftigung Bildung Familie Frauen und Mädchen Gesundheit Kinder und Jugend Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Migration und Flucht Fri, 26 Feb 2021 18:05:00 +0100
Corona-Einmalzuschuss für Arme reicht nicht https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=26&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23552&cHash=e93f4f292b5b423527798f72faf8619d

]]> Eine Mehrheit der Bevölkerung (54 %) hält die von der Bundesregierung geplante Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro für Grundsicherungsbeziehende, die heute im Bundestag beschlossen werden soll, für nicht ausreichend. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes. 68 % der Befragten sind der Meinung, dass Menschen mit geringen Einkommen in der Corona-Krise bisher insgesamt von der Bundesregierung nicht ausreichend unterstützt werden, im Gegensatz zu beispielsweise Großkonzernen, die finanzielle Umsatzverluste erlitten haben. Mit einer kreativen Protestaktion vor dem Reichstag wird ein Bündnis von fast 50 Organisationen, darunter Campact, Paritätischer und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, heute gegen die unzureichende Nothilfe für die Ärmsten in der Corona-Pandemie demonstrieren. Die Organisationen fordern eine zügige Erhöhung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise eine monatliche Zusatzzahlung von 100 Euro.

Die große Mehrheit der Befragten (62 %) geht nicht davon aus, dass die in Hartz IV und Grundsicherung im Alter, bei Erwerbsminderung und im Asylbewerberleistungsgesetz vorgesehenen Regelsätze ausreichen, um den alltäglichen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Im Durchschnitt liegt das als nötig erachtete Budget mit 573 Euro pro Monat um fast 30 Prozent über dem, was alleinlebenden Grundsicherungsbeziehenden derzeit tatsächlich regierungsamtlich zugestanden wird (446 Euro). Der durch die Befragten im Durchschnitt für Ernährung veranschlagte Bedarf liegt mit 289 Euro im Monat fast doppelt so hoch wie der Betrag, den die Bundesregierung in ihrem Regelsatz rechnerisch für Ernährung als ausreichend erachtet. Die notwendigen Ausgaben für Körperpflegeprodukte werden von den Befragten gleich fast dreimal so hoch wie von den Statistiker*innen der Bundesregierung veranschlagt.

 „Das Krisenmanagement der Bundesregierung ist ein armutspolitisches Trauerspiel. Die Einmalhilfe ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

„Kein Geld für schnelles Internet im Homeschooling, kein Geld für die Reparatur der Waschmaschine, kein Geld für frisches Obst und Gemüse – die Ärmsten leiden doppelt unter Lockdown und knapper Kasse. Mit den Regelsätzen und ohne Unterstützung in der Krise zementiert die Regierung Armut bis in die nächsten Generationen. 150 Euro mehr: das ist lächerlich!”, so Christoph Bautz, geschäftsführender Vorstand Campact.

Der Online-Appell “Corona trifft Arme extra hart - Soforthilfen jetzt!” wird unterstützt von Campact, Paritätischem Gesamtverband, Diakonie Deutschland, Sozialverband VdK, Deutscher Kinderschutzbund, Attac, foodwatch und dem Deutschen Mieterbund sowie 40 weiteren bundesweiten Organisationen. Der Appell wurde inzwischen von über 134.000 Menschen unterschrieben.

Unter dem Motto “Keine halben Sachen” werden die Organisationen heute um 11.30 Uhr halbierte Gegenstände von der halben Matratze, über halbe Staubsauger und halbe Kinderwagen bis zur halben Kommode auf der Reichstagswiese aufstellen, um gegen die unzureichende Nothilfe für die Ärmsten in der Corona-Pandemie zu demonstrieren. Der Termin eignet sich auch für die Rundfunk- und Bildberichterstattung.

Die repräsentative Umfrage wurde vom 12. bis 18. Februar 2021 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbands durchgeführt. Insgesamt wurden 1.003 Personen über 18 Jahre befragt.

Sie finden die Umfrage hier: https://www.der-paritaetische.de/fachinfo/coronahilfen-reichen-nicht-einschaetzungen-der-bevoelkerung-zu-kosten-des-taeglichen-lebensunterhalts/

Gwendolyn Stilling

Pressesprecherin
Leiterin
Presse, Redaktion, Kampagnen

Der Paritätische Gesamtverband
Oranienburger Str. 13-14
10178 Berlin
Telefon: 030 24636-305
Telefax: 030 24636-110
Mail: pr@paritaet.org
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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Fri, 26 Feb 2021 09:43:21 +0100
Mitarbeitende in der Pflege nicht zu Sündenböcken machen! https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=25&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23546&cHash=6e7a33eadf15cc1d29a9b5b30121a09b

]]> Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern weist die Kritik von Ministerpräsident Söder anlässlich einer Veranstaltung der Christlich Sozialen Arbeitnehmerschaft (CSA) entschieden zurück. „Den Pflegeheimen die Schuld für die hohe Anzahl der Toten in den Heimen zuzuweisen, ist ein Schlag ins Gesicht all der Pflegekräfte, die seit Monaten am Limit arbeiten und unter hohem eigenen Risiko einen großen Teil der coronainfizierten Patient*innen in Deutschland gepflegt haben“, hält Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, der Kritik des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder entgegen.

Die Pflegekräfte arbeiten seit Beginn der Pandemie am Rande der Erschöpfung, um die Pflege sicherzustellen. Sie pflegen mit vollem Körperkontakt und setzen sich dabei jeden Tag dem Risiko aus, sich selbst zu infizieren. Sie können kein Homeoffice machen. „Dieser Einsatz verdient allerhöchste Anerkennung!“, so Berndl weiter.

Die Pflegeeinrichtungen gingen sehr verantwortungsvoll mit dem Spagat von Infektionsschutz einerseits und einem Minimum an Teilhabe und Gemeinschaft andererseits um und täten alles Menschenmögliche, um Infektionen zu verhindern, ergänzt Berndl. Bei extrem hohen Infektionszahlen in der gesamten Gesellschaft sei auch das Risiko, dass Viren in Pflegeheime eingeschleppt werden, deutlich höher – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.

Berndl abschließend: „Wir fordern, dass sich die Politik hinter die Pflege stellt und die Mitarbeiter*innen in den Heimen nicht zum Sündenbock gemacht werden.“

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:  

Susann Engert | Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern Tel: 089 30611-137 | Mail: susann.engert(at)paritaet-bayern.de

Maria Heiland | Freie Wohlfahrtspflege Bayern Tel: 089 54497-132 | Mail: info(at)freie-wohlfahrtspflege-bayern.de

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Ältere Menschen Corona Pflege Thu, 25 Feb 2021 09:21:31 +0100
Gemeinsam gegen Hass und Hetze im Netz https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=24&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23486&cHash=fef50a0f5418026d55351cab1e12db2c

]]> Mittwoch, 24. Februar 2021 15.00 – 16.30 Uhr

„Justiz und Medien konsequent gegen Hass – keine rechtsfreien Räume im Internet“

  • Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien

„Demokratie und Menschenwürde im Netz verteidigen – der Beitrag der Zivilgesellschaft“ 

  • Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid

Moderation: Bettina Nickel, stellvertretende Sprecherin des Bayerischen Bündnisses für Toleranz

Mittwoch, 3. März 2021 15.00 – 16.30 Uhr

 „Maßnahmenpaket der bayerischen Justiz zur Bekämpfung von Hate-Speech“

  • Klaus-Dieter Hartleb, Oberstaatsanwalt und Hate-Speech-Beauftragter der bayerischen Justiz

Jugendschutz und Verschwörungsmythen im Netz: Aufsicht und Prävention“

  • Maria Monninger, Referentin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien im Bereich Medienkompetenz und Jugendschutz

Moderation: Martin Becher, Geschäftsführer des Bayerischen Bündnisses für Toleranz


Donnerstag, 18. März 2021 15.00 – 16.30 Uhr

„Bedrohungen gegen Kommunalpolitiker/innen im Netz: Handlungsmöglichkeiten und Vernetzungsansätze“

  • Thomas Zwingel, 1. Bürgermeister der Stadt Zirndorf

Moderation: Martin Becher, Geschäftsführer des Bayerischen Bündnisses für Toleranz

Anmeldung und weitere Informationen unter https://www.blm.de/blm-events/events-2021/gemeinsam-gegen-hass.cfm

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Termine Weitere Anbieter Wed, 24 Feb 2021 15:40:00 +0100
#SpendenStattVernichten - Lagerware für den guten Zweck https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=24&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23539&cHash=8c1aebe27bc8bc9eeecf6689ad60486e

]]> Nach Wochen und Monaten des Shutdowns, der den stationären Einzelhandel wirtschaftlich besonders stark getroffen hat, stehen viele Unternehmen wirtschaftlich am Rande ihrer Existenz. Wenn umfassende, schnelle und zielgenaue Hilfen nicht unverzüglich ankommen, droht unseren Innenstädten und Ortskernen ein massives Ladensterben und ein auf lange Zeit wirkender Verlust an Vielfalt und Lebensqualität.

Gleichzeitig haben die erheblichen Einschränkungen im Handel dazu geführt, dass viele Einzelhändler*innen – besonders im Bereich Textil und Mode – auf unverkaufter Ware sitzen, die sich auch bei einer Wiederöffnung nicht oder nur schwer verkaufen lässt. Langfristige Lieferverträge haben zu Überbeständen - nicht nur bei Saisonware - geführt. Mehrere hundert Millionen unverkaufter Kleidungsstücke liegen deutschlandweit in den Lagern.

Die finanzielle Berücksichtigung der Wertverluste unverkaufter Saisonware bei der Überbrückungshilfe III muss rasch und praxistauglich möglich sein. Aber wie mit der nicht-verkäuflichen Ware an sich weiter umgegangen werden kann, darüber herrscht weiterhin Unklarheit. Immer noch ist aufgrund steuerlicher Regelungen das Spenden für Händler*innen teurer als die Vernichtung.

Kein Einzelhändler und keine Einzelhändlerin hat aber ein Interesse daran, nicht-verkäufliche Ware zu vernichten. Gleichzeitig haben die Verwerfungen der Krise bei vielen Menschen im Land zu Einkommenseinbrüchen geführt, durch Kurzarbeit, durch den Wegfall von Aufträgen, des Nebenjobs oder des gesamten Arbeitsplatzes, und auch die Not bereits vor der Krise von Armut betroffener Menschen wurde verschärft. Sie haben mehr Hilfe und Unterstützung verdient.

Daher appellieren wir heute gemeinsam an die Bundesregierung: Machen Sie den Weg frei, damit auch die Einzelhändler*innen helfen können. Schaffen Sie eine umsetzbare und rechtssichere Möglichkeit, dass nicht-verkäufliche Ware an karitative Einrichtungen oder gemeinnützige Organisationen gespendet werden kann. Helfen Sie so den Ladenbesitzer*innen, Menschen zu helfen, die Hilfe nötig haben. Und lassen Sie uns auch für die Zukunft einen entscheidenden steuerrechtlichen Fehlanreiz beseitigen, der zu unnötiger Ressourcenvernichtung führt. Zusammen könnten Handel und Wohlfahrtseinrichtungen rasch und Hand in Hand helfen.

Seit Jahren wird kritisch darauf hingewiesen, dass geltende steuerliche Regelungen bei nicht verkäuflichen oder online retournierten Waren die Vernichtung günstiger stellen als das Spenden. Diese offenkundige Fehlsteuerung könnte das Bundesfinanzministerium ohne größeren Aufwand korrigieren. Doch das Finanzministerium schafft keine rechtssichere Lösung, obwohl gute Vorschläge seit Monaten vorliegen.

Mit einer eindeutigen Regelung könnten Kleidung und andere unverkäufliche Waren und Textilien unmittelbar und ohne größeren Aufwand einem wohltätigen Zweck zugeführt werden. Wann wäre ein besserer Zeitpunkt als jetzt?

Wir appellieren an die Bundesregierung: Zögern Sie nicht mehr, helfen sie den Einzelhändler*innen in unseren Innenstädten und Menschen in Not gleichermaßen. Machen Sie in der aktuellen Krise den Weg frei für mehr Solidarität, unternehmerische Verantwortung und mehr Umweltschutz.

Katrin Göring-Eckardt, Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion, Fraktionsvorsitzende

Stefan Genth, Handelsverband Deutschland (HDE), Hauptgeschäftsführer

Dr. Ulrich Schneider, Der Paritätische Gesamtverband, Hauptgeschäftsführer

Hintergrund

Die grüne Bundestagsfraktion hat für die Initiative „#SpendenStattVernichten - Lagerware für den guten Zweck“ Verantwortliche aus Wirtschaft, Wohlfahrtsverbänden und Vermittler von Sachspenden zusammengebracht, um über rechtssichere Lösungen zur Spende der massenhaften Lagerware zu beraten. Die Corona-Einschränkungen im Handel haben dazu geführt, dass viele Einzelhändler*innen – besonders im Bereich Textil und Mode – auf unverkaufter Ware sitzen bleiben. Mit dem Appell „#Spenden- StattVernichten - Lagerware für den guten Zweck“ rufen die grüne Bundestagsfraktion, der Handelsverband Deutschland und der Paritätische Wohlfahrtsverband mit weiteren Akteur*innen die Bundesregierung zum Handeln auf. Wenn die Bundesregierung den Weg dafür frei macht, können Wohlfahrts- und Handelsverbände aktiv werden und die Umsetzung, also die Übergabe von Lagerware an gemeinnützige Organisationen, vorantreiben.

Pressestatements

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag:

„Mit diesem Appell ziehen wir mit dem deutschen Einzelhandel und Wohlfahrtsverbänden an einem Strang. Gemeinsam fordern wir die Bundesregierung auf, eine rechts-sichere und funktionierende Möglichkeit für Sachspenden an gemeinnützige Organisationen zu schaffen. Beide Seiten stehen jetzt bereit, sodass mit nichtverkäuflicher Lagerware Menschen in Not Unterstützung erhalten. Inmitten der vielen schlechten Nachrichten wäre das ein Signal der Hoffnung. Die milliardenschweren Wirtschaftshilfen bekommen dann einen sozialen Nutzen, der weit über die Sicherung wirtschaftlicher Existenzen hinausgeht. Jetzt geht es ums Möglichmachen.“

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Deutschland (HDE):

„Kein Händler zerstört seine Ware und damit einen wichtigen Teil seines Kapitals gerne. Viele würden die Bekleidung lieber für Bedürftige spenden. Doch das können sich die Händler, die in der Corona-Krise ohnehin schon oft der Insolvenz nahe sind, häufig nicht leisten. Denn bei Spenden wird grundsätzlich Umsatzsteuer auf einen fiktiven Einkaufspreis bzw. Wiederbeschaffungswert fällig. Das muss sich dringend ändern.“

Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer Der Paritätische Gesamtverband:

„Wir wissen, dass die unserem Sozialstaat, der kein Almosenstaat ist, angemessene Lösung nur in einer armutsverhindernden Ausgestaltung der Grundsicherung liegen kann. Wir wissen aber auch: Gerade weil der Staat sie im Stich lässt, brauchen die Armen jede Hilfe, die sie bekommen können, auch Kleiderspenden. Wer schon vor Corona zu wenig hatte, den trifft die Krise jetzt erst recht besonders hart. Die Bundesregierung hat bisher nicht geglänzt, wenn es um die soziale Ausgestaltung der Krisenpolitik ging. Der einmalige Hartz IV-Corona-Zuschuss ist allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Deshalb unser dringender Appell an die Bundesregierung: Machen Sie den Weg für diese Spenden frei.“

Dr. Uwe Martin Fichtmüller, Hauptgeschäftsführer Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V.

„Für den Arbeiter-Samariter-Bund zählt die gelebte soziale Verantwortung zu den höchsten Gütern unseres Zusammenlebens. Dazu zählt, Menschen, die in Not sind, schnell und pragmatisch zu helfen. Deshalb ist es dem ASB ein besonderes Anliegen, sich der Initiative und dem Appell „#SpendenStattVernichten – Lagerware für den guten Zweck“ anzuschließen und sie mit unseren Möglichkeiten zu unterstützen. In existenzielle Bedrängnis geratene Einzelhändler*innen und in Not geratene Menschen gleichermaßen zu unterstützen, ist eine Form von Verantwortungsübernahme für das Gemeinwohl, die zugleich weitere positive ressourcenschonende Nebeneffekte zeitigen würde. Hierzu braucht es jetzt kluge Entscheidungen, um die hierfür erforderlichen steuerrechtlichen Möglichkeiten zu schaffen.“

Dr. Juliane Kronen, Gründerin & Geschäftsführerin innatura gGmbH

„Wir können uns nicht weiter von einer Ausnahme zur anderen hangeln. Wir brauchen endlich eine dauerhafte Perspektive, damit Unternehmen fabrikneue überschüssige Produkte rechtssicher an gemeinnützige Organisationen spenden können, ohne dafür mehr zu bezahlen als für die Vernichtung. Wir können uns diese Fehlsteuerung aus ökologischen und sozialen Gründen wirklich nicht länger leisten.“

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer bevh - der E-Commerce Verband

„Eine tolle Initiative der Grünen und ein erster Schritt in die richtige Richtung, dem noch weitere folgen müssen! Langfristig gesehen müssen Sachspenden an gemeinnützige Organisationen von der Umsatzsteuer entlang der gesamten Wertschöpfungskette befreit werden. Nur so machen wir hier wirklich einen Unterschied im Sinne der Nachhaltigkeit.“

Thomas Ahlmann, Geschäftsführer Dachverband FairWertung e.V.

„Die Weitergabe von funktionsfähigen, aber unverkäuflichen Textilien oder Gebrauchswaren an gemeinnützige Organisationen muss die Regel in Deutschland werden. Die steuerlichen Fehlanreize, die in den letzten Jahren vielfach verantwortliches Unternehmenshandeln verhindert und zu unnötiger Ressourcenvernichtung geführt haben, sollten nun endlich zugunsten einer gemeinnützigen Verwendung korrigiert werden.“

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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Wed, 24 Feb 2021 12:17:01 +0100
Das "System Pflege" wankt https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=23&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23534&cHash=014147afd9f507614518b5a1d12e365d

]]> Brigitte Bührlen, Vorsitzende WIR! Stiftung pflegender Angehöriger]]> Frau Bührlen, Sie haben ihre an Demenz erkrankte Mutter 20 Jahre lang gepflegt und begleitet: Sieben Jahre zu Hause und 13 Jahre in Heimen. Wenn Sie an diese Zeit zurückdenken: Woran erinnern Sie sich gerne?

Ich erinnere mich gerne an viele schöne und vergnügte Stunden in der Großfamilie. Meine Mutter war zu Hause und auch im Heim eine ausgesprochen positive, freundliche, hilfsbereite und angenehme Frau.

Und was war in dieser Zeit für Sie persönlich schwierig?

Gerade diese Freundlichkeit war, so komisch das klingt, ein Problem für mich. Alle ihr begegnenden Menschen waren ausgesprochen angetan von ihrem Auftreten und haben nicht verstanden, warum ich Probleme mit meiner Mutter hatte. Ich musste einen komplexen Alltag bewältigen zwischen Praxis und Selbständigkeit, Haushalt, drei Jugendlichen Mutter und meinem Mann Partnerin zu sein.

Meine Mutter wurde als „normal“ und ich als merkwürdig und uneinsichtig für die Situation meiner Mutter angesehen. Ich war hilflos und fühlte mich nicht verstanden.

Außerdem habe ich es ganz schlecht geschafft zu akzeptieren, dass meine Mutter nie mehr so werden wird, wie sie war. Sie sollte doch so bleiben wie sie war, ich hatte noch so viel mit ihr vor. Ich fand es irgendwie unfair, mich einfach so alleine zu lassen. Ich habe lange gebraucht zu begreifen, dass meine Mutter ein Recht hat, krank zu sein, und dass ich nicht das Recht habe, sie unglücklich zur machen durch meine Probleme mit ihrer Krankheit.

Welche Unterstützung hätten Sie sich damals für sich selbst gewünscht?

Ich habe mir selbst Hilfe gesucht. Ich habe eine Selbsthilfegruppe der Alzheimer Gesellschaft besucht, deren Leitung damals eine Angehörige hatte. Dieser Austausch, das Lernen an den Erfahrungen Anderer hat mir am meisten geholfen.

Die Situation für viele pflegende Angehörige ist grundsätzlich schon anstrengend und herausfordernd. Wie hat sich das durch die Corona-Pandemie verändert?

Es ist pflegenden Angehörigen bewusster geworden, dass sie im Pflege- und Gesundheitssystem keinen Platz und kaum eine Stimme haben. Sie wurden und werden meist nur auf Nachfrage erwähnt. Sie mussten selbst Ansprüche anmelden und dafür kämpfen, um gelegentlich am Rande offiziell erwähnt und wahrgenommen zu werden.

Für professionelle Pflegekräfte gab und gibt es in der Corona-Pandemie zumindest immer wieder Anerkennung in Form von „Beifall“ und Prämien. Warum sind und bleiben pflegende Angehörige in unserer Gesellschaft dagegen so unsichtbar? Immerhin sind sie der größte „Pflegedienst“ in Deutschland.

Die Angehörigenpflege basiert auf der Basis Bismarck`scher Regelungen: „Die Pflege“ basiert immer noch unreformiert auf der familien- und generationensolidarischen unentgeltlichen Sorge - vor allem durch Frauen - umeinander. Diese moralische Verpflichtung des Staates, also der Bürgergemeinschaft, ist heute noch die Basis „der Pflege“ in Deutschland. „Pflegende Angehörige“ ist kein rechtlich definierter Begriff, es gibt für diese Gruppe keinen Rechtsstatus. Einen rechtlichen Status haben nur anerkannte „Pflegepersonen“.

Diese Rahmenbedingungen haben zur Folge, dass nur die professionelle Pflege eine Lobby hat und im politischen Kontext unter „Pflege“ nur die professionelle, die beruflich ausgeübte Pflege gegen Entgelt einen rechtlich verankerten Status hat. „Angehörigenpflege“ hat keine rechtlichen Rahmenbedingungen und - noch - keine aus den Reihen pflegender Angehöriger gebildete Lobby. Deshalb existiert sie nicht im offiziellen politischen Sprachgebrauch.

Was wünschen Sie sich von den Wohlfahrtsverbänden, wenn es um die Interessen von pflegenden Angehörigen geht?

Wohlfahrtsverbände sollten sich mit Angehörigen unterschiedlicher Altersgruppen „zusammensetzen“ und Brücken bauen zwischen privater und professioneller Kompetenz. Selbstgewählte Berufstätigkeiten dienen im Kern dem Gelderwerb. Wenn professionell Tätige nach ihrem Berufsalltag nach Hause gehen, sind sie nicht selten privat noch „Pflegende Angehörige“.

Das eine ist also die Bürgerebene, das andere die Berufsebene. Ich wünsche mir, dass wir uns als Bürgerinnen und Bürger mit unseren unterschiedlichen Pflegeschwerpunkten zusammensetzen und gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Pflegewirtschaft darüber nachdenken, wie wir unser Pflegesystem so reformieren und zukunftsfähig machen können, dass Pflegebedürftige und die sie Pflegenden wieder im Mittelpunkt stehen. Es geht mir um eine Reform, bei der die Gelder so verwendet werden, dass sie den bedürftigen Menschen zu Gute kommen. Dabei geht es nicht um eine Schwächung der Wirtschaft. Es geht um Neuorganisation und zukunftstaugliche Schwerpunktsetzungen, von denen alle profitieren können.

Hohe Pflegebedürftigkeit kann von einem Tag auf den anderen entstehen, zum Beispiel durch eine Krankheit oder einen Unfall. Häufig benötigen Betroffene und ihre Angehörigen zunächst aber gar nicht den Pflegedienst, sondern vor allem Unterstützung bei der häuslichen Betreuung und der hauswirtschaftlichen Versorgung, um zu Hause wohnen bleiben zu können. Sind die vorhandenen Angebote ausreichend und passend?

Leider werden die bestehenden Angebote häufig als weder passend noch ausreichend empfunden. Die Gründe dafür sind vielschichtig und liegen wohl in der Entwicklung unseres Pflegesystems und auch unserer gesellschaftlichen Entwicklung begründet.

Wir brauchen kommunale, sozialräumliche Anlaufstellen, die unbürokratisch, individuell und niedrigschwellig gemeinsam mit dem Ratsuchenden eine Situationsanalyse entwickeln. Wenn jemand nur eine Frage hat, dann muss auch nur diese eine Frage beantwortet werden. Im Mittelpunkt muss der Bedarf des Ratsuchenden und des eventuell damit verbundenen Unterstützungsbedürftigen stehen.

Weiter ist eine Begleitfunktion wichtig. Das kann man Case Manager oder Pflege Co Pilot nennen. Unter dem Strich muss es eine wohnortnahe, verlässliche individuelle Beratung und Begleitung sowohl zu medizinisch-pflegerischen wie auch zu hauswirtschaftlichen Fragen sein.

Und, ganz wichtig: Ratsuchende müssen zur Übernahme von Aufgaben auch „nein“ sagen können.

Welches Potential sehen Sie in der Digitalisierung, pflegende Angehörige zu Hause besser zu unterstützen?

In der Digitalisierung sehe ich ein großes Potential zur häuslichen Unterstützung. Das kann durch Unterstützungstechnik für Pflege über Raum-Monitoring über Tracking-Funktionen und Vernetzungs-Apps gehen. Aber auch digitale Dokumentation und Informationsweitergabe sowie Kommunikation mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen zählt dazu. 

Allerdings müssen dazu stabile Netzabdeckung mit schnellem Internet sowie erschwingliche und praxiskompatible Endgeräte zur Verfügung stehen.

Viele pflegende Angehörige stehen vor schwerwiegenden Entscheidungen: Entweder übernehmen sie – meistens Frauen - die Pflege selbst und riskieren damit, sozial und finanziell in eine prekäre Lage zu kommen. Oder sie organisieren sich auf einem nicht kontrollierten „Pflegemarkt“ häufig prekär beschäftigte migrantische Betreuungskräfte als 24-Stunden-Pflege. Wie müssen verlässliche und zukunftsorientierte Unterstützungsstrukturen aussehen, die pflegende Angehörige nicht in diese Zwickmühle bringen?

Der „Pflegemarkt“ muss verlässliche Angebote machen, die in einen zukunftsfähigen gesetzlichen Rahmen gefügt sind bzw. werden.

Fakt ist, dass immer mehr Menschen keine Angehörigen haben, auf die sie zurückgreifen können. Dass gut ausgebildete Frauen berufstätig sind, sein möchten und es auch sein müssen. Immer mehr Angehörige leben nicht in der Nähe eines Pflegebedürftigen und können oder wollen Pflege nicht übernehmen.

Damit kommen die Grundlagen unseres Pflegesystems ins Wanken. Es müssen neue finanzierbare sozialräumlich orientierte „24 Stunden Angebote“ gemacht werden. Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegen für alle Altersgruppen müssen zur Verfügung stehen. Wohnformen müssen entstehen, bei denen Angehörige und / oder Nachbarn zeitweise die Versorgung übernehmen und individuell definierte professionelle Leistungen von professionellen Pflegekräften erbracht werden können.

Wichtig erscheint es mir auch, zu einer Vertrauenskultur in die Eigenverantwortung von professionell und informell pflegenden und begleitenden Menschen und zu kommen. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Misstrauenskultur und überbordenden Kontrollmechanismen die Zukunft nicht bewältigen können.

Es gibt Erkrankungen, die für pflegende Angehörige besonders herausfordernd sind und bei denen auch ambulante Angebote schnell an ihre Grenzen stoßen. Zum Beispiel Demenz. Wie kann es in Zukunft gelingen, auch dementiell erkrankte Menschen länger zu Hause zu betreuen? 

Demenziell erkrankte Menschen zu Hause zu betreuen ist nicht einfach, da Demenzkranke individuell sehr verschieden sind.

Alleinstehende demenziell erkrankte Menschen können oft relativ lange ihren gewohnten Tätigkeiten noch selbst nachgehen. Wichtig wäre es, dass es Menschen gibt, die alleine lebende Demenzkranke im Blick haben und mit ihnen in regelmäßigem Kontakt stehen.

Für Angehörige, die mit Demenzkranken zusammenleben, ist es wichtig, dass sie eine Anlaufstelle haben, bei der sie ihre Probleme ansprechen können und unterstützende Hilfsangebote individuell zugeschnitten erhalten. Das können Tagespflege-, Nachtpflege- oder Kurzzeitpflegeplätze sein. Das kann aber auch ein Platz in einer Demenz WG oder einer anderen alternativen Wohnform sein.

Unter dem Strich ist es mir wichtig, dass möglichst oft ein Lächeln im Gesicht eines Demenzerkrankten auftaucht, dass es uns gelingt, Demenzkranke in unserer Mitte zu behalten und sie wertschätzend durch diesen Lebensabschnitt zu begleiten. Demenzkranke haben Leben gemeistert, ihren Mann oder ihre Frau gestanden. Sie gehören zu uns. Sie gehören in unsere Mitte.

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Themen Ältere Menschen Familie Frauen und Mädchen Gesundheit Pflege Tue, 23 Feb 2021 12:20:00 +0100
Brandbrief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=22&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23563&cHash=be527c7aaa565b476dee5e432eff8fb3

]]> In vielen Pflegeeinrichtungen sind wegen Corona derzeit nur drei Viertel der Plätze besetzt. Die fehlenden Einnahmen bedrohen die Existenz der Einrichtungen! Wir fordern Jens Spahn deshalb auf, den Pflegerettungsschirm zu verlängern: https://www.paritaet-bayern.de/nc/weitere-inhalte/service/fachinformationen/fachinformation/news/brandbrief-an-bundesgesundheitsminister-jens-spahn/

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Ältere Menschen Corona Pflege Mon, 22 Feb 2021 23:41:00 +0100
Kampagne fordert Mietenstopp für sechs Jahre https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=19&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23523&cHash=46545ea42e2ad41c2ceebf522a02a02e

]]> Einen sofortigen bundesweiten Mietenstopp für die kommenden sechs Jahre fordert die neue Kampagne "Mietenstopp", die heute von sechs Kampagnenvertreter*innen (Deutscher Mieterbund, Deutscher Gewerkschaftsbund, Paritätischer Gesamtverband, 23 Häuser sagen NEIN (Berlin), #ausspekuliert (München) und Recht auf Stadt Köln) vorgestellt wurde.

Anlass ist eine Konferenz der Bundesregierung. Auf dieser will die Regierung am kommenden Dienstag, 23. Februar 2021, ihre Wohnraumoffensive bilanzieren. Aus Sicht der Kampagnenpartner*innen fällt die Bilanz für die Mieterinnen und Mieter schlecht aus. Die auf dem Wohngipfel 2018 beschlossenen Maßnahmen haben keine Kehrtwende auf dem Wohnungsmarkt eingeleitet.

Die Bundesregierung bleibt weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zurück: Der Wohnungsneubau stagniert weiterhin. Die Baulandpreise in Ballungszentren schnellen nach wie vor in die Höhe. Der Bestand an Sozialwohnungen ist dramatisch rückläufig.

Gleichzeitig dreht sich die Mietpreisspirale weiter nach oben. Die Corona-Pandemie verschärft die Situation für viele Menschen zusätzlich. Viele haben mit erheblichen Einkommensverlusten zu kämpfen und befürchten, ihr Zuhause zu verlieren, weil sie die Mieten nicht mehr aufbringen können. Darauf muss die Politik jetzt sofort Antworten finden.

Vertreter*innen der Kampagne Mietenstopp fordern:

Lukas Siebenkotten, Deutscher Mieterbund:
„Die Bilanz der Wohnraumoffensive zeigt neben kleineren Fortschritten, zum Beispiel bei der Begrenzung der Modernisierungsumlage, klar die Unzulänglichkeiten der Wohnungspolitik der Bundesregierung. Wenig Erfolge, vor allem wenig neu geschaffener bezahlbarer Wohnraum und kaum neue Sozialwohnungen, obwohl diese dringend benötigt werden. Wir brauchen ein soziales Bodenrecht, das die ungezügelte Explosion der Baulandpreise stoppt, und deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum. Bis es hier klare Erfolge gibt, brauchen wir wirksame Maßnahmen, die weitere Mieterhöhungen unterbinden. Aus diesem Grund fordern wir einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp.“

Lorena Jonas, 23 Häuser sagen NEIN, Berlin:
„Die Mietenkrise politisiert, denn Mieter*innen spüren die Schieflage des Wohnungsmarktes als Erste – und zwar in ihrem eigenen Zuhause. Ob bei Umwandlung oder horrenden Mieterhöhungen: Mieter*innen schließen sich zusammen und entwickeln gemeinsam eine starke Stimme. Die bundesweite Mietenstopp-Kampagne bündelt diese Kräfte und setzt an einem zentralen Punkt an: Mieten darf kein Risiko mehr sein – Vermieten muss wieder sozialverantwortlich werden. Mieteinnahmen dürfen nicht hauptsächlich der Abschöpfung von Gewinnen auf Kosten der Mieter*innen dienen.“

Dr. Ulrich Schneider, Der Paritätische Gesamtverband:
„Die Mietbelastungen sind unerträglich hoch. Nicht wenige Menschen müssen ihre Wohnung aufgeben. Gerade für Menschen mit Behinderung, Alte und sogar Pflegebedürftige, Alleinerziehende, die auf nachbarschaftliche Hilfe angewiesen sind, kinderreiche Familien und einkommensarme Menschen kommt dies einer Katastrophe gleich."

Tilman Schaich, #ausspekuliert, München:
„Die ganze Welt stürzt sich auf den deutschen Immobilienmarkt. In München geht der Trend beim Kaufpreis rapide in Richtung 27.000 Euro pro Quadratmeter. Es geht schon lange nicht mehr um das Schaffen von Wohnraum, sondern ausschließlich um Kapitalanlage und Profitmaximierung. Profit für Wenige, die angestammten Bewohner*innen müssen weichen. Daher fordern wir einen sechsjährigen Mietenstopp, während notwendige Reformen umgesetzt und sozialer Wohnungsbau realisiert werden. Denn "bauen, bauen, bauen“ braucht seine Zeit.“

Stefan Körzell, Deutscher Gewerkschaftsbund:
„Coronabedingt haben viele Beschäftigte Einkommenseinbußen und damit Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Gerade sie brauchen einen Mietenstopp. Um den Wohnungsmarkt auf Dauer zu beruhigen, müssen Bund und Länder massiv in den Bau bezahlbarer Mietwohnungen investieren. Mindestens 6 Milliarden Euro sind notwendig, um jährlich den Bau von 100.000 Sozialwohnungen zu fördern.“

Kalle Gerigk, Recht auf Stadt Köln:
„Als Initiative Recht auf Stadt erleben wir in Köln wachsendes Wohnungselend. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern sollte zwangsgeräumt werden. Das konnten wir in letzter Minute verhindern. Täglich gibt es Zwangsräumungen, die Leben zerstören. Menschen verlieren ihr Zuhause. Einige landen auf der Straße. Mitten in Köln ist im Januar ein Obdachloser erfroren. Im reichen Deutschland kein Einzelfall. Das Menschenrecht auf Wohnen wird in Deutschland seit Jahren torpediert und die Bundesregierung liefert den Miethaien auch noch die gesetzliche Munition dafür. Darum brauchen wir sofort einen Mietenstopp!“

Die Kampagne Mietenstopp ist eine zivilgesellschaftliche, überparteiliche Kampagne, die sich für einen bundesweiten Mietenstopp einsetzt und die immer größer wird. Die Aktivist*innen sind über ganz Deutschland verteilt – zusammen kämpfen wir für alle Mieterinnen und Mieter.

Untenstehend können Sie herunterladden Bilanzpapier zum Wohnraumgipfel der Bundesregierung 2018, Forderungen und FAQs.

Weitere Informationen zum Bündnis unter www.mietenstopp.de

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Wohnungslosigkeit Fri, 19 Feb 2021 14:29:29 +0100
Suchtkranke Frauen sind im Lockdown besonders belastet https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=17&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23511&cHash=6896e7b892b4657441e6f0c3892f1c36

]]>  „Obwohl die Beratungsstellen auch in der Pandemiezeit ihre Dienste anbieten, finden viele der Betroffenen – v.a. Frauen – den Kontakt zur Beratungsstelle nicht. Gerade für Frauen ist die Zeit des Lockdowns aber besonders belastend. Die Rundum-Betreuung der Kinder daheim, Homeschooling, Mehrfachbelastungen und der Wegfall von sozialen Angeboten belasten die Frauen enorm. Da bleibt wenig Zeit für den Kontakt zur Beratungsstelle, selbst Telefongespräche können nicht in Ruhe vorgenommen werden“, so Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, der die Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS) angeschlossen ist.

Im Lockdown steigt Konsum von Suchtmitteln

Die letzten Monate hätten gezeigt, dass während der Corona-Pandemie bzw. des Lockdowns der Suchtmittelkonsum steige und damit auch die Begleiterscheinungen wie z.B. Aggressionen, Einsamkeit, finanzielle Probleme, Zukunftsängste, häusliche Gewalt oder Depressionen. Gerade Frauen sind an dieser Stelle schwer belastet, betont Berndl: „Die eigene Suchterkrankung und auch die psychischen Probleme werden hintenangestellt. Somit verstärkt sich nicht selten die Suchtproblematik bei den Frauen. Hinzu kommen oft noch andere traumatische Erfahrungen, wie zum Beispiel gewalttätige und/oder sexuelle Übergriffe, die die suchterkrankten Frauen zusätzlich belasten.“

Beratungsstellen sind auch während des Lockdowns für Betroffene da

Diejenigen, die sich ohnehin schwertun, sich Hilfe zu suchen, hätten in der derzeitigen Corona- Pandemie durch die Mehrfachbelastungen nun noch höhere Hürden zu überbrücken. Margit Berndl ermuntert die betroffenen Frauen: „Die Beraterinnen sind auch in der jetzigen Zeit für Sie da und bieten Unterstützung an: mit einem persönlichen Gespräch, nach Absprache auch abends nach der Berufstätigkeit. Kommen Sie zur Sprechstunde, melden Sie sich telefonisch.“

Die Mitarbeitenden in den bayerischen Suchtberatungsstellen haben ihre Angebote angepasst. Die Beraterinnen bemühen sich verstärkt durch aufsuchende Arbeit Frauen, Familien und deren Kinder zu betreuen, bei Rückfällen zu helfen und bei der Suche nach Notbetreuungsplätzen für die Kinder Unterstützung zu bieten. Auch bei Erfahrungen mit häuslicher Gewalt stehen die Mitarbeiterinnen beratend zur Verfügung.

Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS)

Die KBS ist ein Projekt der Freien Wohlfahrtspflege Bayern. In der KBS sind die in der Suchtkranken- und Suchtgefährdetenhilfe tätigen Verbände der Freien Wohlfahrtspflege vertreten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Entwicklung der Suchthilfe in Bayern. Die KBS bietet Hilfe und Unterstützung bei suchtspezifischen Fragen, führt bayernweite verbandsübergreifende Fachtagungen, Fortbildungen und Arbeitskreise durch und ist Impulsgeber für aktuelle Suchtthemen. Die Geschäftsstelle der KBS wird von der Freien Wohlfahrtspflege Bayern und – als Projekt – vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert.

Die Suchtberatungsstellen in Bayern sind im Internet zu finden unter: https://www.kbs-bayern.de/einrichtungen/suchtberatung/

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Kornelia Poth | Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS)
Tel: 0160 8982946 | Mail: info(at)kbs-bayern.de

Susann Engert | Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern
Tel: 089 30611-137 | Mail: susann.engert(at)paritaet-bayern.de

Maria Heiland | Freie Wohlfahrtspflege Bayern
Tel: 089 54497-132 | Mail: info(at)freie-wohlfahrtspflege-bayern.de

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Presse Fachbereich Frauen / Familie Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Frauen und Mädchen Corona Sucht Wed, 17 Feb 2021 17:43:55 +0100
Kostenfreies Angebot: "Entspannt in die Mittagspause" https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23479&cHash=f372dbea6c481957f7e98e5e2baa8fcc

]]> ]]> Termine:

23.02./02.03./09.03./16.03.

jeweils 12:00 bis 12:15 Uhr,

Anmeldung erforderlich!

Kontakt:

FMGZ - Frauen & Mädchen Gesundheitszentrum Nürnberg e.V.

Telefon: 0911 / 328262

Email: info@fmgz-nuernberg.de

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Termine Fachbereich Frauen / Familie Region Mittelfranken Frauen und Mädchen Gesundheit Mitgliedsorganisationen Wed, 10 Feb 2021 08:40:33 +0100
Gegen Rassismus! https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=09&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23476&cHash=a3e34558413916d858f5f966cf22dc4f

]]> ]]> Können Sie uns über Situationen erzählen, in denen sie Rassismus erlebt haben?

Ja, zum Beispiel mit der Polizei am Flughafen. Ich habe ein Problem mit Bluthochdruck. Dadurch geht es mir manchmal nicht gut und ich kann ohnmächtig werden. Das ist mir am Flughafen passiert und ich habe eine Frau von der Polizei gebeten, mir zu helfen. Aber sie ist nicht darauf eingegangen. Sie hat mir nicht zugehört und hat mir nicht geholfen. Sie hat gesagt: „Nigeria ist ein schlechtes Land.“ Ich habe gesagt: „Ja, das stimmt. Aber ich bin ein Mensch. Bitte helfen sie mir.“ Meine Tochter hat dann angefangen zu weinen und zu schreien: „Bitte helfen sie meiner Mama. Ihr geht es schlecht. Sie lügt nicht.“ Aber die Polizisten standen einfach nur um mich herum und haben gesagt: „Sie simuliert.“ Sie haben mich dort behalten von morgens bis spät abends. Erst dann haben sie einen Doktor geholt. Der hat gesagt: „Die Frau hätte sterben können.“

Eine andere Situation habe ich erlebt, als ich mit der S-Bahn unterwegs war. Da gab es eine Fahrkartenkontrolle. Die Kontrolleure sind nur zu mir und meiner Tochter gekommen. Sie haben nur unsere Tickets kontrolliert. Oder im Krankenhaus: Da wollte ich einer Frau helfen. Aber sie hat mich angeschrien, ich solle sie bloß nicht anfassen und weggehen.

Das ist Rassismus, wenn man so behandelt wird.

Was denken Sie, warum behandeln andere Menschen Sie so?

Weil ich Schwarz bin. Schwarz ist schlecht, weiß ist gut. Schwarz ist schlecht, auch wenn der Mensch gut ist. Nigeria, das Land aus dem ich komme, ist ein weiteres Stigma. Es gibt Vorurteile gegenüber meinem Heimatland: Menschen, die von dort sind, würden betrügen oder sich prostituieren.

Wie fühlen Sie sich in diesen Situationen?

Ich fühle mich schlecht. Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin. Ich weiß, dass ich nicht immer gut bin. Aber ich versuche, keine Probleme zu machen. Ich denke, dass ich kein schlechter Mensch bin. Aber wenn ich so behandelt werde, dann fühle ich mich richtig schlecht. Und ich verliere das Vertrauen in andere Menschen. Ich traue mich zum Beispiel nicht mehr, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Weil ich Angst davor habe, wie sie mich behandeln werden.

Wie erklären Sie Ihrer Tochter, warum sich andere Menschen so verhalten?

Meine Tochter und ich – wir sind immer zusammen. Sie fühlt sich auch schlecht. Aber sie weiß auch: Es gibt nichts, was wir tun können, um etwas an dieser Situation zu verändern.

Das heißt: Sie sagen Ihrer Tochter, dass sie es akzeptieren muss?

Ja, in bestimmten Situationen schon. Weil es keine andere Option gibt. Aber ich sage ihr und versuche ihr zu vermitteln, dass sie als Mensch trotzdem wichtig ist. Dass sie als Mensch wertvoll ist. Das Stigma ist nicht sie. Ich möchte, dass sie gut über sich selbst denkt. Auch wenn wir manchmal wie Müll behandelt werden … Und ich sage ihr: Auch wenn andere Menschen schlecht über Dich sprechen oder Dich schlecht behandeln – behandel sie selber mit Respekt.

Was wünschen Sie sich von anderen Menschen? Wie sollten sie sich Ihnen gegenüber verhalten?

Ich wünsche mir, dass man als Schwarze Person nicht abgestempelt, „gebrandmarkt“ wird. Ich wünsche mir, dass man eine Chance bekommt zu zeigen, wer man als Mensch ist. Dass die Menschen nicht in Stereotypen denken, sondern sich und dem Anderen Zeit geben, sich kennenzulernen. Ich möchte als Mensch, als Person gesehen werden. Menschen denken manchmal: Kenne ich einen Menschen, zum Beispiel aus Nigeria, kenne ich alle. Aber das stimmt nicht. Wir sind alle Individuen und wir haben verschiedene Persönlichkeiten.

Ein Buch beurteilt man auch nicht aufgrund seines Umschlags. Sondern aufgrund seines Inhalts.

(*Name geändert)


Gerade in den sozialen Medien ist demokratie- und menschenfeindlicher Hass stark verbreitet. Im Rahmen des Projekts „Demokratie stärken“ setzt der Paritätische in Bayern diesem Trend etwas entgegen, indem er Menschen zu Wort kommen lässt, die Hass und Diskriminierung erleben, und indem er sich klar und vernehmbar positioniert für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben, unabhängig von zum Beispiel deren Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung.

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Themen Frauen und Mädchen Migration und Flucht Zivilgesellschaft und Demokratie Tue, 09 Feb 2021 15:51:45 +0100
Zivilgesellschaftliches Bündnis kritisiert Coronahilfen für arme Menschen als unzureichend https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=09&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23470&cHash=f957b0dfadf9c33468760bf959c75e3e

]]> Ein Bündnis von 41 Gewerkschaften und Verbänden bewertet den von der Großen Koalition in Aussicht gestellten Einmalzuschlag in Höhe von 150 Euro für arme Menschen als “Tropfen auf den heißen Stein”. Die Organisationen starten heute eine breite Unterschriftensammlung, um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, endlich armutspolitisch wirksame Soforthilfen auf den Weg zu bringen.

Die Covid-19-Pandemie mit all ihren wirtschaftlichen und sozialen Folgen treffe “die Ärmsten in der Gesellschaft besonders hart”, heißt es in dem heute veröffentlichten Appell, und ausgerechnet die Ärmsten seien es, die nunmehr seit Beginn der Krise vor fast einem Jahr “noch immer auf angemessene Unterstützung” warten.

Das Bündnis fordert die zügige Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro für alle Menschen, die auf existenzsichernde Leistungen wie etwa Hartz IV angewiesen sind. “Denn schon vor Corona fehlte es den Armen an Geld für eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe”, heißt es in dem Appell. Darüber hinaus brauche es statt einer Einmalzahlung für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag in der Grundsicherung von 100 Euro pro Kopf und Monat, um zusätzliche corona-bedingte Kosten auszugleichen. Schließlich fordern die Organisationen “für die Dauer der Krise ein Verbot von Zwangsräumungen und die Aussetzung von Kreditrückzahlungen, um einkommensarme Menschen vor Corona-bedingtem Wohnungsverlust und Existenznot zu schützen.”

Der Appell wurde initiiert von einer breiten Allianz, die von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, über Kultur, Wohnen, Umwelt bis zu Selbsthilfe, Gesundheits- und Menschenrechtsorganisationen reicht. Das Bündnis ruft Bürgerinnen und Bürger auf, mit ihrer Unterschrift unter den Appell “Corona trifft Arme extra hart - Soforthilfen jetzt!”, politisch Druck zu machen, damit auch die Ärmsten - ob arme Alte und Pflegebedürftige oder Kinder, Arbeitslose, Flüchtlinge oder Erwerbsgeminderte - die Corona-Krise gut überstehen können.

Aufruftext und Möglichkeit der Unterzeichnung ab sofort unter anderem hier:

www.der-paritaetische.de/coronahilfe

Erstunterzeichnende des Appells:

Marlis Tepe, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft / Frank Werneke, ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft / Prof. Dr. Jens Schubert, AWO Bundesverband e.V. / Dr. Ulrich Schneider, Der Paritätische Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V. / Maria Loheide, Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. / Adolf Bauer, Sozialverband Deutschland e.V. / Verena Bentele, Sozialverband VdK e.V. / Susanna Karawanskij, Volkssolidarität Bundesverband e.V. / Aron Schuster, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. / Heinz Hilgers, Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V. / Holger Hofmann, Deutsches Kinderhilfswerk e.V. / Günter Burkhardt, PRO ASYL / Olaf Bandt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland/ Friends of the Earth Germany / Olaf Zimmermann, Deutscher Kulturrat e.V. / Dr. Melanie Weber-Moritz, Deutscher Mieterbund e.V. / Jochen Brühl, Tafel Deutschland e.V. / Martin Rücker, foodwatch e.V. / Christoph Bautz, Campact e.V. / Georg Grohmann, BAG Streetwork/ Mobile Jugendarbeit e.V. / Benjamin Andrae, Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V. / Birgit Görres, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. / Dr. Klaus-Dieter Warz, DEUTSCHE DIABETES FÖDERATION e.V. / Wolfgang Schreck und Oliver Kunz, Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V. / Christel Achberger, Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. / Herbert Temmes, Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. / Prof. Christel Bienstein, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - DBfK Bundesverband e.V. / Gunter Erbe, Deutscher Wohlfahrtsverband für Gehör- und Sprachgeschädigte GSW e.V. / Georg Roth, Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.) / Uwe Weppler, PARITÄTisches Bildungswerk Bundesverband e.V. / Christian Molke, ADRA Deutschland e.V. / Andreas Luttmer-Bensmann, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) / Horst Schmitthenner, Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen / Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands / Volkmar Proschwitz, Advent Wohlfahrtswerk e.V. / Carmen Thiele, PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. / Helena Steinhaus, Sanktionsfrei e.V. / Annegret Gabelin, Sozialwerk des dfb (Dachverband) e.V. / Heiko Frost, Verband Deutscher Schullandheime e.V. / Gudrun Nolte, Evangelischer Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt e.V. (KWA) / Georg Janßen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft / Britta Altenkamp, Zukunftsforum Familie e.V.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands: "Die Krisenbewältigung der Bundesregierung ist und bleibt ein armutspolitisches Trauerspiel. Was bisher an Hilfe auf den Weg gebracht wurde, lindert die Not der Menschen kaum. Wir werden weiter Druck machen, bis diese Bundesregierung endlich etwas für die Armen tut, das wirklich Substanz hat. Arm sein ist teuer, Symbolpolitik können wir uns nicht mehr leisten."

Zitate weiterer Erstunterzeichnenden und sonstige Materialien:

https://www.der-paritaetische.de/coronahilfe/downloads/

Gwendolyn Stilling

Pressesprecherin
Leiterin
Presse, Redaktion, Kampagnen

Der Paritätische Gesamtverband
Oranienburger Str. 13-14
10178 Berlin
Telefon: 030 24636-305
Telefax: 030 24636-110
Mail: pr@paritaet.org

]]>
Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Tue, 09 Feb 2021 14:12:21 +0100
Selbsthilfe braucht neue Bilder https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23440&cHash=f7a210314b2d444449cb1b8ea5e90d8d

]]> ]]> Ein sonniger Tag in München. Tobi Katze, Autor von “Morgen ist leider auch noch ein Tag – irgendwie hatte ich mir von meiner Depression mehr erwartet” und ich sitzen auf einer Bank, genießen das Wetter. Wir sprechen über diese Krankheit, die uns verbindet. Über Selbsthilfe, Vorurteile, warum er das Programm zum Buch am liebsten nicht mehr spielen würde, aber es trotzdem gerne tut. Und wir lachen viel. Sehr viel.

Hast du damals eine Selbsthilfegruppe besucht?

Nein, hab ich tatsächlich nie. Weil ich total große Vorurteile gegen Selbsthilfegruppen hatte. Ich dachte, das wäre dann wie in den amerikanischen Filmen: Alle sitzen da rum “Hi, ich bin Tobi” – “Hallo Tobi” – fand ich ganz grauenhaft. Inzwischen weiß ich, dass das anders ist. Aber damals war das war für mich keine reizvolle Option.

Das ist aber nicht das einzige, wogegen ich mich gewehrt habe. Wo Vorurteile mich von vielleicht klügeren Schritten abgehalten haben. Ich hab mich zum Beispiel auch gegen das Thema Klinik gewehrt. Ich war selber mein schlimmster Feind. Wenn mein heutiges Ich mein Ich von vor sechs, sieben Jahren treffen würde – wir würden uns hassen. Besonders was das Thema Vorurteile und psychische Erkrankungen angeht.

Wie hätte man damals schaffen können, deinen Kopf trotz Vorurteilen von Selbsthilfegruppen zu überzeugen?

Inzwischen würde ich sagen, wenn man mir damals kommuniziert hätte “Hey, das sind Leute in deinem Alter. Das bleibt alles ganz zwanglos. Und diese Krankheit, das Problem Depression, steht nicht zu sehr im Mittelpunkt sondern man ist eher unter seinesgleichen. Man kann, muss aber nicht.” So wie man eben einen Abend mit Freunden verbringt. Wo man weiß, man ist eben auf einer Wellenlänge. So was wäre für mich ideal gewesen. Gerne auch verbunden mit mehr als “nur” im Kreis auf Stühlen sitzen. Egal ob man zusammen Volleyball spielt oder sich durch alle Cafés der Stadt probiert. Ich denke, solche Aktivitäten dem Thema vorzuschalten, könnte bei vielen Menschen die Überwindung senken.

Ist dein Buch Selbsthilfe?

Nein, mein Buch ist keine Selbsthilfe. Ich hab das Buch und auch den Blog angefangen und mich auf eine Veröffentlichung eingelassen mit der Prämisse, dass ich über nichts reden möchte, was ich für mich nicht zumindest halbwegs geklärt habe. Ich hab gedacht “Ich will mich nicht öffentlich therapieren” das ist unfair den Leuten gegenüber, die das lesen, die mit meinem Mist auch noch zu belasten. Und es wäre mir selber auch unangenehm gewesen. Ich möchte das ja verarbeiten und nicht diese Krankheit nutzen, nur um irgendwas zu schreiben, sondern ich möchte was damit bewegen.

Nervt es dich, dass du durch das Buch weiter mit dem Thema Depression konfrontiert bist?

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Es nervt mich künstlerisch – ich möchte künstlerisch auch nichts mehr zu dem Thema machen. Ich hab das Gefühl ich hab dazu alles gesagt. Ich spiele mein Programm dazu immer noch, das macht mir auch weiterhin sehr große Freude. Aber ich möchte nichts neues mehr dazu machen. Ich hab mich ja seit damals auch ein bisschen weiterentwickelt. Das Buch ist ja schon ein paar Jährchen her.

Es ist natürlich schade, dass das Thema und die Show immer noch so gefragt sind. Eigentlich hab ich angefangen darüber zu reden, um irgendwann nicht mehr darüber reden zu müssen. Das ist leider immer noch nicht der Fall. Deswegen mache ich das weiterhin gerne. Weil ich das Gefühl habe, es ist noch notwendig. Und es gibt den Menschen auch was. Es ist immer noch so, dass wenn ich in eine Stadt komme, die Leute dankbar sind und sagen “Endlich spricht mal jemand darüber. Endlich bin ich mal in einem Raum mit Leuten, bei denen ich weiß, denen geht’s genau so wie mir.” Und das ist irgendwie ein tolles Gefühl, aber gleichzeitig auch wahnsinnig traurig.

Dass psychische Krankheiten weiterhin so ein Tabu sind, sodass wenn mal einer drüber redet, sich gleich alle drauf stürzen. Aus beruflicher Sicht ist das natürlich auch schön, aber aus privater Sicht finde ich das wahnsinnig traurig. Deswegen würde ich am liebsten nicht mehr drüber sprechen, aber es ist noch notwendig. Von daher sehe ich mich auch ein bisschen in der Verpflichtung, es weiterhin zu tun.

Die Gemeinschaft, das “WIR”, hast du also auch ohne Selbsthilfegruppe inzwischen kennengelernt?!

Absolut, es ist nach wie vor beruhigend Menschen zu treffen, denen es genau so geht. Ein tolles Gemeinschaftsgefühl – was auf nix außer einer Krankheit beruht, dieses Gefühl, aber trotzdem. Als ich damals die Diagnose Depression bekam und mich dann im Freundeskreis geöffnet habe, fand ich es schon beruhigend zu sehen, dass ich nicht der einzige bin. Weil auf einmal Menschen auf mich zukamen. Dieses WIR-Gefühl fand ich sehr sehr hilfreich. Weil zumindest ich mich mit Depressionen immer wahnsinnig alleine gefühlt habe – krankheitsbedingt. Dann aber zu merken, es gibt ganz viele, die ich kenne, die sich auch super alleine fühlen, hat gut getan. Man hatte dann wenigstens für eine kurze Zeit einen Verbündeten gegen die Krankheit, eine Art Komplizenschaft.

Immer mehr Menschen finden diese Komplizenschaft auch in den sozialen Medien, zum Beispiel bei Instagram. Kennst du das auch?

Ich bin zwar auf Instagram, aber eher mäßig aktiv. Vielleicht habe ich auch deswegen dort noch keine Komplizenschaft erlebt. Was ich dort kenne, sind die Einzelkämpfer. Darunter sind auch welche, die sich in ihrer Krankheit zu wohl fühlen. Die sie auch inszenieren und sogar versuchen, daraus Profit zu schlagen. Oder eben Menschen, die Instagram als Kanal nutzen um ungefiltert ihre Wut, ihre Trauer, ihre Krankheit auszuleben. Was ich stellenweise bedenklich finde. Ab einer gewissen Followerzahl werden manche Inhalte unverantwortlich.

Ich halte Instagram für Menschen mit Depression generell nicht für die ideale Plattform. Da sind immer alle schön und machen Sport und Urlaub und essen immer buntes und angeblich gesundes Essen. Damals in meiner akuten Phase war ich noch nicht bei Instagram. Ich weiß nicht, ob mir das gut getan hätte. Soziale Medien und Depression generell ist glaub ich eine schwierige Sache. Es kann total helfen, es kann aber auch super schädlich sein.

Zu welcher Seite hast du tendiert?

Ich war damals nur bei Facebook, und hab dem auch irgendwie meinen Erfolg mit zu verdanken. Die Plattform hat es mir erlaubt, mich als normal zu inszenieren nach außen. Ein komplettes Leben sozusagen nur digital zu leben. Soziale Medien machen es auf jeden Fall leichter, eine Maske zu tragen.

Da sehe ich wieder den Vorteil von “echten” Selbsthilfegruppen, die einen dazu verführen, im echten Leben rauszugehen. Die also nicht digital stattfinden. Natürlich können solche Gruppen auch digital stattfinden, aber da sehe ich eher die Aufgabe, jemanden auf diese digitale Weise aus der Wohnung zu locken. Um irgendwas gemeinsam zu tun, was nicht selbstverletzend ist.

Wie siehst du die Tatsache, dass zwischen den Generationen wenig Kommunikation stattfindet?

Muss da Kommunikation stattfinden? Muss man die zusammenbringen, die beiden Seiten? Kann das nicht parallel laufen? Ich weiß nicht, ob man da einen gemeinsamen Nenner findet. Weil die Generationen trotzdem so nah beieinander sind. Das ist nicht wie bei Rentnern und Kleinkindern, die kann man eher problemlos zusammenpacken. Im Gegensatz zu Menschen um die 60 und um die 30. Das ist weit weg und gleichzeitig zu nah. Was die Lebensrealitäten angeht und die Alltagsgestaltung.

Natürlich ist es schön gemeinsame Sachen anbieten zu können. Aber es sollte die Möglichkeit geben, das zu trennen. Vielleicht nicht nach Alter, sondern vielleicht eher nach Aktivität. Wie eben zum Beispiel Volleyball oder zusammen Kaffee trinken. Aber es gibt ja zwischen den Generationen auch viele Verbindungen. Ich merke das immer wieder, wenn Leute zu meinen Shows gemeinsam aus der Klinik anreisen. Jung und alt, als Clique zusammen, weil das eben zusammenschweißt. Da entstehen solche Gemeinschaften ganz natürlich. Es wäre absolut toll, wenn so etwas auch entstehen könnte, ohne dass davor alle in die Psychiatrie müssen.

Nun wird die eine Generation aber oft gefördert, die andere muss vermeintlich ohne solche Förderungen auskommen, …

Ich verstehe schon, dass die Krankenkassen sich gerade schwer tun einen neuen Rahmen zu finden. Dass es dauert, ein solches System an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Aber ich hoffe, dass sich alle Seiten weiter dran machen, das Fördersystem immer ein bisschen weiter zu modernisieren.

Kann ein Blog was verändern?

Absolut, da bin ich ja das beste Beispiel. Bei mir hat auch alles mit einem Blog angefangen. Gut gemachte, nicht spießige Blogs können viele Menschen erreichen. Wenn man anders, vernünftig, normal über ein Thema spricht, dann bietet ein Blog die Möglichkeit, es anders zu beleuchten. So wie mir wichtig ist, weiter andere, neue, realistischere Bilder von Depression zu vermitteln. So wie das Bild hier jetzt: wir beide sitzen jetzt hier in München auf ner Bank in der Sonne, sehen aus wie ganz normale Menschen und reden über Depression miteinander – und lachen viel.

Es wäre toll, wenn der #wirhilft-Blog dabei helfen kann, das Thema Selbsthilfe von seinem spießigen Image loszulösen, es davon zu befreien, attraktiver zu machen. Das Bild vom ewigen Stuhlkreis durch andere Bilder zu ergänzen. Wenn man da hin käme, wäre glaube ich, schon richtig vielen Menschen geholfen.

Das Interview wurde zuerst auf dem Wir hilft-Blog des Paritätischen in Bayern veröffentlicht.


Tobi Katze, Slampoet und Autor, redet nicht nur, aber auch offen über seine Erfahrung mit Depression. Mehr Infos unter: www.tobikatze.de

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Themen Selbsthilfe Menschen mit psychischen Erkrankungen Bürgerschaftliches Engagement Fri, 05 Feb 2021 15:11:00 +0100
Verbände warnen vor sozialen Folgen der Corona-Krise https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=04&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23430&cHash=5efa1ee8d2a457d01f14407ba8873048

]]> Trotz Kurzarbeitergeld und milliardenschwerer Hilfspakete für die Wirtschaft steigt die Arbeitslosigkeit in Deutschland und Armut nimmt zu. Viele Menschen leiden unter Einsamkeit – besonders Angehörige so genannter Risikogruppen wie Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und ältere Menschen. Psychische Belastungen nehmen zu. Familien sind in einem täglichen Ausnahmezustand. Kinder aus finanziell schwachen Familien leiden besonders unter den geschlossenen Bildungseinrichtungen. Sie drohen den Anschluss zu verlieren.

Schutzschirm für Menschen in Not

„Damit der soziale Zusammenhalt in Deutschland erhalten bleibt, müssen diese sozialen Folgen der Pandemie mehr in den Blick genommen werden,“ fordert Berndl. „Und es müssen Lösungen gefunden werden, wie diese Folgen abgemildert werden können.“ So wie im letzten Jahr Schutzschirme für die Wirtschaft gespannt wurden, braucht es Schutzschirme für Menschen, die besonders unter den Folgen der Pandemie leiden. Zum Beispiel für Kinder, die den Anschluss beim Lernen verlieren. Dabei geht es um ein Zusammenspiel aus direkter finanzieller Unterstützung und um ein gut ausgebautes Netz an sozialen Diensten und Einrichtungen, das Menschen unterstützt, berät und entlastet.

Ohne soziale Dienste und Einrichtungen funktioniert unsere Gesellschaft nicht

Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl hebt die Bedeutung der sozialen Einrichtungen und Dienste für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor: „Die Mitarbeitenden in unseren Diensten und Einrichtungen arbeiten seit Monaten am Limit, um die Auswirkungen der Coronakrise abzufedern und Unterstützung und Hilfe dort zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird, und ihnen gehört allerhöchste Anerkennung.“

Für Piendl ist klar: „Auch eine noch so gute Gesetzgebung, noch so verantwortungsvolle Regularien oder strikte Verordnungen brauchen Menschen, Dienste und Institutionen, die sie umsetzen und ihnen ein Gesicht geben. Diese Expertise haben wir als Verbände der Freien Wohlfahrtspflege Bayern und die Politik ist gut beraten, bei ihren Entscheidungen auf diese Expertise zurückzugreifen und sie miteinzubeziehen.“


In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind das Bayerisches Rotes Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern organisiert. Gemeinsam erbringen die Verbände rund 75 Prozent aller sozialen Dienstleistungen in Bayern. Rund sechs Prozent aller Beschäftigten im Freistaat, davon allein rund 95.000 in Pflegeheimen und weitere rd. 86.000 in Kindertagesstätten, arbeiten in der Sozialwirtschaft. Als Verband unterstützt die Freie Wohlfahrtspflege Bayern ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen bei der Realisierung von Zielen, mit denen sie ihren Beitrag dazu leisten, Bayern sozial zu gestalten.

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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Thu, 04 Feb 2021 09:45:59 +0100
Koalitionsausschuss: Ergebnisse sind “armutspolitisches Trauerspiel” https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=04&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23429&cHash=b37bced4ada1877445231faf46896628

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Als Tropfen auf den heißen Stein kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die vom Koalitionsausschuss in Aussicht beschlossene Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro für Grundsicherungsbeziehende. Nötig wäre stattdessen ein monatlicher Zuschuss für die Dauer der Krise, um die coronabedingten Mehrbelastungen auch nur annähernd auszugleichen. Die aktuellen Regelsätze in Hartz und Altersgrundsicherung reichten nicht einmal aus, um unabhängig von Corona die Grundbedarfe zu decken. Gemeinsam mit über 30 weiteren bundesweiten Verbänden und Gewerkschaften fordert der Verband eine Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro pro Monat.

“150 Euro Einmalzahlung ist gut für Kinder über der Armutsgrenze. Für Beziehende von Hartz IV und Altersgrundsicherung bleibt es weit hinter dem zurück, was wirklich Not tut. Die Krisenbewältigung der Großen Koalition bleibt ein armutspolitisches Trauerspiel”, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Nach einem Jahr Krise, Pandemie und Ausnahmezustand, deren Ende noch nicht absehbar sei, seien die angekündigten Einmalzahlung viel zu wenig. “Es ist wirklich beschämend, wie die Bundesregierung die Not der Armen in dieser Krise monatelang ignoriert hat, die Menschen nun mit 150 Euro abspeist und im Regen stehen lässt.” Der Verband weist darauf hin, dass auch die angekündigten Gutscheine für 10 FFP2-Masken bisher nicht bei den armen Menschen angekommen seien. “Statt bürokratisch auf Gutscheinbriefe oder eine kleinliche Einmalzahlung zu setzen, braucht es dringend einen monatlichen Zuschlag für coronabedingte Mehrausgaben wie bspw. Masken.”

Der Paritätische begrüßt, dass die Jobcenter jetzt die Kosten für Laptops für arme Kinder übernehmen, weil Hubertus Heil als Arbeitsminister darüber alleine bestimmen kann. “Aber so richtig und wichtig diese Maßnahme ist, damit alle Kinder endlich gleichberechtigt am Homeschooling teilnehmen können: Die Menschen - und zwar alle - müssen auch insgesamt über den Monat kommen”, so Schneider. Die Anhebung der Regelbedarfe zum 1.1.2021 um 14 Euro für (alleinstehende) Erwachsene sei - ganz unabhängig von Corona - realitätsfern, nicht bedarfsgerecht und viel zu niedrig gewesen. “Alle Expert*innen sind sich einig, unter 600 Euro reicht es auf keinen Fall, um über den Monat zu kommen. Coronabedingte Mehrbelastungen kommen noch obendrauf. Was es braucht, ist den politischen Willen, Armut in diesem reichen Land wirklich zu verhindern."

Details zum Aufruf "Soforthilfen für die Armen - jetzt!!" siehe: https://www.der-paritaetische.de/presse/einmalig-breite-allianz-fordert-anhebung-der-regelsaetze-auf-mindestens-600-euro-und-weitere-corona-s/


Gwendolyn Stilling

Pressesprecherin
Leiterin
Presse, Redaktion, Kampagnen

Der Paritätische Gesamtverband
Oranienburger Str. 13-14
10178 Berlin
Telefon: 030 24636-305
Telefax: 030 24636-110
Mail: pr@paritaet.org

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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Thu, 04 Feb 2021 09:32:11 +0100
Ich krempel die #ärmelhoch https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=7474

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Themen Gesundheit Wed, 03 Feb 2021 17:34:00 +0100
Weltkrebstag: Junge Krebskranke https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&tx_ttnews%5Bday%5D=03&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23402&cHash=f5db33245faa7af620761aaa09a2a99b

]]> Foto: Recover your smile e.V.]]> Wenn ich vor meiner Erkrankung das Wort „Selbsthilfe“ hörte, hatte ich ganz eigenartige Bilder im Kopf. Einen Stuhlkreis, in dem einer nach dem anderen seinen Namen sagt. Ein wenig peinlich berührt sein Problem schildert, während alle einen ansehen. Oder eine Gruppe Menschen, die sich treffen und reden müssen. Obwohl sie gar nichts gemeinsam haben, außer einem Problem. Keine Situation, der man sich freiwillig aussetzen möchte. Egal, wie groß die Not ist.

Selbsthilfe klingt in den meisten Köpfen irgendwie… unangenehm, oder? Man hat ein Problem und bekommt keine Hilfe, sondern muss es selbst lösen. Man bekommt das Gefühl, man muss sich selbst helfen, denn sonst tut es keiner.

Aber ist das wirklich so?

Seit meiner Krebserkrankung weiß ich: Nein, Selbsthilfe muss nicht der unangenehme Stuhlkreis sein. Oder ich inmitten vieler alter Menschen, die zwar das gleiche Grundproblem wie ich haben, aber nicht die gleichen Sorgen drum herum. Selbsthilfe hat so viele Facetten, dass jeder den richtigen Kanal für sich aussuchen darf. Und ich als junge Krebskranke habe das Internet für mich gewählt.

Zunächst geschah die Selbsthilfe eher unbewusst. Mein Partner und ich fühlten uns nach meiner Krebsdiagnose allein auf weiter Flur. Darmkrebs ist eine Krankheit, an der hauptsächlich ältere Menschen erkranken. Mit meinen 28 Jahren war ich also ein wahrer Exot. Hatte ganz andere Fragen und Sorgen als die klassischen Betroffenen. Ganz logisch: Als junger Mensch befinde ich mich in einem ganz anderen Lebensabschnitt. Ich habe einen ganz anderen Planungshorizont als jemand, der im Rentenalter ist.

Junge Krebskranke haben andere Sorgen als ältere Patienten

„Wie ist das mit dem Kinderwunsch? Wie halte ich den Anschluss im Berufsleben? Wie hoch ist meine Lebenserwartung nach einer Krebstherapie? Welche Nebenwirkungen durch die Behandlung schränken mich möglicherweise mein Leben lang ein? Wie kann ich mein Leben weiter planen?“ Das waren die Fragen, die mich als junge Krebskranke beschäftigten. Beantworten konnte sie mir aber niemand wirklich zuverlässig.

Meine Ärzte waren eher Ansprechpartner für die medizinischen Fragen. Erfahrungen konnte ich nicht austauschen. Ich kannte niemanden, der in meinem Alter ebenfalls an Krebs erkrankt ist. Mein Partner wollte beispielsweise wissen, ob die vorgeschlagenen Therapien wirklich die beste Behandlung meiner Erkrankung darstellen. Und ob meine zahlreichen Nebenwirkungen normal waren. Doch wen sollten wir fragen? Es gab keine richtige Anlaufstelle.

Hilf dir selbst – dann ist jedem geholfen!

Also machten wir uns auf die Suche und durchkämmten das Internet, um Antworten auf unsere Fragen zu finden. Gerade auf facebook fanden wir viele Gruppen, die sich mit dem Thema Krebs beschäftigen. Schnell stießen wir auf die Gruppe „Darmkrebs geht uns alle an“, die mittlerweile über 2.000 Mitglieder hat. Betroffene und Angehörige tauschen sich dort aus. Sie geben sich gegenseitig Ratschläge und beantworten Fragen rund um das Thema Darmkrebs. Dort stellten wir all unsere Fragen rund um die Therapie und die Nebenwirkungen. Und bekamen viele Antworten, die uns endlich weiterhalfen.

Zudem fand ich die Gruppe „junge Erwachsene mit Krebs“. Ich war also nicht allein: Über 1.000 junge Krebskranke zwischen 18 und 39 sind Mitglieder. All diese Menschen verstanden meine Sorgen und fanden auch meine Fragen nicht eigenartig. Sie haben sie sich alle selbst schon einmal gestellt.

In diesen beiden Gruppen bekam ich Hilfe. Gleichzeitig konnte ich helfen, indem ich anderen Betroffenen ebenfalls meine Erfahrungen schrieb. Das Gute: All die Fragen, die ich stellte, sind auch für neue Mitglieder auffindbar. So wird der Satz „Hilf dir selbst, dann ist jedem geholfen!“ auf positive Art wahr.

Ein wahrer Wissensschatz

Die Beiträge der Mitglieder sind so wertvoll, weil sie mir etwas geben, das meine Ärzte mir nicht geben können: Persönliche Erfahrungen. Meine Ärzte geben mir hervorragende medizinische Ratschläge und können meine Beschwerden behandeln.

Meine Ängste hingegen nimmt mir hauptsächlich der Austausch mit anderen Betroffen. Ich habe selten einen so engen Zusammenhalt erlebt, wie in den Krebsgruppen. Wir drücken einander die Daumen, wenn Untersuchungen anstehen. Weinen um verstorbene Mitglieder und freuen uns mit allen, die gute Nachrichten überbringen. All das ist wichtig für die Krankheitsbewältigung.

Da in den verschiedenen Gruppen ausschließlich Betroffene und Angehörige aktiv sind, gibt es immer jemanden, der weiterhelfen kann. Auch teilen die Gruppenbetreiber wichtige Informationen und Artikel, so dass man immer auf dem neuesten Stand ist. Man schöpft aus einem schier grenzenlosen Wissen, welches mir persönlich schon oft geholfen hat.

Wissen ist das A und O

Oft ist es nämlich so, dass man im Arztgespräch vergessen hat, eine Frage zu stellen. Oder die richtigen Fragen kommen erst später. Vielleicht hat man hat ein konkretes Problem, aber gerade noch keine Lösung parat. Oder man will einfach Meinungen hören. Häufig recherchiere ich zunächst selbst zu gewissen Themen. Aber oft frage ich auch zuerst in den Gruppen nach Erfahrungen. Damit ich im Arztgespräch besser vorbereitet bin und die richtigen Fragen stellen kann.

Die Verantwortung für die eigene Behandlung darf man niemals aufgeben. Man muss immer gut informiert sein. Bescheid wissen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Nur so wird man als mündiger Patient wahrgenommen und kann das Beste aus der eigenen Behandlung herausholen.

Selbsthilfe stellt für mich deshalb inzwischen einen ganz wichtigen Bereich meiner Krankheitsbewältigung und Behandlung dar. Sie gehört für mich zu den Grundpfeilern im Umgang mit meiner Erkrankung.

Von der virtuellen in die reale Welt

Ein weiterer schöner Nebeneffekt dieser Gruppen ist, dass man auch regionale Kontakte knüpfen kann. Bei den jungen Erwachsenen mit Krebs pflegen wir eine Landkarte. In dieser kann jedes Mitglied seinen Wohnort angeben und gleichzeitig sehen, wer aus der Nähe kommt. So sind in vielen Regionen, unter anderem auch Mittelfranken, Treffen im echten Leben entstanden.

In Nürnberg haben wir uns bereits 2x in Gruppen, aber auch lose untereinander, getroffen. Wir sind gemeinsam essen gegangen und haben geredet – und man glaubt es kaum – sehr viel gelacht. Selbsthilfe kann also auch lustig sein! Durch die Gruppe sind auch im realen Leben enge Freundschaften und sogar Beziehungen entstanden. Neue Menschen kennenlernen und einen schönen Tag miteinander verbringen, um auf andere Gedanken zu kommen. Auch das kann Selbsthilfe sein.

Die richtige Gruppe finden

Wenn man sich auf die Suche nach einer Gruppe macht, ist die Auswahl schier unendlich. Es kommt schnell die Frage auf: Welche Gruppe ist für mich überhaupt richtig? Zunächst einmal ist es so, dass die gewählte Gruppe natürlich thematisch passen sollte. Man sucht ja nach Gleichgesinnten. Im Bereich Krebs unterscheiden die Gruppen häufig zwischen Angehörigen- und Betroffenengruppen.

Vor dem Eintritt in die Gruppe ist es wichtig, sich die Gruppeninformationen und -regeln zunächst durchzulesen, ob sie einem überhaupt zusagen. Gelegentlich muss man nach der Beitrittsanfrage einige Fragen beantworten. Diese werden dem Verwalter der Gruppe gemeinsam mit der Anfrage gesendet. Der Admin möchte gerade in einem empfindlichen Bereich, wie Selbsthilfegruppen es sind, gerne wissen, wer in seiner Gruppe Mitglied werden möchte und weshalb. Dies dient vor allem dem Schutz der Gruppengemeinschaft und der Wahrung des Gruppeninteresses.

Warnzeichen & Bauchgefühl

Hellhörig sollte man werden, wenn in den Gruppen viel Werbung gemacht wird und alternative „Heilmittel“ oder Dienstleistungen angepriesen werden. In einer Online Selbsthilfegruppe sollte zumindest meinem Empfinden nach immer die Selbsthilfe und der Austausch im Vordergrund stehen. Niemals der Vertrieb von irgendwelchen Leistungen. Ich empfinde das ansonsten als unseriös. Ungerne möchte in einer solchen Gruppe meine Probleme thematisieren und persönliche Details preisgeben. Außerdem sollte eine Gruppe immer eine geschlossene Gruppe sein, damit die Beiträge nur von Gruppenmitgliedern gesehen werden können.

Grundsätzlich empfehle ich immer, sich mehreren Gruppen anzuschließen und ein wenig mitzulesen. Dann einfach nach Bauchgefühl entscheiden, wo man sich am wohlsten fühlt und in welcher Gruppe man sich gerne einbringen möchte. Eine nette Vorstellung gibt den Gruppenmitgliedern ein erstes Bild vom Gegenüber und man wird in der Regel sehr herzlich willkommen geheißen.

Das Artikel wurde zuerst auf dem Wir hilft-Blog des Paritätischen in Bayern veröffentlicht.


Susanna Zsoter erkrankte mit 28 Jahren an metastasiertem Darmkrebs und ist Palliativpatientin. Das heißt, sie kann nicht mehr geheilt werden. Auf ihrem Blog Krebskriegerin klärt sie über Darmkrebs auf und macht mit ihrer Geschichte und ihrem Umgang mit der Erkrankung anderen Menschen Mut. Eine Krebserkrankung auch im Palliativstatus bedeutet nicht, dass man sich ins Bett legen und auf den Tod warten muss. Sondern immer noch viele schöne Dinge erleben darf. Sie engagiert sich in den Gruppen „junge Erwachsene mit Krebs“ und „Darmkrebs geht uns alle an“ als Administratorin und hilft anderen Betroffenen.

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Themen Gesundheit Selbsthilfe Bürgerschaftliches Engagement Wed, 03 Feb 2021 17:27:00 +0100
Wir müssen reden! https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=27&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23352&cHash=9eed7c0bdeeb75b438dcdb4a9ec72402

]]> ]]> Herr Nagalingam, kommende Woche beginnen Sie ein Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt. Freuen Sie sich schon?

Nee, ich habe ein wenig Angst … Weil das der erste Arbeitsmarkt ist. Das heißt, andere Geschwindigkeit und so. Und ich kann mir im Augenblick einfach nicht vorstellen, wie das alles dort ist. Aber ich bin da auch offen! Also, ein Teil von mir hat Angst, ein Teil ist offen und ein Teil sagt: Ziel erreicht. Und ein Teil lässt es einfach auf sich zukommen.

Leider ist der erste Arbeitsmarkt nicht so aufnahmefähig für psychisch kranke oder behinderte Menschen. Deshalb verheimlichen auch viele ihre Erkrankung. Das ist schwierig und sollte sich ändern.

Sie haben eine Behinderung?

Ja, ich habe eine Schizophrenie. Also ich bin psychisch, seelisch behindert.

Mit Ihrer Behinderung haben Sie wahrscheinlich auch schon andere, weniger gute Erfahrungen gemacht …

Ich habe Diskriminierung und Rassismus erlebt. Zum einen wegen meiner Herkunft, als ich neu in Deutschland war. In meiner Familie habe ich Diskriminierung erlebt, weil ich behindert bin.

Was haben Sie konkret erlebt?

Ich bin 1990 aus Sri Lanka nach Deutschland gekommen. Einmal im Kinderhort ist ein Freund zu mir gekommen und hat gesagt: „Hey, der Junge da drüben hat gerade N*ger zu Dir gesagt.“ Davor hatte ich dieses Wort noch nie gehört! Aber ich habe gleich gemerkt: Das ist ein Schimpfwort. Das war mein erstes Erlebnis mit Rassismus.

Was haben Sie wegen Ihrer Behinderung erlebt?

Ich bin zwischen 2003 und 2005 behindert geworden. Meine Familie konnte damit überhaupt nichts anfangen. Meine Mutter zum Beispiel wollte, dass ich arbeiten gehe. Sie konnte nicht akzeptieren, dass ich Defizite im sozialen Leben, im häuslichen Leben, in der beruflichen Entwicklung habe. Sie hat zum Beispiel zu mir gemeint: „Geh doch Arbeiten – wo ist das Problem?“ Und ich dachte nur: Ich bin froh, dass ich überhaupt meinen Tag überlebe! Morgens aufstehe und abends ins Bett gehe. Arbeiten – wie soll ich das noch schaffen?

Wie fühlt sich das für Sie an, wenn schlecht über Sie geredet wird? Oder wenn Sie merken: Ich werde nicht so akzeptiert, wie ich bin?

Mich interessiert so etwas gar nicht. Ich habe mich davon schon immer ferngehalten. Klar, der eine fühlt sich beleidigt. Der andere bekommt Angstzustände oder soziale Phobien.

Das perlt einfach so an Ihnen ab?

Ja: Ich will davon nichts wissen. Ich will von manchen Sachen einfach nichts wissen.

Was denken Sie, warum sich manche Menschen so verhalten? Oder warum es Ihrer Mutter so schwergefallen ist, Ihre psychische Erkrankung zu akzeptieren?

Ich denke, dass die psychische Erkrankung ein Tabu-Thema, ein Scham-Thema ist. Also, wenn jemand eine andere Krankheit hat: Das erwähnt er. Das kann er öffentlich machen. Aber über psychische Erkrankungen wird nicht viel geredet. Meine Nachbarin – eine 90-jährige alte Dame - hat mal gesagt: Früher wurden solche Menschen zu Hause versteckt. Eingesperrt. Das ist heute nicht mehr so. Aber gesellschaftlich akzeptiert sind psychische Erkrankungen nicht. Das ist – denke ich – der Hauptgrund.

Andere Behinderungen sieht man oder man kann sie nicht verheimlichen. Zum Beispiel eine körperliche Behinderung kann man sehen. Aber eine psychische Behinderung oder Erkrankung ist ja selbst für viele selbst betroffene Menschen nicht greifbar. Und wird von vielen Menschen nicht anerkannt.

Was würden Sie sich von anderen Menschen wünschen?

Was würde ich mir wünschen … Ich denke mal, wenn man genauer hinschaut, kennt jeder jemanden, der psychisch krank ist. Sich mit diesen Menschen auseinandersetzen und sie kennenlernen – das würde ich mir von anderen Menschen wünschen.

Also auf psychisch kranke Menschen zugehen und herausfinden, wie sie sind?

Nein, weil die Menschen sind sowieso individuell. Krank oder nicht krank: Jeder ist eine Person für sich.

Ich meine, um herauszufinden, was die Krankheit ist. Das wäre wichtig. Borderline, Depression, Schizophrenie: Was ist das und woher kommt das? Warum verhält sich die Person so? Warum redet die Person so? Warum hat sie Ängste? Warum kann sich eine Person am allgemeinen Leben nicht beteiligen?

Also: Wenn die Menschen mehr über psychische Krankheiten wüssten – das würde helfen?

Ja. Ich wünsche mir, dass man über psychische Erkrankungen redet, als wäre es eine „Standardkrankheit“. Man spricht es nicht gern an, dass man psychisch krank ist. In der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis wird es auch nicht gerne erwähnt. In meiner Familie und in meinem Freundeskreis gab es keine Aufklärung, was eine psychische Erkrankung ist. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass man weiß: Es gibt psychische Erkrankungen und man kann sie behandeln. Ich wünsche mir so eine Art Grundaufklärung -  wie bei einem Erste-Hilfe-Kurs.

Kommende Woche verlassen Sie den wabe e.V. Sind Sie ein wenig wehmütig?

Bei wabe ist es super! Ich habe zuerst im Betreuten Wohnen gelebt. Da fand ich es schon super. Und auch jetzt beim Arbeiten bin ich gut aufgehoben.

Das ist nicht überall so. Ich habe teilweise erlebt, dass psychisch kranke Menschen angeschrien werden oder dass die Mitarbeiter der Einrichtung die psychisch kranken Menschen dominieren. Dass in manchen Einrichtungen gar nicht das Programm angeboten wird, das im Internet erwähnt wird. Oder sie nicht wie versprochen beschäftigt werden. Psychisch kranke Menschen können selten selbst ihre Meinung ausdrücken, sich wehren oder für ihre Rechte einstehen. Ich wünsche mir deshalb, dass auch die sozialen Einrichtungen für psychisch kranke Menschen genauer angeschaut werden und geguckt wird, wie sie geführt werden.


Gerade in den sozialen Medien ist demokratie- und menschenfeindlicher Hass stark verbreitet. Im Rahmen des Projekts „Demokratie stärken“ setzt der Paritätische in Bayern diesem Trend etwas entgegen, indem er Menschen zu Wort kommen lässt, die Hass und Diskriminierung erleben, und indem er sich klar und vernehmbar positioniert für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben, unabhängig von zum Beispiel deren Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung.

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Themen Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Zivilgesellschaft und Demokratie Wed, 27 Jan 2021 11:46:41 +0100
Wir müssen selber kämpfen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=26&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23348&cHash=3d00f063ade7627581225ca4db76f602

]]> ]]> Herr Utz, als Mutter einer körperbehinderten Tochter erlebe ich selbst die ganze Bandbreite an ambivalenten Reaktionen auf Behinderungen: vom schamvollen Wegschauen bis zum ungenierten Anstarren, vom staunenden Bewundern bis hin zu ungefragt ausgesprochenem Mitleid. Warum hält sich das Bild vom „bemitleidenswerten Behinderten“ solange in unserer Gesellschaft?

Weil wir nach wie vor nicht gemeinsam aufwachsen. Immer noch werden Kinder mit Behinderungen schnell „gelabelt“ und kommen dann in die verschiedenen Systeme der Behindertenhilfe. Das halte ich für ein riesiges Problem. Das fängt mit speziellen Kindergärten und Schulen an und geht mit Werkstätten und Berufsbildungswerken für Menschen mit Behinderungen weiter. Wer glaubt, dass die Menschen dann mit Mitte 20 gut vorbereitet sind auf unsere Gesellschaft, dass man sie dann in die Welt entlassen kann und sie dort herzlich willkommen sind – der irrt. Wenn wir nicht zusammen aufwachsen, wird unsere Gesellschaft immer mit einer Mischung aus Mitleid und Bewunderung, wie „toll“ jemand etwas macht, auf Menschen mit Behinderungen schauen.

Ein Chef einer großen Firma hat mal zu mir gesagt: „Herr Utz, ich verstehe Ihre Argumente. Aber ich kenne keine Menschen mit Behinderungen. Es gibt sie nicht in meinem Umfeld, in meinem Freundeskreis oder in der Kirchengemeinde. Wie soll ich mir da vorstellen können, eine Kollegin oder einen Kollegen mit Behinderung zu haben?“ Da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Er hat einfach nie gelernt, mit jemandem wie mir umzugehen.

Das heißt, die Mehrheitsgesellschaft hat keine Chance, Menschen mit Behinderungen kennenzulernen. Aber Menschen mit Behinderungen haben auch keine Chance, die Mehrheitsgesellschaft kennenzulernen?

Ja. Und wenn ich es persönlich machen darf: Es war bei mir selbst ganz knapp und schwierig, dass ich es noch geschafft habe, in Ihre „Welt“ zu kommen. Weil auch ich ein Kind der Institutionen der Behindertenhilfe bin.

Bei mir hat mal eine Mutter angerufen, deren Tochter auch eine Behinderung hat: Ihre Tochter würde so gerne singen. Ob ich ein Angebot wüsste, wo behinderte Menschen zusammen singen können. Ich habe dann gefragt, ob sie schon mal in ihrem Wohnumfeld geguckt hat, was es da für Angebote gibt. Ein paar Wochen später hat sie sich wieder gemeldet und erzählt, dass ihre Tochter jetzt im Chor der Kirchengemeinde singt. Sie war so dankbar, weil auch sie selbst so getrichtert war: Mein Kind ist behindert und egal was es macht, es muss ein Angebot für Menschen mit Behinderungen sein.

Jetzt könnte man aber auch sagen: Aus diesen Angeboten für Menschen mit Behinderungen spricht eine gewisse Fürsorge und Rücksicht auf besondere Bedarfe. Was ist daran schlecht?

Natürlich kann man zum Beispiel sagen, dass es gut ist, Menschen, die auf unserem neoliberalen Arbeitsmarkt keine Chance haben, andere Angebote zu machen, die ihren Tag strukturieren und ihnen eine Beschäftigung geben. Aber warum macht man das an einer Behinderung fest? Da zeigt sich für mich, welches Bild unsere Gesellschaft von Menschen mit Behinderungen hat: Um diese Menschen muss man sich kümmern. Für die muss man sorgen. Und so werden Menschen mit Behinderungen dann eben auch leider sozialisiert: Dass es immer andere Menschen gibt, die wissen, was für sie richtig und gut ist und was sie zu tun haben.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die Menschen mit Behinderungen teilhaben lässt. Die ihnen Raum lässt, selber Ideen zu entwickeln, wie sie ihren Tag, ihr Leben gestalten wollen. Ich mache gar keinen Hehl daraus, dass es für viele Menschen mit Behinderungen niemals eine Chance auf unserem Arbeitsmarkt geben wird. Aber ich finde es schwierig, diese Menschen abzusondern, weil es das Bild von Behinderung in unserer Gesellschaft weiter prägt. Ziel sollte es sein, einen Arbeitsmarkt für alle zu haben.

Außerdem entstehen so Strukturen, Einrichtungen und Institutionen, die damit Geld verdienen, sich selber erhalten wollen und Plätze besetzen müssen. Und für andere entstehen einfache Lösungen. Zum Beispiel für die Arbeitsagenturen oder die Politik, die den Einrichtungen Geld gibt und das Problem los ist. Viele Menschen und Institutionen müssen sich dann keine Gedanken mehr machen, wie man Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft teilhaben lassen kann. Weil man ja für sie eine Parallelwelt aufgebaut hat.

Warum sorgen wir lieber für Menschen mit Behinderungen anstatt sie teilhaben zu lassen? Welche grundsätzliche Einstellung steckt da dahinter?

Unsere Gesellschaft hat immer noch einen defizitären Blick auf Menschen mit Behinderungen. Bei uns geht es immer noch darum, irgendwelche Defizite wegzubekommen. Und zwar das ganze Leben lang. Ein Kind, das nicht behindert ist, fragt man: Was kannst Du denn besonders gut? Und fördert das. Bei einem Menschen mit Behinderung schaut man, was er schlecht oder nicht kann. Und an dem doktert man dann rum. Weil er sonst der Gesellschaft nicht zuzumuten ist. Weil er andere ausbremst oder unnötig beschäftigt.

Ich denke, dass hat immer noch mit unserer jüngeren Vergangenheit zu tun. Das steckt tief in uns, dass Behinderung etwas ist, was nicht gut ist, was man vermeiden und eigentlich „ausmerzen“ muss.

Mit diesem defizitären Blick auf Menschen zündeln ja auch immer wieder rechte Kräfte in unserer Gesellschaft. Zum Beispiel die AfD, als sie sich 2018 im Bundestag in einer Anfrage nach der Zahl behinderter Menschen in Deutschland erkundigt, und dabei einen Zusammenhang zwischen Inzucht, Behinderung und Migration herstellt. Behinderung wird so als vermeidbares Übel definiert. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie als Mensch so in Frage gestellt werden?

Sprachlos. Aber daran sieht man eben auch, dass wir unsere Vergangenheit bezüglich Menschen mit Behinderungen noch nicht wirklich aufgearbeitet haben. Ich selbst bin nach wie vor hin und her gerissen, ob ich mich mit diesen Menschen auseinandersetzen soll oder ob ich sie ignorieren muss. Weil: Wo fängt man da an und wo hört man da auf? Das ist ein Menschenbild, dass grundsätzlich verachtend und demütigend ist. Ich hätte nie geglaubt, dass wir diesen Kampf in der Behindertenbewegung nochmal kämpfen müssen.

Man sieht aber auch an anderen Diskussionen, dass unsere Gesellschaft immer wieder dazu neigt, Menschen mit Behinderungen als weniger schützenswert, als weniger wichtig und bereichernd für unsere Gesellschaft zu definieren. Wie geht man zum Beispiel mit der Pränataldiagnostik um? Wie lange darf ich abtreiben, wenn das Kind vielleicht behindert ist? Das sind Fragen, die man meiner Meinung nach nur individuell beantworten kann. Dass immer wieder versucht wird, hier Pauschalantworten zu finden, finde ich erschreckend. Ich glaube nämlich, dass eine Gesellschaft Menschen braucht, die krank, behindert und anders sind, um sich überhaupt weiterentwickeln zu können.

Momentan in der Corona-Krise erleben wir an vielen Stellen eher einen Rückfall in alte Denkweisen und Rollenbilder. Zum Beispiel bei Frauen, die in der Pandemie vermehrt zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Wie wird mit Menschen mit Behinderungen in der Krise umgegangen?

Das macht mir große Sorgen: Ich glaube, dass wir wahnsinnige Rückschritte machen werden.

Im ersten Lockdown haben wir gesehen, wie Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen weggesperrt wurden. Während öffentlich über den Schutz von Risikogruppen diskutiert wurde, waren die Menschen in den Einrichtungen, ihren Zimmern doch schon längst isoliert, durften nicht mehr in die Werkstatt oder die Schule gehen. Und in die Familien sind keine unterstützenden Angebote mehr gekommen. Das war den Menschen gegenüber nicht böse gemeint. Aber erschreckend war, dass man anscheinend nicht in der Lage war, andere Konzepte zu entwickeln.

Dazu kommt, dass Werkstatträte, Heimbeiräte etc. bei den Entscheidungen nicht beteiligt wurden. Da habe ich große Ängste, ob die Einrichtungen von diesem Verhalten nicht einiges für die Zukunft übernehmen. Und so sehr ich mir die Digitalisierung wünsche, habe ich auch Sorge, ob nicht mancher Arbeitgeber auf die Idee kommt, zu sagen: Warum müssen Menschen mit Behinderungen überhaupt noch in Betriebe? Warum arbeiten sie nicht einfach von zu Hause? Bekomme ich eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt nur noch, wenn ich mich bereit erkläre, sie im Homeoffice auszuüben? Damit der Arbeitgeber sich keine Gedanken zu machen braucht, wie der Arbeitsplatz vor Ort gestaltet werden muss? Und in den Werkstätten? Kommt man da vielleicht auf die Idee, dass man dort, wo man schläft, auch gleich die Kisten für die Schrauben packen kann? Müssen Menschen mit Behinderungen zum Arbeiten wirklich noch woanders hingefahren werden? Zumal wir ja riesige finanzielle Probleme bekommen werden in den nächsten Jahren. Da wird viel Geld in der Behindertenhilfe fehlen.

Sie haben das liebe Geld angesprochen. Wenn wir als Gesellschaft aushandeln, wie wir zusammenleben wollen, geht es ja immer auch um die Verteilung von Ressourcen. Ganz konkret zeigt sich das gerade bei den Themen Impfen und Triage. Wer bekommt den knappen Impfstoff? Wer das Intensivbett und den Sauerstoff?

Als Behindertenbeauftragter der Stadt München habe ich zusammen mit dem Behindertenbeirat schon im ersten Lockdown an das Ministerium, die Stadt und den Freistaat geschrieben, dass uns das Thema Triage umtreibt. Es wird bis heute beschwichtigt. Aber natürlich treibt mich die Frage um, was passiert, wenn es zu wenig Intensivbetten gibt. Und natürlich beschäftigt es mich, wenn ich die offiziellen Zahlen des RKI lese, nach denen ein großer Anteil der an Covid-19 erkrankten Menschen nicht mehr im Krankenhaus stirbt.

„Wir“ und die „Anderen“: Seit dem Beginn der Corona-Pandemie denken, reden und definieren wir uns zunehmend in dieser Art. Auf der einen Seite die Risikogruppen, auf der anderen Seite die Menschen, deren Risiko schwer zu erkranken, eher gering ist. Auf der einen Seite die Unternehmer, auf der anderen Seite die Schulkinder. Auf der einen Seite die Kulturschaffenden, auf der anderen Seite die Bundesliga. Was denken Sie: Wird unsere Gesellschaft nach der Pandemie solidarischer oder mehr gespalten sein?

Ich bin kein Prophet. Aber am Anfang der Pandemie habe ich durchaus zu denen gehört, die gesagt haben: Die Krisen stärken uns. Während der Krise habe ich dann aber feststellen müssen: Diejenigen, die solidarisch und unterstützend sind, das sind diejenigen, die es vorher auch schon waren. Diese Menschen haben meine vollste Wertschätzung und Anerkennung! Am Anfang der Pandemie hatten auch viele Angst um ihr eigenes Leben. Je mehr diese Angst abgenommen hat, desto mehr merke ich eine Entsolidarisierung. Ich kann gut verstehen, dass einem die Maßnahmen auf den Geist gehen. Aber die Entsolidarisierung sorgt mich.

Ich hoffe sehr, dass wir ein paar Erkenntnisse aus der Krise mitnehmen. Und Sachen verändern. Von vielen Problemen, die sich in der Krise verschärft zeigen, haben wir ja schon vorher gewusst. Zum Beispiel von den Rahmenbedingungen in den Gesundheits- und sozialen Berufen – der Bezahlung, der Überforderung, den Überstunden, der schlechten Vereinbarkeit mit dem Privatleben. Ich wünsche mir, dass wir uns das System und die Verteilung von Ressourcen grundlegend anschauen.

Aber Sie befürchten, dass unsere Gesellschaft froh sein wird, einfach zum Status Quo vor der Pandemie zurückkehren zu können?

Ja. Ob unsere Gesellschaft dazu bereit ist, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um es für alle angenehmer zu machen, wage ich im Moment noch zu bezweifeln. Denn dazu müssten wir die Menschen, um die es geht, auch in unserem eigenen Umfeld, der eigenen Nachbarschaft erleben. Anstatt sie in die großen Komplexeinrichtungen hinter hohe Mauern wegzuschieben. Nur wenn ich alten, behinderten und kranken Menschen jeden Tag begegne, sie im Geschäft, im Park oder der Wirtschaft treffe, kann ich Empathie entwickeln. Und bin dann vielleicht auch eher bereit, mehr vom gesellschaftlichen Vermögen für diese Menschen abzugeben.

Die Bereitschaft der Gesellschaft, abzugeben und zu teilen, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass Menschen mit Behinderungen auch etwas von der Gesellschaft einfordern müssen. Wo steht die Selbstbestimmt Leben Bewegung von Menschen mit Behinderungen heute?

Was wir in der Selbstbestimmt Leben Bewegung in den letzten Jahren gelernt haben – zum Beispiel am Bundesteilhabegesetz oder dem Intensivpflegegesetz – ist: Wenn wir uns um unsere Belange nicht selber kümmern, dann wird es nicht funktionieren. Die Politik wird es nicht für uns richten. Das muss die Selbstbestimmt Leben Bewegung nochmal richtig inhalieren.

Das ist eine Erkenntnis, die einem weiterhilft. Die einen vielleicht aber auch ein bisschen verletzt. Weil man sich denkt: Ja, wie oft muss ich es denn noch sagen? Andererseits sage ich immer wieder: Schaut Euch die anderen Menschenrechtsbewegungen an. Bei den Frauen haben auch nicht die Männer für deren Anliegen gekämpft. Und bei der LGBTIQ-Bewegung nicht die Heteros. Diese Menschenrechtsbewegungen sind nur dort entscheidende Schritte vorwärtsgekommen, wo sie sich selber für ihre Anliegen eingesetzt haben.

Vorhin haben wir darüber gesprochen, wie Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft sozialisiert werden. Förderlich für das eigene Selbstwertgefühl ist das sicherlich nicht. Fällt es da vielleicht auch einfach schwer, selbstbewusst aufzutreten und Rechte einzufordern?

Ja, das stimmt. Ich denke, es gibt drei Gründe, warum die Selbstbestimmt Leben Bewegung noch nicht diesen „Zug“ wie andere Menschenrechtsbewegungen entwickelt hat.

Der eine Grund ist, dass einem irgendwann die Kraft ausgeht. Viele Menschen mit Behinderungen haben einfach schon damit genügend zu tun, ihren eigenen Alltag zu organisieren. Allein aufgrund ihrer Behinderung. Zum Beispiel beatmete Menschen, blinde Menschen oder Menschen mit kognitiven Einschränkungen.

Der zweite Grund ist, dass wir Menschen mit Behinderungen uns noch nicht ausreichend untereinander solidarisieren. Wir sind eine sehr, sehr heterogene Gruppe. Das ist ein Problem, um in einer Bewegung richtig Kraft zu entwickeln. Das müssen wir besser hinkriegen und wir dürfen uns auch nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Der dritte und für mich entscheidende Grund ist: Es ist nicht lustig, behindert zu sein. Also, ich sage mal, wenn der liebe Gott die Behinderungen verteilt, wird keiner sagen: Ja, ich hebe den Finger und bin’s. Wenn Sie sich die Frauenrechtsbewegung anschauen: Da gibt es keine Frau, die sagt, sie wäre lieber ein Mann. Genauso bei der LGBTQI-Bewegung: Von denen, die sich geoutet haben, sagt keiner, er wäre lieber Hetero. Wenn Sie aber Menschen mit Behinderungen fragen, bin ich mir sicher, dass ganz, ganz viele sagen werden: Ich wäre lieber nicht behindert. Und das nimmt Kraft weg für die Bewegung. Wenn ich mich für etwas einsetzen soll, aber im Grunde meines Herzens denke: Es ist echt anstrengend auf diesem Planeten mit meinem Handicap.

Trotzdem: Wir müssen für unsere Belange selbst kämpfen.

Wie wichtig sind für diesen Kampf Rechtsinstrumente wie die UN-Behindertenrechtskonvention oder aktuelle Gesetzgebungsverfahren, zum Beispiel zum inklusiven SGB VIII?

Die UN-Behindertenrechtskonvention ist für mich ein Meilenstein. Auch wenn man sich natürlich alles viel schneller wünscht. Aber sie hat uns in die Lage versetzt, Dinge einklagen zu können. Da kommt man nicht so leicht dran vorbei. Sie erleichtert zwar nicht gleich den Alltag und ebnet nicht alles. Aber wir haben damit ein Werkzeug an der Hand, mit dem wir noch einiges bewegen können. Und auch schon bewegt haben.

Auch das SGB VIII geht in die richtige Richtung und ermöglicht Dinge. Ich selbst werde mich auch weiterhin für die inklusive Lösung im SGB VIII einsetzen. Und bin gespannt, was am Schluss von der Inklusion übrigbleibt.

Das Interview führte Alix Veh, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Themen Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Zivilgesellschaft und Demokratie Tue, 26 Jan 2021 17:45:26 +0100
Ich wünsche mir mehr Akzeptanz https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=25&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23342&cHash=9d4d184b34546d9e41808b1818898620

]]> ]]> Was macht Sie besonders? Was unterscheidet sie von anderen Menschen?
Ich bin sehr ehrgeizig und habe einen starken Willen.

Es gibt Menschen in unserer Gesellschaft, die denken: Wenn jemand anders ist als ich, dann ist er auch weniger wert als ich. Zum Beispiel, wenn jemand psychisch krank ist oder eine Behinderung hat. Hat jemand schon mal so etwas zu Ihnen gesagt oder sich Ihnen gegenüber so verhalten?
Wenn ich erzähle, dass ich in der wabe arbeite, dann fragen mich manche entgeistert: „Da arbeitest du? Kommst du da zurecht?“ Ich gehe offen damit um, dass ich psychisch erkrankt bin. Manche behandeln mich dann als ob ich ein „Dummerla“ wäre. „Du musst aber gehörig einen an der Klatsche haben, dass du da arbeitest.“

Wie fühlen Sie sich, wenn jemand so etwas zu Ihnen sagt?
Wenn ich so etwas höre, dann bin ich etwas verletzt. Ich fühle mich minderwertig, vielleicht auch weil ich eine Borderline-Störung habe. Was soll das? Ich arbeite und sitze nicht faul rum. Im Großen und Ganzen habe ich ein dickes Fell, aber trotzdem fühle ich mich bei solchen Äußerungen nicht gut. Ich kann mich gut wehren, aber es bleibt komisch. Und obwohl ich offen mit meiner Erkrankung umgehe, bekomme ich so eine blöde Resonanz.

Was denken Sie: Warum denken und sagen manche Menschen solche Dinge zu Ihnen oder verhalten sich Ihnen gegenüber so?
Ich denke, dass die Menschen es nicht anders wissen. Sie sind voller Vorurteile gegen Lesben oder Menschen mit psychischen Krankheiten. Aber das ist deren Problem und nicht meines. Es ist nicht wert, sich darüber zu ärgern oder traurig zu sein. Aber trotzdem trifft es einen manchmal.

Wie sollten sich diese Menschen Ihnen gegenüber verhalten?
Sie sollten Verständnis haben. Manche kennen mich ja, die wissen ja, dass ich nicht mit einem Messer auf sie losgehe. Sie sollten vor ihrer eigenen Haustür kehren und die Leute in Ruhe lassen. Es ist doch egal, ob jemand schwul, schwarz, weiß, lesbisch oder trans ist. Alle sollten ein bisschen menschlicher sein, dann wäre die Welt besser. Ich wünsche mir mehr Akzeptanz.


Gerade in den sozialen Medien ist demokratie- und menschenfeindlicher Hass stark verbreitet. Im Rahmen des Projekts „Demokratie stärken“ setzt der Paritätische in Bayern diesem Trend etwas entgegen, indem er Menschen zu Wort kommen lässt, die Hass und Diskriminierung erleben, und indem er sich klar und vernehmbar positioniert für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben, unabhängig von zum Beispiel deren Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung.

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Themen Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Zivilgesellschaft und Demokratie Mon, 25 Jan 2021 15:21:20 +0100
Breite Allianz fordert Anhebung der Regelsätze und weitere Soforthilfen für arme Menschen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=25&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23337&cHash=9b9e3d182f4ce9ca36af197632a7c91b

]]> Spitzenvertreter*innen von 36 bundesweiten Gewerkschaften und Verbänden fordern in einem gemeinsamen Aufruf die zügige Anhebung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung auf mindestens 600 Euro sowie sofortige zusätzliche Corona-Hilfen für arme Menschen. Das Spektrum der Unterzeichnenden des Aufrufs “Soforthilfen für die Armen - jetzt!!” reicht von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, über Kultur, Wohnen, Umwelt bis zu Selbsthilfe und Gesundheit. Eine derart breite zivilgesellschaftliche Allianz für eine bedarfsgerechte, armutsfeste Anpassung der Regelsätze auf ein konkretes Niveau gab es noch nie. Die bisherige politische Unterlassung, arme Menschen durch eine auskömmliche Grundsicherung und effektive Corona-Hilfen zu entlasten, komme einem “armutspolitischen Offenbarungseid” gleich, so die Kritik.

“Bereits im ersten Lockdown 2020 wurden für Bezieher*innen von Hartz IV und Altersgrundsicherung keinerlei zusätzlichen Hilfen zur Verfügung gestellt, obwohl der zusätzliche Bedarf durch wegfallende Schulessen, geschlossene Tafeln, steigende Lebenshaltungskosten und insbesondere auch für Desinfektionsmittel und Masken offensichtlich gegeben war. Laptops für das Homeschooling wurden versprochen, auf die die Kinder vielfach noch heute warten. Umso unverständlicher ist dies, als zugleich hohe Milliardenbeträge zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zur Verfügung gestellt wurden”, heißt es in dem Aufruf. Da sich die Hoffnung auf ein Ende der Corona-Krise bis Jahresende 2020 nicht erfüllt habe und nicht absehbar sei, wie lange sich die anhaltende Pandemie noch hinziehe, sei akuter Handlungsbedarf gegeben.

Die jüngste Ankündigung von Hubertus Heil, endlich einen Zuschuss für coronabedingte Zusatz-Belastungen auf den Weg zu bringen, sei ein überfälliges und wichtiges Signal, doch reiche angesichts der bitteren Not der Betroffenen bei weitem nicht aus. Der fortgesetzte Lockdown und die bereits beschlossenen sowie die leider noch zu erwartenden Einschränkungen belasten einkommensarme Haushalte erheblich, zusätzlich zu den schon jetzt seit Monaten zu tragenden Mehrbelastungen. Die zum Januar 2021 vorgenommene Anpassung der Regelsätze habe dabei keinerlei Abhilfe gebracht. “Getrogen hat die Hoffnung, dass die Ärmsten spätestens mit der für 2021 anstehenden Anpassung der Regelsätze endlich entlastet würden. Im Gegenteil: Entgegen dem Rat und der Expertise aller Fachleute und von Gewerkschaften und Sozialverbänden erfolgte im Januar eine Erhöhung um lediglich 14 Euro auf 446 Euro, was einem armutspolitischen Offenbarungseid gleichkam”, heißt es in dem Aufruf weiter.

Die Unterzeichnenden appellieren an die Bundesregierung, endlich armutspolitisch aktiv zu werden. Sie fordern für Bezieher*innen von Hartz IV und Grundsicherung für Alte und Erwerbsgeminderte die bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro. Darüber hinaus sei die Finanzierung der Anschaffung eines internetfähigen Computers sowie notwendiger Software für arme Schüler*innen als einmalige Leistung sicherzustellen. Schließlich sei eine Erneuerung der Miet- und Kreditmoratorien dringend notwendig, um Mieter*innen bei andauernder Pandemie vor Wohnungsverlust zu schützen.

Der Aufruf “Soforthilfen für die Armen - jetzt!! Solidarisch für sozialen Zusammenhalt und gegen die Krise” ist unterzeichnet von:

Marlis Tepe, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft / Frank Werneke, ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft / Prof. Dr. Jens Schubert, AWO Bundesverband e.V. / Dr. Ulrich Schneider, Der Paritätische Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V. / Maria Loheide, Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. / Adolf Bauer, Sozialverband Deutschland e.V. / Verena Bentele, Sozialverband VdK e.V. / Susanna Karawanskij, Volkssolidarität Bundesverband e.V. / Aron Schuster, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. / Heinz Hilgers, Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V. / Holger Hofmann, Deutsches Kinderhilfswerk e.V. / Olaf Bandt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland/ Friends of the Earth Germany / Olaf Zimmermann, Deutscher Kulturrat e.V. / Dr. Melanie Weber-Moritz, Deutscher Mieterbund e.V. / Jochen Brühl, Tafel Deutschland e.V. / Martin Rücker, foodwatch e.V. / Georg Grohmann, BAG Streetwork/ Mobile Jugendarbeit e.V. / Benjamin Andrae, Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V. / Birgit Görres, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. / Dr. Klaus-Dieter Warz, DEUTSCHE DIABETES FÖDERATION e.V. / Wolfgang Schreck und Oliver Kunz, Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V. / Christel Achberger, Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. / Herbert Temmes, Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. / Prof. Christel Bienstein, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - DBfK Bundesverband e.V. / Gunter Erbe, Deutscher Wohlfahrtsverband für Gehör- und Sprachgeschädigte GSW e.V. / Georg Roth, Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.) / Uwe Weppler, PARITÄTisches Bildungswerk Bundesverband e.V. / Christian Molke, ADRA Deutschland e.V. / Andreas Luttmer-Bensmann, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) / Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands / Volkmar Proschwitz, Advent Wohlfahrtswerk e.V. / Carmen Thiele, PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. / Helena Steinhaus, Sanktionsfrei e.V. / Annegret Gabelin, Sozialwerk des dfb (Dachverband) e.V. / Heiko Frost, Verband Deutscher Schullandheime e.V. / Britta Altenkamp, Zukunftsforum Familie e.V.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands: "Wir erwarten von dieser Bundesregierung ohne wenn und aber und ohne weitere Ausflüchte, dass sie endlich auch etwas für die Armen tut, das wirklich Substanz hat. Arm sein ist teuer, Symbolpolitik können wir uns nicht mehr leisten.”

Den Volltext des Aufrufs sowie eine Auswahl weiterer Zitate der Unterzeichnenden finden Sie hier: https://www.der-paritaetische.de/presse/aufruf-soforthilfen-fuer-arme/

Gwendolyn Stilling

Pressesprecherin
Leiterin
Presse, Redaktion, Kampagnen

Der Paritätische Gesamtverband
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Telefon: 030 24636-305
Telefax: 030 24636-110
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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Mon, 25 Jan 2021 09:50:05 +0100
Corona-Virus: Der Paritätische lehnt eine Impfpflicht ab https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=15&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23249&cHash=0cd86bace61b0d416207177ba24e5633

]]> Die aktuelle Debatte um eine Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband als populistisch und kontraproduktiv. Notwendig sei vielmehr eine Ausweitung von Aufklärungs-, Beratungs- und Informationsangeboten, um das Vertrauen in die zugelassenen Impfstoffe gegen das Corona-Virus in der Bevölkerung insgesamt zu steigern. Der Verband appelliert darüber hinaus an die Politik, bestehende Hürden abzubauen, die es in der Praxis noch beim Zugang zur Impfung gibt. Eine allgemeine Impfpflicht sowie eine Impfpflicht für einzelne Bevölkerungs- oder Berufsgruppen lehnt der Paritätische ab.

“Wir müssen Vertrauen schaffen, Hürden abbauen und Informationsangebote ausbauen”, so der Gesundheitswissenschaftler und Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbands Prof. Dr. Rolf Rosenbrock. Nach dem Start der Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland gebe es bei der Umsetzung noch erheblichen organisatorischen Verbesserungsbedarf, insgesamt wollen mehr Menschen geimpft werden, als dies derzeit möglich ist und der allgemeine Informationsbedarf sei enorm. Um mittel- und langfristig einen Gemeinschaftsschutz in der Bevölkerung zu erreichen, sei eine anhaltend hohe Impfbereitschaft nötig und dafür brauche es Vertrauen. “Vertrauen lässt sich nicht erzwingen, sondern Vertrauen gilt es zu schaffen und zu erarbeiten. Wir benötigen ein gesellschaftliches Klima, indem Personen mit Bedenken gegen eine Impfung ernst genommen werden und gleichzeitig motiviert werden, Beratungs- und Informationsangebote zu nutzen. Der Schlüssel liegt in Aufklärung”, so Rosenbrock. Die Risikokommunikation der Bundesregierung sei vor diesem Hintergrund bisher “mehr als unglücklich”. Neben einer Ausweitung von Informationsangeboten seien vor allem auch zielgruppengerechte wie mehrsprachige Angebote erforderlich. Zudem müsse ein barrierefreier Zugang zu Informationsangeboten und Impfversorgung sichergestellt werden, fordert der Verband.

Überhaupt kein Verständnis zeigt der Paritätische Wohlfahrtsverband, unter dessen Dach rund 2000 Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste organisiert sind, für Vorwürfe von Politiker*innen gegenüber Beschäftigten in der Pflege, die angeblich zu geringe Impfbereitschaft zeigten. “Es ist unerhört und zutiefst unanständig, wenn ausgerechnet diejenigen, die seit Monaten an den Grenzen ihrer Kräfte für unsere Gemeinschaft außerordentliches leisten, jetzt an den Pranger gestellt werden, um von politischen Versäumnissen abzulenken”, kritisiert Rolf Rosenbrock. “Man kann es nur absurd nennen, wenn ausgerechnet den Menschen mangelndes Verantwortungsbewusstsein unterstellt wird, die sich Tag für Tag einem besonderen Infektionsrisiko aussetzen, um für andere pflege- und hilfsbedürftige Menschen da zu sein.”

Fakt sei, dass der Sachstand zu den Impfungen des Personals in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen über alle Bundesländer hinweg sehr heterogen ist. Vielfach seien die organisatorischen Hürden noch extrem hoch. So können Mitarbeiter*innen ambulanter Pflegedienste beispielsweise bisher nur in Impfzentren nach Einzelterminvergabe geimpft werden. In vielen Impfzentren gibt es zudem keine Priorisierung für das Gesundheitspersonal oder auch Sammeltermine für Teile der Belegschaft, was bei vorhandener Bereitschaft eine schnelle Impfung deutlich erleichtern würde.

Gwendolyn Stilling

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Fachbereich Menschen mit Behinderung Ältere Menschen Gesundheit Corona Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Pflege Fri, 15 Jan 2021 14:40:12 +0100
Sozial- und Umweltverbände fordern gerechte Verteilung der CO2-Kosten im Mietsektor https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=15&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23250&cHash=86a7178c0f1030d9703d8149448a5703

]]> Mit der Einführung des CO2-Preises zum 1. Januar 2021 werden im Gebäudesektor die Kosten zu 100 Prozent an die Mieterinnen und Mieter durchgereicht. Dadurch verpufft der Effekt der CO2-Bepreisung im Mietwohnbereich völlig. Vermieter werden nicht zum Austausch ihrer Heizanlagen angehalten, da sie die Kosten vollständig umlegen können. Mieterinnen und Mieter stehen trotz Corona-Krise und wirtschaftlicher Folgen vor steigenden Heizkosten, die allein dieses Jahr in einer durchschnittlichen Wohnung bis zu 125 Euro betragen können.

Die Bundesregierung hatte bereits im 2019 verabschiedeten Klimaschutzprogramm angekündigt, Änderungen im Mietrecht zu prüfen, um die Umlagefähigkeit der CO2-Bepreisung zu begrenzen. Dazu liegen seit September 2020 von den SPD-geführten Bundesministerien für Umwelt, Justiz und Finanzen Vorschläge vor, die vom Koalitionspartner ignoriert wurden. Laut Medienberichten soll jetzt von den beteiligten Ministerien ein Fahrplan erstellt werden, um Lösungen zur Verteilung der CO2-Kosten zu erarbeiten. Dass dabei die Effizienzklassen des Gebäudes stärker berücksichtigt werden sollen, ist zwar grundsätzlich zu begrüßen. Aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit und rechtlichen Belastbarkeit der unterschiedlichen Energieausweis-Typen, ist aber eine praktische und vor allem schnelle Umsetzung dieser Lösung nicht zu erwarten.

Der Deutsche Mieterbund, der Paritätische Gesamtverband, die Deutsche Umwelthilfe und der Sozialverband Deutschland fordern daher eindringlich eine sozial gerechte und klimapolitisch wirksame Verteilung der Kosten. Die Umlage des CO2-Preises auf Mieterinnen und Mieter, die am 01.01.2021 begonnen hat, muss schnellstmöglich unterbunden werden.

Dafür sind folgende Gründe ausschlaggebend:

  • Die verschiedenen Energieausweis-Typen (Verbrauchs- und Bedarfsausweis, alte und neue Energieausweise) führen zu nicht vergleichbaren Effizienzklassen. Es ist noch eine Vielzahl älterer Ausweise im Umlauf, auf denen die Effizienzklasse für Wohngebäude fehlt. Zudem sind die Angaben dieser Ausweise mit heutigen energetischen Standards nicht vergleichbar. Die Zuordnung der Vergleichswerte ist nur auf Ausweisen realistisch, die nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden.
  • Der CO2-Preis dient der Förderung von erneuerbaren Energien im Wärmesektor. Fossile Brennstoffe kommen sowohl in sanierten Gebäuden der Effizienzklasse B als auch im Neubau zum Einsatz. Eine vollständige Befreiung des Vermieters bzw. Eigentümers von den Kosten der CO2-Bepreisung ist daher nicht sachgerecht.
  • Der CO2-Preis trifft einkommensarme Mieterinnen und Mieter überproportional stark, da diese häufiger in energetisch schlechten Gebäuden leben. Dort sind die Energiekosten im Schnitt doppelt so hoch wie in einem sanierten Haus. Mieterinnen und Mieter in diesen Gebäuden haben vielerorts keinen Spielraum durch Verhaltensänderungen den CO2-Preis auszugleichen. Die Mehrkosten durch den CO2-Preis betragen in einer unsanierten Wohnung allein dieses Jahr bis zu 125 Euro und steigen bis 2025 auf bis zu 280 Euro pro Jahr.
  • Vermieter und Eigentümer dürfen auch bei sanierten Gebäuden nicht aus ihrer Pflicht entlassen werden, das Gebäude optimal zu betreiben und die Mieter beim Energiesparen zu unterstützen. Wenn der CO2-Preis allein von den Mieterinnen und Mietern getragen werden muss, wird bei den Vermieterinnen und Vermietern noch nicht einmal ein Anreiz geschaffen, geringinvestive Maßnahmen zur Betriebsoptimierung umzusetzen. Zudem müssen Mieterinnen und Mieter durch eine transparente und nachvollziehbare Heizkostenabrechnung dabei unterstützt werden, ihr Nutzerverhalten entsprechend anzupassen, soweit dies möglich ist. Die Novellierung der Heizkostenverordnung darf nicht weiter verzögert werden.
  • Gerade in den Städten und Ballungszentren sind die Belastungsgrenzen der Mieterinnen und Mieter erreicht, beziehungsweise in den unteren Einkommensgruppen bereits deutlich überschritten. Mieterinnen und Mieter profitieren nicht automatisch von einer gestiegenen Pendlerpauschale oder vom Wohngeld. Insbesondere im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist jegliche Kostensteigerung für einkommensarme Mieterhaushalte zu vermeiden und alle Mieterinnen und Mieter müssen vollständig von der CO2-Bepreisung entlastet werden.
  • Die Höhe des zu zahlenden CO2-Preises wird entscheidend durch den Energieträger und den Energieverbrauch des Gebäudes bestimmt, der wiederum maßgeblich vom energetischen Zustand des Gebäudes abhängt. Mieterinnen und Mieter haben keinerlei Einfluss auf die Wahl des Heizungssystems und den energetischen Zustand des Gebäudes.


Eine Änderung der Umlagefähigkeit des CO2-Preises ist unmittelbar und einfach durch geringfügige Anpassungen in der Heizkosten- und der Betriebskostenverordnung umsetzbar.

Schnelles Handeln ist dringend geboten!

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Fri, 15 Jan 2021 12:34:00 +0100
Paritätischer begrüßt Konzept der Grünen zu Hartz IV https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=08&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23236&cHash=6ea507dd422c8395117d5687f6b13cb4

]]> Als „großen Wurf“ begrüßt der Paritätische Wohlfahrtsverband das heute von der Grünen Bundestagsfraktion vorgestellte Konzept einer Garantiesicherung für einkommensarme Menschen. Auch wenn man über Details diskutieren könne, sei das Grüne Modell eine glaubhafte politische Ansage für einer Überwindung von Hartz IV.

„Ein jeder Vorschlag für eine Reform der Grundsicherung muss sich daran messen lassen, ob er tatsächlich Armut beseitigt sowie die Misstrauenskultur und das negative Menschenbild in Hartz beendet“, macht Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider die Position des Verbandes deutlich. Eine  sehr deutliche und am wirklichen Bedarf orientierte Erhöhung der Regelleistungen, die Abschaffung der Sanktionen und die Zurücknahme überzogener Kontrollen seien die wesentlichen Prüfkriterien für einen Vorschlag, der sich Reform nennen möchte. Das Grüne Konzept für eine Garantiesicherung werde diesen Kriterien gerecht. „Der Vorschlag der Grünen eröffnet im Gegensatz zu so manchem Auf-der-Stelle-Treten und politischem Klein-Klein echte Reformperspektive“, betont Schneider.

Ausdrücklich unterstütze der Paritätische Gesamtverband die Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV auf über 600 Euro, wie es die Grünen vorsehen. „Alles, was darunter bleibt, beseitigt keine Armut, sondern zementiert sie“, klagt Schneider. Dies betreffe ausdrücklich auch die letzte Erhöhung der Regelsätze um lediglich 14 auf 446 Euro, die einem armutspolitischen Offenbarungseid der Bundesregierung gleichkäme.  

Auf „uneingeschränkte Zustimmung“ stößt ebenfalls die geplante Abschaffung der Sanktionen in Hartz IV, die der Verband als grundgesetzwidrig und „völlig überholte Rohrstockpädagogik“ kritisiert.  „Was die Sanktionen in Hartz IV anbelangt, braucht es einen ganz klaren Schnitt ohne Hintertüren und Kompromisse“, betont Schneider. „Anders lässt sich das misanthropische Menschenbild, das Hartz IV prägt, nicht überwinden“.  Auch Hartz IV-Bezieher hätten ein Anrecht auf Bürgerfreundlichkeit, anstatt permanentem Misstrauen und Verdächtigungen ausgesetzt zu sein.

Insofern sei auch die Abschaffung der aufwendigen, aber meist völlig sinnlosen Vermögensprüfung nur zu unterstützen. Eine Selbstauskunft, wie sie die Grünen vorschlagen, reiche bei Menschen, die in aller Regel ohnehin kaum Erspartes hätten, völlig aus. Die Anhebung der Vermögensfreigrenze auf 60.000 Euro sei in jedem Falle beizubehalten.


Philipp Meinert

Presse und Redaktion

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Fri, 08 Jan 2021 12:26:38 +0100
Mehr "Wir" als "Ich" https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=7624

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Themen Soziale Teilhabe und Armut Zivilgesellschaft und Demokratie Thu, 07 Jan 2021 14:52:09 +0100
Einkommensarme Familien im Lockdown nicht allein lassen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2021&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23230&cHash=fd2cbbf349b74baaf7d1ce5f4d8d27f8

]]> Angesichts der geplanten Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns fordert der Paritätische Gesamtverband Sofortmaßnahmen des Bundes zur Unterstützung einkommensarmer Familien. Konkret fordert der Paritätische ein Sofortprogramm zur Unterstützung von einkommensschwachen Haushalten durch eine sofortige Erhöhung von Grundsicherungsleistungen um 100 Euro monatlich, die Finanzierung von schulisch notwendigen Notebooks durch die Jobcenter und eine Neuauflage des bereits letzten Juni ausgelaufenen Moratoriums bei Mietschulden.

"Die Bundesregierung hat es in den vergangenen Monaten versäumt, dafür zu sorgen, dass einkommensarme Haushalte in der Krise nicht noch weiter abgehängt werden", kritisierte der Hautgeschäftsführer des Paritätischen, Ulrich Schneider. "Bei all den Milliarden, die bisher zur Bewältigung der Corona-Krise ausgegeben wurden, findet sich kaum ein Cent für Menschen in Hartz IV oder Altersgrundsicherung. Wir dürfen die Ärmsten nicht länger mit gestiegenen Ausgaben für Schutzmaßnahmen und weggefallenen Hilfsangeboten aufgrund von Einrichtungsschließungen alleine lassen. Es ist vordringliche Aufgabe der Politik, in dieser Pandemie die Gesellschaft zusammenzuhalten", appellierte Schneider.

Da die Ausstattung von Kindern aus einkommensarmen Familien mit Notebooks und anderen digitalen Lernmitteln noch immer nicht gesichert sei, müssten entsprechende Ausgaben für alle Bezugsberechtigten von Bildungs- und Teilhabeleistungen durch die Jobcenter übernommen werden. Um den unverändert hohen Bedarf an an Hygiene- und Schutzartikeln sicherzustellen und wegfallende Hilfen, etwa Schulmittagessen, unbürokratisch kompensieren zu helfen, seien die Regelleistungen in der Grundsicherung in der Pandemie um monatlich 100 Euro pro Person zu erhöhen.

Darüber müsse das bereits im Juni letzten Jahres ausgelaufene Kündigungs- und Kreditmoratorium für Mieterinnen und Mieter erneuert werden. "Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, dass Menschen aufgrund der andauernden Einkommenseinbußen das Dach über dem Kopf verlieren oder aufgrund einer Verschuldung ihre Strom- oder Wasserversorgung verlieren", betonte Ulrich Schneider. Arbeitsagenturen, Jobcenter und Grundsicherungsträger müssten darüber hinaus flächendeckend persönliche Beratungsangebote bereitstellen, da die bestehenden digitalen und telefonischen Angebote eine zu hohe Hürde für viele unterstützungsbedürftige Menschen, etwa Wohnungslose, darstellten.

Der Verband wies erneut darauf hin, dass die Leistungen der Grundsicherung schon bislang viel zu niedrig bemessen gewesen seien. Mit den pandemiebedingten Mehrausgaben, die durch die viel zu geringe Regelsatzerhöhung zu Jahresbeginn, nicht annähernd ausgeglichen worden seien, habe sich die Not einkommensarmer Familien noch vergrößert. Für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren seien die Leistungen beispielsweise lediglich um einen Euro monatlich erhöht worden. "An grundlegenden Bildungs- und Teilhabeleistungen zu sparen, können wir uns nicht leisten", betonte der Verband.

Philipp Meinert

Presse und Redaktion

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Presse Fachbereich Frauen / Familie Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung Bildung Familie Kinder und Jugend Tue, 05 Jan 2021 16:05:19 +0100
Presseinfo: Stand der Aufarbeitung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&tx_ttnews%5Bday%5D=18&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23196&cHash=287bfc18999f45678b17699b66a51dc6

]]> Der Paritätische in Bayern hat vier unabhängige Expert*innen gewonnen, die ihn bei der Aufarbeitung von Fällen schwerer sexualisierter Gewalt in einem ehemaligen Kinderheim in damaliger Trägerschaft des Paritätischen in Bayern in Feldafing beraten. Sie werden zugleich dem noch zu gründenden Beirat angehören, der den Verband während des gesamten Aufarbeitungsprozesses begleiten soll. Diese Expert*innen sind:

  • Dr. Barbara Horten, Internationale Kriminologie (M.A.), Soziologie/Erziehungs-wissenschaft (B.Sc.), Institut für Kriminologie, Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Heinz Kindler, Dipl. Psychologe, Deutsches Jugendinstitut München, Leiter der Fachgruppe 3 "Familienhilfe und Kinderschutz"
  • Ulrike Leimig, Dipl. Soz.-Päd. (FH), Mediatorin (DGM), Fachstelle für Täter-Opfer-Ausgleich der Nothilfe Birgitta Wolf e.V. Murnau
  • Prof. Dr. jur. Susanne Nothhafft, Professorin für Recht in der Sozialen Arbeit, Katholische Stiftungshochschule München

Der Verband folgt den Empfehlungen der Expert*innen, eine unabhängige Archivrecherche in Auftrag zu geben. Diese hat das Ziel, bereits vorhandene Dokumente im Hinblick auf Fälle von sexualisierter Gewalt im ehemaligen Kinderheim in Feldafing zu sichten. U.a. auf der Basis dieser Rechercheergebnisse wird der Beirat dann einen umfassenden Aufarbeitungsauftrag formulieren und Empfehlungen für das geplante unabhängige, externe Aufarbeitungsteam abgeben. Der Verband bemüht sich auch intensiv um die wichtige direkte Beteiligung Betroffener in einer für sie passenden Form, um ihre Expertise als Betroffene des erlittenen Unrechts und ihre Interessen bei der Gestaltung des Aufarbeitungsprozesses einzubeziehen.

Parallel zu den nächsten Schritten im Aufarbeitungsprozess bietet der Paritätische in Bayern den Betroffenen finanzielle Unterstützung an, z.B. für die Übernahme von Therapiekosten. Auf Basis der Aufarbeitungsergebnisse werden dann weitere Schritte zur Anerkennung und Entschädigung der erlittenen sexualisierten Gewalt getroffen. Finanzielle Leistungen sind dabei ausdrücklich eingeschlossen.

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Presse Aufarbeitung Aus dem Landesverband Fri, 18 Dec 2020 09:30:00 +0100
Brandbrief an Bundesgesundheitsminister https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&tx_ttnews%5Bday%5D=16&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23180&cHash=6707a67927fb7ef7087152cebdc62b5a

]]> In einem Brandbrief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband externe personelle Unterstützung für Pflegeheime und Pflegedienste in der Corona-Pandemie. In der aktuellen Ausnahmesituation sei eine “nationale Kraftanstrengung” nötig. Die neu beschlossene verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für Pflegepersonal sei nur verlässlich umzusetzen, wenn externes Personal, wie beispielsweise Mitarbeitende des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK) oder Bundeswehrangehörige herangezogen werden, mahnt der Verband.

Der Paritätische begrüßt die Verpflichtung und Klarstellung zur Testung in Alten- und Pflegeeinrichtungen vor dem Hintergrund des aktuellen Infektionsgeschehens als absolut nachvollziehbar, mahnt jedoch die Einrichtungen und Dienste in dieser schwierigen Lage nicht alleine zu lassen. “Jeder fünfte in Pflegeheimen an COVID-19 Erkrankte stirbt. Die Lage ist also dramatisch. Pflegende arbeiten nach über neun Monaten Pandemie am Limit. Sie können die anstehenden Aufgaben bei den Testungen vielerorts nicht mehr alleine bewältigen. Wenn der Infektionsschutz der vulnerablen Gruppen in Pflegeeinrichtungen und -diensten durch Tests als eines der obersten Ziele weiter gestärkt werden soll, geht dies nur mit Hilfe von Außen. Dies gilt umso mehr in der anstehenden Weihnachtszeit, wenn wir beispielsweise mit mehr Tests von Besucher*innen etwas mehr Sicherheit geben wollen”, heißt es in dem Schreiben von Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, unter dessen Dach rund 2000 Pflegeeinrichtungen und Dienste organisiert sind. “Angesichts der dramatischen Situation appellieren wir an Sie Herr Bundesminister, Pflegebedürftige und die sie versorgenden und pflegenden Dienste und Heime nicht alleine zu lassen, sondern bitten Sie nachdrücklich darum, sich mit aller Kraft für tatkräftige Unterstützung der Einrichtungen und Dienste einzusetzen.”

Der Paritätische fordert die Unterstützung von Mitarbeitenden des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK), sofern diese nicht andernorts im Einsatz sind. “Ein MDK-Mitarbeitender, der bei den Einrichtungen und Diensten, die es am dringendsten brauchen, Mitarbeitende und Besucher*innen testet, würde schon viel bringen”, so Schneider. Darüber hinaus brauche es eine gezielte Kampagne, um Menschen mit pflegerischer Ausbildung aus anderen Bereichen als Unterstützung anzusprechen. Dabei müsse gesetzlich geregelt sein, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten auch für diese Aufgabe freistellen müssen. Und schließlich könnten aus Sicht des Wohlfahrtsverbandes auch Bundeswehrangehörige nicht nur in Gesundheitsämtern, sondern auch in Pflegeeinrichtungen aushelfen.

Schließlich appelliert der Verband an die Politik, sich klar vor das Pflegepersonal zu stellen. “Wir alle wissen, dass trotz gewissenhafter Umsetzung der Schutz- und Hygienekonzepte ein Restrisiko bleibt. Eine 100prozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Vor diesem Hintergrund haben wir auch keinerlei Verständnis dafür, dass Pflegekräfte und Einrichtungsleitungen bei auftretenden Covid-Infektionen sich mehr und mehr pauschalen Anschuldigungen der Fahrlässigkeit oder Unfähigkeit ausgesetzt sehen.”


Gwendolyn Stilling

Pressesprecherin
Leiterin
Presse, Redaktion, Kampagnen

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Fachbereich Menschen mit Behinderung Ältere Menschen Corona Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Pflege Wed, 16 Dec 2020 11:31:17 +0100
Inklusion statt Einsamkeit: Teilhabebericht zur Situation von Menschen mit Behinderung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&tx_ttnews%5Bday%5D=03&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23111&cHash=565b771495b03365b9e0ffd0f0171697

]]> Laut dem aktuellen Teilhabebericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bestehen in fast allen Lebensbereichen weiterhin erhebliche Barrieren für Menschen mit Behinderung, so dass von gleichberechtigter Teilhabe keine Rede sein kann. Bereits vor der Corona-Pandemie sei mehr als jeder dritte Mensch mit Beeinträchtigung oder Schwerbehinderung (38,8 Prozent) von Einsamkeit betroffen gewesen, während weniger als jeder sechste Mensch ohne Beeinträchtigungen (15,8 Prozent) angab, oft oder eher oft einsam zu sein. Auch leben Menschen mit Behinderung überproportional häufig in Armut. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung mahnt der Paritätische, sich auf das Ziel einer inklusiven Gesellschaft zu besinnen, die alle mitnimmt und niemanden ausgrenzt, und formuliert konkrete Forderungen an die Politik.

„Unsere Gesellschaft ist noch immer von viel zu vielen Barrieren geprägt, die einer umfassenden Inklusion buchstäblich im Wege stehen. Diese Barrieren müssen wir nicht nur identifizieren, wir müssen sie benennen und vor allem müssen wir sie beseitigen“, so Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands. Schwerpunkt der regelmäßig erscheinenden Studie ist in diesem Jahr die Lebenssituation von Frauen und Männern mit Beeinträchtigungen zwischen 18 und 49 Jahren. Viele der Menschen in dieser Altersgruppe sind von Geburt oder Jugend an beeinträchtigt.

Der Verband weist darauf hin, dass sich durch die Covid-19-Pandemie Barrieren und Ausgrenzung noch einmal verschärft haben. “Corona geht für Menschen mit Behinderung noch mehr als für andere mit neuen Hürden und vielfach sozialer Isolation und Einsamkeit einher. In vielen Bereichen beobachten wir zudem einen Rückfall in überwunden geglaubte Handlungs- und Rollenmuster: Das Selbstbestimmungsrecht von Menschen in Einrichtungen wurde früh und weitgehend eingeschränkt. Es ist bestürzend, wie wenig alle Bekenntnisse zur Inklusion wert sind, wenn es hart auf hart kommt", kritisiert Rosenbrock.

Der Paritätische setzt sich dafür ein, dass Einsamkeit vorgebeugt und bekämpft wird – in allen Altersgruppen. Drei Elemente seien dabei von besonderer Bedeutung: eine Sozial- und Beschäftigungspolitik, die Armut verhindert und Teilhabe ermöglicht, die Förderung von Mobilität durch Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen und eine Verkehrsinfrastruktur, die auch im ländlichen Raum Mobilität gewährleistet, und soziale Orte und Infrastruktur, bei deren Nutzung sich Menschen begegnen können. Leitschnur müssten dabei stets Selbstbestimmung, Wunsch- und Wahlrecht sein.

Für den Paritätischen Teilhabebericht 2020 zu Lebenslagen von Frauen und Männern mit Beeinträchtigungen im frühen und mittleren Erwachsenenalter haben die Expert*innen der Paritätischen Forschungsstelle auf Befragungsdaten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) zurückgegriffen (Berichtsjahr: 2018). Der Bericht ist entstanden im Rahmen des Projektes „Teilhabeforschung: Inklusion wirksam gestalten“, unterstützt durch die Aktion Mensch Stiftung. Die Arbeit im Projekt wird durch einen Beirat mit Vertreter*innen von Betroffenenorganisationen, Wissenschaft, Bundesregierung und der Aktion Mensch Stiftung begleitet.

Den Bericht finden Sie hier: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/der-paritaetische-teilhabebericht-2020-teilhabe-und-geschlecht-im-fruehen-und-mittleren-erwachsenenal/

Mehr Informationen unter: https://www.der-paritaetische.de/teilhabe

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Presse Fachbereich Menschen mit Behinderung Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Corona Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Soziale Teilhabe und Armut Thu, 03 Dec 2020 08:52:33 +0100
Inklusion statt Isolation: Paritätischer in Bayern warnt vor Rolle rückwärts https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&tx_ttnews%5Bday%5D=02&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23097&cHash=1602c0cb20353571f9e4671c267e91e7

]]> Das bestätigt Susanne Dittrich-Leonhard vom Nürnberger Verein INTEGRAL e.V., einer Mitgliedsorganisation des Paritätischen in Bayern: „Wir beobachten in unserer Arbeit, dass die psychische Not und die Ängste größer geworden sind. Menschen mit Behinderung leiden besonders unter der Isolation und der Einsamkeit. Durch die lange Zeit allein haben sie manche Dinge verlernt. Zutrauen ist verloren gegangen.“ Der Verein berät und unterstützt Menschen mit Behinderung mit niedrigschwelligen Angeboten, die wegen Corona nicht stattfinden dürfen.

Wie sehr diese Angebote fehlen, davon berichtet Sabine*. Sie hat eine psychische Erkrankung und arbeitet mittlerweile selbst als Assistentin bei INTEGRAL. „Wir verlieren den Kontakt zu den Menschen, die sonst ins Café oder zu anderen Angeboten kommen“, erzählt sie. „Und die behinderten Menschen und ihre Familien verlieren eine leicht zugängliche Anlaufstelle, wichtige Hilfen, Tagesstruktur und ihr soziales Netzwerk.“ Über telefonischen oder schriftlichen Kontakt versuche man, so viel wie möglich abzufangen. Aber das Angebot vor Ort ist durch nichts zu ersetzen.

Menschen mit Behinderung werden durch Corona noch mehr abgehängt

„Die Corona-Krise hat gezeigt, dass wir auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft noch lange nicht so weit gekommen sind, wie wir gedacht und gehofft hatten,“ ergänzt Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen in Bayern. „Corona hat uns weiter von diesem Ziel entfernt.“ Menschen mit Behinderung werden nur auf ihre Behinderung reduziert. Sie werden als homogene vulnerable Gruppe betrachtet, die besonderen Schutz braucht. Das Selbstbestimmungsrecht von Menschen in Einrichtungen wurde zu ihrem Schutz weitgehend eingeschränkt. Gefragt hat sie niemand.

Susanne Dittrich-Leonhard frustriert, dass im Zusammenhang mit Corona immer nur über Menschen mit Behinderung in Einrichtungen gesprochen wird. „An die Bedürfnisse der vielen Menschen mit Behinderung, die allein oder in ihren Familien leben, wird gar nicht gedacht.“ Auch wenn es um Digitalisierung geht, werden Menschen mit Behinderung vergessen.

Notgedrungen haben sich viele Menschen in kurzer Zeit auf die Digitalisierung eingestellt. Aber bei vielen Menschen mit Behinderung ist das gar nicht möglich, weil ihnen schlicht das Geld für den Laptop oder das Smartphone fehlt. Sie sind komplett von der Digitalisierung abgehängt. Menschen mit Behinderung müssen auch an der Digitalisierung teilhaben können.

Inklusion ist ein Grundrecht – kein Gnadenakt

„Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention zu umfassender Teilhabe für Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen verpflichtet. Das dürfen wir auch in der Pandemie nicht vergessen“, mahnt Margit Berndl. „Inklusion ist ein Grundrecht – kein Akt der Gnade!“

Alle haben gespürt, wie es sich anfühlt, wenn die eigenen Rechte auf Selbstbestimmung und auf Teilhabe eingeschränkt sind. Vielleicht hilft das, den gesellschaftlichen Blick darauf zu schärfen, wie in Deutschland das Recht auf Teilhabe für Menschen mit Behinderung eingeschränkt wird. „Dieses Bewusstsein ist Voraussetzung, um endlich Barrieren in allen Lebensbereichen abzubauen und dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft näherzukommen, die alle mitnimmt und niemanden ausgrenzt,“ so Berndl abschließend.

*Name geändert

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Presse Fachbereich Menschen mit Behinderung Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Corona Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Soziale Teilhabe und Armut Wed, 02 Dec 2020 12:28:32 +0100
Teilhabe ist nicht Party machen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&tx_ttnews%5Bday%5D=01&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23095&cHash=e33e0f8132c64d55844f1fa020873eea

]]> Symbolfoto: Jill Chen / Stocksy Adobe Stock.com]]> Einen Termin mit Sabine und Lena zum Telefonieren zu finden, ist nicht einfach. Trotz Corona. „Bei uns ist immer was los und wir sind normalerweise immer unterwegs“, sagt Sabine, 49 Jahre und alleinerziehend. „Wir sind ein Dreamteam“, ergänzt Lena, 24 Jahre. Als Team sind Mutter und Tochter bisher gut durch die Corona-Krise gekommen. Sicherlich auch, weil beide wissen, wie man mit schwierigen Situationen und Lebenskrisen umgeht: Sabine ist psychisch krank mit einer Borderline-Störung und Depression. Lena hat eine Autismus-Spektrum-Störung und eine geistige Behinderung. Die Corona-Pandemie bleibt trotzdem eine besondere Herausforderung.

Was Beiden zurzeit besonders fehlt, ist das Angebot des Integral e.V. in Nürnberg. Der Verein berät und unterstützt Menschen mit Behinderungen. Sabine kann sich noch genau an ihren ersten Tag im Offenen Café-Treff vor sechs Jahren erinnern: „Ich bin einfach hingegangen und habe sofort gemerkt: Hier ist jetzt Zeit nur für mich, eine Tasse Kaffee und ein Gespräch ohne Druck. Das ist ein Ort, wo keiner etwas von mir erwartet und wo ich einfach ich sein darf. Mit all meinen Problemen.“

Der Integral ist wie Familie

Dass es solche Orte gibt, sei gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen wichtig. Weil viele gar nicht wissen, dass sie oder welche Hilfe sie brauchen. Oder sich die Hilfe nicht selber holen können. Das hätte auch damit zu tun, dass viele psychisch kranke Menschen schlechte Erfahrungen machen, wenn sie sich outen. „Andere halten einen schnell einfach nur für blöd“, sagt Sabine. „Der Café-Treff ist auch deshalb ein so toller Ort, weil man hier erstmal ganz ungezwungen schauen kann, ob das überhaupt die Menschen sind, mit denen ich über meine Probleme sprechen möchte.“ Denn wenn Vertrauen da ist, sei es auch einfacher, Hilfe anzunehmen.

Inzwischen ist Sabine selber beim Integral tätig. Erst ehrenamtlich im Freizeitbereich, als Vereinsassistenz und im Café-Treff. Jetzt als 450-Euro-Kraft und Assistentin. „Das ist Inklusion pur“, lacht sie. „Von der psychisch desolaten, durchgeknallten Mutter zur geschätzten Kollegin.“

Freizeit heißt nicht, wir machen jetzt Party

Dass der Café-Treff während des Lockdown nicht öffnen darf und auch die anderen Angebote der Offenen Behindertenarbeit nicht stattfinden dürfen, macht Sabine wütend. „Es ist ganz viel Zeit und Arbeit investiert worden, um Hygienekonzepte auf die Beine zu stellen und Assistenten zu schulen. Aber weil die Angebote als Freizeit gelten, muss alles zu machen! Freizeit heißt nicht, wir machen jetzt Party!“

Was diese Angebote für die betroffenen Menschen bedeuten und was passiert, wenn sie fehlen, würde völlig unterschätzt. „Wir verlieren den Kontakt zu den Menschen, die sonst ins Café oder zu den anderen Angeboten kommen“, sagt Sabine. „Und die behinderten Menschen und ihre Familien verlieren eine leicht zugängliche Anlaufstelle, wichtige Hilfen, Tagesstruktur und ihr soziales Netzwerk.“ Über telefonischen oder schriftlichen Kontakt versuche man, so viel wie möglich abzufangen. Aber das Angebot vor Ort ist durch nichts zu ersetzen.

Sorge, dass die Puste ausgeht

Wie wichtig es ist, Kontakt zu anderen Menschen und eine Aufgabe zu haben, weiß Sabine genau. „Ich weiß, was es heißt, wenn man auf der Couch liegt und nicht mehr weiterkann, kein Geld und kein Essen hat. Ich selber habe mich dreimal aus Hartz IV herausgearbeitet und ständig Jobs als Pflegekraft verloren, weil ich wegen meiner privaten Situation nicht flexibel genug war. Deshalb mache ich mir Sorgen um die anderen. Um die, die krank sind, sich nicht selber Hilfe holen können, in Hartz IV leben oder finanziell am Ende sind.“

Sie und Lena seien bisher gut durch die Corona-Krise gekommen. Auch, weil sie sich finanziell keine Sorgen machen müssen. Und weil sie ein gutes Netzwerk haben und wissen, wo und wie man sich Hilfe organisiert. „Das ist das A und O“, sagt Sabine. Wenn sie aber an die kommenden Wochen denkt, hat sie schon manchmal Sorge, dass ihnen die Puste ausgeht.

Isolation und fehlende Teilhabe verunsichern

Wie schwierig es ist, soziale Isolation zu ertragen und im Alltag eine Struktur aufrecht zu erhalten, haben beide im ersten Lockdown gemerkt. Als Lenas Werkstatt Noris-Inklusion neun Wochen geschlossen war. „Das hat sich richtig komisch angefühlt“, erzählt Lena. Die Kollegen und die Arbeit haben ihr sehr gefehlt. „Ich saß daheim rum und bin meiner Mutter auf die Nerven gegangen. Und sie ist mir auch manchmal auf die Nerven gegangen.“

Die neun Wochen hätten aber auch etwas mit Lenas Persönlichkeit und mit ihren Fähigkeiten gemacht. „Mit der täglichen Struktur war auch plötzlich die Sicherheit in Lenas Leben weg“, ergänzt Sabine. „Sie hat sich zum Beispiel nicht mehr allein vor die Tür getraut.“ Selbständigkeit und Selbstbestimmung hätten gelitten. „Und sie hat Flexibilität verloren, weil die Herausforderung und das Lernen durch die Arbeit gefehlt haben.“

Momentan geht Lena zwei Wochen in die Werkstatt und hat eine Woche frei. So kann die Werkstatt unter Einhaltung der Hygieneregeln weiterarbeiten. „Das ist jetzt besser und ich habe in der Woche zuhause auch Zeit für Sachen, die ich in der Arbeit nicht machen kann“, sagt Lena. Was das zum Beispiel sei? „Länger schlafen oder fernschauen.“ Oder gerade ganz dringend: ein Buch abschreiben! Und schon ist sie weg. Es bleibt schwierig, mit diesem vielbeschäftigten Dreamteam zu sprechen …

*Namen von der Redaktion geändert

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Themen Corona Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Soziale Teilhabe und Armut Tue, 01 Dec 2020 17:12:12 +0100
Hartz IV: Paritätischer begrüßt Heil-Vorstoß als Schritt in richtige Richtung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=27&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23055&cHash=5ccfe60d138f1aeec2058575b9c8bd55

]]> Der Paritätische Wohlfahrtsverband begrüßt den Vorstoß von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der heute mit der Forderung zitiert wird, dass corona-bedingte Wirtschafts- und Überbrückungshilfen für Soloselbständige und bspw. Künstler*innen nicht auf etwaige Grundsicherungsleistungen angerechnet werden sollen. Angesichts der viel zu niedrigen Regelsätze in Hartz IV sei das nach Ansicht des Verbandes zentrale Voraussetzung, damit die Soforthilfen überhaupt spürbare Wirkung im Alltag der Betroffenen entfalten können. Scharfe Kritik übt der Paritätische, dass diejenigen, die ausschließlich auf Grundsicherung angewiesen sind, wie zum beispiel arme Ältere, Arbeitslose nachwievor ohne jede Krisenhilfe leer ausgehen und in ihrer Not allein gelassen werden.

“Hubertus Heil hat absolut recht mit seiner Forderung an die Unions-Koalitionspartner, dass die Überbrückungshilfen für freischaffende Künstler*innen und Soloselbständige nicht auf Grundsicherungsleistungen angerechnet werden dürfen. Wenn es anders wäre, würden viele Betroffene direkt in die Armut geschickt”, so Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. “Der lobenswerte Vorstoß des Ministers darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das eigentliche Hauptproblem in den viel zu niedrigen Grundsicherungsleistungen selbst liegt. Wir haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass diese Bundesregierung weiterhin ausgerechnet für die Ärmsten in diesem Land keinerlei Soforthilfen in dieser Krise vorsieht und sich einer dauerhaften Anhebung der Regelsätze auf ein armutsfestes Niveau verweigert.”

Der Paritätische erneuert seine Forderung nach einer finanziellen Soforthilfe für alle Menschen, die Grundsicherungsleistungen beziehen und deren Not sich durch corona-bedingte Mehrausgaben Tag für Tag verschärft. Seit Mai bereits wirbt der Verband mit mehr als 30 bundesweiten Organisationen für entsprechende finanzielle Hilfen für alle einkommensarmen Menschen. Anlässlich der heutigen Beratungen des Bundesrates zum neuen Regelbedarfsermittlungsgesetz, das eine minimale Anhebung der Regelsätze für Erwachsene um lediglich 14 Euro auf 446 Euro zum 1.1.2021 vorsieht, unterstreicht der Paritätische den akuten politischen Handlungsbedarf. “Alle Expert*innen sind sich einig, unter 600 Euro reicht es auf keinen Fall, um über den Monat zu kommen. Was es braucht, ist den politischen Willen, Armut in diesem reichen Land wirklich zu verhindern. Und: Gegen Armut hilft Geld“, so Hesse.


Gwendolyn Stilling

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Fri, 27 Nov 2020 13:53:31 +0100
Kindergrundsicherung einführen: Bundesländer senden wichtiges Signal an die Bundesregierung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=26&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23094&cHash=1846c1baf145b2918812a3974ce7d13f

]]> Die Arbeits- und Sozialminister*innen der Bundesländer senden heute ein deutliches Signal an die Bundesregierung: zur Bekämpfung von Kinderarmut brauche es die Einführung einer Kindergrundsicherung. Das Ausmaß der Kinderarmut sei weiterhin zu groß, daher müssten umfassende Maßnahmen folgen. Mit ihrem Beschluss fordert die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) die Bundesregierung auf, eine Kindergrundsicherung auf Bundesebene einzuführen. Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG begrüßt den Beschluss, mahnt jedoch an, dass jetzt Taten folgen müssen. Die Bekämpfung von Kinderarmut braucht Priorität.

„Der Beschluss der ASMK ist ein wichtiges und deutliches Signal an die Bundesregierung, endlich wirksame Maßnahmen gegen Kinderarmut umzusetzen. Aktuelle Zahlen belegen, dass die Kinderarmut nach wie vor ein riesengroßes Problem ist. Die Corona-Krise hat dieses Problem vielerorts noch verschärft. Wer jetzt nicht schnell und konsequent handelt, nimmt in Kauf, dass die Kinderarmut weiter steigen wird“, mahnt Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes und Sprecher des Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG, und fordert die Einführung einer Kindergrundsicherung, die ihren Namen auch verdient.

„Es mangelt uns seit Jahren nicht an Erkenntnissen zur Kinderarmut, aber es mangelt an politischem Willen wirklich etwas zu tun. Mit reinen Lippenbekenntnissen muss jetzt Schluss sein. Priorität muss die Bekämpfung der Kinderarmut haben und zwar auf allen politischen Ebenen“, fordert auch Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes und Koordinator des Bündnisses. Der Bund müsse hier seiner Verantwortung endlich gerecht werden und die ökonomische Situation von Kindern und Jugendlichen mit einer sozial gerechten Kinder- und Familienförderung verbessern. Auf Länder- und kommunaler Ebene brauche es neben der Kindergrundsicherung Investitionen in Bildung und soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche und ihre Familien.

Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG will mit seiner Kindergrundsicherung zwei Ziele erreichen: die Bekämpfung von Kinderarmut und die gerechte Ausgestaltung der Kinder- und Familienförderung. Die Kindergrundsicherung soll in der Höhe die tatsächlichen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen abdecken und fasst eine Vielzahl an bisher bestehenden Leistungen zusammen, wie das Kindergeld und den Kinderfreibetrag, den Kinderzuschlag und die Hartz IV-Leistung für Kinder. So wird sie einfach und verständlich. Zudem wird sie sozial gerecht ausgestaltet, mit steigendem Einkommen sinkt die Kindergrundsicherung langsam ab und sie wird automatisch und unbürokratisch von einer einzigen Stelle ausgezahlt, damit alle Familien auch wirklich erreicht werden.

Mehr Informationen zur Kindergrundsicherung finden Sie auf www.kinderarmut-hat-folgen.de

Pressekontakt für Rückfragen: Juliane Wlodarczak, Pressesprecherin, Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V., Tel.: 030 214809-20, wlodarczak@dksb.de

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Presse Fachbereich Frauen / Familie Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung Familie Kinder und Jugend Soziale Teilhabe und Armut Thu, 26 Nov 2020 16:52:00 +0100
Paritätischer Armutsbericht 2020: Armut in Deutschland auf Rekordhoch https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=20&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23028&cHash=aa00e76a563c1b28b2c6196401ae81f3

]]> Laut aktuellem Paritätischen Armutsbericht hat die Armutsquote in Deutschland mit 15,9 Prozent (rechnerisch 13,2 Millionen Menschen) einen neuen traurigen Rekord und den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt in der Studie, dass alles darauf hindeute, dass die Auswirkungen der Corona-Krise Armut und soziale Ungleichheit noch einmal spürbar verschärfen werden. Der Verband wirft der Bundesregierung eine „armutspolitische Verweigerungshaltung“ vor und fordert unter der Überschrift „Gegen Armut hilft Geld” eine sofortige Anhebung der finanziellen Unterstützungsleistungen für arme Menschen sowie armutsfeste Reformen der Sozialversicherungen.

„Die vorliegenden Daten zur regionalen Verteilung, zur Entwicklung und zur Struktur der Armut zeigen Deutschland als ein in wachsender Ungleichheit tief zerrissenes Land. Immer mehr Menschen leben ausgegrenzt und in Armut, weil es ihnen an Einkommen fehlt, um den Lebensunterhalt zu bestreiten und an unserer Gesellschaft gleichberechtigt und in Würde teilzuhaben. Volkswirtschaftliche Erfolge kommen seit Jahren nicht bei den Armen an und in den aktuellen Krisen-Rettungspaketen werden die Armen weitestgehend ignoriert. Was wir seitens der Bundesregierung erleben, ist nicht mehr nur armutspolitische Ignoranz, sondern bereits bewusste Verweigerung”, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Die Befunde des diesjährigen Armutsberichts sind alarmierend: Bei allen ohnehin seit Jahren besonders armutsbetroffenen Gruppen (wie bspw. Alleinerziehenden, Arbeitslosen und kinderreichen Familien) hat die Armut von 2018 auf 2019 noch einmal zugenommen. Betrachtet man die Zusammensetzung der Gruppe erwachsener Armer ist der ganz überwiegende Teil erwerbstätig (33,0 Prozent) oder in Rente (29,6 Prozent). Regional betrachtet wuchs die Armut 2019 im Vergleich zum Vorjahr praktisch flächendeckend. Positive Entwicklungen, die zuletzt in den ostdeutschen Bundesländern zu beobachten waren, sind gestoppt.

Armutsgeografisch zerfällt Deutschland dabei in zwei Teile: Im gut gestellten Süden haben Bayern und Baden-Württemberg eine gemeinsame Armutsquote von 12,1 Prozent. Der Rest der Republik, vom Osten über den Norden bis in den Westen, kommt zusammen auf eine Quote von 17,4 Prozent. Außerhalb von Bayern und Baden-Württemberg lebt durchschnittlich mehr als jede*r Sechste unterhalb der Armutsgrenze. Das problematischste Bundesland bleibt mit Blick auf Armutsdichte und Dynamik Nordrhein-Westfalen: Seit 2006 ist die Armutsquote in dem bevölkerungsreichen Bundesland zweieinhalbmal so schnell gewachsen wie die gesamtdeutsche Quote. Armutstreiber in NRW ist das Ruhrgebiet mit einer Armutsquote von 21,4 Prozent. Das größte Ballungsgebiet Deutschlands muss damit zweifellos als Problemregion Nummer 1 gelten.

Der Verband warnt vor einer drastischen Verschärfung der Armut in 2020 angesichts der aktuellen Corona-Pandemie. Besonders betroffen seien geringfügig Beschäftigte sowie junge Menschen, die corona-bedingt schon jetzt von wachsender Arbeitslosigkeit betroffen sind. „Corona hat jahrelang verharmloste und verdrängte Probleme, von der Wohnraumversorgung einkommensschwacher Haushalte bis hin zur Bildungssegregation armer Kinder, ans Licht gezerrt. Eine zunehmende Zahl von Erwerbslosen stößt auf ein soziales Sicherungssystem, das bereits vor Corona nicht vor Armut schützte und dessen Schwächen nun noch deutlicher zutage treten“, so Ulrich Schneider.

Der Paritätische fordert die Umverteilung vorhandener Finanzmittel zur Beseitigung von Armut. „Deutschland hätte es in der Hand, seine Einkommensarmut abzuschaffen und parallel für eine gute soziale Infrastruktur zu sorgen. Es klingt banal und wird bei vielen nicht gern gehört: Aber gegen Einkommensarmut, Existenzängste und mangelnde Teilhabe hilft Geld“, so Schneider. Konkret seien eine bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze in Hartz IV und der Altersgrundsicherung (nach Berechnungen der Paritätischen Forschungsstelle auf mindestens 644 Euro), die Einführung einer Kindergrundsicherung sowie Reformen von Arbeitslosen- und Rentenversicherung nötig.

Den Bericht und eine detaillierte Suchfunktion zu Armutsquoten nach Postleitzahlen finden Sie unter: www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/armutsbericht/

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Fri, 20 Nov 2020 16:05:52 +0100
Bayern gemeinsam stärken https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=16&tx_ttnews%5Btt_news%5D=23001&cHash=2ed0d66077553b30e173c316d0b2e23b

]]> Foto: Mediteraneo Adobe Stock.com]]> Auch wenn die Ausprägungen unterschiedlich sind – eines steht fest: Die noch immer andauernde Corona-Pandemie hat unser aller Leben ein Stück weit verändert. Ob Kurzarbeit und Verdienstausfälle, Arbeitslosigkeit, Wegfall von Betreuungsangeboten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige, Kinderbetreuung und Homeschooling neben dem Homeoffice, Leben auf engstem Raum, Überstunden und Arbeitsverdichtung, Kürzungen im Kultur- und Sozialbereich oder Kontaktbeschränkungen: Alle Einschnitte und Veränderungen wirken tief in unser Alltagsleben hinein und stellen vielfach eine enorme Belastung dar.

Viele bereits seit Jahren schwelende Verwerfungen und Versäumnisse sind in den letzten Wochen und Monaten noch offensichtlicher geworden: ein krank gespartes Gesundheitssystem, Löhne am Existenzminimum – auch und gerade in Bereichen, deren Systemrelevanz neu entdeckt wurde, globalisierte Lieferketten mit ihren ökologischen und sozialen Folgekatastrophen, fehlende betriebliche Mitbestimmung beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und vieles andere mehr.

Spätestens jetzt sollten uns die bereits sichtbaren Auswirkungen der Krise dazu zwingen, über mehr soziale Gerechtigkeit für die Gesellschaft nachzudenken. Krisenzeiten erfordern ein Nach- und Umdenken, statt eines Weitermachens wie bisher.

Wir als Organisationen im Sozialen Netz Bayern sehen in der sozialen Gerechtigkeit und Sicherheit das entscheidende sozialstaatliche Fundament für ein solidarisches und starkes Bayern.

Wir stellen fest: Der Markt hat nicht für derartige Krisen vorgesorgt. Starke sozialstaatliche Antworten sind
gefordert. Durch die pandemiebedingte Ausnahmesituation sind soziale Verwerfungen noch deutlicher zu Tage getreten oder verschärft worden. Wir wollen Bayern gemeinsam stärker machen. Dazu bedarf es weiterer Impulse. Hierzu zählen:

  • Die Orientierung des Gesundheits- und Pflegesystems an Profitlogiken des Marktes muss hinterfragt und korrigiert werden.
  • Die Arbeitsbedingungen vieler Berufsgruppen in systemrelevanten Bereichen bedürfen der dringenden Verbesserung. Hierzu zählen unter anderem Pflegekräfte, Lebensmittelverkäufer*innen, Kassierer*innen, Regalauffüller*innen, Erzieher*innen, Reinigungskräfte und Erntehelfer*innen. Mehr als 70 Prozent der Beschäftigten in systemrelevanten Berufen sind weiblich – sie tragen oft die Hauptlast des um sich greifenden Niedriglohnsektors und der prekären Beschäftigung. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sind in diesen Bereichen, vor allem den Reinigungstätigkeiten, der Saisonarbeit und der Altenpflege, stark überrepräsentiert.
  • Die weiter steigende Lohnspreizung zwischen hohen und niedrigen Einkommen muss gestoppt werden, beispielsweise durch eine Erhöhung des Mindestlohns.
  • Viele, die bereits zu „normalen“ Zeiten am Rande des Existenzminimums oder sogar darunter leben mussten, wie Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Kinderreiche, Soloselbständige, Obdachlose, Arbeitsmigrant*innen, Flüchtlinge u.v.a., geraten durch die erschwerten Bedingungen der Krise in existentielle Not – ob materiell oder psychisch. Unterstützungs- und Hilfsprogramme sind auszubauen.
  • Die Krise trifft Einkommensärmere härter. Besonders betroffen waren Minijobber*innen. Dazu zählen auch zahlreiche Rentnerinnen und Rentner, die aufgrund einer zu geringen Rente etwas hinzuverdienen müssen. Hier bedarf es dringend einer besseren Integration in die Systeme der sozialen Sicherung. Das Kurzarbeitergeld von 60 bis 67 % kann zwar allmählich auf 80 bis 87 % ansteigen, vielfach – gerade bei Einkommensärmeren – führt der Einkommensverlust jedoch weiterhin zu großen Härten.
  • Auch in Bayern hat Armut viele Gesichter, ob Kinderarmut, Einkommensarmut, Wohnungsarmut, Altersarmut oder Frauenarmut. Es muss verhindert werden, dass sich Armutslagen weiter verfestigen. Die Krise hat einmal mehr gezeigt: Existenzsichernde Leistungen wie Mindestlohn, Kindergrundsicherung, Erhöhung der Regelsätze sowie bezahlbarer Wohnraum sind überfällig.
  • Gleiche Chancen beginnen bei einer für alle gleichermaßen zugänglichen und bezahlbaren Bildung. Das digitale Lernen bei (zeitweise) geschlossenen Schulen ist für Kinder aus ärmeren Familien mit kleinen Wohnungen und schlechterer oder ganz fehlender EDV-Ausstattung schwieriger bis unmöglich. Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel abhängig sein. Daher bedarf es besserer Ausstattung und Konzepte.
  • Angesichts spürbar steigender Kosten für Grundnahrungsmittel, zusätzlicher Ausgaben für notwendige Schutzkleidung und Hygieneartikel bei gleichzeitig wegfallenden oder nur eingeschränkten Unterstützungsangeboten, aber auch erhöhter Kommunikationskosten treten wir für einen pauschalen Mehrbedarf von 100 Euro monatlich für Hartz IV-Empfänger*innen ein. Darüber hinaus braucht es endlich einen bedarfsgerechten höheren Regelsatz. Die in Bayern vielerorts höheren Lebenshaltungskosten belasten Geringverdienende und Grundsicherungsempfänger*innen besonders stark.
  • Soziale Institutionen und Non-Profit-Unternehmen, die sich während der Corona-Pandemie als systemrelevant erwiesen haben, müssen Zugang zu den staatlichen Förderprogrammen für Unternehmen der freien Wirtschaft erhalten, um sich gemäß ihres Auftrags der sozialen Sicherung innovativ, zukunftsfähig und krisensicher aufstellen zu können.

Wir, als Organisationen im Sozialen Netz Bayern, treten dafür ein, dass die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und die Sorge für arme Menschen Kernaufgaben des Staates sind und bleiben.

Das Sozialstaatsgebot ist bleibende Verpflichtung. Ein funktionierender Sozialstaat ist Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Solidarität und Nächstenliebe entsprechen auch ökonomischer Vernunft. Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf Arbeit, auf gleichwertige Lebensbedingungen und Entfaltungschancen. Soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit sind unverzichtbare sozialstaatliche Fundamente. Sie dürfen nicht abhängig werden von politischer Meinung oder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Wirtschaftlich besonders starke Unternehmen oder sehr vermögende Personen müssen in einem solidarischen System stärker an den Kosten des Sozialsystems beteiligt werden, damit die Folgen der Corona-Krise nicht bei den Ärmsten der Gesellschaft abgeladen werden.

Das Soziale Netz Bayern steht für soziale Gerechtigkeit, den Schutz der Schwachen und grenzüberschreitende Solidarität in Corona-Zeiten. Mehr denn je müssen wir heute das Sozialen hochhalten, damit alle möglichst gut durch diese belastende Zeit kommen.


Zum Sozialen Netz Bayern gehören 16 Organisationen, die sich gemeinsam für gute soziale Rahmenbedingungen einsetzen: AWO Bayern, Bayerischer Jugendring, Bayerisches Rotes Kreuz, DGB Bayern, Landes-Caritasverband Bayern, Diakonie Bayern, Afa in der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, Deutscher Familienverband e.V., Sozialverband VdK Bayern e.V., KAB Bayern, Familienbund der Katholiken, Katholische Betriebsseelsorge, Lebenshilfe Bayern, LAG Selbsthilfe Bayern e.V., Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Der Paritätische in Bayern.

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Themen Soziale Teilhabe und Armut Mon, 16 Nov 2020 14:12:30 +0100
Tag für Toleranz https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=13&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22996&cHash=7356e34576e505ac981af6407a205ca6

]]> Illustration: stournsaeh Adobe Stock.com]]> Chioma, Du hast schon Erfahrungen mit Rassismus gemacht. Warum?

Das liegt an meiner Hautfarbe. Früher haben wir in einem Dorf gewohnt. Da habe ich die ersten Erfahrungen mit Rassismus gemacht. Weil ich wirklich die einzige Dunkelhäutige im ganzen Dorf war. Da war von Anfang an klar: Ich bin diejenige, die anders ist. Wegen der Hautfarbe.

Was ist Dir in dem Dorf passiert? Kannst Du eine Situation beschreiben?

In meiner Grundschulklasse zum Beispiel. Wir hatten Sportunterricht. Und in der Umkleide haben sie zu mir gesagt: Du bist als Scheiße geboren. Deine Hautfarbe ist ekelhaft.

Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten: Ich habe geweint und habe meine Klasse damit konfrontiert. Ich habe gefragt, was eigentlich das Problem ist. Und was ich getan habe, dass ich so behandelt werde. Da haben sie gesagt, ich hätte ihnen vom ersten Tag an gezeigt, wie ich sei. Wie das jetzt gemeint sei, habe ich gefragt. Da haben sie gesagt: Ja, schau dich doch mal an. Und dann schau uns an. Dann siehst du ja den Unterschied.

Kannst Du beschreiben, wie Du Dich dabei gefühlt hast?

Damals wusste ich nicht, was Rassismus ist und was mir passiert. Ich dachte, die anderen mobben mich, weil sie mich nicht mögen. Ich habe es selber nicht verstanden. Aber ich habe mich einfach ausgeschlossen und verletzt gefühlt. Wie kann man jemanden fertigmachen oder ausschließen einfach wegen der Hautfarbe?

Du hast bestimmt viel darüber nachgedacht, warum die anderen das machen. Hast Du eine Idee?

Ich denke, weil sie es einfach nicht anders kannten. Jetzt im Nachhinein denke ich manchmal, dass es nicht allein ihre Schuld war. Sie waren Kinder und hatten noch nie jemanden mit einer dunklen Hautfarbe gesehen. Sie wussten es einfach nicht besser.

Hast Du Hilfe bekommen oder konntest Du Dir Hilfe holen?

Nein.

Du warst ganz allein mit der Situation?

Ja, und die Lehrer haben es ignoriert und damit indirekt unterstützt. Das war total krass. Als Bezugspersonen haben sie total versagt: Wenn ein Erwachsener sieht, dass jemand Hilfe braucht und von den anderen Kindern anders behandelt wird – wieso schaltet er sich da nicht ein? Warum ignoriert man das? Ich meine, jeder hat doch gesehen, dass ich anders behandelt werde. Und das waren Lehrer, Erwachsene. Die wussten doch, dass das nur wegen der Hautfarbe war.

Also auch die Lehrer haben Dich anders behandelt?

Ich bin bis zur 5. Klasse in diesem Dorf geblieben. Als ich in der 5. Klasse die Schule gewechselt habe, hatte ich einen neuen Lehrer. Den hatte ich angeblich mal provoziert, weil ich die Antwort auf eine Frage nicht wusste. Und dann hat der mich wirklich „Scheiß N*ger“ genannt. Mitten durch den Raum hat er das gerufen. Meine Mutter hat ihn dann auch angezeigt. Dem Lehrer war völlig bewusst, dass er mich demütigt und wie er mich bezeichnet. Und dass er mich vor der ganzen Klasse beleidigt. Aber es war ihm trotzdem egal.

Du hast aber den Lehrer angezeigt. Das heißt, Du hast also irgendwann angefangen, Dich zu wehren?

Gewehrt habe ich mich schon immer: Ich war noch nie ein Mensch, der den Mund gehalten hat. Aber mir war bis dahin einfach nicht bewusst, um was es ging. Wenn jemand dich beleidigt und dir nicht sagt warum, dann weißt du ja auch nicht, wie Du darauf reagieren sollst.

Wie ist die Situation jetzt? Du lebst jetzt nicht mehr in dem Dorf?

Ich wohne seit fünf Jahren nicht mehr in dem Dorf.

Welche Erfahrungen machst Du jetzt? Merkst Du einen Unterschied zwischen dem Dorf und dem Ort, an dem Du jetzt lebst?

Also, das ist ziemlich unterschiedlich: Auf der Schule, auf der ich bis jetzt war, habe ich persönlich keine Erfahrungen mehr mit Rassismus gemacht. Die Schule hatte auch den Slogan „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Aber im Alltag mache ich schon Erfahrungen. Und die sind zum Teil noch krasser, als die Erfahrungen im Dorf. Weil ich älter bin und andere vielleicht denken, sie müssen sich noch krasser äußern. Ich verstehe das Ganze jetzt auch besser. Deshalb nehme ich auch mehr Dinge als rassistisch wahr, die mir früher gar nicht aufgefallen wären.

Was denkst Du: Was muss passieren, damit Menschen, die sich Dir gegenüber rassistisch verhalten, das nicht mehr tun?

Ich denke, viele lernen schon in ihrer Kindheit, dass dunkelhäutige Menschen oder Ausländer einfach anders sind. Deswegen kommt man da mit Worten inzwischen nicht mehr weiter. Ich denke, die Menschen müssen Rassismus einfach mal selber erfahren. Es gibt viele Dinge, die muss man erleben, um sie zu verstehen.

Viele denken, dass Rassismus ein Problem in den USA ist und dass das nichts mit Deutschland zu tun hat. Dabei ist Alltagsrassismus ein riesen Problem: Viele Menschen macht der Rassismus innerlich kaputt. Weil sie nicht wissen, wie sie darauf reagieren sollen. Und sie auch nicht verstehen, was sie überhaupt getan haben.

Was wünschst Du Dir: Wie sollten sich andere Menschen Dir gegenüber verhalten?

Ich bin in Deutschland geboren. Ich bin deutsche Staatsbürgerin. Ich würde mir wünschen, dass ich auch so behandelt werde. Ich werde oft so behandelt, als käme ich aus dem Ausland und würde nicht mal die deutsche Sprache verstehen. Wenn man schon mit Vorurteilen durchs Leben geht, dann soll man wenigstens versuchen, mich als Menschen und nicht als Hautfarbe zu sehen. Viele sehen nur die Farbe meiner Haut. Aber nicht meinen Charakter. Nicht meine Erfahrungen. Nicht mich als Menschen.

Viele Menschen in Deutschland bekommen von diesem alltäglichen Rassismus gar nichts mit. Sie denken: Das hat nichts mit mir zu tun. Das betrifft mich nicht. Und deshalb sagen sie auch nichts dazu. Aber wenn Du Rassismus siehst oder hörst: Dann mach was! Jeder muss verstehen, dass Rassismus auch ihn selbst betreffen kann.


Internationaler Tag der Toleranz

Am 16. November 1995 haben 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO die Erklärung der Prinzipien zur Toleranz unterzeichnet. Deswegen wird seit 25 Jahren der heutige Tag der Toleranz gewidmet.

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Themen Zivilgesellschaft und Demokratie Fri, 13 Nov 2020 15:13:59 +0100
Bildungs- und Teilhabepaket: Leistungen erreichen nur jedes siebte benachteiligte Kind https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=12&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22991&cHash=ba451cb064d0fbaa156583dbdb839319

]]> Die Leistungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche seien in der bestehenden Form nicht geeignet, Kinderarmut zu bekämpfen, Teilhabe zu ermöglichen und Bildungsgerechtigkeit sicherzustellen, kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband. Wie eine aktuelle Expertise der Paritätischen Forschungsstelle belegt, haben sich die mit dem so genannten „Starke-Familien-Gesetz“ 2019 in Kraft getretenen Reformen des Bildungs- und Teilhabepaketes nach den vorliegenden Statistiken nicht positiv auf die Inanspruchnahme der Teilhabeleistungen durch benachteiligte Schüler*innen ausgewirkt, vielmehr sei sogar ein leichter Rückgang der Quoten zu verzeichnen. Der Paritätische bekräftigt seine Forderung nach der Einführung eines Rechtsanspruchs auf Angebote der Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhilfegesetz und die Einführung einer bedarfsgerechten, einkommensabhängigen Kindergrundsicherung.

„Das Bildungs- und Teilhabepaket ist und bleibt Murks und geht weiter komplett an der Lebensrealität Heranwachsender und den Strukturen vor Ort vorbei. Was es jetzt braucht, ist den politischen Mut, sich von dem verkorksten Bildungs- und Teilhabepaket endlich zu verabschieden, und den politischen Willen, Kinderarmut wirklich zu stoppen“, fordert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket wird seit 2011 benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein monatlicher Zuschuss in Höhe von 10 Euro (seit dem 1. August 2019: 15 Euro) für Mitgliedsbeiträge in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit, für Musikunterricht und die Teilhabe an Freizeiten in Aussicht gestellt. Obwohl die Leistungen praktisch nur einem Teil der Jugendlichen zu Gute kommen, wurden Regelsatz-Bestandteile im Gegenzug für alle Kinder und Jugendlichen pauschal gestrichen. Auch knapp zehn Jahre nach Einführung profitieren laut der vorliegenden Studie des Paritätischen nur bis zu 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler unter 15 Jahren im Hartz-IV-Bezug von den sogenannten „soziokulturellen Teilhabeleistungen“, 85 Prozent der Leistungsberechtigten wurden in der Praxis dagegen nicht erreicht. „Es ist geradezu zynisch, dass Kürzungen im Regelsatz damit begründet werden, dass theoretisch der Anspruch auf eine Leistung besteht, die in der Praxis aber kaum ein Kind erreicht“, kritisiert Schneider.

Die Studie, die zum dritten Mal in Folge erscheint, belegt dabei auch in diesem Jahr drastische regionale Unterschiede in der Umsetzung des bundesgesetzlich normierten und kommunal administrierten Rechtsanspruchs. Erstmals berücksichtigt wurden qualitative Erkenntnisse auf Basis einer Abfrage bei den Jobcentern mit besonders hohen bzw. niedrigen Quoten im Bundesländervergleich. Als Grund für hohe Bewilligungsquoten werden primär niedrigschwellige Antragsverfahren genannt, aber auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit sowie Beratung zur Information und Aufklärung der Betroffenen. Schlechte Quoten werden teilweise auf Probleme bei der Datenerfassung zurückgeführt, aber gelegentlich auch auf bestehende kostenfreie Angebote, die sich als geringerer Bedarf an Teilhabeleistungen in den Daten widerspiegeln.

Ein Grundproblem bleibt vielerorts der Mangel an geeigneten Angeboten, weshalb der Paritätische sich für die Einführung eines einklagbaren Rechtsanspruchs einsetzt: „Die bisherigen Teilhabeleistungen sind davon abhängig, dass es vor Ort überhaupt passende Angebote gibt. Nur ein Rechtsanspruch sorgt dafür, dass auch wirklich entsprechende Angebote vorgehalten werden und jedes Kind, unabhängig von seinem Wohnort, bestmöglich in seiner Entwicklung gefördert wird.“

Die Expertise „Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket 2020: Teilhabequoten im Fokus“ steht zum Download bereit unter: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/expertise-empirische-befunde-zum-bildungs-und-teilhabepaket-teilhabequoten-im-fokus-1/

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Presse Fachbereich Frauen / Familie Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung Bildung Familie Kinder und Jugend Thu, 12 Nov 2020 09:05:07 +0100
Hartz IV: Paritätischer appelliert an Bundestag, Regelsätze bedarfsgerecht zu erhöhen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22950&cHash=cb0c7e5bc28a9033db3939d46c6d5569

]]> Anlässlich der heutigen Beratung zur Anpassung der Regelsätze in der Grundsicherung im Deutschen Bundestag appelliert der Paritätische Wohlfahrtsverband an die Abgeordneten, dem vorliegenden Gesetzesentwurf nicht zu folgen und stattdessen endlich eine bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze zu beschließen. Die geplante Anhebung der Regelbedarfe zum 1.1.2021 um 14 Euro für (alleinstehende) Erwachsene und noch deutlich geringere Beträge für Kinder und Jugendliche sei realitätsfern, nicht bedarfsgerecht und viel zu niedrig. Der Verband wirft der Bundesregierung „statistische Trickserei und unverschämtes Kleinrechnen“ vor, Fehler und Schwächen der umstrittenen Methodik zur Regelbedarfsermittlung würden einfach fort- und festgeschrieben. Das Parlament sei nun gefordert, diesen armutspolitischem Totalausfall der Bundesregierung zu korrigieren.

Die derzeit gewährten Leistungen in Hartz IV schützen nicht vor Armut, wie der Paritätische in mehreren Expertisen nachgewiesen hat. Den Betroffenen fehle es insbesondere an Geld für eine ausgewogene, gesunde Ernährung und auch ein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe sei entgegen der verfassungsrechtlichen Vorgaben nicht gewährleistet. “Alle Expert*innen sind sich einig, unter 600 Euro reicht es auf keinen Fall, um über den Monat zu kommen. Hartz IV schützt nicht vor Armut, es manifestiert sie”, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. “Es fehlt nicht an belastbaren Zahlen und Modellen. Was es braucht, ist den politischen Willen, Armut in diesem reichen Land wirklich zu verhindern“, so Schneider.

Nach Berechnungen der Paritätischen Forschungsstelle müsste ein armutsfester Regelsatz 644 Euro (für alleinlebende Erwachsene) betragen. Bei den Berechnungen sind die umstrittenen und auch bereits von anderen kritisierten statistischen Manipulationen im Regelsatz herausgerechnet. Die direkten Mehrkosten zur Umsetzung des Vorschlags werden auf 14,5 Milliarden Euro geschätzt. Die nun vorgesehene Anhebung um 14 Euro für einen erwachsenen Alleinlebenden auf dann 446 Euro sei dagegen bei weitem nicht ausreichend, um das soziokulturelle Existenzminimum zu sichern, wie auch andere Sozialverbände und unter anderem die Fraktionen von DIE LINKE und Bündnis 90/ Die Grünen wiederholt kritisiert haben.

Der Paritätische kritisiert, dass die Bundesregierung bisher keinerlei Bereitschaft erkennen lässt, die finanzielle und soziale Lage von Hartz IV-Beziehenden zu verbessern. Gerade in der aktuellen Krisensituation bedeute der Alltag mit Hartz IV existenzielle Not. Neben einer grundsätzlich endlich bedarfsgerechten Anhebung der Regelsätze seien daher auch sofortige finanzielle Hilfsmaßnahmen erforderlich, fordert der Verband. “Man kann es drehen wie man will, gegen Armut hilft Geld. Doch die Bundesregierung hat für die Ärmsten in diesem Land ganz offensichtlich wenig übrig. Da, wo die Bundesregierung bisher versagt, ist jetzt das Parlament gefragt”, so Schneider.

Gwendolyn Stilling

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Thu, 05 Nov 2020 11:53:10 +0100
Paritätischer kritisiert Erosion der sozialen Sicherungssysteme angesichts wachsender Armut https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=30&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22931&cHash=b839224a25050f18ce8a4b52897101f3

]]> Als “alarmierendes Signal” und “massives sozialpolitisches Problem” wertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes, nach denen die Zahl der Empfänger*innen von Mindestsicherungsleistungen zuletzt sank, während gleichzeitig die Armut in Deutschland gestiegen ist. Der Verband fordert eine deutliche Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV und der Altersgrundsicherung.

“Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Armut erheblich zunimmt, auf der anderen Seite aber immer weniger Menschen in ihrer Not vom Staat unterstützt werden. Die heute veröffentlichten Zahlen zur Mindestsicherung sind keinesfalls Ausdruck eines sozialpolitischen Erfolgs und ganz bestimmt kein Anlass zum Feiern. Während die Armut wächst, geht die Zahl derer, die vom Sozialstaat aufgefangen werden, zurück”, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Was sich in diesen Zahlen manifestiere sei ein massives sozialpolitisches Problem, das gelöst werden müsse. “Was es zwingend braucht, um dieser Erosion des letzten sozialen Sicherungsnetzes Einhalt zu gebieten, ist eine deutliche Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV und in der Altersgrundsicherung”, so Schneider. Nach Berechnungen der Paritätischen Forschungsstelle müsste ein armutsfester Regelsatz 644 Euro (für alleinlebende Erwachsene) betragen. Die direkten Mehrkosten zur Umsetzung des Vorschlags werden auf 14,5 Milliarden Euro geschätzt.

Zum Hintergrund: Knapp 6,9 Millionen Menschen in Deutschland haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zum Jahresende 2019 Leistungen der sozialen Mindestsicherung erhalten, 4,7 Prozent weniger als Ende 2018. Die Armutsquote ist dagegen von 15,5 Prozent (2018) auf 15,9 Prozent (2019) gestiegen.


Gwendolyn Stilling

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Fri, 30 Oct 2020 16:09:40 +0100
Lockdown: Aufrechterhaltung von Hilfe und Unterstützung für Menschen in Not https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=28&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22917&cHash=8579ab6b74c148649dd853a40f4b6cd4

]]> Angesichts eines erneut drohenden Lockdowns mahnt der Paritätische Wohlfahrtsverband, hilfebedürftige Menschen in besonderen Krisensituationen nicht aus den Augen zu verlieren. Auch während eines Lockdowns müsse gewährleistet sein, dass Menschen in Not umfassende Hilfe, Beratung und Schutz erhalten. Der Verband fordert die Politik auf, alles dafür zu tun, dass entsprechende Angebote unter Wahrung des Infektionsschutzes weitgehend offen gehalten werden können und wo nötig Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden. Auch Soforthilfen für Betroffene dürften kein Tabu mehr sein.

Der Paritätische warnt, dass in den vergangenen Monaten zwar vielfach digitale Notlösungen in der sozialen Arbeit geschaffen wurde, diese aber nicht alle Menschen erreichen und in vielen Fällen den persönlichen, “analogen” Kontakt auch nicht ersetzen können. “Viele Angebote, beispielsweise in der Gesundheitsselbsthilfe, der Schwangerschaftskonfliktberatung oder der Suchtberatung, sind inzwischen digital erreichbar und nach den letzten Monaten auch erprobt. Was für den Friseur gelten mag, ist bei der sozialen Arbeit umso offensichtlicher: Persönliche Gespräche und Präsenzkontakte sind nie vollständig durch digitale Angebote zu ersetzen. Nicht jede*r Betroffene hat den nötigen digitalen Zugang, nicht jede persönliche Krise lässt sich virtuell lösen”, warnt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Gerade in Krisenzeiten seien einsame, kranke und psychisch belastete Menschen auf ergänzende Hilfesysteme und persönliche Kontakte angewiesen.

In vielen Fällen gehe es zudem um praktische Unterstützung und Leistungen, die nicht virtuell zu ersetzen sind, mahnt der Verband und verweist exemplarisch auf Notunterkünfte für Obdachlose, Essensausgaben der Tafeln, Rehakurse für chronisch Kranke oder auch psychiatrische Tageskliniken oder Tagespflegeeinrichtungen, die alle im Rahmen des ersten Lockdowns im Frühjahr von Schließungen bzw. massiven Einschränkungen betroffen waren. Die Folgen für die Betroffenen waren dramatisch. “Es muss sichergestellt sein, dass jeder Mensch, der Hilfe braucht, diese auch während der Corona-Pandemie erhält. Keinesfalls dürfen wir in Kauf nehmen, dass Menschen in existenzieller Not, Pflegebedürftige oder Menschen mit chronischen Erkrankungen während eines erneuten Lockdowns auf der Strecke bleiben”, so Schneider.

Der Verband appelliert an die Politik, alles dafür zu tun, dass entsprechende Hilfsangebote unter Wahrung des Infektionsschutzes weitgehend offen gehalten werden können, sei es durch Zugang zu Schnelltests und Schutzausstattung, Förderung des Ausbaus krisentauglicher, auch digitaler Angebote, finanzieller Absicherung über das Jahresende hinaus und wo nötig der Schaffung von Ausweichmöglichkeiten im Falle von temporär angeordneten Schließungen (Beispiel: Obdachlosenunterkünfte). Darüber hinaus dürften auch Soforthilfen für Betroffene kein Tabu mehr sein. “Arme Menschen müssen durch finanzielle Hilfe in die Lage versetzt werden, existenzielle Grundbedürfnisse auch während dieser Krise zu decken”, so Schneider.


Gwendolyn Stilling

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Presse Corona Wed, 28 Oct 2020 14:39:31 +0100
Vollständige Aufarbeitung ist das Ziel https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=27&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22901&cHash=fd0f1120a7a460b8efe66efe460a0eb9

]]> In einem ehemaligen Kinderheim in Feldafing in damaliger Trägerschaft des Paritätischen in Bayern soll es in den 1960er-Jahren zu schwerer sexualisierter Gewalt und Misshandlungen an Kindern gekommen sein. Darüber informierte eine private Recherchegruppe den Vorstand des Paritätischen in Bayern Ende September 2020. Die vorliegenden Berichte ehemaliger Heimbewohner*innen stuft der Wohlfahrtsverband als glaubhaft und sehr ernstzunehmend ein.

„Wir sind zutiefst entsetzt über die Berichte der Betroffenen. Dass Kinder in einer ehemaligen Einrichtung unseres Verbandes unvorstellbare Gewalt und Leid erlitten haben, berührt uns tief“, sagt Margit Berndl, Vorstand Verbands- und Sozialpolitik des Paritätischen in Bayern.

Der Paritätische in Bayern unternimmt alles, um vollständig aufzuklären, was Kinder  damals im Kinderheim in Feldafing erleiden mussten. Der Verband hat unverzüglich folgende Maßnahmen auf den Weg gebracht:

  1. Der Verband richtet einen Beirat mit Expert*innen sowie Vertreter*innen des Verbands ein. Betroffene erhalten die Möglichkeit, im Beirat den Aufarbeitungsprozess mitzugestalten.
  2. Der Beirat beauftragt ein unabhängiges externes Aufarbeitungsteam, das die Strukturen und Verantwortlichkeiten umfassend aufklären soll. Außerdem soll es Empfehlungen abgeben, welche Hilfen und Unterstützung Betroffene erhalten können.
  3. Der Verband hat Kontakt mit dem Bayerischen Landesjugendamt aufgenommen. Betroffene können sich bei der Bayerischen Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder beraten lassen und sich über den Aufarbeitungsprozess informieren. Die Anlaufstelle ist unabhängig vom Paritätischen in Bayern.

Im Zuge der Recherchen hat der Paritätische in Bayern erfahren, dass es bereits vor circa zehn Jahren einen Kontakt zwischen einem Betroffenen und einem ehemaligen Vorstandsmitglied des Paritätischen in Bayern gab, der leider nicht weiterverfolgt wurde.

„Als ehemaliger Träger des Kinderheims übernehmen wir heute als Verband die Verantwortung für eine umfassende Aufklärung und Aufarbeitung. Sexualisierte Gewalt und Misshandlungen dürfen Kindern nicht angetan werden“, erklärt Margit Berndl.

Hinweise

Auf Wunsch der Betroffenen und der Recherchegruppe haben wir uns verpflichtet, ihre Anonymität zu wahren und keine Details aus den Berichten zu nennen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aus diesem Grund keinen Kontakt vermitteln.

Bitte beachten Sie als Medienvertreter*innen, dass Sie dafür verantwortlich sind, Persönlichkeitsrechte bei der Wort- und Bildberichterstattung zu wahren. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass in dem Gebäude des ehemaligen Kinderheims heute eine Familie ihr privates Zuhause hat.

Über den Stand der Aufarbeitung informieren wir aktuell auf unserer Webseite: www.aufarbeitung-paritaet-bayern.de

Für Interviews oder Statements steht Ihnen Margit Berndl gerne zur Verfügung – telefonisch, per Zoom oder persönlich. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit der Pressestelle auf.

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Presse Aufarbeitung Aus dem Landesverband Tue, 27 Oct 2020 10:45:00 +0100
Welttag der seelischen Gesundheit: Es kann jeden Menschen treffen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=09&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22835&cHash=5f30442e97ca8a68cb87a8e155149f8a

]]> Sehr strapaziert, wenig belastbar und ein wenig dünnhäutig. Nein, damit sind nicht psychisch kranke Menschen gemeint. Sondern unsere Gesellschaft. Der fehle es nämlich an Toleranz, sagt Mirko Bialas, Geschäftsführer des Vereins Münchner Psychiatrie-Erfahrene. „Normabweichungen werden einfach nicht ausgehalten.“

Jeder dritte bis vierte Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Dennoch ist das Wissen darüber gering. Psychische Krankheiten sind immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft und mit Stigmatisierung verbunden.

Dieses Stigma ist oft unsichtbar – aber es ist da. Es ist da, wenn man keine gleichberechtigten Lebenschancen hat. Wenn man am Kuchen, den die Gesellschaft verteilt, nicht beteiligt wird. Wenn man sich nicht frei und selbstbestimmt verwirklichen kann. Viele psychisch kranke Menschen outen sich nicht, um ihre Lebenschancen nicht zu verlieren“, so beschreibt es Mirko Bialas.

Eine psychische Erkrankung kann jeden Menschen treffen

„Unsere Gesellschaft muss begreifen, dass es vom Zufall abhängt, ob man psychisch erkrankt oder nicht. Das ist etwas, das jeden treffen kann“, mahnt Bialas.

„Deshalb freuen wir uns über die ‚Offensive Psychische Gesundheit‘ der Bundesregierung,“ ergänzt Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen in Bayern. Diese hat mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen zum Ziel. „Enttabuisierung ist wichtige Prävention, weil es die Scheu senkt, sich rechtzeitig Hilfe zu holen“, so Margit Berndl weiter.

Zunahme psychischer Belastung durch Corona

Psychische Erkrankungen sind derzeit häufiger Thema in der Öffentlichkeit. Denn die Corona-Krise führt bei vielen Menschen zu Ängsten und psychischen Belastungen. Besonders leiden Menschen mit psychischen Beeinträchtigung unter der Verunsicherung und zunehmender Einsamkeit. Die Folgen werden sich erst noch zeigen.

„Menschen, die psychisch belastet sind, brauchen einen einfachen Zugang zu Angeboten, die beraten und unterstützen“, fordert Margit Berndl. Viele Einrichtungen haben in der Zeit des Lockdowns alternative Angebote entwickelt, um weiter mit den Menschen in Kontakt bleiben und sie in der schwierigen Zeit unterstützen zu können.

Der Paritätische in Bayern fordert finanzielle Förderung digitaler Angebote

Vor allem die niedrigschwelligen Angebote müssen finanziell gesichert und ausgebaut werden, um auf die zunehmenden psychischen Belastungen reagieren zu können. – Zum Beispiel braucht es mehr und bessere digitale Angebote. „Diese Bereiche werden in der Digitalisierungsstrategie der Staatsregierung und bei den aufgelegten Förderprogrammen kaum berücksichtigt“, kritisiert Berndl. Schon die normale Finanzierung niedrigschwelliger Dienste ist nicht kostendeckend. „Für die Entwicklung und Einführung sinnvoller und guter digitaler Angebote braucht es eine zusätzliche öffentliche Förderung“, fordert Berndl.

Aktionen am Tag der seelischen Gesundheit

Corona-bedingt wird es in diesem Jahr keine Kundgebung geben. Das Münchner Aktionsbündnis für seelische Gesundheit „ZehnZehn“ hat sich etwas Neues überlegt: Am Samstag, den 10. Oktober werden Mitarbeiter*innen verschiedener Münchner Betriebe Buttons des Bündnisses tragen, um auf den Welttag der Seelischen Gesundheit aufmerksam zu machen. Die Standbetreiber am Viktualienmarkt legen zusätzlich Infokarten aus. Eine Gruppe des Bündnisses steht als Ansprechperson von 11 bis 14 Uhr zur Verfügung.

Weitere Infos finden Sie unter: www.10-okt.de/

Das gesamte Interview mit Mirko Bialas können Sie hier lesen: https://www.paritaet-bayern.de/startseite/themen/detailansicht/news/welttag-seelische-gesundheit-1/

Hintergrund

Der „Welttag der seelischen Gesundheit“ wurde 1992 durch die World Federation for Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Weltweit finden seither jährlich am 10. Oktober Aktionen unterschiedlicher Art statt. Ziel der beteiligten Organisationen und Verbände ist, die Gesellschaft über das oft tabuisierte Phänomen psychischer Erkrankungen zu informieren und für den Umgang mit von psychischen Erkrankungen Betroffenen zu sensibilisieren.

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Presse Fachbereich Psychiatrie Sucht- und Gefährdetenhilfe Gesundheit Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Fri, 09 Oct 2020 10:12:24 +0200
Welttag seelische Gesundheit https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=08&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22821&cHash=2830324357840a7cb86ac885a016f4ba

]]> ]]> Herr Bialas, dank Corona sind psychische Erkrankungen derzeit häufiger Thema in der Öffentlichkeit und den Medien. Ist das eine Chance für die Wahrnehmung psychisch kranker Menschen in unserer Gesellschaft?

Ich denke, das lässt sich noch nicht sagen. Es könnte eine Chance sein. Zu Beginn der Corona-Maßnahmen gab es auch Aufmerksamkeit für psychisch kranke Menschen, die durch den Lockdown zum Beispiel noch stärker in die Isolation geraten sind. Jetzt hat sich das ein bisschen geändert. Was mir in der Diskussion außerdem fehlt, ist Ehrlichkeit. Zum Beispiel beim Thema Homeoffice. Homeoffice ist momentan etwas ganz Positives. Die Schattenseiten und die psychischen Belastungen spielen dagegen in der Diskussion derzeit kaum eine Rolle.

Was mich außerdem besorgt ist, dass Corona-Leugner und -Gegner mit so starken und psychisch kranke Menschen stigmatisierenden Namen wie „Idioten“, „Spinner“ und „Psychos“ betitelt werden …

Durch den Lockdown und die Kontaktbeschränkungen wurde für viele Menschen erlebbar, wie schnell man durch eine Veränderung in der Umwelt in einen persönlichen Ausnahmezustand kommen kann. Und dass die Depression oder die Angststörung eigentlich nur ums Eck sitzt. Glauben Sie, dass unsere Gesellschaft etwas aus dieser Erfahrung lernt?

Einen gewissen Lerneffekt kann ich mir schon vorstellen. Allerdings denke ich nicht, dass es eine grundsätzliche Wandlung in der Gesellschaft geben wird. Klar: Viele haben vielleicht ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, psychisch krank zu sein. Weil viele Menschen, natürlich unter ganz anderen Voraussetzungen, in eine ähnliche Lebenslage bzw. Isolation geworfen wurden, in der wir immer drinstecken.

Ich denke aber, dass die Gesellschaft weiterhin daran interessiert ist, sich von psychisch kranken Menschen abzugrenzen. Dieser Mechanismus ist so stark, dass wir durch Corona nicht wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind oder anerkannt werden.

Warum kann unsere Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen so schlecht umgehen? Warum können wir über eine Depression nicht wie über einen Diabetes sprechen?

Das hängt mit Gewalt zusammen. Weil psychisches Leiden aus Gewalt entsteht. Wir sind Menschen, die Gewalt erfahren haben.

Heißt das, unsere Gesellschaft spricht so ungern über psychische Erkrankungen, weil sie sie selbst verursacht?

Zumindest wird nicht gerne thematisiert, dass psychisches Leiden auch Produkt einer gewaltförmigen Gesellschaft ist. Zum Beispiel beim Thema Arbeitsstress. Das sind oft Gewaltformen, die keiner Person zugerechnet werden können. Das ist strukturelle Gewalt. Da gehen Sie zu tief in die Gesellschaft rein, als dass jemand zugeben will, dass es das wirklich gibt. Auf der anderen Seite werden psychisch kranke Menschen dagegen gerne mit Gewalt assoziiert bzw. dass die Gewalt von ihnen ausginge.

Unsere Gesellschaft grenzt also lieber Menschen aus, als sich mit sich selbst auseinanderzusetzen?

Unsere Gesellschaft spart gerne aus, dass sie Probleme und Schwierigkeiten hat. Probleme werden auf die lange Bank geschoben und anderen Generationen überantwortet. Und vielleicht hat unsere Gesellschaft auch noch nicht erkannt, dass seelische Not und seelisches Leiden grundlegende Elemente des Lebens sind.

Die Verdrängung hat aber auch historische Gründe: Die Medizin hat wahnsinnige Fortschritte gemacht, seit sie angefangen hat, den menschlichen Körper zu erforschen. Die menschliche Seele stand da weniger auf der Agenda.

Psychisch kranke Menschen überlegen sich ganz genau, wem sie von ihrer Erkrankung erzählen. Und in manchen Lebensbereichen klammern sie die Erkrankung völlig aus. Was macht es mit einem Menschen, wenn er einen so wichtigen Aspekt seines Menschseins verstecken muss?

Das ist eine sehr ambivalente Geschichte… Grundsätzlich würde ich immer dazu raten, sich zu outen. Weil man so die Fäden in der Hand behält, was die Stigmatisierung betrifft. Das ist so ein Credo von Minderheiten, die Stigmatisierung herauszufordern: Andere dazu zu zwingen, Stellung zu beziehen, indem man sich selbst als Minderheit präsentiert. Das wird der „herausgeforderte“ Andere in Anwesenheit der Minderheit kaum zuungunsten der Minderheit tun.

Aber in der Praxis ist das sehr schwierig. Weil der Einzelne mit Konsequenzen rechnen muss. Zum Beispiel bei der Arbeit. Da muss man sich ganz genau überlegen, ob man sich eine Blöße geben will.

Ein Stigma ist in der ursprünglichen Bedeutung ein Mal, das jemanden oder etwas kennzeichnet. Wie werden psychisch kranke Menschen von unserer Gesellschaft „gekennzeichnet“?

Dieses Stigma ist oft unsichtbar - aber es ist da. Es ist da, wenn man keine gleichberechtigten Lebenschancen hat. Wenn man am Kuchen, den die Gesellschaft verteilt, nicht beteiligt wird. Wenn man sich nicht frei und selbstbestimmt verwirklichen kann. Viele psychisch kranke Menschen outen sich nicht, um ihre Lebenschancen nicht zu verlieren.

Wie das mit dem Stigma läuft, kann man gut nachvollziehen, wenn man sich die Selbststigmatisierung anschaut. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen gesagt: „Sie müssen in die Psychiatrie!“ Dann fällt dieses Stigma der Gesellschaft auf Sie selbst zurück. All die Dinge, die Sie selbst oder andere über Menschen, die in der Psychiatrie sind, gedacht oder gesagt haben. Diese Selbststigmatisierung ist ein Phänomen, dass jeder Betroffene kennt.

In welchen Lebensbereichen ist die Gefahr, Lebenschancen zu verlieren, besonders groß?

Arbeit ist ganz wichtig. Aber auch im Privaten ist es schwierig. Manche sagen: Da trennt sich die Spreu vom Weizen, zum Beispiel bei den Freunden. Mit dem Outen lässt man sich auf einen Prozess ein, bei dem man nicht weiß, was zum Schluss rauskommt. Weil es immer Zeit braucht, um herauszufinden, wie andere tatsächlich zu einem stehen.

Der dritte Bereich ist der Bereich der Psychiatrie selbst, also der helfende Bereich. Auch da gibt es nach wie vor Stigmatisierungen, Vorbehalte und Vorurteile. Die laufen oft „unter der Hand“, aber manchmal dringen sie auch an die Oberfläche.

Die Psychiatrie haben Sie jetzt schon zweimal erwähnt. Ist das Hilfesystem Teil des Problems?

An einer Stelle bestimmt: Nämlich wenn es darum geht, ob man in die Psychiatrie kommt oder nicht. Denn wenn man in die Psychiatrie kommt, empfindet man das für sich selbst als einen Qualitätsverlust. Das hat sicher mit einer Berichterstattung zu tun, die Forensik mit Psychiatrie gleichsetzt. Aber auch damit, dass es in den Psychiatrien immer noch zu Übergriffen unter Patienten kommt. Dass nicht wirklich in die Psychiatrien hineingeschaut wird, zum Beispiel beim Thema Fixierung. Psychiatrie wird auch deshalb oft mit Gewalt assoziiert.

In Deutschland und Bayern werden Menschen zu schnell mit richterlichem Beschluss in die Psychiatrie eingewiesen, mit Medikamenten versorgt oder rechtliche Betreuer werden eingesetzt. All diese Dinge stigmatisieren. Das Etikett „Ich war in der Psychiatrie“ wird einem regelrecht aufgebrummt.

Was wir brauchen, ist das Gespräch mit den Menschen, einen Dialog und einvernehmliche Lösungen. Eine echte Chance, Hilfe an- und wahrzunehmen. In Finnland zum Beispiel hat sich gezeigt, dass bei so einem offenen Dialog viel mehr Menschen im Berufsleben bleiben können.

Wie das Hilfesystem mit Menschen umgeht, hat also Einfluss darauf, wie sie von der Gesellschaft gesehen werden?

Was im Hilfesystem fehlt, ist Mitsprache. Psychisch kranke Menschen sind eine Bevölkerungsgruppe, die keine Macht hat. Weil sich psychisch kranke Menschen in keinem Disput behaupten können, weil sie immer pathologisiert werden und immer gesagt werden kann: Der reagiert jetzt nur so, weil er psychisch krank ist. Das ist eine Falle, in der man steckt. Und das ist auch ein Grund dafür, dass sich psychisch kranke Menschen so ungern outen.

Also ein echtes Dilemma: Outen oder Nicht-Outen. Was empfehlen Sie Menschen, die zu Ihnen in die Beratung kommen?

Politisch gesehen, wäre es natürlich gut, wenn sich viele Menschen outen! Ungefähr ein Drittel aller Bundesbürger sind irgendwann in ihrem Leben psychisch erkrankt. Letztendlich muss das aber jeder für sich selbst entscheiden.

In einem Buch über Selbstmord und Selbstmordvorsorge habe ich mal gelesen: Ein suizidgefährdeter Mensch kann kein glückliches, aber ein befriedigendes Leben führen. Ein befriedigendes Leben – wohl niemand von uns möchte von der Gesellschaft „zugewiesen“ bekommen, welches Leben er führen darf. Ich rate deshalb immer, sich nur soweit zu outen, dass einem ein glückliches Leben nicht abgesprochen werden kann. Das Outen kann ein unwahrscheinliches Risiko darstellen.

Was muss passieren, damit sich psychisch kranke Menschen outen können, ohne ihre Existenz oder ihre persönlichen Beziehungen zu gefährden?

Von den Medien wünsche ich mir eine differenziertere Berichterstattung: Dass unterschieden wird und dass von uns grundsätzlich nicht viel Gewalt ausgeht.

Unsere Gesellschaft muss begreifen, dass es vom Zufall abhängt, ob man psychisch erkrankt oder nicht. Dass es keine Sache ist, die vordeterminiert ist. Sondern etwas, das jeden treffen kann. Aber das würde bedeuten, dass sich Menschen mit ihren eigenen Ängsten auseinandersetzen müssen - und das ist immer schwierig …

Ich wünsche mir, dass genauer auf die Psychiatrien geschaut wird. Psychiater haben Macht über uns. Was da fehlt, ist gesellschaftliche Kontrolle und ein gesellschaftlicher Diskurs. Wenn psychisch kranke Menschen nicht mehr in der „Schmuddelecke“ stehen, weil sich die Gesellschaft auch um die Bedingungen im Hilfesystem kümmert, dann könnten sich auch bestimmte Wahrnehmungen in der Öffentlichkeit ändern.

Zu mir hat mal jemand gesagt, er wünscht sich, dass es einen Erste-Hilfe-Kurs für psychische Erkrankungen gibt. Halten Sie es für sinnvoll, Kinder und Jugendliche in der Schule darauf vorzubereiten, dass sie selbst oder Angehörige von einer psychischen Erkrankung betroffen sein können?

Es gibt Konzepte, in die Schulen zu gehen. Zum Beispiel von BASTA, einem Bündnis für psychisch erkrankte Menschen. Und vor einem Jahr ist der Film „Grau ist keine Farbe“ – eine Doku über Jugendliche mit Depression - erschienen. Jugendliche haben daraufhin eine Petition initiiert, dass psychische Erkrankungen gerade in der Pubertät kein Tabu-Thema sein sollten. Viele Jugendliche ergreifen selbst die Initiative und machen psychische Erkrankungen an ihren Schulen zum Thema.

Ich persönlich finde es allerdings nicht so gut, wenn man Kinder mit Problemen überfrachtet, die eigentlich die Gesellschaft lösen muss. Anderseits kann man über Bildung einiges verändern. Und vielleicht ist es der einzig wirkliche Ansatz, den wir haben.

Wo es aber an Aufklärung fehlt, ist zum Beispiel bei der Polizei. Das macht BASTA auch: In die Polizeischulen gehen und dort über psychische Erkrankungen informieren und sensibilisieren.

Polizei, Einweisung in die Psychiatrie … Knackpunkte sind also dort, wo es zu krisenhaften Situationen mit psychisch kranken Menschen kommen kann?

Neuralgische Punkte sind für uns die Polizei, das Wohnen – wenn man in einen psychotischen Schub hineingerät, dann kriegen die Nachbarn das einfach mit – die Arbeit und der Gesundheitsbereich. Wenn man dort mehr aufklären und sensibilisieren würde für unsere Probleme und die Zufälligkeit des Ganzen - das würde schon helfen. Da könnten relativ schnell konkrete Probleme aus dem Weg geräumt werden.

Über das Wohnen haben wir noch nicht gesprochen … Wo kann ich mir Hilfe holen, wenn ich Probleme mit der Nachbarschaft habe?

In München kann man sich an den Behindertenbeauftragten der Stadt wenden: Dort gibt es eine Fachstelle für Beratung und Antidiskriminierung. Das Problem ist aber, dass man sich in einem Schub oft keine Hilfe holt. Da kommt dann diese Machtlosigkeit ganz stark zum Tragen: Man ist dem Vermieter, der Hausgemeinschaft oder der Hausverwaltung total ausgeliefert. Man bekommt nicht die Chance, seinen Schub auszuleben - und es hinterher dann auch wieder richtig zu stellen. Da fehlt häufig eine Art „Kulanz“. Dass man eben auch mal in der Unterhose im Treppenhaus rumlaufen kann, ohne das gleich die Hausverwaltung eingeschaltet wird.

Das hat auch was mit der Normalisierung von psychischen Erkrankungen in der Öffentlichkeit zu tun. Dass die sogenannten „Spinner“ in unserer Gesellschaft eben auch einfach dazu gehören dürfen. Da fehlt Toleranz. Unsere Gesellschaft ist sehr strapaziert, wenig belastbar und etwas dünnhäutig: Normabweichungen werden einfach nicht ausgehalten.

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Themen Gesundheit Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Thu, 08 Oct 2020 07:22:00 +0200
Dienst-Tag für Menschen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=07&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22828&cHash=b10915646370fc48e4bbd9c26f17841e

]]> ]]> Während der ersten Welle der Corona-Pandemie haben Menschen in "helfenden" Berufen (Pflege, Gesundheitswesen, Behindertenhilfe) viel Beifall und Wertschätzung erfahren.

Die Aktion Dienst-Tag für Menschen möchte erreichen, dass es nicht beim Applaus bleibt. Sie setzt sich dafür ein, dass sich diese gesellschaftliche Anerkennung dauerhaft in konkreten Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Menschen in diesen Berufen ausdrückt. Der Paritätische in Unterfranken ist Kooperationspartner dieser Aktion.

Durch eine wöchentlich immer am Dienstag stattfindenden Demonstration in Würzburg soll auf dieses Anliegen aufmerksam gemacht werden.

Ab 15. September 2020 werden jeden Dienstag um 17:00 Uhr Mitarbeiter*innen aus den teilnehmenden Einrichtungen und Organisationen an einem zentralen Platz in der Stadt in einer stillen und stationären Kundgebung für circa 30 Minuten zusammenkommen.

Dienst-Tag für Menschen setzt sich für folgende Forderungen ein:

1. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen, nicht die Ökonomie!

  • Keine Dividende durch Gesundheitsleistungen
  • Mehr Wert auf gute Ausbildung und Fortbildung legen können
  • Personal fachlich und menschlich stärken

2. Weniger Bürokratie - wir brauchen mehr Zeit für Menschen!

  • Bürokratie wieder abbauen
  • Dokumentationspflichten verringern
  • Digitalisierung zügig voranbringen

3. Bessere Arbeitsbedingungen schaffen = spürbare Wertschätzung!

  • Adäquate tarifliche Bezahlung für alle, bessere Personalschlüssel
  • 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, höhere Zuschläge
  • Sabbatjahr, Altersteilzeit, Lebensarbeitszeitkonto

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage.

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Termine Region Unterfranken Der Paritätische Wed, 07 Oct 2020 15:22:30 +0200
Hartz IV: Paritätischer fordert Übernahme der Stromkosten für Grundsicherungsbeziehende https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=07&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22823&cHash=4c77a40959210b28b26ffe2bd59b1213

]]> Die aktuellen Zahlen zu im Jahr 2019 durchgeführten Stromsperren nimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband zum Anlass, seine Forderung nach einer Totalreform von Hartz IV zu unterstreichen: Strom dürfe künftig nicht mehr im Regelsatz pauschaliert erfasst werden, sondern müsse wie Miete und Heizkosten übernommen werden, fordert der Verband. Darüber hinaus sollen nach Vorstellungen des Verbandes größere Anschaffungen (z.B. Kühlschrank, Waschmaschine) als einmalige Leistungen zusätzlich finanziert werden und der Regelsatz selbst deutlich angehoben werden, um wirklich alle Bedarfe des täglichen Lebens zu decken.

Eine Stromabschaltung bedeute für viele Menschen, keine Möglichkeit zur Warmwasserbereitung, zum Kochen oder sogar zum Heizen zu haben. Gerade bei kleinen Kindern, alten, kranken oder behinderten Menschen sei diese Praxis überhaupt nicht hinnehmbar, kritisiert der Paritätische. Auch wenn die meisten Energieversorger derzeit während der Corona-Pandemie vorübergehend auf das Verhängen neuer Stromsperren verzichten, fehle noch immer eine dauerhafte Lösung für das Problem. „Stromsperren sind in unserer modernen Gesellschaft barbarisch. Energie gehört wie ein Dach über dem Kopf zum Existenzminimum“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Stromkosten lassen sich nicht pauschalieren und haben daher nichts im Regelsatz zu suchen. Klar und konsequent wäre es, wenn auch die Stromkosten genau wie die Heizkosten in tatsächlicher Höhe übernommen würden.“

Notwendig ist darüber hinaus aus Sicht des Verbandes eine deutliche Anhebung der Regelsätze. Nach Berechnungen der Paritätischen Forschungsstelle müsste ein armutsfester Regelsatz 644 Euro (für alleinlebende Erwachsene) betragen. Bei den Berechnungen sind die umstrittenen und auch bereits von anderen kritisierten statistischen Manipulationen im Regelsatz herausgerechnet. Die direkten Mehrkosten zur Umsetzung des Vorschlags werden auf 14,5 Milliarden Euro geschätzt.

Der Paritätische begrüßt vor diesem Hintergrund die Vorstöße aus der Opposition im Bundestag zur Anhebung der Regelsätze auf über 600 Euro. „Alle Expert*innen sind sich einig, unter 600 Euro reicht es auf keinen Fall. Die Bundesregierung muss endlich ihre umstrittenen Methoden der Regelbedarfsermittlung korrigieren und zu einem Verfahren finden, das sich an der Lebensrealität orientiert. Es fehlt nicht an belastbaren Zahlen und Modellen. Was es braucht, ist den politischen Willen, Armut in diesem reichen Land wirklich zu verhindern“, so Schneider.

Die Expertise „Regelbedarfe 2021. Alternative Berechnungen zur Ermittlung der Regelbedarfe in der Grundsicherung“ kann hier heruntergeladen werden: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/regelbedarfe-2021-alternative-berechnungen-zur-ermittlung-der-regelbedarfe-in-der-grundsicherung/

Zur unzureichenden Höhe der Regelsätze siehe u.a. auch die Studie „Arm, abgehängt, ausgegrenzt. Eine Untersuchung zu Mangellagen eines Lebens mit Hartz IV“: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/expertise-arm-abgehaengt-ausgegrenzt-eine-untersuchung-zu-mangellagen-eines-lebens-mit-hartz-iv/

Gwendolyn Stilling

Pressesprecherin
Leiterin
Presse, Redaktion, Kampagnen

Der Paritätische Gesamtverband
Oranienburger Str. 13-14
10178 Berlin
Telefon: 030 24636-305
Telefax: 030 24636-110
Mail: pr@paritaet.org

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Wed, 07 Oct 2020 12:41:02 +0200
Raus aus der Schublade https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=06&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22816&cHash=caae6ce86bb767b6b74177c37d536d43

]]> Symbolbild: DreiDreiEins Foto Adobe Stock.]]> Fabian, schon Dein Start ins Leben war nicht ganz leicht …

Als ich geboren wurde, war ich schwer krank: Bis zu meinem vierten Lebensjahr war ich mehr im Krankenhaus als zu Hause. Ich habe eine chronische Herz-Lungen-Erkrankung und Probleme mit dem Bewegungsapparat, mit den Gelenken.

Später kam noch eine Depression dazu.

Ich bin in Therapie, seitdem ich 18 Jahre bin. Meine Depression hat wahrscheinlich aber schon viel früher begonnen. Als Kind - da ist man manchmal so und manchmal so. Da kann man nicht immer eine Diagnose stellen. Ich denke aber, dass mich meine körperliche Erkrankung auch schon als Kind seelisch belastet hat.

Du sagst: Wenn man sich als psychisch kranker Mensch anderen gegenüber offenbart, dann ist man schnell unten durch. Hast Du diese Erfahrung gemacht?

Wenn man sagt, dass man eine psychische Erkrankung hat, dann löst das bei anderen Angst aus. Unwissenheit spielt da sicherlich auch eine Rolle. Vielleicht meinen die anderen es gar nicht böse, aber viele können in dem Moment nichts mit der Aussage anfangen. Weil sie es vielleicht noch nicht gehört haben. Oder es vielleicht auch nicht hören wollen.

Warum haben andere Menschen Angst vor Deiner Erkrankung?

Psychisch krank kann ja viel bedeuten. Es kann von Depression über Angststörung bis hin zur Schizophrenie vieles sein. Und das macht, glaube ich, den Leuten Angst. Weil man auch so viel in den Medien hört. Dass jemand andere Menschen attackiert hat und dann kam raus, dass er psychisch krank ist. Die Leute scheren dann schnell alle psychisch kranken Menschen über einen Kamm.

Wenn ich sagen würde: Ich habe eine Depression. Dann weiß der andere: Ok, das ist jetzt für mich nicht gefährlich. Eine Depression ist für andere vielleicht besser einzuschätzen.

Hast Du das erlebt: Dass sich bei anderen die Ängste legen, wenn Sie die Möglichkeit haben, mit Dir über Deine Erkrankung zu sprechen? Wenn andere die Möglichkeit haben, Dich besser kennenzulernen?

Ich rede über meine Krankheit generell nicht mehr. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Leute es nicht verstehen. Dass die Leute es nicht verstehen wollen. Dass es Vorurteile gibt. Und bis ich mich dann immer persönlich erkläre – das wollte ich dann irgendwann auch nicht mehr. Ich habe manchen Leuten davon erzählt. Die Verwandtschaft und die Familie weiß es natürlich. Aber selbst enge Freunde wissen es nicht.

Wie geht es Dir damit, dass Du Deine Depression so verstecken musst?

Ja, manchmal ist es schon schwierig … Wenn man neue Leute kennenlernen möchte und auch das Thema Partnerschaft. Das ist schon schwierig, wenn man immer im Hinterkopf hat: Du bist krank, du kannst nicht so wie die anderen, du muss vielleicht bestimmte Voraussetzungen beim Gegenüber erfüllen.

Ich sage mir immer: Wenn etwas zusammenkommt, dann ist es gut. Aber wenn etwas nicht zusammenkommt, ist es auch nicht schlimm. Dafür habe ich halt ein ganz anderes Leben gelebt, als andere.

Wenn Du neue Menschen kennenlernst: Überlegst Du dann auch immer, ob das jemand sein könnte, dem Du irgendwann von Deiner Depression erzählen könntest?

Das schon. Aber dazu kommt es meistens nicht, weil die Leute heutzutage so viel auf Äußerlichkeiten schauen. Und neue Kontakte so schwer zusammenkommen. Das ist schade. Aber wenn mal neue Kontakte entstehen und man sich besser kennenlernt, dann würde ich schon probieren, es demjenigen zu erzählen.

Du sagst, dass die Unsicherheit gegenüber den Betroffen auch die Angehörigen irgendwann kapitulieren lässt. Wie geht es Deiner Familie?

Meine Eltern waren ja von Anfang an gefordert mit mir: Die schreckt so schnell nichts mehr ab. Aber natürlich belastet sie meine Depression. Andere Verwandte konnten damit nicht so gut umgehen. Das hat mich aber nicht überrascht: Wenn jemand gesund ist und er sonst auch keine Probleme hat – dann kommt so was natürlich überraschend. Ich denke, es kommt immer auf die Persönlichkeit an, wie jemand damit umgeht und ob er zum dem psychisch kranken Menschen hält. Aber so eine Erkrankung kann schon Beziehungen zerstören – und Leben.

Du bist jetzt Anfang 30. Was hast Du auf dem Arbeitsmarkt erlebt?

Da habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen machen. Ich war in Firmen, in denen ich überhaupt kein Mobbing erlebt habe. Ich war aber auch in Firmen, in denen ich gemobbt wurde.

Hast Du Deine Erkrankung in den Firmen öffentlich gemacht?

Größtenteils schon.

Wie waren die Reaktionen darauf?

Eigentlich gab es darauf keine Reaktion. Entweder waren es so große Firmen, für die es normal ist, dass sie auch Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen beschäftigen. Oder es waren Kleinbetriebe. In die Firmen bin ich meist auch mit Unterstützung einer Integrationsfachfirma gekommen. Aber es hat trotzdem nicht hingehauen. Man trägt ja auch selber schlechte Erfahrungen aus früheren Arbeitsplätzen mit in den nächsten …

Das heißt, Du hast auch immer im Kopf, was woanders alles schon nicht funktioniert hat?

Ja.

Wenn Du gemobbt wurdest: Wie hat sich das konkret gezeigt?

Bei einer Stelle war es zum Beispiel so, dass wichtige Meetings ohne mich durchgeführt wurden. Und es wurde zusätzlicher Druck auf mich erzeugt, obwohl ganz klar war, dass ich damit überfordert bin: Mit kleinen Details hat man mir das Leben schwergemacht, mich an meine Grenzen gebracht.

Jetzt arbeitest Du beim Paritätischen. Was ist hier anders?

Ich habe beim Paritätischen 2018 als Praktikant angefangen. Hier haben alle von Anfang an gewusst, dass ich eine Depression habe. Wir haben klare Aufgabenstrukturen gemacht: Es war immer klar, wo und in welchem Umfang ich mitarbeite. Und das klappt bist heute. Das Arbeitsklima ist auch sehr gut.

Was wünschst Du Dir von anderen Menschen?

Man müsste das Schubladen-Denken aus der Welt bekommen: Viele Menschen werden einfach in Schubladen gesteckt, in die sie nicht gehören. Ich wünsche mir, dass andere Menschen sich über psychische Erkrankungen informieren. Man muss das ja nicht gleich studieren, aber sich vielleicht soweit auskennen, dass man die Angst davor verliert. Viele brechen den Kontakt oder die Kommunikation bereits ab, wenn sie nur hören, dass jemand psychisch krank ist. Aber wenn man vielleicht fragt: Was hast Du denn genau? Wenn man sich für den anderen interessiert. Dann kann der andere darauf reagieren oder auch nicht. Dann hat man eine Chance, sich entgegen zu kommen und sich kennenzulernen.

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Themen Gesundheit Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Tue, 06 Oct 2020 09:23:44 +0200
Preis für Inklusion 2020 https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=7590

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Themen Arbeit und Beschäftigung Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Migration und Flucht Tue, 06 Oct 2020 08:09:00 +0200
So „macht“ man Inklusion https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22814&cHash=185d565e7903ecccd5c96d72e0f192dc

]]> Samuel Jerry Ubi sitzt im Rollstuhl. Seit 2008 lebt der gebürtige Nigerianer in Deutschland. Nach einer Schussverletzung musste der ausgebildete Schiffsingenieur in Nigeria viele Operationen über sich ergehen lassen. Er konnte nicht laufen, nicht arbeiten, hatte keinen Rollstuhl. Er haderte mit seinem Schicksal. Bis ihn sein Arzt nach Deutschland schickte. In München wurde er von ComIn betreut, einer Einrichtung von Handicap International. Hier lernte er Deutsch und den ersten Umgang mit dem Internet. Heute arbeitet er als IT-Experte und gibt ehrenamtlich Kurse bei ComIn.

Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung werden mehrfach diskriminiert

Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung sind mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt. „Besonders schwer haben es Asylbewerber*innen mit Behinderung“, erzählt Ricarda Wank, Leiterin von ComIn, „denn die reguläre Kostenübernahme von behinderungsspezifischen Unterstützungsleistungen ist erst mit einer Aufenthaltserlaubnis möglich.“ ComIn hilft mit Rollstühlen, Blindenstöcken, Mobilitätstrainings, Computer- und Deutschkursen, mit Brailleschrift oder Excelkursen.

„Diese Arbeit ist allemal den Inklusionspreis 2020 der Luise-Kiesselbach-Stiftung wert!“, betont Michael Fitz in seiner online-Laudatio. Der Schauspieler und Musiker ist seit 2013 Schirmherr des Preises für Inklusion. „Behinderte und chronisch kranke Menschen müssen die Möglichkeit haben, ganz normal am Arbeitsmarkt teilzuhaben und sich verwirklichen zu können“, so Michael Fitz weiter.

Menschen mit Behinderung haben das gleiche Recht auf Arbeit

Mit Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention erkennen die Vertragsstaaten das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit an: „Dies beinhaltet das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird. (…)“

„Doch die Realität in Deutschland ist eine andere“, weiß Margit Berndl, Vorstand der Luise-Kiesselbach-Stiftung. Die Stiftung wurde 2010 vom Paritätischen in Bayern gegründet. „Nach wie vor ist die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung relativ gering. Auch elf Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention sind wir von einer inklusiven Gesellschaft noch weit entfernt, gerade was die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt angeht. Mit dem Preis für Inklusion 2020 zeichnet die Luise-Kiesselbach-Stiftung deshalb ein Projekt aus, das die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben fördert.“

Ricarda Wank bedankt sich für die Verleihung des Preises: „Es ist eine große Anerkennung für die geleistete Arbeit seit über 17 Jahren für Migrant*innen bei ComIn! Inklusion beginnt in den Köpfen, dort ist sie aber oft noch nicht wirklich angekommen. Oft gibt es nach wie vor zu viele Tabus und Schweigen. Inklusion bedeutet aber auch Partizipation: ‚Nichts über uns ohne uns‘, ein Motto der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung.“

Der Preis für Inklusion wird seit 2013 zum vierten Mal vergeben. ComIn erhält 2.000 Euro Preisgeld.

Die Laudatio von Michael Fitz können Sie auf unserer Facebook-Seite anschauen: https://www.facebook.com/paritaetbayern

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Presse Fachbereich Menschen mit Behinderung Fachbereich Migration Arbeit und Beschäftigung Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Migration und Flucht Mon, 05 Oct 2020 16:14:33 +0200
Willkommen im Clubhaus https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=7588

]]> Zeichnung: Menschen stehen vor einer weit geöffneten Tür. Über der Tür steht: Willkommen im Clubhaus.]]>
Themen Gesundheit Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Mon, 05 Oct 2020 16:12:00 +0200
Eigenanteil Pflege: Paritätischer begrüßt Spahn-Pläne als Schritt in die richtige Richtung https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=05&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22813&cHash=34a23560a568c24f8c026805f1276241

]]> Als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt der Paritätische Wohlfahrtsverband die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Eigenanteile in der stationären Pflege künftig zu deckeln. Durch einen Deckel werde sichergestellt, dass die Finanzierung künftiger Verbesserungen nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen geht. Aus Sicht des Verbandes müsste der Eigenanteil jedoch viel deutlicher begrenzt werden, um Pflegebedürftige wirksam vor Armut zu schützen. Perspektivisch fordert der Paritätische den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer einheitlichen solidarischen Vollkaskoversicherung.

„Der Vorstoß des Gesundheitsministers trifft den wunden Punkt der Pflegeversicherung und weist in die absolut richtige Richtung. Pflegebedürftigkeit darf nicht länger Armutsrisiko sein, die Eigenanteile müssen gedeckelt werden. Es kann nicht sein, dass Menschen fast ihr Leben lang in die Pflegekasse einzahlen und am Ende trotzdem in der Sozialhilfe und in Armut landen”, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Der Paritätische betont jedoch, dass eine Deckelung des Eigenanteils auf 700 Euro nicht reiche, zumal für die Betroffenen ja auch noch zusätzliche Kosten für Unterkunft und Verpflegung anfallen und auch noch Investitionskosten auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden.

Im Durchschnitt fallen insgesamt rund 2000 Euro pro Monat für die Betreuung und Pflege in einem Heim an, die von den Pflegebedürftigen selbst getragen werden müssen. Die Rente reiche meist nicht, um die eigene Pflege zu finanzieren, warnt Schneider. So liege laut Deutscher Rentenversicherung die durchschnittliche Rente für Neurentner*innen bei 918 Euro (West) bzw. 1065 Euro (Ost) und damit deutlich unter den durchschnittlich anfallendem Eigenanteilen für einen Heimplatz. Ein Drittel der Bewohner*innen in Pflegeheimen sei bereits heute auf Sozialhilfe angewiesen. “Es ist offensichtlich, dass die Pflegeversicherung bei der Absicherung der Pflege bisher kläglich versagt. Es braucht eine grundlegende Reform, um die Betroffenen zu entlasten und die Pflegefinanzierung vom Kopf auf die Füße zu stellen”, so Schneider.

Der Paritätische fordert eine andere Haltelinie als Jens Spahn: 15 Prozent der pflegebedingten Kosten insgesamt seien das äußerste, was den Pflegebedürftigen an Eigenanteil zuzumuten sei. Perspektivisch sei die Einführung einer einheitlichen solidarischen Bürgerversicherung für alle anzustreben.

Gwendolyn Stilling

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Fachbereich Menschen mit Behinderung Ältere Menschen Gesundheit Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Pflege Mon, 05 Oct 2020 16:06:57 +0200
Rentenpolitik: Paritätischer fordert Abschaffung der Riester-Rente https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Bday%5D=02&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22806&cHash=712f869740502b0b62be79d79dc1ff12

]]> Scharfe Kritik übt der Paritätische Wohlfahrtsverband an dem Vorhaben der Bundesregierung, das gescheiterte Modell der Riester-Rente durch diverse Einzelmaßnahmen zu reformieren. Notwendig ist nach Ansicht des Verbandes stattdessen ein grundsätzlicher rentenpolitischer Kurswechsel, mit dem die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt und armutsfest gemacht wird.

“Riester ist gefloppt und ein rentenpolitischer Zombie, der auch nicht dadurch reanimiert werden kann, dass man schlechtem Geld noch gutes Steuergeld hinterher wirft”, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, die öffentlich gewordenen Pläne der Union, die Riester-Förderung durch höhere Steuerzuschüsse auszuweiten und damit faktisch unrentable Produkte bzw. Anlagen staatlich zu fördern. “Selbst eine noch so gute Bezuschussung durch Steuergeld ändert nichts daran, dass das Riester-Modell nur einen richtigen Gewinner kennt, und das ist die Versicherungswirtschaft.”

Der Paritätische fordert die Abschaffung der Riester-Rente, das heißt die sofortige Einstellung jeglicher Förderung neuer Vertragsabschlüsse, und einen rentenpolitischen Kurswechsel. Die gesetzliche Rentenversicherung müsse stabilisiert werden u.a. durch den konsequenten Ausbau zu einer Erwerbstätigenversicherung, die endlich alle Erwerbstätigen, also auch Beamt*innen, Politiker*innen und Selbständige, einbezieht. Der Verband fordert zudem eine Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. "Die gesetzliche Rentenversicherung ist das pulsierende Herzstück des deutschen Sozialstaats und ein Erfolgsmodell. Es wird Zeit, dass die Bundesregierung einsieht, dass die Versuche zur Privatisierung des Rentenrisikos allesamt weitgehend gescheitert sind. Statt in die private Versicherungswirtschaft zu investieren, muss die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt und endlich armutsfest gemacht werden”, so Schneider.


Gwendolyn Stilling

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Presse Fachbereich Ältere Menschen Ältere Menschen Arbeit und Beschäftigung Soziale Sicherung Fri, 02 Oct 2020 15:15:35 +0200
Tag der älteren Generation https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=30&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22783&cHash=607dff8d458b2ba705dc1862b5148571

]]> Foto: Rawpixel.com Adobe Stock]]> Seit über 40 Jahren gibt es das Alten- und Service-Zentrum (ASZ) Allach-Untermenzing. Es ist eines von insgesamt 32 Zentren in München. „Wir sind Anlaufstelle für die älteren Menschen in unserem Stadtteil“, sagt Manuela Arnsperger. „Zu uns kommen Menschen ab 60 plus und deren Angehörige, aber auch jüngere Menschen.“

Ziel der Beratung und der Angebote im ASZ ist, dass ältere Menschen solange wie möglich bzw. solange sie es selbst möchten zu Hause und in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Im ASZ entstehen außerdem wichtige Netzwerke, private Kontakte und Freundschaften. „Wie gut diese Netzwerke funktionieren, haben wir gerade in der Corona-Pandemie gesehen: Die älteren Menschen haben sich gegenseitig versorgt und sich umeinander gekümmert“, berichtet Manuela Arnsperger. Viele bringen sich auch selbst ehrenamtlich in das ASZ ein, zum Beispiel, indem sie selbst Gruppenangebote durchführen.

„Wenn die Menschen das erste Mal zu uns kommen, scheint bei manchen das Leben sehr schwierig. Dann machen wir Angebote, zeigen Wege auf – und plötzlich öffnen sich ganz neue Türen“, erzählt Manuela Arnsperger.

„Die Alten- und Service-Zentren sind ein tolles Angebot der Stadt München für ältere Menschen“, sagt Manuela Arnsperger. „Wir hoffen natürlich, dass es sie noch lange gibt! Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig diese Struktur in den Stadteilen und die Arbeit der Zentren ist.“

Das Alten- und Service-Zentrum Allach-Untermenzing hat zahlreiche und vielfältige Angebote. Fünf stellen wir hier vor.

  • Präventive Hausbesuche
    Schon immer berät das ASZ Allach-Untermenzing ältere Menschen und ihre Angehörigen auch zu Hause. Seit 2015 aber verstärkt im Rahmen der Präventiven Hausbesuche. Bei diesen Beratungen besteht noch kein akuter Hilfebedarf. Ziel des Angebots ist, älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, zum Beispiel durch Beratung zum Wohnen und zu Pflegegraden und Informationen zu Hilfe- und Unterstützungsangeboten. Im letzten Jahr hat das ASZ 80 Beratungen durchgeführt.
  • Mobiler Helferkreis
    Seit 2004 gibt es den Mobilen Helferkreis. Hier engagieren sich circa 15 Helfer*innen - jüngere, aber auch ältere Menschen, die bereits selbst in Rente sind – ehrenamtlich. Der Helferkreis besucht ältere Menschen zu Hause zur Unterhaltung, zum Spielen oder Vorlesen, geht mit ihnen spazieren, hilft zu Hause bei leichten Hausarbeiten und unterstützt und begleitet bei kleineren Erledigungen wie dem Besuch beim Arzt oder Friseur.
  • Gruppen und Kurse
    In den zahlreichen und vielfältigen Gruppen und Kursen des ASZ können ältere Menschen gemeinsam mit anderen ihren Hobbys nachgehen oder neue Hobbys entdecken. Angeboten werden zum Beispiel Kreativkurse wie Töpfern, Nähen, Malen, Schreiben, aber auch eine Holzwerkstatt, Sprachkurse, Yoga und Qigong oder Bewegung an der frischen Luft wie Wandern und Radeln.
  • Projekt Jung und Alt
    Ein besonderes Projekt gibt es mit dem Waldkindergarten im Park hinterm Haus, dem Waldwichtel e.V.: Senior*innen und Kindergartenkinder besuchen sich gegenseitig zum Backen, Singen und Spielen oder machen zusammen Projekte, wie zum Beispiel das Anlegen eines Herbariums. Wenn es draußen besonders stürmt finden die Kinder auch schon mal Unterschlupf bei den Senior*innen im ASZ.
  • Beratung zum Thema Alter und Armut
    Viele ältere Menschen haben finanzielle Schwierigkeiten oder Sorgen. Auch hier hilft das ASZ weiter. Es berät zum Beispiel zu Ansprüchen auf Grundsicherung, informiert zu Stiftungsmitteln, hilft bei der Beantragung eines Pflegegrads oder stellt den Kontakt zum Sozialbürgerhaus her. Im ASZ gibt es auch den Sozialen Mittagstisch der Stadt München, ein an drei Wochentagen angebotenes kostenfreies Mittagessen für Menschen mit geringem Einkommen.
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Themen Ältere Menschen Familie Wed, 30 Sep 2020 12:21:25 +0200
Asyl- und Migrationspakt der EU: Paritätischer warnt vor europäischem Abschottungspakt https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=23&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22758&cHash=338291dd3b37c3d0d1019932911f09ad

]]> Angesichts des für heute angekündigten Asyl- und Migrationspaktes der EU-Kommission warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband vor einer weiteren Verschärfung der europäischen Abschottungspolitik auf dem Rücken von Schutzsuchenden.

Mit Blick auf die von der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson bereits am Wochenende angekündigten Pläne für neue Flüchtlingslager kommentiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes: “Wir brauchen keine neuen Lager, sondern eine Asylpolitik, die die Rechte der Schutzsuchenden achtet. Es ist erschütternd, dass die europäische Asylpolitik zunehmend auf Abschottung und Abschreckung schutzsuchender Menschen setzt.”

Nach Auffassung des Paritätischen Gesamtverbandes hat der Brand in dem griechischen Flüchtlingslager Moria noch einmal deutlich gemacht, dass große Lager an den EU-Außengrenzen nicht geeignet sind, Geflüchtete menschenwürdig unterzubringen.

Der Paritätische kritisiert scharf, dass Asylanträge bereits an der EU-Grenze geprüft werden sollen, um Menschen schneller abschieben zu können. Eine faire und rechtsstaatliche Einzelfallprüfung sei so nicht möglich. Es sei zu befürchten, dass die Pläne der EU-Kommission faktisch auf eine  Inhaftierung aller nach Europa einreisenden schutzsuchenden Menschen - einschließlich Familien und Kinder - hinauslaufen.

Statt noch mehr Abschottung fordert der Paritätische Gesamtverband legale Zugangswege für geflüchtete Menschen nach Europa und eine europäische Seenotrettung, die das Sterben auf dem Mittelmeer endlich beendet. Der Paritätische fordert eine Asyl- und Migrationspolitik, die die Menschenrechte der Schutzsuchenden achtet. Konkret müsse die sogenannten Dublin-III-Verordnung so reformiert werden, dass Verantwortung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten fair verteilt wird und die Rechte und Interessen der Schutzsuchenden gewahrt werden, damit eine bessere Integration im Aufnahmestaat gelingen kann.

Gwendolyn Stilling

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Presse Fachbereich Migration Migration und Flucht Wed, 23 Sep 2020 10:04:54 +0200
Kommune Inklusiv https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=21&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22742&cHash=8d147bd0a13f2dcfadb67d4de4f0fd71

]]> Foto: Aktion Mensch]]> Insgesamt fünf Kommunen in ganz Deutschland wurden für das Projekt ausgewählt. Eine davon ist Erlangen. Inklusion ist in Erlangen schon länger ein wichtiges Thema. Bereits in den achtziger Jahren hat sich eine starke Bewegung von Menschen mit Behinderung vor Ort etabliert. Zu dieser Bewegung gehört auch das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsL), das seit 2018 Projektträger von Kommune Inklusiv in Erlangen ist. Zielgruppen des Projekts in Erlangen sind Menschen mit Hörbehinderungen und ältere, vor allem vereinsamte Menschen.

„Wir haben in Erlangen circa 80 über ihren Schwerbehindertenausweis erfasste gehörlose Menschen. Aber das Thema betrifft natürlich viel mehr Menschen!“, sagt Ina Fischer, Koordinatorin des Projekts beim ZsL. „Wir haben die schwerhörigen Menschen, Menschen, die eine Hörprothese tragen – und eine große Schnittmenge mit der Zielgruppe der älteren Menschen. Hier gibt es viele Menschen, die sich selbst wahrscheinlich nie als hörbehindert bezeichnen würden, die aber im Alltag faktisch auf Probleme treffen, weil sie schlecht hören.“

Herauszufinden, was die betroffenen Menschen in ihrem Alltag wirklich brauchen, war im Projekt deshalb der erste Schritt. „Und hier beginnt bereits Inklusion“, betont Ina Fischer. „Neben den Fachleuten haben wir uns Menschen mit Hörbehinderung in die Arbeitsgruppe geholt. Und in unserem Netzwerk sind der Gehörlosen-Verein und die Schwerhörigen-Selbsthilfe an dem Projekt beteiligt.“

Aus dieser Analyse sind verschiedenen Projekte entstanden:

  • App „Be my ears“: Die gemeinnützige Organisation Birne7 – Innovation für Inklusion entwickelt eine App, die gesprochenes Wort in Text und Gebärdensprache umwandelt. Die App befindet sich momentan noch in der Testphase und schafft derzeit circa 94 Prozent gesprochenes Wort in Text umzuwandeln.
  • Gehörlosenambulanz: An der Uni-Klinik erlangen soll eine Gehörlosenambulanz eingerichtet werden. Gehörlosenambulanzen gibt es zum Beispiel bereits in Österreich. Hier kann entweder das Personal in Gebärdensprache kommunizieren oder zu bestimmten Zeiten stehen Gebärdensprachdolmetscher*innen zur Verfügung.
  • Gebärdensprachdolmetscher*innen: Zu allen städtischen Veranstaltungen können Gebärdensprachdolmetscher*innen gebucht werden.
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit: Ein erster Schritt zu Inklusion ist das Wissen über eine Behinderung. Ein wichtiger Baustein des Projekts ist deshalb, Wissen über Hörbehinderungen zu vermitteln und in der Öffentlichkeit ein Verständnis für Menschen mit Hörbehinderung aufzubauen.

Mehr Informationen zu Kommune Inklusiv Erlangen gibt es auf den untenstehenden Webseiten.

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Themen Ältere Menschen Inklusion Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Mon, 21 Sep 2020 09:49:33 +0200
Armut abschaffen: Paritätischer berechnet armutsfesten Hartz IV Regelsatz https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=19&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22741&cHash=b581149f38bced08a5297b932b524b91

]]> Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat einen armutsfesten Regelsatz errechnet: Bei einer Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze von derzeit 432 Euro auf 644 Euro (für alleinlebende Erwachsene) wäre nicht nur den Betroffenen in ihrer Not wirksam geholfen, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht Einkommensarmut in Deutschland faktisch abgeschafft. Die Paritätische Forschungsstelle rechnet in einer aktuellen Expertise die umstrittenen und auch bereits von anderen Sozialverbänden und den Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/ Die Grünen kritisierten statistischen Manipulationen im Regelsatz heraus und schlägt eine neue Struktur des Regelbedarfes in der Grundsicherung vor. Die direkten Mehrkosten zur Umsetzung des Vorschlags werden auf 14,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die von der Bundesregierung derzeit geplante Erhöhung des Regelsatzes zum Jahreswechsel um lediglich 14 Euro sei viel zu niedrig, um auch nur annähernd bedarfsgerecht zu sein, kritisiert der Verband. „Die bisherigen Pläne der Bundesregierung zur Anpassung der Regelsätze haben nichts mit Armutsbekämpfung zu tun und auch nichts mit redlicher Statistik“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Würde auf statistische Tricksereien und Manipulationen verzichtet, käme auch die Bundesregierung zu deutlich höheren Ergebnissen, wie die vorliegende Studie belegt. „Die Bundesregierung muss endlich ihre umstrittenen Methoden der Regelbedarfsermittlung korrigieren und zu einem Verfahren finden, das sich an der Lebensrealität orientiert.“

Der Paritätische weist darauf hin, dass mit einem Regelsatz in Höhe von 644 Euro auch aus wissenschaftlicher Sicht die Einkommensarmut faktisch abgeschafft werde. „Die Armutsquote wäre praktisch null“, so Ulrich Schneider. „Es fehlt nicht an belastbaren Zahlen und Modellen. Was es braucht, ist den politischen Willen, Armut in diesem reichen Land wirklich zu verhindern.“

Der Paritätische fordert eine Anhebung des Regelsatzes für alleinlebende Erwachsene ab 1.1.2021 auf 644 Euro. Der Vorschlag des Verbandes sieht dabei insofern eine neue Regelbedarfs-Struktur vor, als dass so genannte „weiße Ware“ (Kühlschrank, Waschmaschine etc.) und Strom nicht mehr im Regelsatz pauschaliert erfasst werden, sondern als einmalige Leistung bzw. als Bestandteil der Kosten der Unterkunft gewährt werden. Die Mehrkosten der Regelsatzerhöhung werden auf 14,5 Mrd. Euro geschätzt. „14,5 Milliarden sollte es uns schon wert sein, die Armut in diesem Land abzuschaffen“, fordert Schneider.

Hier kann die Expertise „Regelbedarfe 2021. Alternative Berechnungen zur Ermittlung der Regelbedarfe in der Grundsicherung“ heruntergeladen werden.

Gwendolyn Stilling

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Sat, 19 Sep 2020 10:42:25 +0200
Welt-Alzheimertag https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=18&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22733&cHash=4c2bf6bb67dc85ceb2a04425726f5b00

]]> Foto: Münchenstift]]> Für Menschen mit Demenz ist das gewohnte Wohnumfeld sehr wichtig: Hier fühlen sie sich wohl und sicher und finden sich noch zurecht. Die Angehörigen stehen allerdings häufig vor einem Dilemma: Die rund um die Uhr benötigte Betreuung und Pflege zu Hause können sie nicht leisten, insbesondere, wenn sie berufstätig sind. „Hier machen wir Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen mit der Tagespflege ein passendes Angebot“, sagt Helge Gruner, Leiter der Tagespflege im Haus St. Josef im Münchenstift. „Bei uns verbringen die demenziell erkrankten Menschen ein oder mehrere Tage pro Woche tagsüber ihre Zeit in Gemeinschaft. Am Abend kehren sie dann in ihre Familien zurück.“

Familien und Angehörige entlasten

„Auch mal einen Tag zum Durchatmen haben – das ist für viele Angehörige sehr wichtig“, weiß Helge Gruner. „Denn viele der Probleme zu Hause sind hausgemacht: Weil die pflegenden Angehörigen schlicht einfach nicht mehr können.“ Ganz am Anfang steht deshalb auch immer ein Gespräch mit den Angehörigen: Welche Schwierigkeiten gibt es zu Hause? Wie hat sich der demenziell erkrankte Mensch verändert? Was kann man zu Hause verändern und verbessern? Wie kann die Tagespflege mit ihren Konzepten die Pflege zu Hause unterstützen und Problemen entgegenwirken? „Wir beraten umfänglich – auch zu Hause – und sind für unsere Gäste in der Tagespflege und ihre Familien immer ansprechbar. Auch bei akuten, alltäglichen Problemen.“

Merken, dass man nicht allein ist

Vielen Betroffenen und Angehörigen hilft es häufig schon sehr, einfach zu merken, dass sie nicht allein mit der Krankheit sind. „Gerade am Anfang der Krankheit und bei Menschen mit einer leichten Demenz findet eine starke Auseinandersetzung mit der Erkrankung statt“, sagt Helge Gruner. „Dass auch andere von dieser Krankheit betroffen sind – das erleben sie hier bei uns in der Tagespflege.“

Tagespflege: Sich zu Hause fühlen

Die Gestaltung der Räume in der Tagespflege „wie zu Hause“ erzeugt nicht nur ein „Dahoam-Gefühl“, sondern hilft demenziell erkrankten Menschen auch bei der Orientierung. Ein anregendes Programm, in dem sich jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedarfen verwirklichen und beschäftigen kann, ist ein weiterer zentraler Baustein im Konzept der Tagespflege. Hier gilt: Alles kann, nichts muss! „Uns ist wichtig, die Selbstbestimmung und das Wohlbefinden unserer Gäste durch sinnvolle Beschäftigungen zu stärken“, sagt Helge Gruner.

Jahreszeitliche Feste und Feiern helfen bei der Orientierung, Konzerte, Theater- oder Filmvorführungen sorgen für Unterhaltung oder ein Besuch im hauseigenen Friseursalon für Entspannung. „Ganz besonders wichtig für demenziell erkrankte Menschen sind Bilder“, sagt Helge Gruner. Deshalb finden in der Tagespflege auch immer wieder Fotoausstellungen statt, die demenziell erkrankten Menschen dabei helfen, im Kopf auf Reisen zu gehen oder alte Erinnerungen zu wecken.

Ausflüge: Ausbrechen aus dem Alltag

Ein besonderes Highlight sind die Ausflüge innerhalb des Münchner Stadtgebiets. „Die planen wir immer so, dass sie einen Bezug zum Leben, zur Biographie des demenziell erkrankten Menschen haben“, so Gruner. Aber auch für die Angehörigen sind die Ausflüge ein wichtiges Erlebnis. „Um mal rauszukommen und den ansonsten so stark durchgeplanten Tagesablauf zu durchbrechen. Und um zu sehen und zu erleben, was alles noch geht und was man gemeinsam mit dem demenziell erkrankten Menschen noch alles unternehmen kann.“

Immer wieder nimmt die Tagespflege auch an wissenschaftlichen Studien zum Thema Demenz teil oder probiert aktuelle digitale Entwicklungen aus. „Das ist zum einen interessant für unsere Gäste“, sagt Helge Gruner. „Zum anderen hoffen wir, dass die so gewonnenen Erkenntnisse zukünftigen Generationen von Betroffenen helfen werden.“

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Themen Ältere Menschen Familie Gesundheit Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen Pflege Fri, 18 Sep 2020 11:10:47 +0200
Demokratie lernen https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=14&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22712&cHash=9967452e789ee1d23bd98fbecff0d2a4

]]> ©Jugendforum Bayreuth]]> Im Jugendforum treffen sich regelmäßig junge Leute mit verschiedenen sozialen Hintergründen zwischen 12 und 27 Jahren. Gemeinsam werden Themen diskutiert und Projekte entwickelt – vom Fotoworkshop über den Garteneinsatz bis hin zum Planspiel zur Kommunalpolitik.

Alle Projekte haben eines gemein: Ziel und Weg werden von den Jugendlichen zusammen erarbeitet. „Im demokratischen Miteinander“, sagt Karl Schöne, Leiter des Projekts. „Bei uns lernen die Jugendlichen ganz nebenbei, demokratisch zu handeln: die eigene Meinung zu vertreten und zu erklären, die Meinung anderer zu respektieren, teilhaben und diskutieren, aber auch zu akzeptieren, wenn die Mehrheit etwas anders machen will.“

So stärkt das Projekt Kinder und Jugendliche auch gegen Einflüsse von Rechts: „Wir stärken lieber, als später gerade zu biegen“, sagt Karl Schöne. „Bei uns lernen die Kids, den eigenen Kopf einzuschalten, Dinge zu hinterfragen, respektvoll anderen Menschen und Meinungen gegenüber zu sein. Wenn sie das mit ins Leben nehmen, dann ist schon viel gewonnen!“

Aber auch für die Stadt Bayreuth ist das Jugendforum wertvoll: Es ist Sprachrohr für die Interessen junger Menschen, Stimmungsbarometer und Berater in einem. „Unsere Kids wissen häufig sehr genau, wo bei anderen Jugendlichen in der Stadt der Schuh drückt“, sagt Karl Schöne. „Deshalb werden wir oft gehört und eingeladen, Dinge vor Ort mitzuentscheiden. Unsere Kids merken also, dass ihre Meinung zählt und etwas wert ist.

Unter den untenstehenden Links gibt es mehr Informationen zum Jugendforum.

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Themen Zivilgesellschaft und Demokratie Mon, 14 Sep 2020 15:59:26 +0200
Steuerschätzung: Paritätischer mahnt Finanzierung sozialer Dienste an https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22697&cHash=38df401c0023f763818b86966c04f110

]]> Der Paritätische Gesamtverband mahnt anlässlich der neuen Steuerschätzung, die notwendigen Leistungen des Sozial- und Gesundheitswesens in den kommenden Jahren abzusichern. Es müsse jetzt ein klares Signal an alle sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen gegeben werden, dass ihre Finanzierung auch in den kommenden Jahren gesichert ist.

„Wir alle haben mit Corona die Systemrelevanz sozialer Einrichtungen erkannt. Ohne die soziale Infrastruktur kommt dieses Land nicht durch die Pandemie“, mahnt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen. „Viele Einrichtungen – Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und andere – sind während der Corona-Pandemie an ihr Limit gelangt. Es hat sich gezeigt, wie groß der Investitionsbedarf beispielsweise im Bereich Erziehung und Pflege ist.“ Die beschlossene Verlängerung des Sozialdienstleister-Entlastungsgesetzes bis zum Jahresende bewertet Schneider vor diesem Hintergrund positiv.

Zentral in den Blick zu nehmen sind neben dem Bundeshaushalt die Kommunalfinanzen, so Schneider: „Wenn in der Kommune Einnahmen wegbrechen, bedroht das besonders deren freiwillige Leistungen, wie etwa die Finanzierung von Frauenhäusern, Jugendzentren oder Beratungsstellen.“ Hier werden die Kommunen mittelfristig auf Hilfen angewiesen sein.

Große Sorge bereitet Schneider die aktuelle Diskussion um die schnelle Reaktivierung der Schuldenbremse: „Die Diskussion um die Schuldenbremse ist aktuell deplatziert.“ Deutschland komme voraussichtlich einigermaßen gut durch die wirtschaftliche Krise und könne eine steuerliche Durststrecke eine gewissen Zeit aushalten.


Philipp Meinert

Presse und Redaktion

Der Paritätische Gesamtverband
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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Thu, 10 Sep 2020 13:03:37 +0200
Tag der Demokratie https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22696&cHash=9ff0e89a03689cdb7b47eca11c32e590

]]> Foto: Catherine Hesse]]> Seit wann engagieren Sie sich für die Weiße Rose Stiftung e. V. und was motiviert Sie persönlich?

Schon als Landtagsabgeordnete habe ich mich für zeitgeschichtliche Themen eingesetzt. So führte meine Initiative „Sophie Scholl in die Walhalla“ dank vieler Unterstützer*innen und der Medien zur Aufstellung der Büste 2001. Damals argumentierte ich: Viel zu wenige Frauen würden dort gewürdigt. Sophie Scholl kann als einzige zum Tode verurteilte Frau der Weißen Rose für die gesamte Widerstandsgruppe stehen. Schließlich gehört Widerstand gegen die NS-Diktatur zu unserem nationalen Verständnis.

2009 wurde ich angesichts meines bisherigen Engagements, insbesondere von Dr. Hildegard Hamm-Brücher, darum gebeten, für den Vorsitz der Weißen Rose Stiftung zu kandidieren. Meine Arbeit in der Weiße Rose Stiftung verstehe ich auch als persönlichen Beitrag zu unserer Verpflichtung „Aus der Geschichte lernen!“. Die Erfahrung, dass viele, vor allem junge Menschen der Widerstand der Weißen Rose sehr interessiert und sie für sich Einsichten aus dem mutigen und selbstbestimmten Handeln ziehen, motiviert mich immer wieder aufs Neue für dieses Ehrenamt.

Die Weiße Rose Stiftung e. V. erinnert an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Was können wir heute noch von dieser studentischen Gruppe lernen?

Denken und Taten der Weißen Rose stehen zeitübergreifend für die Achtung der Menschenwürde, für Freiheit, Gerechtigkeit und verantwortliches Handeln von Einzelnen. Die jungen Studierenden und Prof. Huber haben in sechs Flugblättern, die im Juni/Juli 1942 und Anfang des Jahres 1943 tausendfach verteilt und verschickt wurden, das verbrecherische NS-Regime angeprangert. Sie haben den Mord an Juden klar als „Menschheitsverbrechen“ benannt und die individuellen Freiheitsrechte sowie die sofortige Beendigung des Krieges gefordert. Für ihren Mut und ihre politische klare Sicht haben sie mit dem Leben bezahlt; ca. 30 Mithelfende erhielten zum Teil sehr lange Haftstrafen. Wir können dieses Vorbild in unseren persönlichen Alltag integrieren und uns verantwortlich sehen, ja zum Einschreiten aufgerufen fühlen, wenn menschenfeindliches und intolerantes Handeln um uns passiert.

Demokratie ist nicht selbstverständlich. Warum ist sie die beste aller Staatsformen?

Unsere Demokratie ist durch die Garantie der Menschenrechte, den Rechts- und Sozialstaat in der Verfassung abgesichert. Der demokratisch geführte Staat ist zum Schutz der individuellen Menschenrechte ebenso verpflichtet wie zum Schutz von Minderheiten. Er muss Meinungs- wie Versammlungsfreiheit als hohe Güter auch in der Abwägung mit anderen Rechtsgütern gewährleisten. Diese Rechte und dieser Schutz kommen uns allen zugute. Persönlich halte ich außerdem den Zwang für Regierende auf allen politischen Ebenen, Kompromisse für ihre Entscheidungen zu finden, für demokratiesichernd.

Was macht Ihnen aktuell am meisten Sorgen im Hinblick auf unsere Demokratie? Was sind die größten Gefahren?

Eine besonders große Gefahr sehe ich in der sich verstärkenden Spaltung unserer Gesellschaft in Arm und Reich. Wenn Menschen als „Verlierer“ bei Wohlstand und beruflicher Entwicklung abgedrängt werden, verlieren sie das Vertrauen in die Demokratie und den notwendigen gesellschaftlichen Ausgleich, der durch demokratische Prozesse erfolgen soll.

Destabilisierend für unsere Demokratie ist sicherlich auch, wenn der offene politische Diskurs verebbt, Argumente nicht mehr gehört und bedacht werden. Mehr und mehr Menschen neigen dazu, in ihrer eigenen Meinungsblase zu verharren, die fortwährend durch Gleichgesinnte via Social Media gestärkt wird. Dadurch schwächt sich auch deren Fähigkeit ab, notwendige Kompromisse zu akzeptieren. Mir scheint, dass der Zulauf zu den derzeitigen Großdemonstrationen sich aus persönlicher Verunsicherung und absolut einseitigen Argumenten speist.

Akteure der extremen Rechten und aus dem Milieu der Verschwörungsgläubiger missbrauchen Symbole der Weißen Rose….aktuell bei den Corona-Protesten. Wie sollten wir damit umgehen? 

Ich halte es für absurd, dass Widerstand gegen Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern, mit dem Widerstand der Weißen Rose gegen die NS-Diktatur verglichen wird. Dabei werden Schreckensherrschaft, Meinungsunterdrückung und Aussetzung jeden Rechtsstaats durch die Nationalsozialisten ignoriert.

Der Bezug von Anti-Corona-Demonstranten zur Weißen Rose ist missbräuchlich, illegitim und entlarvt sich hoffentlich von selbst! Die Menschen sollten wissen, dass aktuelle staatliche Einschränkungen unserer Freiheit zum Schutz von uns allen, insbesondere der Schwächeren notwendig sind. Die erlassenen Maßnahmen können und werden - völlig gefahrlos für sie - von den Kritiker*innen harsch in Frage gestellt, z. B. bei den Demonstrationen. Gerichte überprüfen einzelne Maßnahmen unverzüglich, sobald sie deswegen angerufen werden.

Wir sind aufgefordert, über Werte und Normen, die unsere Demokratie absichern, nachzudenken und zu realisieren, dass unsere politische Ordnung jeden Einzelnen, jede Einzelne schützt. Mehr denn je heißt „aus der Geschichte lernen“, uns bewusst zu machen, dass unsere Demokratie die beste aller möglichen Staatsordnungen ist.

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Themen Zivilgesellschaft und Demokratie Thu, 10 Sep 2020 12:27:35 +0200
Moria sofort evakuieren http://www.der-paritaetische.de/blog/article/2020/09/09/brand-in-griechischem-fluechtlingslager-blockadehaltung-beenden-und-moria-sofort-evakuieren/

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Themen Migration und Flucht Thu, 10 Sep 2020 09:10:27 +0200
Hartz IV: Geplante Erhöhung der Regelsätze viel zu niedrig https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=08&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22686&cHash=b59a8167471bb2bf77f47410f8224935

]]> Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert die geplante Anpassung der Regelsätze als realitätsfern, nicht bedarfsgerecht und viel zu niedrig. Die geplante Anhebung zum 1.1.2021 um 14 Euro für (alleinstehende) Erwachsene und noch deutlich geringere Beträge für Kinder und Jugendliche sei „geradezu lächerlich niedrig“ angesichts der bitteren Lebensrealität armer Menschen in diesem Land. Der Verband wirft der Bundesregierung „statistische Trickserei und unverschämtes Kleinrechnen“ vor, Fehler und Schwächen der umstrittenen Methodik zur Regelbedarfsermittlung würden einfach fort- und festgeschrieben. Der Paritätische kündigt kurzfristig eigene Berechnungen für einen bedarfsgerechten Regelsatz an, der in der Höhe zumindest in bescheidenem Rahmen Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht.

„Es ist ein Trauerspiel und für die Betroffenen einfach nur bitter, wie wenig die Bundesregierung im wahrsten Sinne des Wortes für arme Menschen übrig hat. Was wir bei der Berechnung der Regelsätze erleben ist keine Statistik, sondern ihr Missbrauch“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Besonders rigide zeige sich die Bundesregierung bei allem, was im weitesten Sinne mit sozialer Teilhabe zu tun hat: „Teilhabe am soziokulturellen Leben in der Gemeinschaft wird praktisch nur soweit bei der Regelbedarfsermittlung berücksichtigt, wie es außerhalb der Gemeinschaft stattfindet“, heißt es in einer Stellungnahme. „Es darf nicht sein, dass Armut in Deutschland für weitere fünf Jahre regierungsamtlich festgeschrieben wird. Anstatt sich hinter umstrittenen Statistiken zu verstecken, sollte sich die Politik endlich den Menschen zuwenden“, fordert Schneider daher mit Blick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren.

Der Paritätische kündigt an, noch im September eigene Berechnungen für einen bedarfsgerechten Regelsatz vorzulegen. Bis zur ohnehin gesetzlich geforderten Neufestsetzung der Regelsätze zum 1.1.2021 fordert der Verband eine Soforthilfe durch eine monatliche Aufstockung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung um 100 Euro pro Kopf, eine Einmalzahlung an alle Grundsicherungsbeziehenden von 200 Euro (Kosten zusammen: ca. 6 Mrd. Euro) sowie eine entsprechende Leistungsanpassung beim BAföG und im Asylbewerberleistungsgesetz.

Zur unzureichenden Höhe der Regelsätze siehe u.a. auch die Studie „Arm, abgehängt, ausgegrenzt. Eine Untersuchung zu Mangellagen eines Lebens mit Hartz IV“: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/expertise-arm-abgehaengt-ausgegrenzt-eine-untersuchung-zu-mangellagen-eines-lebens-mit-hartz-iv/


Gwendolyn Stilling

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Tue, 08 Sep 2020 09:38:00 +0200
Kinderbonus: Paritätischer mahnt finanzielle Soforthilfe für alle Armen an https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=07&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22687&cHash=ee7d8caf89a84d739f7685432a212860

]]> Der Paritätische Wohlfahrtsverband begrüßt den angesichts der Corona-Pandemie beschlossenen Kinderbonus, der in diesem Monat erstmals ausgezahlt wird und – anders als das Kindergeld – auch Familien im Hartz-IV-Bezug zu Gute kommt. Überhaupt kein Verständnis zeigt der Verband jedoch für den Umstand, dass für arme Menschen ohne Kinder nach wie vor keine finanziellen Hilfen vorgesehen sind und fordert die Bundesregierung auf, dieses Versäumnis umgehend zu korrigieren.

„Der Kinderbonus ist zweifellos eine gute Sache und eine ganz konkrete Hilfe für arme Familien mit Kindern. Absolut inakzeptabel aber ist, dass Millionen Kinderlose, die Leistungen beziehen, egal ob Hartz IV oder Grundsicherung im Alter, leer ausgehen. In allen Konjunkturpaketen und Rettungsschirmen sind Millionen Arme bisher mit keinem Cent berücksichtigt. Das ist angesichts der bitteren Not, die sich für die Betroffenen in der Corona-Krise Tag für Tag verschärft, armutspolitisch außergewöhnlich ignorant“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Erst in der vergangenen Woche hatte der Verband in einer Studie nachgewiesen, dass die Leistungen für Hartz IV-Beziehende in der Regel nicht ausreichen, um verlässlich vor Armut zu schützen, sich gesund zu ernähren und am sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Diese akute Unterversorgung werde durch die aktuelle Krise noch verschärft.

Der Paritätische fordert die Bundesregierung auf, ihre hartnäckige Verweigerungshaltung aufzugeben und endlich finanzielle Hilfen für alle armen Menschen auf den Weg zu bringen. „Unsere ohnehin sozial tief gespaltene Gesellschaft kann an dieser Krise zerbrechen. Konjunktur- und Hilfsprogramme müssen sozial, gerecht und wirksam sein. Niemand darf in dieser Krise abgehängt werden", so Schneider. Der Paritätische fordert als Soforthilfe die sofortige Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung um 100 Euro pro Kopf und Monat bis zur ohnehin gesetzlich geforderten Neufestsetzung der Regelsätze zum 1.1.2021 und eine sofortige Einmalzahlung an alle Grundsicherungsbeziehenden von 200 Euro (Kosten zusammen: ca. 6 Mrd. Euro), sowie eine sofortige entsprechende Leistungsanpassung beim BAföG und im Asylbewerberleistungsgesetz.

Link zur Studie „Arm, abgehängt, ausgegrenzt. Eine Untersuchung zu Mangellagen eines Lebens mit Hartz IV“: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/expertise-arm-abgehaengt-ausgegrenzt-eine-untersuchung-zu-mangellagen-eines-lebens-mit-hartz-iv/

Gwendolyn Stilling

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Presse Corona Soziale Teilhabe und Armut Mon, 07 Sep 2020 09:44:00 +0200
Arm, abgehängt, ausgegrenzt: Studie des Paritätischen zu Hartz IV https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=09&tx_ttnews%5Bday%5D=01&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22652&cHash=16e3e981e410572cd59b242655589035

]]> Die derzeit gewährten Leistungen in Hartz IV schützen nicht vor Armut, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbands. Im Ergebnis fehlt es den Betroffenen insbesondere an Geld für eine ausgewogene, gesunde Ernährung und auch ein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe ist entgegen der verfassungsrechtlichen Vorgaben nicht gewährleistet, so die Befunde. Der Paritätische kritisiert scharf, dass die Bundesregierung bisher keinerlei Bereitschaft erkennen lässt, die  finanzielle und soziale Lage von Hartz IV-Beziehenden zu verbessern. Gerade in der aktuellen Krisensituation bedeute der Alltag mit Hartz IV existenzielle Not. Neben einer grundsätzlich endlich bedarfsgerechten Anhebung der Regelsätze seien daher sofortige finanzielle Hilfsmaßnahmen erforderlich, fordert der Verband.

„Hartz IV schützt nicht vor Armut, sondern manifestiert sie. Millionen Menschen sind von der gesellschaftlichen Wohlstandsentwicklung abgekoppelt, ausgegrenzt und werden immer weiter abgehängt“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

In der Studie ist die Paritätische Forschungsstelle – jenseits aller Kritik an der regierungsamtlichen Methode zur Ermittlung der Regelsätze – der Frage nachgegangen, ob die Leistungen der Grundsicherung in Hartz IV in der Höhe ausreichen, soziale und kulturelle Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Massive Defizite gibt es laut Studie insbesondere bei den Leistungen für alleinstehende Erwachsene, die sich seit 2010 stetig verschärft haben. Bei dieser Gruppe müsse inzwischen bereits von „strenger Armut“ gesprochen werden. Unter den Familien sind es die Alleinerziehenden-Haushalte, die in besonderem Maß mit Mangel und Entbehrungen konfrontiert sind – hier allerdings auch über die Gruppe der Hartz-IV-Beziehenden hinaus.

In drei Teilen weist die Studie nach, dass die Leistungen für Hartz IV-Beziehende in der Regel nicht ausreichen, um verlässlich vor Armut zu schützen, sich gesund zu ernähren und am sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der viel zu niedrige Anteil für Lebensmittel im Regelsatz führe zu deutlich niedrigeren Standards bei der Ernährung. In allen für Teilhabe relevante Aspekte stehen Haushalte, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind, zudem deutlich schlechter da als der Rest der Gesellschaft. Die Gefahr von Einsamkeit und sozialer Isolierung sei auch hier bei Singles am ausgeprägtesten; mehr als ein Viertel aller Single-Haushalte im SGB-II-Bezug könne sich noch nicht einmal einen Internetanschluss leisten.

„Es darf nicht sein, dass Armut in Deutschland für weitere fünf Jahre regierungsamtlich festgeschrieben wird. Anstatt sich hinter umstrittenen Statistiken zu verstecken, sollte sich die Politik endlich den Menschen zuwenden“, fordert Schneider mit Blick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Regelbedarfsermittlung. Als Soforthilfe fordert der Paritätische die sofortige Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung um 100 Euro pro Kopf und Monat bis zur ohnehin gesetzlich geforderten Neufestsetzung der Regelsätze zum 1.1.2021, eine Einmalzahlung an alle Grundsicherungsbeziehenden von 200 Euro (Kosten zusammen: ca. 6 Mrd. Euro), sowie eine entsprechende Leistungsanpassung beim BAföG und im Asylbewerberleistungsgesetz.

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Presse Soziale Teilhabe und Armut Tue, 01 Sep 2020 10:03:54 +0200
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Themen Sat, 29 Aug 2020 16:26:00 +0200
Paritätischer schlägt sozial-ökologisches Lernjahr für Schüler*innen vor https://www.paritaet-bayern.de//index.php?id=4915&no_cache=1&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=08&tx_ttnews%5Bday%5D=28&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22646&cHash=a7dcc4b44df8c544356a881d621cc0b5

]]> Mit dem Vorschlag eines sozial-ökologischen Lernjahres für Schülerinnen und Schüler bringt der Paritätische Wohlfahrtsverband neuen Schwung in die Debatte um einen gesellschaftlichen Pflichtdienst, der insbesondere in der Union einige Anhänger*innen hat. Während der Paritätische, unter dessen Dach über 10.000 Organisationen sozialer Arbeit organisiert sind, einen allgemeinen sozialen Pflichtdienst nach Abschluss der Schule nach wie vor als unzumutbaren und mit dem Grundgesetz unvereinbaren Eingriff in die Lebensplanung junger Menschen ablehnt, gibt es große Sympathien für ein obligatorisches sozial-ökologisches Lernjahr während der Schulzeit. Heute hat der Vorstand des Paritätischen Gesamtverbandes einen entsprechenden Initiativantrag verabschiedet, der nun in die verbandliche Debatte eingebracht und in einem konkreten Konzept münden soll.

„Im Zuge der stetigen Diskussionen um die Frage, was eine Gesellschaft zusammenhält, hat die Einführung eines sozial-ökologischen Lernjahres großen Charme. Ein solches sozial-ökologisches Lernjahr, integriert in die schulische Ausbildung, könnte junge Menschen dabei unterstützen, schon frühzeitig ein Bewusstsein für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln“, so Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands.

Ziel müsse es sein, dass Schülerinnen und Schüler sich nicht nur frühzeitig aktiv mit gesellschaftlichen Problemfeldern auseinandersetzen und dafür sensibilisieren, sondern dass sie auch jungen Menschen aus anderen Schulformen und Lebenswelten begegnen. „Es ist wertvoll, wenn junge Menschen bereits vor Einstieg in Berufsausbildung oder Studium Erfahrungen außerhalb des Klassenverbundes beispielsweise in sozialen Einrichtungen sammeln und dadurch vielleicht sogar eine berufliche Perspektive für sich entdecken. Wenn Schülerinnen und Schüler durch eigenes Erleben Lernerfahrungen im gemeinschaftlichen Engagement sammeln, profitieren die jungen Menschen und unsere Gesellschaft gleichermaßen“, so Rosenbrock.

Da im Rahmen der Schulpflicht junge Menschen ohnehin der Obhut des Staates unterstellt sind, sieht der Verband hier auch anders als beim Pflichtdienst nach Schulabschluss keine verfassungsrechtlichen Bedenken. „Schule sollte im Interesse der jungen Menschen immer mehr sein als nur ein Ort der theoretischen Grundlagenbildung. Es geht in dieser Lebensphase ganz wesentlich auch um Herzensbildung und die Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben als Mitglied dieser Gesellschaft. Ein sozial-ökologisches Lernjahr könnte den Lehrplan in diesem Sinne praxisnah und ganz konkret bereichern.“ Details eines Konzeptes sollen nun im weiteren verbandlichen Beratungsprozess konkretisiert werden. Denkbar wäre u.a. auch eine Hybridform, beispielsweise ein langfristiges den Schulunterricht flankierendes Pflichtpraktikum.

Gwendolyn Stilling

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Presse Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement Fachbereich Kinder und Jugend / Bildung Bildung Kinder und Jugend Zivilgesellschaft und Demokratie Fri, 28 Aug 2020 14:44:04 +0200