Zentrale Ergebnisse im Überblick
Ausbildungsmarkt: Mehr unvermittelte Bewerber*innen, weniger freie Stellen
Die Zahl der unvermittelten Ausbildungsbewerber*innen ist 2025 auf 6.448 gestiegen – der höchste Wert der letzten vier Jahre. Gleichzeitig sank die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen deutlich. Die oft beschworene „Win-win-Situation" auf dem Ausbildungsmarkt – viele offene Stellen, viele Suchende – löst sich damit zunehmend auf. Was bleibt: junge Menschen ohne Anschluss.
„Unbekannt verblieben": Jede*r Zehnte fällt durchs Raster
Mittlerweile gelten 10,1 % der Ausbildungsbewerber*innen als „unbekannt verblieben". Hinter dieser Kategorie verbergen sich häufig junge Menschen, die aus Unterstützungs- und Bildungssystemen herauszufallen drohen – und für die weder Schule, Beratung noch Jugendhilfe eine verlässliche Anlaufstelle mehr darstellt.
NEET-Quote steigt wieder an
Die sogenannte NEET-Quote – der Anteil junger Menschen, die sich weder in Schule, Ausbildung noch Beschäftigung befinden – ist auf 5,3 % gestiegen. Diese Gruppe ist besonders schwer erreichbar und benötigt niedrigschwellige, aufsuchende Unterstützungsangebote.
Jugendarmut verfestigt sich auf hohem Niveau
Fast 64.000 junge Menschen unter 25 Jahren leben in Bayern in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften. Die Armutsgefährdungsquote der 18- bis 25-Jährigen liegt weiterhin bei über 20 %. Materielle Armut ist dabei kein isoliertes Problem – sie geht einher mit eingeschränkten Bildungschancen, sozialer Ausgrenzung und gesundheitlichen Belastungen.
Bildungsungleichheit nimmt wieder zu
Der Anteil der Schüler*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die die Schule ohne Abschluss verlassen, ist auf 16,3 % gestiegen. Damit liegt dieser Wert fast viermal so hoch wie bei deutschen Schüler*innen. Bildungsungleichheit entlang von Herkunft und Aufenthaltsstatus bleibt eine strukturelle Herausforderung, der das Bildungssystem in Bayern bislang nicht ausreichend begegnet.
Junge Geflüchtete: Unterstützungsbedarf wächst
Fast jeder zehnte Ausbildungsbewerberin hat inzwischen einen Fluchthintergrund. Parallel steigen die Zahlen in den Berufsintegrationsklassen weiter an. Die Integration junger Geflüchteter in Ausbildung und Beschäftigung bleibt eine zentrale Aufgabe – und setzt passende Förder- und Begleitangebote voraus.
Ganztagsbetreuung: Wachstum wirft Qualitätsfragen auf
Mit über 402.000 Schüler*innen in Ganztagsangeboten wurde erneut ein Höchststand erreicht. Angesichts des bevorstehenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung stellt sich damit verstärkt die Frage nach Qualität und Fachlichkeit der Angebote – nicht nur nach Quantität.
Die vollständige Datenmatrix 2025 können Sie untenstehend als PDF-Datei herunterladen.
Quelle: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern e.V. (ejsa)