Unsere Geschichte

Seit 100 Jahren gibt es den Paritätischen in Bayern. Damals wie heute ist der Verband mit seinen Werten und seinem Selbstverständnis ein wichtiger Partner für neue soziale Bewegungen und ihre Ziele.

Begonnen hat unsere Geschichte 1924 mit Luise Kiesselbach. Luise Kiesselbach war eine bekannte bayerische Frauen- und Sozialpolitikerin und eine der ersten weiblichen Stadträtinnen Münchens. Luise Kiesselbachs Motto war: Pionierarbeit leisten, der Arbeit Niveau geben, auch dem Ärmsten kein Menschenrecht versagen! Diese Motto gilt auch heute noch für den Paritätischen in Bayern.

Wie sich die soziale Arbeit und die Gesellschaft in den letzten 100 Jahren verändert und entwickelt haben - das zeigt die Geschichte des Paritätischen in Bayern.

100 Jahre zusammen!

Wie hat sich der Paritätische in Bayern im Laufe der Zeit entwickelt? Welche bedeutenden Entwicklungen und Ereignisse, Menschen und Themen haben den Verband in den letzten 100 Jahren geprägt? Unser Zeitstrahl bietet einen kompakten und facettenreichen Überblick von der Gegenwart bis zu den Anfängen in den 1920er Jahren.

2000er

  1. September 2007

    Im neuen Gewand

    Im September 2007 gibt sich der Paritätische in Bayern – wie in vielen anderen Bundesländern – ein neues Logo. Der Verband möchte deutlicher zeigen, was ihn ausmacht. Auch die Verbandsstrukturen verändern sich zu dieser Zeit grundlegend.

    Grafik eines weißen T-Shirts auf rot-blauem Hintergrund. Auf dem T-Shirt ist das Logo des Paritätischen zu sehen. Über dem T-Shirt steht in weißen Großbuchstaben "DER PARITÄTISCHE" und darunter "IN NEUEM LOOK".Grafik eines weißen T-Shirts auf rot-blauem Hintergrund. Auf dem T-Shirt ist das Logo des Paritätischen zu sehen. Über dem T-Shirt steht in weißen Großbuchstaben "DER PARITÄTISCHE" und darunter "IN NEUEM LOOK".Archiv Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.

1999 - 1980

  1. Juli 1994

    „Keine qualifizierte Frau“?

    Im Juli 1994 veröffentlicht der Paritätische in Bayern sein erstes Gleichstellungskonzept. Eine externe Wissenschaftlerin hat zuvor im Auftrag des Verbands seine Strukturen untersucht und Nachteile für Frauen festgestellt. Ab jetzt sollen sie im Paritätischen in Bayern stärker gefördert werden.

    Eine Karikatur von Marie Marcks, die eine Diskussionsrunde von vier Männern und einer Frau an einem Tisch zeigt. Ein Mann äußert in einer großen Sprechblase: "Das Problem ist doch: Es gibt gar keine qualifizierte Frau für diesen verantwortungsvollen Posten. Oder wissen Sie eine?". Die anderen Anwesenden stimmen ihm mit kurzen, zustimmenden Kommentaren wie "Genau!", "Tja..." und "leider nein" zu. Die Zeichnung kritisiert das sexistische Klischee, es gäbe keine geeigneten Frauen für Führungspositionen.Eine Karikatur von Marie Marcks, die eine Diskussionsrunde von vier Männern und einer Frau an einem Tisch zeigt. Ein Mann äußert in einer großen Sprechblase: "Das Problem ist doch: Es gibt gar keine qualifizierte Frau für diesen verantwortungsvollen Posten. Oder wissen Sie eine?". Die anderen Anwesenden stimmen ihm mit kurzen, zustimmenden Kommentaren wie "Genau!", "Tja..." und "leider nein" zu. Die Zeichnung kritisiert das sexistische Klischee, es gäbe keine geeigneten Frauen für Führungspositionen.Karikatur der Künstlerin Marie Marcks, aus: Schröttle, Monika: Konzept zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Paritätischen in Bayern. Analyse und Maßnahmenkatalog, München 1994, S. 38.
  2. 19. November 1988

    Eine Reise gegen Aids

    Am 19. November 1988 reist der Paritätische in Bayern mit einer Reihe von Expert*innen nach New York. Sie wollen mehr über die Bekämpfung von HIV und Aids erfahren. Die Reisegruppe besucht Organisationen wie Gay Men’s Health Crisis, die über Risiken aufklären und Erkrankte betreuen.

    Historischer Aufklärungsflyer des "Safer Sex Committee of New York" zum Thema AIDS. Der Flyer ruft mit dem Slogan "Healthy Sex is Great Sex", Informationstexten und einer Zeichnung zu Safer Sex aufHistorischer Aufklärungsflyer des "Safer Sex Committee of New York" zum Thema AIDS. Der Flyer ruft mit dem Slogan "Healthy Sex is Great Sex", Informationstexten und einer Zeichnung zu Safer Sex aufGay Men’s Health Crisis, Safer Sex Guidelines, 1984
  3. Frühjahr 1983

    15 Jahre Essen auf Rädern

    In Schweinfurt feiert der Mahlzeitendienst Essen auf Rädern im Frühjahr 1983 sein 15-jähriges Bestehen. Das Angebot des Paritätischen in Bayern richtet sich vor allem an alte und kranke Menschen. Es ist einer von vielen neuen ambulanten Diensten, die seit einiger Zeit im Verband entstehen.

    Ein schwarz-weißer Zeitungsartikel mit der Überschrift "15 Jahre ‚Essen auf Rädern‘ in Schweinfurt und Umgebung". Das zugehörige Bild zeigt eine Mitarbeiterin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, die einem älteren Herren Essen durch ein geöffnetes Autofenster reicht. Auf der Autotür ist das Logo des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zu sehen.Ein schwarz-weißer Zeitungsartikel mit der Überschrift "15 Jahre ‚Essen auf Rädern‘ in Schweinfurt und Umgebung". Das zugehörige Bild zeigt eine Mitarbeiterin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, die einem älteren Herren Essen durch ein geöffnetes Autofenster reicht. Auf der Autotür ist das Logo des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zu sehen.Artikel aus der bundesweiten Zeitung des Paritätischen Gesamtverbands; Archiv Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.

1979 - 1960

  1. Januar 1979

    „Frauen gehen zu Frauen“

    Im Januar 1979 stoßen die ersten Organisationen der Neuen Frauenbewegung zum Paritätischen in Bayern. In München entsteht bald ein Netzwerk von Angeboten von Frauen für Frauen. Viele von ihnen sind Mitglied im Paritätischen in Bayern, der die Frauenbewegung wie kein anderer Verband unterstützt.

    Ein historisches Plakat der Frauenbewegung in violettem Farbton. Es zeigt eine Pyramide aus gestapelten Klötzen, auf denen die Logos und Namen verschiedener Frauenprojekte und -initiativen wie "Frauenzentrum", "Frauenbuchladen" und "Frauengesundheitszentrum" zu sehen sind. Eine lachende Frau lehnt sich über die Pyramide. Oben auf dem Plakat steht der Slogan "frauen gehen zu frauen".Ein historisches Plakat der Frauenbewegung in violettem Farbton. Es zeigt eine Pyramide aus gestapelten Klötzen, auf denen die Logos und Namen verschiedener Frauenprojekte und -initiativen wie "Frauenzentrum", "Frauenbuchladen" und "Frauengesundheitszentrum" zu sehen sind. Eine lachende Frau lehnt sich über die Pyramide. Oben auf dem Plakat steht der Slogan "frauen gehen zu frauen".FrauenMediaTurm, FB.01.078, Flugblatt „Frauen gehen zu Frauen, o. D.
  2. 29. November 1973

    Unterstützung für Nachbarschaftshilfen

    Am 29. November 1973 beschließt der Bayerische Landtag, Nachbarschaftshilfen in Zukunft gezielt zu unterstützen. Das ist ein großer Erfolg für Bernhard Uffrecht, den Geschäftsführer des Paritätischen in Bayern. Er hat sich monatelang persönlich dafür eingesetzt.

    Eine schwarz-weiße Nahaufnahme von Bernhard Uffrecht, dem damaligen Geschäftsführer des Paritätischen in Bayern, mit Brille und schütterem, hellem Haar. Er trägt ein Hemd, eine Krawatte sowie einen dunklen Mantel und befindet sich augenscheinlich in einem Gespräch. Weitere Personen sind im Anschnitt und unscharf im Hintergrund zu sehen.Eine schwarz-weiße Nahaufnahme von Bernhard Uffrecht, dem damaligen Geschäftsführer des Paritätischen in Bayern, mit Brille und schütterem, hellem Haar. Er trägt ein Hemd, eine Krawatte sowie einen dunklen Mantel und befindet sich augenscheinlich in einem Gespräch. Weitere Personen sind im Anschnitt und unscharf im Hintergrund zu sehen.
  3. 21. Februar 1966

    Fasching auf dem Berghof

    Rosenmontag in der Müttererholung: Endlich können die Frauen, die hier aktuell zu Gast sind, einmal ausgelassen feiern. Ihr Alltag als Hausfrauen und Mütter lässt keine Freizeit zu. Der Paritätische in Bayern ermöglicht ihnen mit der sogenannten Müttererholung eine Auszeit von ihrem 24-Stunden-Job.

    Schwarz-weiß-Foto einer großen Gruppe fröhlich verkleideter Frauen. Sie tragen unterschiedliche Kostüme sowie Hüte und posieren gemeinsam für die Kamera.Schwarz-weiß-Foto einer großen Gruppe fröhlich verkleideter Frauen. Sie tragen unterschiedliche Kostüme sowie Hüte und posieren gemeinsam für die Kamera.
  4. 4. Februar 1963

    Spendensammlung für Hilfe in Not

    Am 4. Februar 1963 beginnt in Augsburg die jährliche Haus- und Straßensammlung des Paritätischen in Bayern. Auch in anderen bayerischen Städten sammelt der Verband eine Woche lang Spenden. Solche Sammlungen gehören seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder zu den klassischen Aufgaben der Wohlfahrtsverbände.

    Ein historisches Plakat, das zu einer Spendenaktion aufruft. Groß und in weißer Pinselschrift steht "Hilfe in Not". Darunter wird der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband LV. Bayern als Organisator einer "Haus- und Straßensammlung vom 4. bis 10. Februar 1963" genannt. Rechts neben dem Text ist das damalige Logo des Verbandes platziert.Ein historisches Plakat, das zu einer Spendenaktion aufruft. Groß und in weißer Pinselschrift steht "Hilfe in Not". Darunter wird der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband LV. Bayern als Organisator einer "Haus- und Straßensammlung vom 4. bis 10. Februar 1963" genannt. Rechts neben dem Text ist das damalige Logo des Verbandes platziert.Stadtarchiv Augsburg, Plakatsammlung 3672, Plakat „Hilfe in Not. Haus- und Straßensammlung“, Februar 1963.

1959 - 1948

  1. Mai 1955

    Covergirl Luise Kiesselbach

    Im Mai 1955 macht der Paritätische Gesamtverband Luise Kiesselbach zum Titelthema seines Verbandsmagazins. Luise Kiesselbach hat den Paritätischen in Bayern mitgegründet und auch beim Aufbau des Gesamtverbands eine entscheidende Rolle gespielt. Das ist Jahrzehnte nach ihrem Tod 1928 unvergessen.

  2. 20. Juli 1951

    Ein „Geburtstagsfläschchen in Einsamkeit“

    Am 20. Juni 1951 muss der Geologe Dr. Fritz Heim seinen Geburtstag allein feiern. Seine Ehefrau ist unterwegs: Seit Jahren arbeitet Dr. Anna Heim-Pohlmann daran, den Paritätischen wieder aufzubauen. Damit steht sie in einer Reihe vieler erfolgreicher und engagierter Frauen in der Geschichte des Verbands.

    Abbildung eines Briefs von Dr. Anna Heim-Pohlmann an die Vorsitzenden des Paritätischen Gesamtverbandes, in dem sie sich für eine Einladung zu einer Sitzung in Köln bedankt und die Teilnahme zusagt. Der Brief ist auf den 9. Juli 1951 datiert.Abbildung eines Briefs von Dr. Anna Heim-Pohlmann an die Vorsitzenden des Paritätischen Gesamtverbandes, in dem sie sich für eine Einladung zu einer Sitzung in Köln bedankt und die Teilnahme zusagt. Der Brief ist auf den 9. Juli 1951 datiert.Archiv Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
  3. 25. Juni 1946

    2.000 Kilo Zucker

    Am 25. Juni 1946 nimmt der Paritätische in Bayern eine Hilfslieferung aus Irland entgegen. Sie enthält 2.000 Kilo Zucker. Offiziell wiedergegründet wurde der Verband noch nicht. Trotzdem ist er ein gutes Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fest in die Verteilung von Hilfsgütern eingebunden.

    Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme, die den Inhalt eines CARE-Pakets zeigt. Neben dem Transportkarton mit der Aufschrift "CARE" sind zahlreiche Lebensmittel wie Konservendosen, Kaffee, Zucker, Mehl und Rosinen übersichtlich angeordnet.Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme, die den Inhalt eines CARE-Pakets zeigt. Neben dem Transportkarton mit der Aufschrift "CARE" sind zahlreiche Lebensmittel wie Konservendosen, Kaffee, Zucker, Mehl und Rosinen übersichtlich angeordnet.Bundesarchiv, Bild 183-S1207-502, Inhalt eines amerikanischen CARE-Pakets, 1948.

1934 - 1902

  1. 26. Juli 1934

    Das vorläufige Aus

    Am 26. Juli 1934 wird der Paritätische in Bayern aus dem Vereinsregister gelöscht. Seine Mitgliedsorganisationen und -einrichtungen gehören jetzt zur Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Eine unabhängige Wohlfahrtspflege, die der paritätischen Idee folgt, gibt es vorerst nicht mehr.

    Staatsarchiv München, Polizeidirektion München 4510, Meldung des Amtsgerichts München an die Polizeidirektion München, 26.7.1934.
  2. 13. Januar 1929

    Kunst fürs Alter

    „Einmal im Jahre des Alters gedenken, Not ihm lindern, Liebe ihm schenken“: Das ist das Motto des ersten Alterstags, der am 13. Januar 1929 in München stattfindet. Organisiert hat ihn der Paritätische in Bayern. Der Künstler Adolf Schinnerer hat zur Feier des Tages diese Postkarte entworfen.

  3. 4. November 1926

    Es ist offiziell!

    Am 4. November 1926 wird der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern ins Vereinsregister eingetragen. Zum Vorstand wird die Münchner Stadträtin Luise Kiesselbach bestellt. Die Eintragung ist nur eine Formalie: Der Verband wurde schon im Sommer 1924 gegründet.

    Staatsarchiv München, Polizeidirektion München 4510, Vormerkung aus der Vereinsakte des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Bayern, 10.11.1926.
  4. 1924

    Der Paritätische wird gegründet

    Vom 11. bis 14. Juni 1924 veranstaltet der Hauptverband Bayerischer Frauenvereine seinen 10. Bayerischen Frauentag in München. Vorsitzende des Hauptverbands ist zu dieser Zeit Luise Kiesselbach. Bei der Tagung wird beschlossen, einen „Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern“ zu gründen. Er steht nicht nur Frauenvereinen offen. Alle paritätisch arbeitenden Organisationen und Einrichtungen sind dazu eingeladen, Teil des neuen Verbands zu werden.

  5. 1902

    Ika Freudenberg im Atelier Elvira

    Um 1902 lässt sich Ika Freudenberg im Atelier Elvira in München fotografieren. Das Fotostudio ist ein wichtiger Treffpunkt der bürgerlichen Frauenbewegung, zu der auch Ika Freudenberg gehört. 1894 hat sie den Verein für Fraueninteressen gegründet. Er wird bald zur Keimzelle des Paritätischen in Bayern.

100 Jahre Paritätischer in Bayern - das sind 100 Jahre Soziale Arbeit für die Menschen in Bayern, 100 Jahre Einsatz für bessere Lebensbedingungen, 100 Jahre für in soziales Miteinander.

Zu unserem 100. Geburtstag haben wir unsere Geschichte von Historiker*innen der Agentur Neumann & Kamp erforschen lassen. Entstanden ist eine Geschichts-Wiki voller Geschichten und Meilensteinen.

Mit dem Luise Kiesselbach Preis für Bürgerschaftliches Engagement ehren wir engagierte Menschen und Mitgliedsorganisationen, die unsere Gesellschaft gestalten.