Zu Beginn der Veranstaltung würdigte Sozialministerin Ulrike Scharf das Wirken von Margit Berndl. Sie habe 16 Jahre lang nicht nur den Paritätischen in Bayern geprägt, sondern mit ihrer klaren Haltung auch die soziale Infrastruktur in Bayern. Scharf hob zudem hervor, dass Berndl als Brückenbauerin eine verlässliche Partnerin gewesen sei, die stets die Inhalte über ihre Person gestellt habe.
Den inhaltlichen Rahmen setzte im Anschluss der Vortrag von Prof. Dr. Swen Hutter, Direktor des Zentrums für Zivilgesellschaftsforschung. Er zeichnete ein eindringliches Bild: Die Zivilgesellschaft stehe unter doppeltem Druck – von außen durch antidemokratische Einflussnahme, von innen durch Polarisierung und Rückzug aus Diskursen. Wer Räume des Miteinanders schwäche, schwäche die Demokratie selbst. Zugleich betonte er, dass Zusammenhalt nicht Gleichheit bedeute. Vielmehr sei demokratischer Streit notwendig, solange er auf gemeinsamen Grundwerten basiere.
Im Podiumsgespräch mit Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Swen Hutter, Margit Berndl und Dr. Andrea Taubenböck, Vorständin des Werbebündnis Bayern, wurde deutlich, welche zentrale Rolle Wohlfahrtsverbände und soziale Einrichtungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen. Einig waren sich die Teilnehmer*innen darin, dass diese Rolle nur dann wirksam ausgefüllt werden kann, wenn politische Unterstützung nicht nur finanziell erfolgt, sondern auch durch Anerkennung von auch kritischer Vielfalt und Legitimation.

In den anschließenden „Blitzlichtern“ wurde Margit Berndls Wirken aus unterschiedlichen Perspektiven gewürdigt. Der Verbandsratsvorsitzende, Sven Göpel, unterstrich ihr kaum zu erschütterndes Vertrauen in die Möglichkeit zu gestalten, ihre Zuversicht und mutmachende Art, Herausforderungen anzunehmen und immer wieder nach Wegen zur Lösung zu suchen.
Dr. Joachim Rock hob hervor, dass Berndl die Werte des Paritätischen nicht nur vertreten, sondern gelebt habe – mit Klarheit, Expertise, Weitblick und großer Empathie. Wilfried Mück, Geschäftsführer der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, würdigte ihre Beharrlichkeit in der Sache, verbunden mit ihrem Anspruch, Sachverhalte immer vollständig zu klären und gemeinsame Lösungen zu finden.
Margit Berndl selbst nutzte ihren Abschied für einen Ausblick: Es brauche eine gemeinsame Vision für ein soziales Bayern und ein enges Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Denn letztlich gehe es um nicht weniger als den sozialen Frieden und die Stabilität der Demokratie.

So war die Veranstaltung, die mit Standing Ovations für viele Jahre engagierten Wirkens endete, weit mehr als ein Abschied. Sie war zugleich ein Appell, den gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv zu gestalten und den Wert des Sozialen für die Gesellschaft hoch zu halten. Ganz im Sinne von Margit Berndls langjährigem Engagement.
