München, 26.01.2026 – Von der Kita bis zur Pflege, von der Jugendhilfe bis zur Integration: Soziale Dienste und Einrichtungen sind das Rückgrat der Kommunen. Mit Blick auf die Kommunalwahl am 8. März 2026 fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern von der Kommunalpolitik ein klares Bekenntnis zur sozialen Infrastruktur vor Ort. In seinem heute veröffentlichten Positionspapier macht der Verband deutlich: Soziale Angebote sind kein Luxus, sondern eine Investition in Lebensqualität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie. „Ob Kinderbetreuung, Inklusion, Altenhilfe oder Schutz vor Gewalt – soziale Infrastruktur entscheidet darüber, ob Menschen sich sicher fühlen, teilhaben können und Vertrauen in Politik und Demokratie behalten“, erklärt Margit Berndl, Vorständin des Paritätischen in Bayern. „Wer hier kürzt, spart nicht – er verschiebt die Kosten und gefährdet den sozialen Frieden in unseren Städten und Gemeinden.“
Der Paritätische warnt davor, soziale Leistungen im kommunalen Spardruck zur Disposition zu stellen. Gerade in Zeiten multipler Krisen brauche es stabile, verlässliche Strukturen, die präventiv wirken und Folgekosten vermeiden. Gemeinnützige soziale Träger leisteten dabei tagtäglich unverzichtbare Arbeit – von frühkindlicher Bildung über Jugendsozialarbeit bis hin zu Pflege, Selbsthilfe und Demokratieförderung.
Im Positionspapier formuliert der Verband klare Erwartungen an die künftigen kommunalen Entscheidungsträger*innen. Dazu gehören unter anderem:
- der konsequente Ausbau inklusiver Sozialräume,
- qualitativ hochwertige Kitas und Ganztagsangebote,
- eine auskömmlich finanzierte Kinder- und Jugendhilfe,
- eine verbindliche kommunale Altenhilfe- und Pflegeplanung,
- menschenwürdige und integrationsfördernde Unterbringung Geflüchteter,
- flächendeckender Schutz und Beratung für gewaltbetroffene Frauen,
- die Stärkung von Vielfalt, Gleichstellung und Selbsthilfe,
- sozial gerechter Klimaschutz sowie
- ein klares kommunales Engagement gegen Rechtsextremismus.
„Die Kommunalwahl entscheidet mit darüber, ob Soziales als Kostenfaktor oder als Zukunftsinvestition verstanden wird“, so Berndl weiter. „Wir erwarten von der Politik vor Ort den Mut, soziale Wertarbeit zu sichern und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln – für Kinder, Familien, ältere Menschen und alle, die Unterstützung brauchen. Eine funktionierende Infrastruktur ist auch Basis für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Soziales ist lokal unverzichtbar.“
Der Paritätische appelliert zugleich an Bund und Land, die Kommunen finanziell so auszustatten, dass sie ihre gesetzlichen und gesellschaftlichen Aufgaben erfüllen können. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen lasse sich eine starke soziale Infrastruktur dauerhaft sichern.
Mit einer Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #SozialLokalUnverzichtbar will der Verband ebenfalls den kommunalpolitischen Diskurs im Wahlkampf prägen und die Bedeutung sozialer Daseinsvorsorge sichtbar machen.
Weiterführende Informationen:
Das Positionspapier des Paritätischen in Bayern zur Kommunalwahl ist unter folgendem Link abrufbar:
https://www.paritaet-bayern.de/themen/kommunalwahl-2026
Ansprechpartnerin für die Presse:
Gabriele Dorby | 089 30611-245 | presse(at)paritaet-bayern.de
Über den Paritätischen Wohlfahrtsverband in Bayern:
Der Paritätische in Bayern ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Dem Landesverband haben sich rund 800 Mitgliedsorganisationen angeschlossen, die in allen Bereichen der Sozialen Arbeit tätig sind. Der Paritätische ist zudem selbst Träger sozialer Einrichtungen. Er ist parteipolitisch unabhängig und an keine Weltanschauung gebunden.
Mehr Infos: https://www.paritaet-bayern.de/