Lesefüchse e.V.

Kategorie IV„Engagement-Partnerschaften“

Was als Idee engagierter Einzelner began, ist heute eine eingespielte Kooperation: Die Münchner Polizei und der Verein Lesefüchse bringen Geschichten in Grundschulklassen - und verbinden Leseförderung mit kindgerechter Prävention.

Die Kooperation startete 2007 auf Initiative der Lesefüchse-Gründerin Helga Wolf gemeinsam mit damaligen Polizeibeamtendirektor Christian Gruber. Schon zum Auftakt wurde eine ganze Woche lang in Schulen und Stadtteilbibliotheken vorgelesen – mit Kriminalgeschichten als Türöffner.

Der Ablauf ist bewusst zweigeteilt: Zwei Schulstunden verbringen die Beamt*innen in den Klassen. Zuerst wird vorgelesen, es gibt Raum für Fragen – anschließend lernen die Kinder das Polizeiauto kennen und bekommen Einblicke in den Polizeialltag. So entsteht Nähe, Hemmschwellen sinken: Die Polizei wird nicht nur als Autorität, sondern als ansprechbarer Teil der Gemeinschaft erlebt.

Im Mittelpunkt steht dabei mehr als Unterhaltung. Ziel ist, Vertrauen aufzubauen, Sprache zu stärken und präventiv Themen wie Mobbing oder den Umgang mit Fremden anzusprechen – oft gestützt durch passende Buchpakete der Lesefüchse und praktische Übungen, die im Gedächtnis bleiben.

Organisiert wird das Miteinander der beiden Kooperationspartner verlässlich: In den Dienststellen melden sich interessierte Polizist*innen. Begleitet werden die Einsätze von den Lesefüchsen, die über die wöchentlichen Vorleseangebote in Bibliotheken, darunter auch zweisprachige Lesungen, informieren.

Und manchmal wird aus der Geschichte sogar ein kleines Ermittlungsabenteuer: Wenn Zeit und Team passen, zeigen Polizist*innen etwa spielerisch Spurensicherung – inklusive Fingerabdrücke als Erinnerungsstück zum Mitnehmen. Das ist Prävention, die Spaß macht.

„Wir möchten Vertrauen in die Polizei schaffen und Kinder für Bücher und Sprache begeistern.“

Die Lesefüchse kooperieren noch mit weiteren Partnern, wie z.B. dem NS-Dokumentationszentrum. Unter dem Motto „Toleranz, Ausgrenzung, Kinderrechte“ lesen Ehrenamtliche ausgewählten Schulklassen das Bilderbuch „Anne Frank” von Josephine Poole vor. Am Tag danach besucht die Klasse mit professioneller Begleitung das NS-Dokumentationszentrum. Im Mittelpunkt steht das Leben von Münchner Jüdinnen und Juden und deren Ausgrenzung durch die Nazis.

Luise Kiesselbach Preis 2026: Lesefüchse e.V.

Lesefüchse e.V.

Der Verein Lesefüchse e.V. fördert seit 2003 die Lesemotivation bei Kindern durch wöchentliches Vorlesen, kreative Leseprojekte und Veranstaltungen. Woche für Woche sind rund 400 ehrenamtliche geschulte Vorleser*innen an über 45 Orten in München unterwegs. Mit Schulen und den Münchner Stadtteilbibliotheken besteht eine enge Kooperation. So erreicht der Vorleseverein auch Kinder, denen zu Hause nicht vorgelesen wird.

Zu den Internetseiten von Lesefüchse e.V.