Sparen am falschen Ende: Warum Sozialkürzungen die Notlagen verschärfen. Paritätischer in Bayern warnt vor Folgen

29.09.2026

Nürnberg, 26. September 2026 — Anlässlich der heutigen Kundgebung „Bündnis Sozialstaat" des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für ein soziales und solidarisches Bayern" am Kornmarkt in Nürnberg unterstreicht der Paritätische in Bayern die zentrale Bedeutung einer stabilen sozialen Infrastruktur sowie gemeinnütziger sozialer Träger für Wirtschaft und Gesellschaft. „Soziale Leistungen müssen bedarfsgerecht sein und ausreichend finanziert werden, sonst verschärfen sich Notlagen", warnt Johannes Bischof, Bezirksverbandsgeschäftsführer des Paritätischen in Mittelfranken.

Die Kundgebung, die Teil eines deutschlandweiten Protesttags zahlreicher Gewerkschaften und Sozialverbände gegen den von der Bundesregierung initiierten Sozialabbau ist, legt einmal mehr die breite Betroffenheit offen: Von Kliniken und Pflege über Rettungsdienste bis zu Kitas, Jugendhilfe und Behindertenarbeit – Leistungskürzungen und Budgetdeckel führen zu deutlichen Versorgungslücken. Die Folgen werden laut Bischof zunehmend spürbar: „Notwendige Unterstützungen werden ins Private verlagert und damit Familien und Betroffene selbst belastet.“ Der Paritätische in Bayern sieht darin nicht nur ein soziales, sondern auch ein wirtschaftliches und letztendlich gesellschaftliches Problem.

„Wirtschaft und Sozialstaat sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Eine florierende Wirtschaft braucht eine verlässliche soziale Infrastruktur“, betont Bischof. „Geld, das ins Soziale investiert wird, hat weitreichende Wirkung, denn es hilft Menschen zu helfen – und sichert Arbeitsplätze, Kaufkraft und sozialen Frieden."

Die Entwicklung sei laut Bischof bereits jetzt besorgniserregend: „Wo gemeinnützige Träger ihre Leistungen zurückfahren müssen, entstehen Lücken im Versorgungssystem. Fehlende Unterstützung und Perspektivlosigkeit können Radikalisierung und gesellschaftlicher Spaltung begünstigen."

Der Paritätische in Bayern fordert daher eine Abkehr von der reinen Sparlogik: bedarfsgerechte Finanzierung statt Budgetdeckel, verlässliche Mittelausstattung statt bürokratieintensiver Projektanträge und die Anerkennung, dass Investitionen in Soziales sich wirtschaftlich und gesellschaftlich rechnen – heute und morgen.

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